Archiv der Kategorie: Deutschland

VORTRAGSREISE: Termine

Liebe Leserinnen und Leser!

Wie schon angekündigt, veröffentliche ich hier die Daten und Orte, die ich während meiner Vortragsreise vom 12. August bis zum 05.September 2018 besuchen werde. Nicht jede Veranstaltung kann man besuchen, da sie im offiziellen6 Rahmen stattfindet, bei den meisten kann man sich allerdings im Voraus anmelden oder einfach kommen. Ich werde die Kontaktdaten der Veranstalter/-innen, wenn nötig, angeben.

Der Terminkalender ist auch auf der Menüseite Aktuelles zu finden, incl. Updates von der Reise selbst.


  • 17.-19.08: Heppenheim. Panel-Teilnahme und Vortrag im Rahmen des Seminars „Kleines Land, große Konflikte: Zum aktuellen Stand des israelisch-palästinensischen Verhältnisses“, organisiert von der „Akademie für politische und soziale Bildung des Bistums Mainz in Heppenheim“, unterstützt von der Bundeszentrale für politische Bildung.. Adresse: Haus am Maiberg, Ernst-Ludwig-Str. 19, 64646 Heppenheim. Kontaktperson: Titus Möllenbeck (t.moellenbeck AT haus-am-maiberg.de, 06252-9306-12). Keine Anmeldung mehr möglich!
  • 23.08: Köln. Uhrzeit: ab 19 Uhr. Für Ort und weitere Details: bitte 0160-93778778 kontaktieren.
  • 26.08: Hamburg. Adresse: Veranstaltungsraum der Ebenezer-Stiftung, Messberg1 (Innenstadt), 20095 Hamburg. Uhrzeit: ab 17 Uhr. Ohne Anmeldung. Link zum Flyer Kontaktperson: Michael Dierks: 01638369581, über Facebook
  • 27.08: Hannover. Adresse: Stadtteilzentrum Lister Turm, Walderseestr. 100, Hannover. Uhrzeit: 18 Uhr. Kontaktperson: Jörg Haller, 01748641572. Keine Anmeldung nötig.

  • 28.08: Bergisch Gladbach. Adresse: Ganey Tikva Verein e.V. ,
    Räume der Firma TAT Trainingsseminare, Vürfels 58, 51427 Bergisch Gladbach-Refrath. Uhrzeit: 19.30 Uhr. Kontaktperson: Petra Hemming, Vereinsvorsitzende: 0170 3555 968. Anmeldung erwünscht.
  • 02.09: Öhringen. Adresse: SV – Gemeinde Öhringen, Weygangstraße 31. Uhrzeit: ab 16 Uhr. Kontaktperson: Georg Ehrle, sugehrle (at) online.de. Anmeldung erwüscht.

  • 04.09: Fislisbach (Schweiz). Adresse: Kirchgemeindezentrum der reformierten Kirchgemeinde Fislisbach, Feldstr. 6, 5442 Fislisbach. Uhrzeit: 20 Uhr. Kontaktperson: Roland Stangl (roland.stangl AT bluewin.ch)
  • ABGESCHLOSSEN

    Die Liste wird je nach Veränderungen aktualisiert.

    Advertisements

    AKTUELL: Vortragsreise

    Shalom, liebe Leser/-innen!

    Es gibt aktuelle Nachrichten meinerseits:

    Ab etwa Mitte August plane ich (endlich wieder!) nach Deutschland

    zu kommen und dort bis etwa Anfang September zu verweilen. Die Entscheidung ist relativ spontan gefallen, daher hatte ich keine Möglichkeit, so kurzfristig viele Besuche und Vorträge zu planen. Deshalb wende ich mich hier an euch mit dieser Ankündigung: Wenn ihr Interesse daran habt, dass ich in Eure/n Gemeinde/Verein/Organisation zu Besuch für einen Vortrag und ein Gespräch komme, würde ich mich über eine Meldung per Email chaya (at) diesiedlerin.net freuen. Die Themen, die zur Verfügung stehen:

    • Juden in Judäa und Samaria
    • lokale Geschichte und Politik
    • Siedlerbewegung
    • lokale Koexistenz
    • jüdische Tradition und Religion
    • aktuelle palästinensische Gesellschaftslage
    • persönliche Erlebnisse aus meiner Zeit in Israel

    Bei einer Einladung wären das Bereitstellen von Anfahrtskosten und Unterkunft zwingend.

