Datteln, das Friedenshindernis

Die Filiale der Denn’s Biomarkt-Kette in der Dürener Straße in Köln ist ein friedlicher Ort mit Waren aus der ganzen Welt, nach Qualitätsvorschriften ausgewählt und in Hülle und Fülle angeboten. Stiftung Warentest sagt gut (2,1), Verpackung wird gespart und jeden Freitag kann man kostenlos Produkte probieren. Die Facebook-Seite der Biomarkt-Kette in Köln nicht sehr aktiv, und in der Info steht:

„denn’s Biomarkt ist ein Ort, an dem sich der Kunde beim Einkaufen wohl fühlen darf und Kommunikation gelebt wird. (…) Produkte mit Geschichte und für besondere Ernährungsformen. Auf den ersten Blick erkennen Sie Ursprung und Anbaumethode der zertifizierten Verbände. “

So weit, so gut. Doch eines Tages füllt sich die Bewertungsliste der Kölner Zweigstelle innerhalb von weniger als 48 Stunden mit über 60 1-Stern-Bewertungen mit etwa dem folgenden Charakter:

Der erste Supermarkt, der sich aussenpolitische Kompetenz anmaßt. Verkauft Datteln und nicht Eure Meinung. (Elio Adler)

„Wenn sich ein Lebensmittelgeschäft in die Politik einmischt, hat es verloren.“ (Robert Baranj)

Datteln aus „besetze pal. Gebiete“? Ernsthaft. Macht Ihr jetzt Außenpolitik? (Gerd Buurmann)

Früchte mit politischer Botschaft; demnächst liefern Sie auch schlesische Pflaumen aus den deutschen besetzten Gebieten? (Salco Spanjaard)

Was ist da passiert?

Die Etikette im Denn’s Biomarkt. Foto: Privat

Zurück geht der Bewertungs-„Shitstorm“ auf ein Foto einer Bekannten aus Köln, das sie vor zwei Tagen wütend in einem deutschsprachigen Aktivistenforum geteilt hatte. Auf diesem Bild ist das Preis- und Herkunftsschild von einer 100g-Packung der bekannten und beliebten israelischen Medjoul-Datteln abgebildet. Für 2.29 Euro kann man 100g Datteln aus dem Ursprungsland bes.paläst.Geb  kaufen.

Bes.paläst.Geb?

Was zum… , dachte sich meine Bekannte, und viele weitere auch, die durch das Foto auf die fragliche Initiative des Biomarkts, politische Verhältnisse im Ausland in drei willkürliche Abkürzungen zu fassen, aufmerksam wurden. Offenbar sei das besagte „Ursprungsland“ auf Etiketten derselben Marktkette in anderen Städten nicht gesichtet worden – so berichteten zumindest Käufer/-innen aus Berlin und Oldenburg. Was aber hat es mit dem vermeintlichen Ursprungsland in der Kölner Filiale an sich? Was für „besetzte palästinensische Gebiete“ sind hier gemeint und welche Interessen stehen hinter dieser Bezeichnung?


Die beliebte (und umstrittene?) israelische Medjoul-Dattel. Quelle: Oren Farm

Zum besseren Verständnis:  Medjoul-Datteln stellen die beliebteste und meistverkaufte Sorte Datteln auf dem Weltmarkt dar. Dabei liefert Israel etwa 65-75% aller Medjoul-Dattelexporte, insbesondere nach Europa (Quelle: The Marker). Andere größere Exportländer sind der Iran und Ägypten. Die Ursprünge der Dattelsorte liegen in Marokko, die Pflanze gelangte erst 1989 nach Israel, über Amerika. Innerhalb von knapp 30 Jahren übernahm Israel die Führung bei dem Dattelexport dieser Sorte auf dem Weltmarkt. Die Plantagen selbst befinden sich in mehreren Gebieten in Israel: im Norden, angefangen am See Kineret (Genezareth) bis hinunter ins Jordantal an der jordanischen Grenze und um Jericho herum (C-Gebiet, unter israelischer Militärverwaltung entsp. den Oslo-Abkommen von 1994); und im Südosten, in der Arava-Wüste (offizielles isr.Staatsgebiet), ebenso an der jordanischen Grenze. Die Landwirte, die sich dem Anbau der Medjoul-Dattelpalme im Jordantal und der Arava-Wüste widmen, unterstehen einer Dachorganisation namens „Dattel-Tisch“, die sie ihrerseits im nationalen Landwirtschaftsverband vertritt. Firmen, deren Datteln in Vertriebe von organischen Produkten exportiert werden, besitzen nationale Organwirtschaft-Auszeichungen und müssen internationale Vorschriften für organische Bewirtschaftung erfüllen.

