SPIEGEL ONLINE/bento: Chaya ist das Problem

Seit vorgestern, 25.02.16, kocht und brodelt das Netz um mich herum. Kein Wunder: Das angekündigte Portrait „der Siedlerin“ aus Judäa ist endlich im bento, dem jugendlichen Tochtermagazin von Spiegel Online erschienen:

"Warum eine deutsche Jüdin im Westjordanland lebt", bento, 25.02.16
„Warum eine deutsche Jüdin im Westjordanland lebt“, bento, 25.02.16

Zunächst einmal – alle, die darauf gewartet oder nicht gewartet und bisher noch nicht gelesen haben – ich lade euch herzlich ein, das Portrait zu lesen und sich eigene Eindrücke zu machen. Leider bin ich aus verschiedenen Gründen nicht dazu gekommen, früher darüber zu berichten. Selbstverständlich würde ich mich sehr darüber freuen, wenn ihr mich an euren Gedanken teilhaben lässt, unten in der Kommentarspalte. ⇓

Und jetzt, mit Verlaub, gebe ich etwas von meinem Senf dazu, als eine, die auch ein wenig den Hintergrund zu der gesamten Geschichte kennt.


Das Ergebnis des Besuches von Spiegel-Reporterin Jennifer Bligh und Fotograf Jonas Opperskalski, unserer mehrstündigen persönlichen Gespräche, Hintergrundinformationen und Erklärungen, der Führung rund um meine Karavanensiedlung  und der Fotosession ist meiner Meinung zweifach zu bewerten.

Das Positive?

Meine Besucherzahlen sind um ein Vierfaches gestiegen. Mein Blog wird seit dem 25.02 nicht mehr nur von Deutschen, Israelis und Schweizern, sondern sonderbarerweise auch von Schweden und Amerikanern besucht. Und meine Aufrufzahlen insgesamt belaufen sich seit Freitag auf 100.000 Besucher!!!! Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Dutzende von positiven, aufmunternden Kommentaren und privaten Nachrichten haben mich erreicht, Facebookfreunde und zahlreiche Unbekannte unterhalten sich über das Schriftstück und Neuentdecker meines Blogs berichten mir aufgeregt, sie würden ab jetzt mit größtem Interesse meine Berichterstattung verfolgen. Besseres könnte man sich gar nicht wünschen. Außerdem ist es durchaus kein schlechtes Ding, zu wissen, dass das eigene Projekt auf die Hauptseite der SPIEGEL-Berichte gekommen ist. Denn welchen Ruf der SPIEGEL auch bei uns Israelfans genießen mag, ist es dennoch das zentrale deutsche Magazin. Come on, gebt’s zu. Es ist wirklich nicht alles so furchtbar im SPIEGEL. Wie ein guter Freund zu mir meinte, „es gibt keine schlechte Werbung“. In meinem Métier ist das tatsächlich ein wahrer Satz. Auch die Fotos von Jonas Opperskalski sind eine Bewunderung wert. Das war, genau genommen, auch mein erstes Fotoshooting gewesen und ich bin vollends zufrieden damit. To be continued…

Und was ist mit dem Negativen?

Das Negative ist der Rest.

Sprich, der Text selbst, der journalistische Standard, die Professionalität oder eher ihre gähnende Abwesenheit, die Präsentation seitens der Autorin, die einschlägigen Motive des Textes, seine Überarbeitung durch die Redaktion im Vergleich zum Entwurf, der mir vor der Veröffentlichung vorgelegt worden ist.

Vor der Veröffentlichung der Reportage wurde ich mit einigen gutgemeinten Ratschlägen versorgt, nach dem Motto „nehme dich in Acht, der SPIEGEL wird kein gutes Haar an dir lassen“. Im Nachhinein bekam ich die gerechten Zornesausbrüche und enttäuschten Feedbacks meiner Freunde und Leser zu Gesicht. Manche davon ähnelten denen einer „jiddischen Mamme“ – „wir haben es dir doch gesagt!“ Und bei allem Amusement, den ich von diesen Rückmeldungen hatte, liebe Freunde, eins muss ich euch sagen – das Risiko war mir bewusst. Aus meiner Erfahrung mit deutschen Medien, und insbesondere dem SPIEGEL, wusste ich, worauf ich mich einlasse. Denn außer der Journalistin vor Ort, Jennifer, einer netten jungen Frau mit geringer Ortskenntnis und manchmal recht seltsamen, aber dennoch interessierten Fragen zu dem Leben in Judäa und Samaria, gibt es ja noch die SPIEGEL-Redaktion. Und diese verfolgt ohne Zweifel die politisch korrekte Leitlinie des unzensierten Siedler-(nein, nicht Juden, Siedler!)hasses und, um dieser treu zu bleiben (alles hat sein Recht und seine Ordnung!), darf in einem Magazin, mag es noch so oberflächlich und ideologielos sein wie das „Jugendmagazin bento“ (man schaue sich nur deren Themenauswahl an), das Portrait einer Siedlerin im Westjordanland keinesfalls so ausfallen, dass man noch auf die Idee kommen könnte, diese zu befürworten.

Und das wurde auch mit allen Mitteln versucht, zu verhindern. Ob nun seitens Frau Bligh oder seitens der Redaktion. Die Details versuche ich noch, herauszufinden. Ich möchte niemandem einen schlechten Ruf verpassen, wozu auch? Der Text spricht für sich selbst.

Und genau hier begingen bento/SPIEGEL einen Fehler.

Denn die „unschöne“ Schreibweise, in der dieses nur wenige Absätze lange Portrait verfasst worden ist,  ließ so manche Leser und Kommentatoren zurückschrecken; so war vielen der 130 Kommentare auf der Seite zu entnehmen, bevor sie gelöscht wurden. Beispiele gefällig?

Erst zu meiner Charakterisierung. Ich bin ein Protestweib, das die Realität daran hindert, zu einer friedvollen Normalität umgewandelt zu werden. Das geht aus dem Untertitel des Artikels hervor („behindert mit ihrem Wohnort den Friedensprozess. Für sie ist das

Böse Chaya.
Böse Chaya. Wusste übrigens nicht, dass ich in Nablus oder Jenin leben kann. Ich werde mich informieren müssen.