    Wem es jedoch tatsächlich zu knapp ist, keine Bange – es wird so Gott will nicht meine letzte Reise nach Deutschland sein. Alternativ kann man immer einen Besuch bei mir daheim oder in der Gegend anfragen.

    Alles Liebe!

    Chaya

    Cartoon: Jan Tomaschoff

    DPA’s Berichtedeutsch

    Nicht, dass es uns etwas Neues ist. Deutsche Medien und jüdische „Siedler“ sind sich spinnefeind wie die meisten Hunde und Katzen, und die „Siedler“ ziehen bei dem ungleichen Aufeinandertreffen regelmäßig den Kürzeren. Ich muss wohl kaum an meinen Beitrag von vor fast 3 Jahren erinnern, in dem ich drastische Beispiele der deutschen Medienwortwahl bezüglich Juden in Judäa und Samaria angeführt habe. Inzwischen hat sich nicht viel verändert. Und obschon es nichts Neues ist, wollte ich mal wieder ein Goldstück aus der deutschen Presse vorlegen und es etwas „nachkorrigieren“ – diesmal aus der offiziellen deutschen Presseagentur, der DPA (Merkur vom 12.06.18) :


    Israel räumt Kleinsiedlung im Westjordanland

    (Heißt Judäa und Samaria, aber das ist leider noch immer der offizielle Name. Kann man nicht viel machen.)

    Israelische Sicherheitskräfte haben am Dienstag mit der Räumung eines illegalen Siedlungsaußenpostens im Westjordanland begonnen.

    Tel Aviv (warum eigentlich Tel Aviv? Das Ganze lief in Gush Etzion ab-konnte sich der Korrespondent nicht hinbemühen, sondern berichtete über etwas aus dutzend Kilometer Entfernung?) –

    Israelische Sicherheitskräfte haben am Dienstag mit der Räumung eines illegalen Siedlungsaußenpostens im Westjordanland begonnen. Polizisten seien dabei, 15 Häuser in der Kleinsiedlung Netiv Ha-Avot zu räumen, teilte ein Polizeisprecher mit. Das Höchste Gericht (offizieller Begriff: Oberstes Gericht. Umgangssprache)  hatte die Zerstörung der Häuser in dem Außenposten in der Nähe der Palästinenserstadt Bethlehem angeordnet. (Palästinenserstadt? Entweder „palästinensische Stadt“ oder „Stadt im Westjordanland“, oder einfach „Stadt“, es heißt schließlich noch immer nicht „Judenstadt Tel Aviv“, oder?)

    Nach Medienberichten kam es bei der Räumung zu Konfrontationen zwischen israelischen Jugendlichen und Polizisten. Am Montagabend hatten rund 2000 Menschen in der 2001 errichteten Kleinsiedlung gegen die Evakuierung demonstriert. Die Polizei sei im Gespräch mit der Siedlerführung (na wenigstens nicht Siedlerführer), um unnötige Reibungen zu verhindern, teilte ein Sprecher mit.