Unternehmen wie „The Golden Date תמר הזהב“ und „Oren Farm משק אורן“ besitzen Plantagen im Jordantal; andere, wie „Sea Gal“ bei Idan und in der Ortschaft En Yahav vertreiben Datteln aus der Arava. Von insgesamt ca.20.000 Dunam Dattelplantagen in ganz Israel ist die Plantagenfläche in der Arava von 4000 Dunam in 2014 auf 7023 Dunam in 2017 angewachsen und erstmals werden auch größere Mengen nach China und Indien geliefert, um abseits von Europa und den USA einen neuen Markt auszunutzen. (Quellen: Isr.Landwirtschaftsportal, INN)

Gilad Dotan, Plantagenleiter aus der Arava-Wüste. Quelle: The Marker

Warum man dem europäischen Markt beginnt, den Rücken zu kehren? Gilad Dotan, Plantagenleiter in En Yahav (Arava-Wüste):

„Es gibt Anzeichen eines Boykotts auf israelische Waren.“

Ein weiterer Plantagenbesitzer bekundete:

„Vor zwei Jahren  (nach einer Obstmesse in Europa in 2014, Anm.DS)  kam man zu uns angerannt, heute hält man sich vom israelischen Export fern. Es ist ein stiller Boykott. Die Vertreiber bestellen die Produkte nicht, denn sie wollen Provokationen seitens der Israelgegner vermeiden.“ (The Marker, 01.03.16)

Dabei würden Marktketten, die aus politischen Gründen keine Produkte aus dem Jordantal importieren wollen, die Datteln aus der Arava erhalten.


Vielleicht ist jetzt die Lage, nach dieser kurzen Einführung oben, etwas leichter zu verstehen – und wird dadurch noch empörender:

Weshalb bezeichnet ein Biomarkt seine Produkte in verschiedenen Filialen anders, zudem noch mit Bezeichnungen, die alles andere als den politischen Kontext und die gesetzliche Lage vor Ort widerspiegeln? Am 11.11.2015 hatte die EU-Kommission nach Abstimmung die Kennzeichnungspflicht für Produkte aus Judäa und Samaria bzw. „von Israel seit 1967 besetzten Gebieten“ eingeführt. In meinem Beitrag habe ich darüber ausführlich berichtet, u.a. auch darüber, dass schon seit 2003 Produkte von jenseits der „Grünen Linie“ anderen Zahlencode als restliche israelische Produkte hatten.

Das alles macht aber das Ursprungsland der Medjoul-Datteln noch immer nicht zu „bes.paläst.Geb“! Denn:

  • Hell-/dunkelrosa: C-Gebiete. Quelle: Wikipedia

    Die Tatsache, dass ein Teil (!) des Jordantals  (südlich von Bet She’an bis nördlich von En Gedi) nicht offizielles Staatsgebiet Israels ist, sondern entsprechend den palästinensisch-israelischen Abkommen von 1994 unter demnach legaler israelischer Verwaltung steht (C-Gebiet), macht diese Territorien nicht zu „palästinensischen“! Das letztere ist eine politische Interpretation von nichtzutreffenden Zuständen und Schlussfolgerungen aus nichtstattfindenen Verhandlungen, und ein Lebensmittelmarkt hat keine Befugnis, diese in seine Bezeichnungen einfliessen zu lassen!