Protest“), aus den ersten Absätzen („provoziert…Frieden verhindert“). Nach der saftigen Behauptung, die Siedlungen verstößten laut der UNO gegen das Völkerrecht, wird noch eins drauf gesetzt:

„Chaya sieht das anders – und ist damit Teil des Problems“

Ein Problemmensch also. Ein Mensch, in deren Welt es Dinge, die trotz ihrer Realitätsferne und ihrer de facto Nichtexistenz  – solche, wie die Zwei-Staaten-Lösung – zum internationalen Konzensus gehören, den man gefälligst zu respektieren habe, nicht gibt. Klar, dass eine solche Dreistigkeit entsprechend bestraft werden muss.

Mein problematisches Dasein muss also auch durch persönliche Eigenschaften belegt werden, die mir verpasst werden. So spreche ich nicht, sondern „rattere herunter“ , „rufe“ oder  „lache unschön auf“. Überhaupt scheine ich für die Reporterin entschieden zu oft

Unschön. Das Lachen, aber auch die journalistische Ausdrucksweise.
Unschön. Das Lachen, aber auch die journalistische Ausdrucksweise.

aufzulachen. Vielleicht hat ihr mein Humor nicht gefallen?, denke ich mir heute. Ganze zwei Mal erwähnt sie es im Text. Ansonsten ist meine Gesprächsweise „herausfordernd“, meine Stimme hat „einen Hauch von Trotz“ und auch habe ich die Frechheit, Dinge zu ignorieren, die für alle eigentlich so „simpel“ sein sollten wie das ABC: Siedlungen sind illegal.

Jennifer Bligh berichtigt das Völkerrecht.
Jennifer Bligh berichtigt das Völkerrecht.

So simpel möchten es SPIEGEL und bento haben. Leider ist das Völkerrecht selbst dort anderer Meinung. Somit wird es die UNO, die man für alles heranzieht, was nur ein wenig Hauch von Verleumdung gegen Israel mit sich trägt, auf völkerrechtlicher Ebene auch etwas differenzierter handhaben. Soweit also zu „Chaya sieht es anders“.

Übrigens müsste ich bento und Jennifer Bligh etwas mitteilen, was sie vielleicht so noch nicht gehört haben: Der SPIEGEL hat den Siedlungsbau auch anders gesehen. Vor 1979 nämlich. Da waren die Siedler noch mutige Pioniere, oder aber gänzlich uninteressant. Und das ist wahrlich nicht Chaya, die es herausgefunden hat, sondern Ulrich W.Sahm. Ob er damit auch Teil eines Problems ist? Das kann gut sein. Immerhin wurde er als Journalist aus allen deutschen Mainstreammedien verbannt.

Bei einem weiteren Thema scheint es bento darauf anzulegen, einen Anruf von der Presseeinheit der israelischen Armee zu erhalten. Jennifer Bligh/bento behaupten nämlich, die drei Jugendlichen Eyal, Gil-ad und Naftali, die im Sommer 2014 in Gush Etzion entführt und

bento macht der Hamas die Entführung streitig. Ein Fall für den Pressesprecher der IDF?
bento macht der Hamas die Entführung streitig. Ein Fall für den Pressesprecher der IDF?

ermordet worden sind, seien nur „angeblich“ von der Hamas entführt worden. Dass die Hamas selbst es anders sieht, die beiden Attentäter auf die Ausführung hin vorbereitet hat, die Entführung gefeiert und daraufhin sich auch in einen Krieg mit Israel gestürzt hat („Operation Fels in der Brandung“), schien an Jennifer Bligh vorbeigezogen zu sein. Wie auch, denn als ich ihr diese Information mitgeteilt habe, hat sie nur auf das Tempo geachtet, in welchem ich es gesagt habe („EswirdeinSatzzueinemWort“), der Inhalt war zu herausfordernd, um ihn zu verstehen. Da bin ich natürlich selbst daran schuld. Wie auch sonst an diesem Unglücksartikel.

Den absoluten Wissensmangel und die ins geübte Auge stechende Abwesenheit von jeglicher Professionalität bei diesem Text versucht der Artikel mit Meinungsmache zu vertuschen. Es gibt

Tja, was ist mit ihnen? Ich weiß es nicht, aber wenigestens haben sie mein "Allahu Akbar" gelassen.
Tja, was ist mit ihnen? Ich weiß es nicht, aber wenigestens haben sie mein „Allahu Akbar“ gelassen.

zwar den „roten Kasten“, der über die Situation in Judäa und Samaria aufklären will. Aber in einer der fetten Absatzüberschriften steht „Und was ist mit den Menschen in Gaza?“ Ich würde die Frage gerne zurück stellen, was ist denn mit den Menschen in Gaza? Was haben sie mit meiner Anwesenheit in Judäa zu tun? Vielleicht sollte man dafür die Menschen in Gaza fragen und nicht mich, die ich dieses Fleck Land im Leben nicht betreten habe, und die Fragestellerin ebenso (sie hat ja erst vor Kurzem ihre eigene jüdische Verwandschaft entdeckt und ist so nach Israel gekommen)? Ich antworte also, Gaza sei geräumt worden. So wird es auch zitiert. Der Interpretationsfreiraum für diese bombenfeste (wortwörtlich) Faktenlage wird den noch weniger gebildeten Lesern

Gut, dass bento Bescheid weiss.
„Unrealistisch“: Nur gut, dass bento Bescheid weiss.

gelassen. Auch die Tatsache, dass es noch nie einen palästinensischen Staat gegeben hat, wird zur Auslegung freigestellt. Hatten wir schon „simpel“ gesagt? Ja, Geschichtsumschreibung war noch nie so simpel wie im 21.Jahrhundert. 