    Alle Siedlungen völkerrechtlich illegal

    Rund 600 000 Israelis leben in mehr als 200 Siedlungen im Westjordanland und in Ost-Jerusalem. Israel unterscheidet zwischen Siedlungen, die mit Genehmigung der Regierung entstanden, und wilden Außenposten (also, meine Gemeinde hat zwar noch keine Baugenehmigung, aber wild ist bei uns keiner), die per Gesetz rückwirkend legalisiert werden sollen. (Das Gesetz existiert noch nicht. Wie man sieht, werden sie eher abgerissen.) Aus internationaler Sicht sind dagegen alle Siedlungen illegal. Der UN-Sicherheitsrat hatte Israel im Dezember 2016 zu einem vollständigen Siedlungsstopp in den besetzten Palästinensergebieten einschließlich Ost-Jerusalems aufgefordert. (Es sind keine offiziellen Palästinensergebiete. Es wird in den C-Gebieten unter offizieller israelischer VErwaltung entsprechend den Oslo-Abkommen gebaut. Ostjerusalem ist kein „Palästinensergebiet“, nie gewesen.)

    Der israelische Erziehungsminister und Vorsitzende der ultra-rechten Siedlerpartei (erstens ist sie nicht ultra-recht; die ultra-rechte „Jüdische Stärke“ ist bei den Wahlen nicht durchgekommen; zweitens ist sie keine absolute „Siedlerpartei“, drittens hat sie einen Namen – „Jüdisches Heim“), Naftali Bennett, kritisierte die Gerichtsentscheidung zur Räumung des Außenpostens bei der Demonstration am Montagabend als „absurd“, wie die „Times of Israel“ berichtete. Justizministerin Ajelet Schaked, ebenfalls von der Siedlerpartei (offenbar ihr offizieller Name laut dpa), kündigte bei der Veranstaltung eine Legalisierung aller Außenposten im Westjordanland an. (Sie kann sie nicht ankündigen, da das Gesetz nicht vorliegt und nicht durchgesetzt wurde. Sie kann sich höchstens dafür aussprechen.)

    dpa


    So viel zur Qualität deutscher Medien. Dabei waren die meisten meiner Korrekturen absolut sachlich und nicht ideologisch bedingt.

    Datteln: Denn’s meldet sich

    Im vorausgehenden Artikel „Datteln, das Friedenshindernis“ am 11.02., habe ich über die Affäre der Etikettierung der populären Medjoul-Datteln aus Israel beim denn’s Biomarkt in Köln berichtet, und dabei gegen die falsche Ursprungsbezeichnung (bes.paläst,Geb) geschrieben und dies mit einigen Fakten untermauert – u.a. die politisch inkorrekte Bezeichnung, die zweifelhafte Bestimmung der ursprünglichen Ernteregion (Jordantal vs. Aravawüste) und die Einmischung in außenpolitische Angelegenheiten seitens eines Verkaufsunternehmens.

    Ein aktiver Leser von mir hat den Biomarkt angeschrieben und bekam am 12.02. – sehr schnell, vielleicht durch die Aufmerksamkeit, die der Artikel (über 1200 Views auf meiner Facebookseite) oder die zahlreichen negativen Bewertungen auf der Facebookseite des Ldanes) auf sich gezogen haben, die folgende Antwort:

    Sehr geehrter Herr (Name mir bekannt, Anm.DS)

    vielen Dank für Ihre Email, in der Sie uns Ihre Beobachtung, wie wir Ware aus dem Westjordanland kennzeichnen, schildern.

    Diese haben wir zum Anlass genommen, unsere Kennzeichnung erneut genau zu prüfen und dabei neben der rechtlichen Vorgabe natürlich auch Ihre Gedanken zu berücksichtigen.

    Als Fachhändler für Bioprodukte konzentrieren wir uns darauf, die biologische Lebensweise und den Öko-Landbau in Deutschland voranzubringen. Vor diesem Hintergrund pflegen wir weltweit Partnerschaften zu Lieferanten und Produzenten von Bio-Lebensmitteln und sind über den biologischen Gedanken miteinander verbunden.