  • 90% der Dattelernte, die in der Arava-Wüste gesammelt wird, weit weg von etwaigen Palästinensern und ihren mutmaßlichen Gebieten, wird ins Ausland, mehrheitlich nach Europa, exportiert. Wie kann ich mich auf einen Biomarkt, der eigene politische Ansichten (möglicherweise basierendauf den Nahostkenntnisen des Filialleiters, der diese aus den öffentlich-rechtlichen Medien bezieht) auf Etiketten druckt, verlassen, dass dieser tatsächlich Datteln aus dem Jordantal und nicht Datteln aus der Arava als „palästinensisch“ etikettiert hat?
  • Wenn sich gesetztestreue deutsche Marktvertreiber seit 2015 nun mit einem Mal an Kennzeichnungspflichten für jüdische Produkte halten möchten, dann wäre die Bezeichnung „Westjordanland – israelische Siedlung“, wie sie 2015 im EU-Kommittee vorgelegt worden war, in diesem Sinne treffender. Aber, mit Verlaub, seit wann werden Dattelplantagen in Siedlungen angebaut? Die Plantagen umfassen tausende von Dunam an der jordanischen Grenze abseits fester Wohnpunkte (arabischer und jüdischer zugleich), und  das – wie schon oben erwähnt – in einem als unter israelischer Kontrolle vereinbartem Gebiet.

Der Filialleiter aus der Dürener Straße wurde von meiner Bekannten auf die Bezeichnung auf der Etikette angesprochen, sah sich aber im Recht, beteuerte, politisch korrekt gewesen zu sein und verwies an die Zentrale, von welcher die Schilder an den Laden zugeschickt worden waren. Alles zusammen schaut die Leitlinie in diesem Fall so aus, wie sie schon 2015 die stellvertretende Außenministerin Tzipi Hotovely kommentierte: „Es riecht nach Boykott“, und nach Informationsvergabe à la „Wisset, dass ihr beim Juden kauft“ . Und sorgt dafür, dass sich Boykott- und Hetzkampagnen von propalästinensischen Extremisten wie BDS durch einen solchen Kniefall vor wirtschaftlicher Ausgrenzung bestärkt fühlen.

Den palästinensisch-arabischen Bauern und der sonstigen Bevölkerung bringt es selbstverständlich nichts, außer Likes von ideologisch erregten Jugendlichen und leeren Geldbörsen bei ihren von der Arbeit entlassenen Vätern, wenn eine solche Firma sich entscheidet, ihren Vertriebsort in weniger umstrittene Gebiete zu verlegen. Aber wann stand das Wohl der einfachen arabischen Bevölkerung jemals auf der Agenda der Israelgegner?…

Ob der „Shitstorm“ der Bewertungen auf der Facebook-Seite etwas bringt, wird sich zeigen. Ansonsten kann man sich vor Ort sehen lassen oder aber an die besagte Zentrale schreiben und dabei einige meiner Informationen und Argumente verwenden, die ich angeführt habe. Vielleicht hilft es ja, oder aber wird wenigstens darauf aufmerksam gemacht werden, dass sich manche Verbraucher nicht zu politischen Narren machen lassen.


denn’s Biomarkt GmbH

Hofer Str. 11
D – 95183 Töpen
Telefon: (+49) 09295-18 – 5000
Telefax: (+49) 09295-9141 – 5000
E-Mail: info@denns.de

Vertretungsberechtigter Geschäftsführer: Thomas Greim

denn’s Biomarkt Köln

Dürener Straße 160-162, 50931 Köln

+49 221 4065935

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17 Kommentare zu „Datteln, das Friedenshindernis“

  1. Einfach nicht mehr dort einkaufen !
    Es ist schon bemerkenswert, wie selten wir hier neuerdings in Deutschland israelische Avocados, Mandarinen etc. kaufen können.Obwohl diese Produkte viel köstlicher schmecken. Auf Nachfrage bei Famila z.B. würde mir gesagt : die gibt es nicht mehr ! ;-//

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  2. Liebe Chaya,
    habe heute (12,2,) mittag fojgende Mail von denni’s Markt bekommen:

    Sehr geehrter Herr …., (Pünktchen von mir)

    vielen Dank für Ihre Email, in der Sie uns Ihre Beobachtung, wie wir Ware aus dem Westjordanland kennzeichnen, schildern.

    Diese haben wir zum Anlass genommen, unsere Kennzeichnung erneut genau zu prüfen und dabei neben der rechtlichen Vorgabe natürlich auch Ihre Gedanken zu berücksichtigen.

    Als Fachhändler für Bioprodukte konzentrieren wir uns darauf, die biologische Lebensweise und den Öko-Landbau in Deutschland voranzubringen. Vor diesem Hintergrund pflegen wir weltweit Partnerschaften zu Lieferanten und Produzenten von Bio-Lebensmitteln und sind über den biologischen Gedanken miteinander verbunden.