Noch ein bisschen zum Insiderwissen: 

Als ich den Artikelentwurf per Email bekommen habe, sah er noch ganz anders aus. Da wurde über die Attentate gesprochen, die sich bei uns in der Gegend ereignet haben. Da findet die Tatsache, dass ich gegen Enteignungen von palästinensischem Privatbesitz bin, Erwähnung.. Da habe ich noch berichtet, dass ich Palästinenser in einer Farm besucht habe. Da sei der Zugang zur Siedlung über die Felder der arabischen Nachbarn noch offen, meine Redeart nicht „herausfordernd“, sondern „Meisterleistung“ und was meine Sichtweise auf die jüdische Religion angeht, so sei sie „differenziert und reflektiert“. Sogar mein Vorwissen zum Thema israelisches Gesetz und internationales Recht wird erwähnt.

All das verschwindet nach der Veröffentlichung. Meine Bitte, die Arbeit bei der „Jüdischen Rundschau“ zu erwähnen und das „Rufen“ als Prädikat aus dem Text zu entfernen, wird nicht berücksichtigt. Heraus kommt ein an Information mangelndes, Gift und Galle spuckendes und von Vorurteilen geradezu getränktes Essay, das, anstatt mich als Person vorzustellen und Einblick in meine selbst für Fortgeschrittene komplizierte Welt zu gewähren, sich an der eigenen Richtigkeit und Rechtschaffenheit ergötzt und alles daran setzt, mich mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu diffamieren. Nicht umsonst wurde der Beitrag wohl  nicht mehr und nicht weniger, als unter dem Schlagwort „Gerechtigkeit“ publiziert.

Gerechtigkeit und ein ungerechter Artikel. Ganz nach SPIEGEL-Tradition.
Gerechtigkeit und ein ungerechter Artikel. Ganz nach SPIEGEL-Tradition.

Bevor die Kommentare auf der Artikelseite zensiert worden sind, habe ich einige davon lesen können. Nicht alle waren vernichtend. Es gab offenbar genug klardenkender Leser, die die Schreibweise dieses Textes angeprangert haben. Ein Kommentator namens Heinz hatte danach gerufen, mich beim „deutschen Staatsanwalt“ zu verklagen, weil ich mit meinem Wohnsitz die Genfer Konvention bräche. Schade, dass ich davon keinen Screenshot gemacht habe.

Mancher möge sich jetzt fragen, „war es das Ganze wert? Hattest du diese Verleumdung nötig?“

Ich sage eindeutig – ja. Ich sehe jetzt schon, dass die Veröffentlichung mir  mehr Leser und Follower eingebracht hat und mich mehr ins deutsche Bewusstsein gerückt hat. Das ist sehr gut, es ist eins meiner Ziele bei meiner Arbeit und es freut mich, wenn mehr und mehr Menschen auf die Realität aufmerksam werden, die ich versuche zu vermitteln.

Demnach – Respekt und Hochachtung gebühren SPIEGEL und bento eindeutig nicht für diese „Meisterleistung“. Aber ein verschmitztes „Danke“ – definitiv. Und, wie es so schön im Hebräischen heißt, „seid mir gesund!“ Wer Hebräisch kann, wird die Andeutung verstehen. 🙂


Weitere Rezensionen und Kommentare zu dem Artikel bei bento:
Gerd Buurmann
Roger Letsch
Elisabeth Lahusen
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62 Kommentare zu “SPIEGEL ONLINE/bento: Chaya ist das Problem”

  1. Hallo Chaya! Liebe “Pro-Israel”-Community!

    Mein Eindruck ist, Eure Diskussion geht mal wieder am Kern der Sache vorbei. Eure Antworten auf die Sichtweise von Bento bewegen sich auf der bekannten Skala, die mit „uninformiert“ beginnt, weiter geht mit „sachlich falsch“, „naiv“ und „bewusst irreführend“ und schließlich endet mit „bösartig“, „böse“ oder „wahnhaft antisemitisch“.

    In diesem Thread sind alle Punkte auf der Skala vertreten, die Einschätzungen variieren je nach Temperament des Schreibers. Damit scheint Euch die Sache geklärt: Bento ist auf die eine oder andere Weise irrelevant.

    Der Haken ist nur, dass hinter Bentos Oberflächlichkeiten eine Wirklichkeit steht, die zu vielschichtig ist, um sie einfach als „naiv“ oder „böse“ ausgrenzen zu können, weil sie letztlich auf den Werten beruht, die in Deutschland die Mitte der Gesellschaft tragen.

    Chaya, aus Sicht unserer deutschen Wirklichkeit hast Du unrecht und Bento hat recht. Da kann man sich letztlich nur darauf einigen, sich nicht einigen zu können. Und hoffen, dass im Eifer des Streites niemand verletzt wird.

    Viele Grüße

    Ludwig

    ——-

    PS: Zwei inhaltliche Kommentare:

    1. Ob die Hamas als politisch-militärische Organisation vorletztes Jahr die Entführung bzw. den Mord an den drei jüdischen Schülern geplant und angeordnet hat, bezweifle ich. Mein Eindruck war, dass die Hamas-Führung die Verantwortung erst nachträglich und fälschlicherweise übernommen hat, als der letzte Gaza-Krieg schon ausgebrochen war.

    Bemerkenswert fand ich auf jeden Fall, wie erschreckend leicht es für den Qawasameh-Clan aus Hebron war, einen Krieg zwischen Gaza und Israel zu beginnen. Ein „gelungener“ strategischer Terroranschlag reicht offenbar, und schon bewegen Hamas und Israel sich mit fast schlafwandlerischer Zielstrebigkeit in einen Krieg, den beide Seiten ursprünglich nicht wollten.

    2. Was die Siedlungspolitik und das Völkerrecht betrifft, ist die Lage ganz einfach. Der Staat Israel sagt „Ja!“ und alle anderen Staaten sagen „Nein!“. Nach meiner Wahrnehmung nimmt der Preis, den Israel für das Siedlungsprojekt zahlt, in Form von verpassten Chancen, Sanktionen und vermeidbaren Kriegen, mit den Jahren immer weiter zu. Wir werden sehen.