    Bei der Kennzeichnung unserer Datteln aus dem Westjordanland haben wir uns an der 2015 von der EU vorgelegten „Mitteilung zu Auslegungsfragen über die Ursprungsbezeichnung von Waren“ orientiert. Diese besagt, dass Ware aus den West Banks mit „Herkunft aus dem Westjordanland (israelische Siedlung)“ gekennzeichnet werden sollte. Dank Ihres Hinweises wissen wir nun, dass die daraus resultierende stark verkürzte Kennzeichnung „bes. paläst. Geb.“ zu Unklarheit führt und vermuten lässt, dass wir uns politische positionieren wollen würden. Um dieser Annahme entgegenzuwirken haben wir uns dazu entschlossen, die EU-Vorgabe wie folgt abzubilden: WB, israel. Siedl. Die Abkürzungen sind der Tatsache geschuldet, dass unsere Etiketten technisch lediglich 16 Zeichen zulassen.

    Wir möchten uns noch einmal bei Ihnen für Ihre Email bedanken und hoffen, mit der angepassten Kennzeichnung deutlich zu machen, dass es um den biologischen Gedanken und nicht um eine politische Positionierung geht.

    Leider haben einige unserer denn`s Biomärkte die Etiketten noch nicht neu ausgedruckt, diese werden umgehend informiert, dies nachzuholen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Karina Pechmann

    Leitung Kundendialog


    Die Antwort ist ausführlich und der Vorgang begründet. Die „Mitteilung zu Auslegungsfragen über die Ursprungsbezeichnung von Waren“ bezieht sich auf die Entscheidung der EU-Kommission vom11.11.2015, über die ich in NEWS: Illegale Juden-Produkte offiziell gebrandmarkt berichtet habe und hier auch über die Bezeichnung: „Westbank, isr.Siedlung“ informiert habe. Frau Pechmann hat also entsprechend der EU-Empfehlung gehandelt.

    In der Antwort jedoch stellen sich mir zwei Fragen.

    1) Wenn, wie Frau Pechmann schreibt, die Ware lediglich „gekennzeichnet werden sollte“, wieso hat der Biomarkt es sich dann zur offiziellen Doktrin gemacht und diese Version übernommen? Zumal schon verschiedene Käufer aus anderen Städten berichtet haben, in ihren Filialen werde es so nicht gehandhabt.

    2) Was hat der „biologische Gedanke“, auf den die Kundendialog-Leiterin mehrmals verweist, mit der politischen Situation in Israel zu tun? Die Medjoul-Datteln werden auf allen Plantagen, die nach Europa exportieren, nach hohen organischen Standards gezüchtet und folgen internationalen Richtlinien. Die Qualität wird hoch bewertet, der biologische Gedanke korrekt befolgt. Wenn Erzeugnisse aus palästinensisch geführten Plantagen importiert werden und ebenso organisch gezüchtet wurden (so wie die Firma „Königsdatteln“ mit Medjoul-Datteln aus „Palästina“ von sich behauptet), ist es wunderbar, steht aber in keinster Weise im Widerspruch zum „biologischen Gedanken“ der israelischen Produkte und braucht auch nicht mit diesen zu konkurrieren, was es auch faktisch nicht tut. Wieso? Anhand israelischer Innenpolitik und wirtschaftlichem Mismanagement der Palästinensischen Autonomiebehörde.

    All das geht denn’s Biomarkt nicht an. Die „israelischen Siedlungen“ sind für diesen irrelevant, und wie gesagt, sollte denn’s Biomarkt ein Problem mit der Bezeichnung „Israel“ für Datteln aus dem Jordantal haben, könnte er sie auch aus der Arava-Wüste importieren. Ich habe leider den Eindruck, dass es den Importeuren wichtiger ist, „Westbank, israelische Siedlung“ zu drucken, anstatt, „Israel“ auf dem Schild zu lassen und die Waren ganz nach „biologischem Gedanken“ (und fraglicher Politkorrektheit) aus der Arava zu importieren. Vorausgesetzt, sie wissen, natürlich, wo die Arava liegt.