    Bei der Kennzeichnung unserer Datteln aus dem Westjordanland haben wir uns an der 2015 von der EU vorgelegten „Mitteilung zu Auslegungsfragen über die Ursprungsbezeichnung von Waren“ orientiert. Diese besagt, dass Ware aus den West Banks mit „Herkunft aus dem Westjordanland (israelische Siedlung)“ gekennzeichnet werden sollte. Dank Ihres Hinweises wissen wir nun, dass die daraus resultierende stark verkürzte Kennzeichnung „bes. paläst. Geb.“ zu Unklarheit führt und vermuten lässt, dass wir uns politische positionieren wollen würden. Um dieser Annahme entgegenzuwirken haben wir uns dazu entschlossen, die EU-Vorgabe wie folgt abzubilden: WB, israel. Siedl. Die Abkürzungen sind der Tatsache geschuldet, dass unsere Etiketten technisch lediglich 16 Zeichen zulassen.

    Wir möchten uns noch einmal bei Ihnen für Ihre Email bedanken und hoffen, mit der angepassten Kennzeichnung deutlich zu machen, dass es um den biologischen Gedanken und nicht um eine politische Positionierung geht.

    Leider haben einige unserer denn`s Biomärkte die Etiketten noch nicht neu ausgedruckt, diese werden umgehend informiert, dies nachzuholen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Karina Pechmann

    Leitung Kundendialog

    Liebe Chaya, dagegen kann man wohl wegen des unseligen Eu-Beschlusses rechtlich nichts einwenden?

    Herzlich, Paul

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  3. Sicher ist, Chaya, auf dem Foto sieht man linksrheinische Datteln aus Köln-Lindenthal. Alles Weitere ist karnevalesque Spekulation. 😉
    Es bleibt ungeklärt, ob die fotografierten Datteln aus den palästinensischen Areas A oder B stammen könnten, wie etwa diese hier: http://koenigsdatteln.de/produkt/medjoul-datteln/
    Demnach ist dieser „Shitstorm“ möglicherweise einfach anti-palästinensischer Boycottaufruf.
    Aus meiner Sicht ist es übrigens gut für Israel, dass es im Westjordanland „palästinensische Gebiete“ gibt, die nur vorübergehend von Israel „besetzt“ sind. Das stärkt in meinen Augen Israels Identität als jüdischer und demokratischer Staat.
    Beste Grüße
    Ludwig

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  4. Danke Chaya für diesen Artikel. In Märkten, in denen ich soetwas sehe, kaufe ich generell nicht ein und teile dies auch der Geschäftsführung jeweils mit. In "unserem" Dortmunder Biomarkt "Fruchtbare Erde" sind die Datteln vernünftig ausgezeichnet, ebenso bei Rewe. Ich kaufe bevorzugt nur israelisches Obst und Gemüse, aber leider muss man auch immer mehr danach suchen, der Boykott macht sich offenbar schon auf den Großmäkrten bemerkbar, denn wenn ich gezielt nach israelischen Waren frage, sagt man mir, man habe auf dem Großmarkt nichts bekommen.

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  5. Liebe Chaya,
    vielen Dank für diesen Hinweis.
    Habe soeben folgende Mail geschrieben:

    „Sehr geehrter Herr Thomas Grein,
    nach meiner Kenntnis haben Sie Datteln der Marke Medjoul aus Israel, in denn’s Biomarkt GmbH Hofer Str. 11D – 95183 Töpen, mit folgender Herkunftsbezeichnung versehen: Ursprungsland bes.paläst.Geb.

    Nach meinen Informationen werden von israelischen Firmen keine Datteln aus den A und B-Gebieten des Osloer Abkommens exportiert. Es kann sich also nur um Datteln die auf israelischem Staatsgebiet oder im C-Gebiet angebaut wurden handeln.
    Das C-Gebiet ist lt. Osloer Abkommen ein umstrittenes Gebiet, dessen endgültiger Rechtsstatus in Verhandlungen zwischen den Vertragsparteien vereinbart werden soll. Das ist bisher nicht geschehen.

    Demzufolge ist die von Ihnen veranlasste Bezeichnung „bes. paläst. Gebiet“ unzutreffend.

    Deshalb kann ich diese Bezeichnung nur dahingehend werten, dass Sie zum Ausdruck bringen möchten, „Kauft nicht von Juden“.