    Stellvertretend für den Rest der Welt, hier die entsprechenden Positionen Deutschlands: „Der Standpunkt der Bundesregierung ist hinlänglich bekannt: Der Siedlungsbau in den besetzten Gebieten verstößt gegen Völkerrecht. Siedlungen behindern den Fortgang des Friedensprozesses zusätzlich und gefährden die Grundlagen der Zwei-Staaten-Lösung.“

    http://www.auswaertiges-amt.de/sid_5B05962094AE28D21210B8CB3B2DE032/DE/Infoservice/Presse/Meldungen/2016/160121_Sprecher%20Verstaatlichung%20Israel.html

    „Die Bundesregierung weist daher Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen grundsätzlich auf die rechtlichen, wirtschaftlichen und politischen Risiken hin, die sich für unternehmerische und finanzielle Aktivitäten in israelischen Siedlungen aus der Tatsache ergeben, dass diese Siedlungen in besetzten Gebieten gebaut wurden und nicht zum anerkannten Staatsgebiet Israels gehören. Die Bundesregierung weist auch auf die Möglichkeit von Verstößen gegen humanitäres Völkerrecht und gegen Menschenrechtskonventionen im Zusammenhang mit Siedlungen in den besetzten Gebieten hin.“

    http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Israel/Wirtschaft_node.html#doc341334bodyText5

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    1. Alles recht und schön, was Sie her schreiben Ludwig. Hierzu zwei Anmerkungen (nun muss ich doch wieder geopolitisch ausholen):

      1. Der Staat Israel ist ein auf den Fundamenten der westlichen Demokratie mit der Schutzmacht USA, aus dem Nachkriegseuropa ’45 aus dem Boden gestampfter, und aufgrund der Singularität der Ereignisse des zweiten Weltkrieges gebauter/ gegründeter Staat. Kritiker nennen es „zionistisches/ nationalistisches Krebsgeschwür“ andere nennen es jüdische Heimstatt in einem vormals arabisch/ islamisch geprägten Gebiet.

      2. Und das ist meine ganz persönliche Meinung, die ich schon zig Mal angebracht habe: Solange sich das Judentum nicht klar trennt von Herkunft/ Ethnie UND Religion, solange wird es diese unsägliche Diskussion geben, was Antisemitismus, Judenfeindschaft betrifft.

      Ich spreche hier nicht die andere Fraktion des religiösen Lagers der Muslime an. Hier handelt es sich um ein rein religiöses Problem….

      Beim Judentum und insb. bei dem Konstrukt des jüdischen Staates Israel handelt es sich NICHT um ein religiöses Problem, sondern um ein politisches. Und ein Staat Israel KANN als Demokratie kein JÜDISCHER STAAT sein, da dies einen religiösen Staat impliziert. Oder anders gesagt, sollte das Judesein nicht alleine an die Religion gebunden sein, ist es ein rassistisches Konstrukt… Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.

      S. B.-H.

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      1. Und um es deutlich zu machen:
        Ich oute mich auch nicht jeden Tag als getaufter Christ!
        Und wenn mir einer mit Allahu akbar daherkommt, sag ich ihm auch: Was interessiert mich deine göttliche Überzeugung. In diesem Staat hat das in der Öffentlichkeit nichts zu suchen. Wir leben hier in einem säkularen Staat. In diesem Sinne! Ein Hoch auf die christlich-jüdische Aufklärung…

        S. B.-H.

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      2. Hallo Stephan,

        Persönlich wünsche ich mir auch eine starke Trennung von Staat und religiösen Institutionen, aber das ist mein Standpunkt als Deutscher in Deutschland.

        Mit Israel hat das sehr wenig zu tun, finde ich. Dort ist die Lage viel komplizierter als Du möglicherweise denkst, wie diese sehr empfehlenswerte Meinungsumfrage des Pew Research Centers zeigt:

        Wer ist Jude und was macht es aus jüdisch zu sein? http://www.pewforum.org/2016/03/08/identity/

        Was ist ein jüdischer Staat? http://www.pewforum.org/2016/03/08/views-of-the-jewish-state-and-the-diaspora/

        Die Antworten sind vielschichtig, je nachdem welcher jüdische „Stamm“ gefragt ist. Haredi bzw. nationalreligiöse,traditionelle oder säkulare Juden vertreten zum Teil gegensätzlich Standpunkte. Daraus ergibt sich dann Israels spezifische Mischung von Staat, Religion und jüdischer Ethnizität, die zunächst etwas eigenartig wirkt. Aber es gibt und gab viele demokratische Nationalstaaten, wo Staat, Nation und Religion eine starke und fruchtbare Einheit bilden. Das funktioniert umso besser und stabiler, je einheitlicher Religion und Ethnizität in der jeweiligen Gesellschaft sind.

        Eine Sackgasse für eine sichere Zukunft Israels als Jüdischer Staat ist vielmehr die Verbindung von Religion, Territorium und Staat durch den Glauben, dass Gott den Juden ganz Erez Israel für ihren Staat gegeben hat, also alles Land vom Jordan bis zum Meer. Solange dieses religiöse Dogma das Handeln der Siedlerbewegung und vieler anderer bestimmt, kann Israel keine greifbaren politischen Kompromisse machen und muss daher mit einem Kriegsprozess statt einem Friedensprozess leben, leider.

        Die Debatte über den demokratischen und/oder jüdischen Charakter des Staates Israel hingegen hat sich nach knapp 50 Jahren undemokratischer Herrschaft Israels über die Palästineneser de facto erledigt und besteht mittlerweile nur noch aus sophistischen Spielereien. Die israelischen Juden haben seit 1967 in einem runden dutzend Wahlen dafür gestimmt, weiter mit Gewalt über Millionen Menschen zu herrschen, die nicht die gleichen Bürger- und Menschenrechte haben, wie die jüdischen Vollbürger. Damit hat Israel sich dafür entschieden, das zu sein, was es tut. Und hat sich so zu einer jüdischen Ethnokratie entwickelt, die recht gut zu den anderen Autokratien, Theokratien und absoluten Monarchien im Nahen Osten passt.