    Oder aber es ist ihnen gänzlich egal. Und dann trifft die Schuld für den Misstand um diese Brandmarkung eindeutig die EU. Aber was kann man von der EU schon erwarten

    Und was meint ihr?

    Datteln, das Friedenshindernis

    Die Filiale der Denn’s Biomarkt-Kette in der Dürener Straße in Köln ist ein friedlicher Ort mit Waren aus der ganzen Welt, nach Qualitätsvorschriften ausgewählt und in Hülle und Fülle angeboten. Stiftung Warentest sagt gut (2,1), Verpackung wird gespart und jeden Freitag kann man kostenlos Produkte probieren. Die Facebook-Seite der Biomarkt-Kette in Köln nicht sehr aktiv, und in der Info steht:

    „denn’s Biomarkt ist ein Ort, an dem sich der Kunde beim Einkaufen wohl fühlen darf und Kommunikation gelebt wird. (…) Produkte mit Geschichte und für besondere Ernährungsformen. Auf den ersten Blick erkennen Sie Ursprung und Anbaumethode der zertifizierten Verbände. “

    So weit, so gut. Doch eines Tages füllt sich die Bewertungsliste der Kölner Zweigstelle innerhalb von weniger als 48 Stunden mit über 60 1-Stern-Bewertungen mit etwa dem folgenden Charakter:

    Der erste Supermarkt, der sich aussenpolitische Kompetenz anmaßt. Verkauft Datteln und nicht Eure Meinung. (Elio Adler)

    „Wenn sich ein Lebensmittelgeschäft in die Politik einmischt, hat es verloren.“ (Robert Baranj)

    Datteln aus „besetze pal. Gebiete“? Ernsthaft. Macht Ihr jetzt Außenpolitik? (Gerd Buurmann)

    Früchte mit politischer Botschaft; demnächst liefern Sie auch schlesische Pflaumen aus den deutschen besetzten Gebieten? (Salco Spanjaard)

    Was ist da passiert?

    Die Etikette im Denn’s Biomarkt. Foto: Privat

    Zurück geht der Bewertungs-„Shitstorm“ auf ein Foto einer Bekannten aus Köln, das sie vor zwei Tagen wütend in einem deutschsprachigen Aktivistenforum geteilt hatte. Auf diesem Bild ist das Preis- und Herkunftsschild von einer 100g-Packung der bekannten und beliebten israelischen Medjoul-Datteln abgebildet. Für 2.29 Euro kann man 100g Datteln aus dem Ursprungsland bes.paläst.Geb  kaufen.

    Bes.paläst.Geb?

    Was zum… , dachte sich meine Bekannte, und viele weitere auch, die durch das Foto auf die fragliche Initiative des Biomarkts, politische Verhältnisse im Ausland in drei willkürliche Abkürzungen zu fassen, aufmerksam wurden. Offenbar sei das besagte „Ursprungsland“ auf Etiketten derselben Marktkette in anderen Städten nicht gesichtet worden – so berichteten zumindest Käufer/-innen aus Berlin und Oldenburg. Was aber hat es mit dem vermeintlichen Ursprungsland in der Kölner Filiale an sich? Was für „besetzte palästinensische Gebiete“ sind hier gemeint und welche Interessen stehen hinter dieser Bezeichnung?