    Bitte teilen Sie mir mit, warum Sie diese unkorrekte Bezeichnung veranlasst haben.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Gefällt 1 Person

    1. Nachtrag:
      Diese Mail habe ich natürlich mit Klarnamen, Adresse und Telefonnummer versehen.
      Werde auch gleich Gerd Buurmann (Tapfer im Nirgendwo) informieren, der in Köln wohnt und an diesem Thema sicherlich sehr interessiert ist.

      Herzlich, Paul

      Gefällt mir

  6. Bescheidene Erfolge (zB., daß Roger Waters neulich nicht mit Unterstützung deutscher Rundfunk-Gebühren seine Polit-Show zelebrieren konnte) dürfen uns (leider) nicht darüber hinwegtäuschen, daß, ua., BDS (quasi) als Filiale von Pallywood großen Druck ausüben kann auch auf intelligente und/oder einflußreiche Personen.
    Zudem nutzen sie die jahrzehntelang medial betriebene „Gehirnwäsche“ an den Europäern als Rückenwind.
    Antiisraelische und geschichtsklitternde Narrative, die sogar von einigen Wissenschaftlern befördert werden, zeigen giftige Wirkung.

    (Nennenswert und beispielhaft aus dem Artikel ist auch folgende Formulierung: „Die Vertreiber bestellen die Produkte nicht, denn sie wollen Provokationen seitens der Israelgegner vermeiden.“)

    Ein weiteres Beispiel solcher Art von Einfluß verstört Jack Engelhard, und mich nicht minder:
    http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/21680

    Gefällt 2 Personen

      1. „Analogien“, so betrachten es Ignoranten, bestärkt durch eine dieser Narrative, wie sie als ewige Ente durch deutsche Medien getrieben werden. Stichwort „Religionskrieg“, etwa.
        Es gibt keine „irische Solidarität mit den Palästinensern“, es gibt nur leider auch in Irland verblödete Naseweise, die sich von der BDS/Pallywood-Mär haben anstecken lassen, und die ihren irischen Landsleuten bei erster Gelegenheit in den Rücken fallen. Poug ma houn, Ludwig, alte irisch-jiddische Empfehlung, frag Deinen Lieblingsbarmann im Irish Pub.

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      2. Werter A.mOr!

        Neckische Kraftausdrücke wie „Póg mo bhun“ können mir auch Google und der alte Götz von Berlichingen übersetzen.

        Die Sicht der Iren auf den Nahostkonflik wird hier dargestellt:
        http://foreignpolicy.com/2010/06/23/why-the-irish-support-palestine-2/

        Vor diesem Hintergrund kann ich mir zionistische Pallywood-Kritik vorstellen, die geeignet ist, die Iren davon zu überzeugen, dass es höchste Zeit ist Palästina als Staat anzuerkennen. Weil bestimmte anti-palästinensische Polemiken von heute für die Iren zu viele Gemeinsamkeiten haben, mit anti-irischen Polemiken britischer Unionisten aus den vergangenen zwei Jahrhunderten.

        ——————-

        Die Frage nach dem „Religionskrieg“ ist zugleich einfach und unmöglich.

        Einfach ist es den Kampf der nationalreligiösen Juden für die Befreiung des Landes in Judäa und Samaria als „Religionskrieg“ zu verstehen, einfach weil eine territoriale Auseinandersetzung zweier Nationen definitionsgemäß ein „Krieg“ ist.

        Wird so ein „Krieg“ geführt um theologische Ziele zu erreichen, in diesem Fall die Einheit von jüdischem Volk, dem jüdischen Staat Israel und dem jüdischen Land Israel herbeizuführen, dann ist dieser „Krieg“ ein „Religionskrieg“.

        Unmöglich ist es allerdings eine offene, respektvolle und fruchtbare Debatte über die Dynamiken dieses Krieges zur Befreiung des „jüdischen Herzlandes“. Eine solche Diskussion könnte mit der banalen Feststellung beginnen, dass „Religionskriege“ nicht zwingend besser oder schlechter sein müssen als säkulare Kriege. Nur anders.

        Doch schon diese These zum „Religionskrieg“ ist leider unmöglich und undenkbar, sowohl aus Sicht der christlichen, der jüdischen und der säkularen Dogmatik zur Kriegsführung.

        Beste Grüße

        Ludwig

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