        Es ist unsere Entscheidung im Westen, wie wir damit umgehen wollen. Wir meinen Israel sollte eine Demokratie nach westlichen Muster sein und bleiben. Daher haben sich Europa und Amerika dafür entschieden an der Grünen Linie, eine Grenze durch Erez Israel zu ziehen. Diesseits der Linie ist Israel eine Demokratie und Teil der Westlichen Welt, jenseits der Linie nicht.

        Es kann sein, dass einige hier meinen, ich sei mit diesen Argumentationslinien einem palästinensischen Narrativ aufgesessen. Das ist Wunschdenken. Hier geht es um den Kern der westlichen Zivilisation, um „Life, Liberty and the pursuit of Happyness“, „Liberté, Égalité, Fraternité“ und die Unantastbarkeit der Menschenwürde.

        Viele Grüße

        Ludwig

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  2. Da kann man sehen, was man sich jedenfalls mit bento wischen kann, so eine Propaganda geht ja auf keine Kuhhaut. Bleib stark, Chaya, bleib stark! Unsere Situation ist zwar nicht paradiesisch, aber du kannst gerade das genießen, was all die Generationen von Juden, die vorher kamen, nicht konnten: In (relativer) Sicherheit und (relativer) Prosperität in unserem eigenen Staat leben.

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    1. Ihr Gequatsche in allen Ehren:

      Die Hälfte aller anderen sog. Juden, das sind säkulare Nachfahren europäischer Juden, die in USA leben, auch ein Teil meiner Familie, gibt einen Pifferling auf Ihre Prosperität, die Sie hier von sich geben. Das sind Reformjuden, so wie ich Protestant, die gehen in die Synagoge, da gibt es Barbecue Abends und das war’s. Das sind US-Amerikaner und Engländer. Aber die würden nicht im Traum dran denken nach Israel zu ziehen. Die sind schon seit Generationen in USA/ GB. Leider kam dann der Nazi-Fuzzi aus Braunau und hat auch meine Familie endgültig aus dem Land geekelt bzw. nach Ausschwitz/ Theresienstadt etc. geschickt.

      Und wenn Sie mal in die Geschichtsbücher schauen: Die zionistischen Juden waren geradezu begeistert von dieser Arschkrampe aus Braunau, wenn es um die nationalistische Denkweise des Judentums ging. Nur leider hat der Obermufti in Jerusalem nicht mitgespielt, sonst hätte der Dorftrottel aus Österreich die Juden gleich in die Levante geschickt.

      Ironie aus!!!!

      S. B.-H.

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  3. Die Überschrift in diesem bento-Spiegel-Artikel ist schon falsch:

    da steht was von „deutscher Jüdin“…. Du bist keine deutsche Jüdin, Chaya. Du bist russische Jüdin. Da geht’s schon los. Ich kenne in München einige Kontingentjuden aus Russland und der heutigen Ukraine. Ich war sogar mal mit einer solchen Jüdin kurz liiert. Als sie mir als Atheistin das Jüdischsein mit Ihrem Äußeren, genauer ihrer Nase (dem kleinen Bogen) erklären wollte, habe ich sie aus dem Haus geschmissen.

    S. B.-H.

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    1. Betreffend der „deutschen Juedin“ – das ist richtig. Ich bin allerdings deutsche Staatsbuergerin, daher ist das auch richtig.
      Aber wen du aus dem Haus geschmissen hast, muss ich nicht unbedingt wissen, gell?…

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      1. Na wat nu? Deutsche Staatsbürgerin, Jüdin, Israelin…. Ich beantrage auch noch die israelische Staatsbürgerschaft. Wie weit geht das zurück im Stammbaum? Meine Urgroßeltern mütterlicher-, wie väterlicherseits waren alle Juden. Haben halt mal christlich geheiratet. Hab ich wohl die Arschkarte gezogen (Ironie aus)… Die haben sich alle assimiliert. Das war im Zarenreich und unter Lenin nicht üblich. Ach ist das ein kompliziertes Leben… Gute Nacht liebe Chaya, halt die Stellung!! 😉

        LG Steph

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  4. Hey 🙂

    es tut mir wirklich leid, dass der Spiegel so negativ berichtet hat, ich verfolge deinen Blog schon seit einer Weile – weiter so!
    (Für mich ist es akuell aber recht „praktisch“, weil ein Freund von mir um Beispiele für einseitige Berichterstattung im Bezug auf Israel gebeten hat und da ist das hier ja wirklich beeindruckend…)

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  5. Wenn abgemacht war, dass der Artikel Dir vor Veröffentlichung vorgelegt und von Dir abgesegnet werden muss, hast Du meiner Meinung nach eine handfeste Handhabe gegen Bento. Sich an so eine Abmachung nicht zu halten ist vollkommen schlampig, unethisch und unfair – und zerstört den Ruf meines Berufes.

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    1. Hallo Gil, die Abmachung war, dass ich die Fakten und Zitate, die von mir genutzt werden, ueberpruefe. Das habe ich auch getan. Der Entwurf des Artikels sah damals noch anders aus, wie erwaehnt. Habe ich alles in meiner Mail. Im aktuellen Text wurde das Meiste weggelassen und Unrichtiges hinzugefuegt, aber nicht von mir aus, sondern seitens der Journalistin bzw.der Redaktion (das kann ich nicht wissen).

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  6. @Chaya
    Zitat: „Rechtfertigen muss sich der Hasser.“
    Nun, die Rechtfertigung befindet sich in dem Buch „Die Protokolle der Weisen von Zion“. Auch in dem Buch „Mein Kampf“ wird auf „Die Protokolle der Weisen von Zion“ verwiesen. Und in der Charta der Hamas. Zitat aus Artikel 32: „Their plan is embodied in the „Protocols of the Elders of Zion“, …“
    Ob Du willst oder nicht, aber die Antisemiten betrachten auch Dich als eine Bedrohung für die Menschheit, ganz einfach deshalb, weil Du jüdisch bist. Wenn jemand einen Juden ermordet, dann wird dies als Beitrag zur Rettung der Menschheit angesehen, d.h. als Heldentat, z.B. nach der Ermordung von 5 Mitgliedern der Familie Fogel wurde auf den Straßen gefeiert.
    Wie gesagt: eingehende Studien

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  7. Chaya, vielen Dank für diesen Beitrag. Wie auch alles Andere.