    Die beliebte (und umstrittene?) israelische Medjoul-Dattel. Quelle: Oren Farm

    Zum besseren Verständnis:  Medjoul-Datteln stellen die beliebteste und meistverkaufte Sorte Datteln auf dem Weltmarkt dar. Dabei liefert Israel etwa 65-75% aller Medjoul-Dattelexporte, insbesondere nach Europa (Quelle: The Marker). Andere größere Exportländer sind der Iran und Ägypten. Die Ursprünge der Dattelsorte liegen in Marokko, die Pflanze gelangte erst 1989 nach Israel, über Amerika. Innerhalb von knapp 30 Jahren übernahm Israel die Führung bei dem Dattelexport dieser Sorte auf dem Weltmarkt. Die Plantagen selbst befinden sich in mehreren Gebieten in Israel: im Norden, angefangen am See Kineret (Genezareth) bis hinunter ins Jordantal an der jordanischen Grenze und um Jericho herum (C-Gebiet, unter israelischer Militärverwaltung entsp. den Oslo-Abkommen von 1994); und im Südosten, in der Arava-Wüste (offizielles isr.Staatsgebiet), ebenso an der jordanischen Grenze. Die Landwirte, die sich dem Anbau der Medjoul-Dattelpalme im Jordantal und der Arava-Wüste widmen, unterstehen einer Dachorganisation namens „Dattel-Tisch“, die sie ihrerseits im nationalen Landwirtschaftsverband vertritt. Firmen, deren Datteln in Vertriebe von organischen Produkten exportiert werden, besitzen nationale Organwirtschaft-Auszeichungen und müssen internationale Vorschriften für organische Bewirtschaftung erfüllen.

    Unternehmen wie „The Golden Date תמר הזהב“ und „Oren Farm משק אורן“ besitzen Plantagen im Jordantal; andere, wie „Sea Gal“ bei Idan und in der Ortschaft En Yahav vertreiben Datteln aus der Arava. Von insgesamt ca.20.000 Dunam Dattelplantagen in ganz Israel ist die Plantagenfläche in der Arava von 4000 Dunam in 2014 auf 7023 Dunam in 2017 angewachsen und erstmals werden auch größere Mengen nach China und Indien geliefert, um abseits von Europa und den USA einen neuen Markt auszunutzen. (Quellen: Isr.Landwirtschaftsportal, INN)

    Gilad Dotan, Plantagenleiter aus der Arava-Wüste. Quelle: The Marker

    Warum man dem europäischen Markt beginnt, den Rücken zu kehren? Gilad Dotan, Plantagenleiter in En Yahav (Arava-Wüste):

    „Es gibt Anzeichen eines Boykotts auf israelische Waren.“

    Ein weiterer Plantagenbesitzer bekundete:

    „Vor zwei Jahren  (nach einer Obstmesse in Europa in 2014, Anm.DS)  kam man zu uns angerannt, heute hält man sich vom israelischen Export fern. Es ist ein stiller Boykott. Die Vertreiber bestellen die Produkte nicht, denn sie wollen Provokationen seitens der Israelgegner vermeiden.“ (The Marker, 01.03.16)

    Dabei würden Marktketten, die aus politischen Gründen keine Produkte aus dem Jordantal importieren wollen, die Datteln aus der Arava erhalten.


    Vielleicht ist jetzt die Lage, nach dieser kurzen Einführung oben, etwas leichter zu verstehen – und wird dadurch noch empörender:

    Weshalb bezeichnet ein Biomarkt seine Produkte in verschiedenen Filialen anders, zudem noch mit Bezeichnungen, die alles andere als den politischen Kontext und die gesetzliche Lage vor Ort widerspiegeln? Am 11.11.2015 hatte die EU-Kommission nach Abstimmung die Kennzeichnungspflicht für Produkte aus Judäa und Samaria bzw. „von Israel seit 1967 besetzten Gebieten“ eingeführt. In meinem Beitrag habe ich darüber ausführlich berichtet, u.a. auch darüber, dass schon seit 2003 Produkte von jenseits der „Grünen Linie“ anderen Zahlencode als restliche israelische Produkte hatten.

    Das alles macht aber das Ursprungsland der Medjoul-Datteln noch immer nicht zu „bes.paläst.Geb“! Denn:

    • Hell-/dunkelrosa: C-Gebiete. Quelle: Wikipedia

      Die Tatsache, dass ein Teil (!) des Jordantals  (südlich von Bet She’an bis nördlich von En Gedi) nicht offizielles Staatsgebiet Israels ist, sondern entsprechend den palästinensisch-israelischen Abkommen von 1994 unter demnach legaler israelischer Verwaltung steht (C-Gebiet), macht diese Territorien nicht zu „palästinensischen“! Das letztere ist eine politische Interpretation von nichtzutreffenden Zuständen und Schlussfolgerungen aus nichtstattfindenen Verhandlungen, und ein Lebensmittelmarkt hat keine Befugnis, diese in seine Bezeichnungen einfliessen zu lassen!

    • 90% der Dattelernte, die in der Arava-Wüste gesammelt wird, weit weg von etwaigen Palästinensern und ihren mutmaßlichen Gebieten, wird ins Ausland, mehrheitlich nach Europa, exportiert. Wie kann ich mich auf einen Biomarkt, der eigene politische Ansichten (möglicherweise basierendauf den Nahostkenntnisen des Filialleiters, der diese aus den öffentlich-rechtlichen Medien bezieht) auf Etiketten druckt, verlassen, dass dieser tatsächlich Datteln aus dem Jordantal und nicht Datteln aus der Arava als „palästinensisch“ etikettiert hat?
    • Wenn sich gesetztestreue deutsche Marktvertreiber seit 2015 nun mit einem Mal an Kennzeichnungspflichten für jüdische Produkte halten möchten, dann wäre die Bezeichnung „Westjordanland – israelische Siedlung“, wie sie 2015 im EU-Kommittee vorgelegt worden war, in diesem Sinne treffender. Aber, mit Verlaub, seit wann werden Dattelplantagen in Siedlungen angebaut? Die Plantagen umfassen tausende von Dunam an der jordanischen Grenze abseits fester Wohnpunkte (arabischer und jüdischer zugleich), und  das – wie schon oben erwähnt – in einem als unter israelischer Kontrolle vereinbartem Gebiet.

    Der Filialleiter aus der Dürener Straße wurde von meiner Bekannten auf die Bezeichnung auf der Etikette angesprochen, sah sich aber im Recht, beteuerte, politisch korrekt gewesen zu sein und verwies an die Zentrale, von welcher die Schilder an den Laden zugeschickt worden waren. Alles zusammen schaut die Leitlinie in diesem Fall so aus, wie sie schon 2015 die stellvertretende Außenministerin Tzipi Hotovely kommentierte: „Es riecht nach Boykott“, und nach Informationsvergabe à la „Wisset, dass ihr beim Juden kauft“ . Und sorgt dafür, dass sich Boykott- und Hetzkampagnen von propalästinensischen Extremisten wie BDS durch einen solchen Kniefall vor wirtschaftlicher Ausgrenzung bestärkt fühlen.

    Den palästinensisch-arabischen Bauern und der sonstigen Bevölkerung bringt es selbstverständlich nichts, außer Likes von ideologisch erregten Jugendlichen und leeren Geldbörsen bei ihren von der Arbeit entlassenen Vätern, wenn eine solche Firma sich entscheidet, ihren Vertriebsort in weniger umstrittene Gebiete zu verlegen. Aber wann stand das Wohl der einfachen arabischen Bevölkerung jemals auf der Agenda der Israelgegner?…

    Ob der „Shitstorm“ der Bewertungen auf der Facebook-Seite etwas bringt, wird sich zeigen. Ansonsten kann man sich vor Ort sehen lassen oder aber an die besagte Zentrale schreiben und dabei einige meiner Informationen und Argumente verwenden, die ich angeführt habe. Vielleicht hilft es ja, oder aber wird wenigstens darauf aufmerksam gemacht werden, dass sich manche Verbraucher nicht zu politischen Narren machen lassen.