    Ich beneide dich wirklich. Nicht um solche idiotischen Publizisten, aber um deine tägliche Arbeit.

    Offen zugeben, bin ich zu feige und zu faul (zu alt?) dass zu tun, was du tust, auch wenn ich dazu jedes Recht hätte.

    Ich mach es mir lieber im Sozialstaat Deutschland bequem und kämpfe hier für Israel und mein Volk.

    Aber ich wünsche mir mehr von deiner Sorte: junge jüdische Menschen, die in Arzenu Israel leben möchten und bereit sind, ein wirklichkeitsgetreues Bild in die Welt zu vermitteln.

    Vielen Dank Chaya and kol hakavod!

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  8. Einige Hintergrundinformationen zum Thema Antisemitismus:
    Anders als der mittelalterliche Antisemitismus, welcher seine Wurzeln in der Religion hatte, basiert der moderne Antisemitismus zum großen Teil auf einer Verschörungstheorie mit dem Titel „Die Protokolle der Weisen von Zion“.
    In diesem Buch wird eine Verschörung des Weltjudentums zur Erlangung der Weltherrschaft beschrieben. Die Juden werden als eine Bedrohung für die Menschheit dargestellt. Wer an den Inhalt dieses Buches glaubt, kommt zwangsläufig zu dem logischen Schluss, dass die Vernichtung aller Juden absolut notwendig ist, um die Menschheit zu retten. Logik hängt immer von den Voraussetzungen ab. Himmler, Heidrich, Eichmann usw. waren fest davon überzeugt, dass sie die Menschheit retten.
    In dieser Verschörungstheorie werden die Methoden, die das Weltjudentum zur Erlangung der Weltherrschaft angeblich anwendet, ausführlich beschrieben. Eine dieser Methoden soll das Verursachen und Verbreiten von Kriegen sein. Moderne Antisemiten sind fest davon überzeugt, dass alle Kriege z.B. französische Revolution, napoleonische Kriege, amerikanischer Bürgerkrieg, 1. und 2. Weltkrieg usw. ihre Ursache im Weltjudentum haben. Die jüdischen Siedlungen gelten als Ableger des Weltjudentums und als Mittel zum Zwecke der Erlangung der Weltherrschaft.
    Das bedeutet also, die Aussage „Jüdische Siedlungen verhindern den Frieden.“ ist eine Folgerung aus der Behauptung „Das Weltjudentum verursacht alle Kriege.“.
    Ich empfehle eingehende Studien der Thematik, denn dieses Thema ist alles andere als einfach.
    Für den Anfang ist das Buch von Carmen Matussek „Der Glaube an eine “jüdische Weltverschwörung”“ eine ausgezeichnete Informationsquelle. Siehe hier: https://carmenmatussek.wordpress.com/publikationen/
    Weitere Informationsquellen:
    http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/German/Mythenindex.html
    http://robertrickler.blogspot.de/2015/10/30-kolumne-von-caroline-glick-ins.html
    http://carolineglick.com/the-israeli-solution-2/

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    1. Wenn man sich auf das Feld der Verschwörungstheoretiker begibt, hat man eh schon verloren. Ihre schrägen Schlussfolgerungen zeigen, dass Sie selbst einer sind. In meinen Augen macht es keinen Sinn mehr, mit Ihnen zu diskutieren, Sie haben Ihr eigenes unerschütterliches Weltbild und ordnen alles solange, bis es stimmig ist. Schade. 😦

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  9. Wenn man die Grundannahme übernimmt, dass Juden nicht überall leben dürfen sollten, bzw. dass es „judenreine“ Gebiete geben müsse, hat man sich bereits eine antisemitische Anschauung zu eigen gemacht.

    Es stellt sich dann die Frage, ob man sich dessen bewusst ist. Das heißt, ist man so naiv und merkt es nicht oder ist man der Meinung (war es evtl. vorher schon)?

    Wieviel Naivität und mangelnde Intelligenz ist man denn bei bei Spiegel-Mitarbeitern bereit anzunehmen, um jeden Antisemitismusverdacht auszuschließen?

    Klar, es gibt viele Missverständnisse, die auf mangelndem/komplett fehlendem Wissen beruhen und so eine Art Eigenleben entwickeln – so z. B. dass Abbas „moderat“ sei. Es stimmt, dass er moderater ist als andere in der PLO, was, zugegebenermaßen, nicht schwer ist. Er fordert eben keinen offenen Kampf gegen Israel, sondern hetzt die Bevölkerung gegen Juden auf. In welchem Sinne das „moderat“ sein soll, was er tut, bleibt schleierhaft. Hier haben wir sicherlich auch das Paradebeispiel für die „Siedler“ als „Friedenshindernis“. Auch hierbei handelt es sich um ein Missverständnis – für PLO, Hamas und Hizbollah ist jeder Jude überall auf der Welt, aber momentant besonders in Israel, ein „Siedler“. Man muss verstehen was das bedeutet: Wenn das Problem der Siedler gelöst sei, könne es Frieden geben. Das heißt nichts anderes, als dass es erst Frieden geben kann, wenn alle Juden ausgerottet wurden. Das ist das, was PLO, Hamas und Hizbollah fordern.

    Trotzdem kann man natürlich bei allen Spiegel-Verantwortlichen grenzenlose Naivität und komplettes Unwissen annehmen, man läge damit sicherlich nicht vollkommen falsch. Aber die Erklärung scheitert da, wo Fakten weggelassen oder verändert werden. Genau da, wo der Artikel so lange umgearbeitet wurde, bis er den erwünschten Eindruck vermittelte.

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    1. @3Palestine

      Die bento-Redaktion und deren Autoren sind alle ziemlich jung und nicht besonders erfahren. Die meisten Artikel sind subjektiv und eindimensional gefärbt. So wie ich bento mittlerweile verstehe, stehen sie für Minderheiten ein und schreiben für eine bessere Welt und mehr Toleranz und Verständnis. Das geht mitunter auch nach hinten los.
      Und ja, da ist viel Naivität im Spiel.

      Dass (vermeintliche) Opfer auch Täter sein können, wird ausgeblendet oder eben entschuldigt. Dahinter steckt keine böser Wille, ganz im Gegenteil.

      Der Staat Israel erscheint im Verhältnis zu Palästina um so vieles mächtiger und stärker. Daher wird auch eher Isreal in linksgerichteten Medien kritisiert – man kritisiert nicht den Schwachen, den Ungebildeten, den, der schon am Boden liegt. So jedenfalls meine – unqualifiizierte – Einschätzung.

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  10. Liebe Chaya,

    ich bewundere Deinen Optimismus, den braucht man wohl
    auch, um sich in einer judenfeindlichen Welt zu behaupten.

    Ich bin immer wieder überrascht, was diese linken Schreiberlinge
    für ein seltsames Weltbild haben, dass werde ich wohl niemals
    verstehen.

    Lass Dich bitte nicht täuschen von Deinen neuen „Freunden“,
    liebe Chaya, die sind so schnell wieder weg, wie sie gekommen
    sind. (vielleicht nicht alle, aber einige)

    Mach einfach so weiter wie bisher, liebe Chaya, dann machst
    Du alles richtig! 😉

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  11. Als Vorstandsmitglied und Pressesprecher des Freundeskreis Israel in Regensburg und Oberbayern e.V. und weil das Thema Antisemitismus ein zentrales Thema in unserem Verein darstellt, muss ich hier einige Dinge ein für alle Mal klarstellen:
    1. Die korrekte Definition des Begriffs „Antisemitismus“ lautet: „Judenfeindlichkeit in all ihren Facetten“
    Siehe hier: http://www.israelfreunde.eu/sblog/111/
    Für weitere Informationen zum Thema Antisemitismus siehe hier: https://carmenmatussek.wordpress.com/publikationen/
    2. Der Begriff „Israelkritik“ ist ein moderner Tarnbegriff für Antisemitismus. Vor Ende des 2. Weltkriegs waren die Antisemiten wenigstens noch so ehrlich, sich selbst auch so zu bezeichnen, da der Begriff zu der Zeit noch als saloonfähig galt. Seit Ende des 2. Weltkriegs versuchen sie ihre Gesinnung mit Begriffen wie „Israelkritik“ zu tarnen. Aber die Gesinnung ist die gleiche geblieben, folglich handelt es sich faktisch um Antisemitismus.
    Wer zu dem Thema weitere Informationen will, kann hier einiges finden: http://freundeskreisisrael.blogspot.de/

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    1. @Robert Rickler

      Israelkritik = getarnter Antisemitismus = Judenfeindlichkeit

      So einfach also? Alle Äpfel sind Obst also besteht alles Obst aus Äpfeln? Wow, das ist ja mal ein echtes Totschlagargument. So kann man natürlich jede Diskussion im Keim ersticken, wer will schon als Judenfeind dastehen.

      Und wenn jetzt Juden in Deutschland Bedenken gegen den massiven Zustrom von Flüchtlingen aus arabischen Ländern äußern, sind sie dann natürlich Ausländerfeinde und demzufolge Rassisten, oder was?

      Man kann sich die Welt schon schön einfach reden, wenn man nur will.

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      1. Streitet ruhig weiter , es stoert mich nicht 🙂 Aber eines muss ich doch anmerken: Man kann auch ohne bewusste „Feindschaft“ oder „Hass“ negative und unerwuenschte Ressentiments besitzen, die ungerechtfertig aufkommen und gegen die man vorgehen muss. Ohne es besonders zu katalogisieren.

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      2. Mein Blog, so als Anmerkung, ist nicht dafuer da, um gegen Judenhass vorzugehen. Wer hasst, das ist seine Sache. Ich muss niemndem beweisen, warum man mich hassen oder nicht hassen muss, das ist die freie Wahl eines jeden Einzelnen. Rechtfertigen muss sich der Hasser.
        Aber mein Ziel ist es, durch Einblick und Aufklaerung Ressentiments abzubauen oder zumindest – neue Perspektiven zu oeffnen. Das hat auch viel mit der eigenen moralischem Integritaet eines jeden Einzelnen zu tun, ob sich er/die dafuer oeffnet oder nicht. Im Falle des bento wohl eher nicht.

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  12. Doch, das ist Judenhass. Wenn Siedler, die in Frieden leben wollen, derart infam zu Friedensgegnern abgestempelt werden, ein ähnlicher Umgang mit „Palästinensern“ natürlich nicht passiert (nicht, dass ich dafür wäre!), dann geht es um Juden.

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    1. @Hermanninator und @Paul

      So ein Käse! Das ist weder inhaltlich richtig, noch logisch in der Schlussfolgerung.

      Zeigen Sie mir mal bitte die Stelle, an der behauptet wird, dass Siedler FriedensGEGNER wären. Die Autorin von bento behauptet, Chaya würde mit Ihrer Haltung den FriedensPROZESS VERHINDERN. Offenbar hält die Autorin die Besiedlung für eine Konfliktverschärfung. Und nun?

      Aus dieser falschen Begriffsverkürzung Judenhass zu konstruieren, ist einfach absurd. So in diesem Sinn: wer unsere Politik nicht gut findet, ist gegen uns – ergo hasst er uns? Lesen Sie einfach mal die beiden verlinkten Artikel zum Thema Juden und dann zeigen Sie mir mal den angeblichen Hass, den bento da versprüht:

      http://www.bento.de/politik/freiwillig-in-der-armee-deutsche-erzaehlen-warum-sie-in-israel-dienen-147981/
      http://www.bento.de/politik/juedin-aus-berlin-nimmt-muslimischen-fluechtling-syrien-in-ihrer-wohnung-auf-219066/?utm_source=website&utm_medium=outbrain&utm_campaign=artikelempfehlung&ref=outbrain

      Und zum Thema Palästinenser/Juden verweise ich auf folgenden Artikel bei bento (da bento ein noch recht junges Magazin ist, gibt es noch nicht so viele): http://www.bento.de/politik/der-terror-junger-palaestinenser-erschuettert-israel-52319/

      Ehrlich, dass ich mal das Hippster-Blatt bento so verteidigen muss, hätte ich mir auch nicht erträumt. Aber wer solche Hass-Argumente streut, verteilt selbst Hass. Dagegen wehre ich mich.