    denn’s Biomarkt GmbH

    Hofer Str. 11
    D – 95183 Töpen
    Telefon: (+49) 09295-18 – 5000
    Telefax: (+49) 09295-9141 – 5000
    E-Mail: info@denns.de

    Vertretungsberechtigter Geschäftsführer: Thomas Greim

    denn’s Biomarkt Köln

    Dürener Straße 160-162, 50931 Köln

    +49 221 4065935

    Auswärtiges Amt meldet sich zu Wort

    Nach dem hinterhältigen Mord durch einen arabischen Israeli an Rabbi Itamar Ben Gal aus Har Bracha am 05.02., veröffentlichte das Auswärtige Amt (ausnahmsweise) eine Pressemitteilung, in der es mit deutlichen Worten das Attentat verurteilte, Mitleid bekundete und ebenso den Mord an Rabbi Raziel Shevach am 09.01.18 erwähnte.

    Äußerst erfreulich natürlich. Ich – und auch die israelische Öffentlichkeit – haben es schon aufgegeben, auf ausländische Verurteilungen von Morden und Angriffen auf Israelis durch palästinensisch-arabische Terroristen zu warten, daher ist dies eine angenehme Überraschung. Leider konnte sich das Auswärtige Amt nicht leisten, Ariel als Stadt und nicht als „Siedlung“ zu bezeichnen, und ebenso „besetzes“ Westjordanland wegzulassen, obwohl das erste der Stadt selbst nicht gerecht wird (unabhängig von ihrem Status) und das zweite unnötige politisch gefärbte Information darstellt. Auch ist der Urheber des Attentats – der palästinensisch-arabische Terrorist – nicht als solcher erwähnt. Aber das ist gerade nicht so schmerzlich, wenn man bedenkt, dass selbst bei den Stellungsnahmen und Pressemitteilungen zu Attentaten in Europa es „Lastwagen“ und „Autos“ sind, die in Menschenmengen rasen, und keine religiös motivierten Attentäter…

    Hier die Pressemitteilung:

    Die Pressemitteilung des Auswärtigen Amtes vom 05.02.18

    https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/-/1434900 

    Danke an Ulrich Sahm für den Tipp.

    Die Siedlerin @ Fokus Jerusalem TV

    Darauf aufmerksam gemacht haben mich diejenigen, die mich dank der Sendung  zum ersten Mal im Internet gefunden hatten. Plötzlich bekam ich eine Flut von Emails und Freundschaftsanfragen und Likes auf Facebook, dachte mir zuerst, „was sei denn jetzt los, mein letzter Beitrag war schon lange her“. Und dann las ich die Mails und mir fiel wieder ein, dass die netten Filmemacher von Fokus Jerusalem (Bibel TV), vor etwa anderthalb Monaten, nachdem sie bei mir einen Nachmittag  verbracht und mir wieder ein wenig Gefühl von „Showstar“ gegeben hatten, mir ankündigten, dass die Aufnahmen etwa in diesem Zeitraum veröffentlicht werden würden. Nun, ich habe keinen Fernseher daheim und schaue erst recht keine deutschen Sender, und mit BibelTV war ich noch nie vertraut gewesen… aber offenbar zahlreiche Christen aus Deutschland (und Österreich und der Schweiz), und dies habt ihr, die ihr mir Nachrichten und Anfragen geschickt habe, mich in der letzten Woche gelehrt. Ich habe mich sehr geehrt gefühlt, und bin Michael und Virginia Meisinger von Fokus Jerusalem für die Gelegenheit dankbar, durch die Sendung zu vielen interessierten und liebenswürdigen Menschen Kontakt bekommen zu haben.

    Es ist nun mehr als eine Woche nach der ersten Ausstrahlung am 16.01 vergangen, aber für diejenigen, die es verpasst haben, und für den Blog gehört es dokumentiert.

    Focus Jerusalem (Bibel TV)vom 16.01.2018 (Beitrag über mich ab Minute 06:18)