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      1. FriedensGegner: Doch genau ist die Implikation. Denn sie bleibt einfach da wohnen ohne sich daran zu stören, daß das den „Friedensprozess behindere. Quote: „Und natürlich könnte Chaya woanders wohnen, eben nicht genau in dieser israelischen Siedlung, militärisch besetzt von Israel. Eben nicht genau da, wo sie provoziert und Frieden verhindert.“

        Der „Palestinenser“-Bericht bestätigt mich: da ist die Wortwahl eher sachlich, aber auch hier finden sich Perlen der Propaganda:
        Quote: „Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich derweil „beunruhigt“ vom „offenbar exzessiven Gewalteinsatz“ israelischer Soldaten.“ Das ist der Mann, der meinte, es sei menscjhlich verständlich wie die Terroristen agieren.
        Oder, daß die Regierung Israels zu „repressiven“ Mitteln greift. Ich wüsste gern, was sie denn täten, wenn eine Gruppe von Menschen sie und ihr Volk vernichten wollten.
        Ansonsten verweise ich einfach mal auf den Text von Chaya, der im Detail die Voreingenommenheit dokumentiert. Wer in dieser Art redaktionell arbeitet – ja, der ist gegen Juden.

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      2. Friedensverhinderer sind also keine Friedensgegner? Ich finde „Verhinderer“ sogar schlimmer, denn es ist eine aktive Tat, nicht nur eine Haltung. Wozu aber die Wortklauberei? Die von Ihnen ausgewählten Artikel (es gibt ja wirklich noch nicht viele bei bento) zeigen aber den Blickwinkel des Spiegels recht deutlich: Armee und Palästinenserkonflikt, that’s it! Die Geschichte mit der Jüdin in Berlin ist eine Momentaufnahme, eine nette „Refugees welcome“-Posse, die in Deutschland derzeit einen ganz anderen Kontext hat, nichts weiter! Sie soll sagen, wenn sogar Juden(!!) Flüchtlinge aufnehmen, kann das alles gar nicht so schlimm sein. Ist es ja in diesem Fall vielleicht auch nicht, wer wollte bestreiten, dass sowas möglich ist?

        Der verlinkte Artikel am Ende stammt ursprünglich von SPON und greift, was die kausalen Zusammenhänge angeht, viel zu kurz. Wenn er auch nicht wirklich schlecht ist. Das ist leider Tenor in vielen westlichen Medien. Wie kommt es, dass so viele der Attentäter so gut ausgebildet sind? Weil sie kostenlos an israelischen Unis studieren können (steht nicht im Artikel). Was bedeutet es, wenn die Autorin schreibt, dass diese Jugendlichen sich ihrer Rechte und der internationalen Unterstützung für ihre Sache bewusst sind? Es bedeutet, dass sie von klein auf dazu erzogen werden, dass ihnen das Land gehört und die Juden verschwinden müssen (steht nicht im Artikel). Egal welche NGO die Palästinenser danach fragen, alle reden so. Was liegt also näher, als dieses „Recht“ mit Gewalt durchzusetzen? Warum ist Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon „beunruhigt“ vom „offenbar exzessiven Gewalteinsatz“ israelischer Soldaten, wenn diese in Notwehr Attentäter erschießt, die offene Unterstützung und Segnung dieser Gewalt durch die PA besorgt ihn hingegen nicht? Warum steht davon nichts im Artikel? Warum liegt die Wirtschaft in den Autonomiegebieten komplett am Boden und finanziert sich die PA fast ausschließlich aus Hilfsgeldern und Spenden aus Europa, den USA, der UNO und den Golfstaaten? Die PA braucht diese arbeitslose Protestmasse, sie braucht deren Abhängigkeit von Transferleistungen! Es kann sich schlicht kein Palästinenser leisten, anderer Meinung als seine Regierung zu sein. Ist es denn wirklich klug von der PA, palästinensische Unternehmer daran zu hindern, mit Israel Geschäfte zu machen, wo doch in einem noch zu gründenden Staat Palästina Israel immer noch der wichtigste und größte Nachbar wäre? Ist es wirklich unmöglich zu begreifen, dass Araber und Juden in Israel und Palästina wie in einer Wohngemeinschaft leben und ist es nicht doch ein wenig verständlich, dass wenn der eine Bewohner immer das Waschbecken zerdeppert und der andere immer die Badsanierung zahlen muss, zunächst mal das zerdeppern enden muss, bevor man sich darauf einigen kann, wer welches Zimmer bekommt?

        Nee @mintjes, Käse ist das nicht.

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    2. @ Hermanninator

      Sie verkürzen nach wie vor fahrlässig: jemand, der den Frieden verhindert, KANN auch ein Friedensgegner sein, er ist es aber NICHT zwangsläufig. Das hängt nämlich einzig und allein von der Einstellung der jeweiligen Person ab.

      Eine Person, die keinen Frieden möchte, ist ein Friedensgegner und eventuell ein Friedensverhinderer (kommt auf die jeweilige Aktivität / Passivität) an.

      Eine Person, die Frieden verhindert, kann sich A) dessen nicht bewusst sein, B) vom Gegenteil überzeigt sein oder C) ein aktiver Friedensgegner sein.

      Zu dem Palästinenser-Artikel: klar, ich konnte mir denken, dass Sie diese Stellen herauspicken werden.Die Frage ist, hat Ban Ki Moon das gesagt oder nicht? Und wenn ja, warum sollte man das weglassen?
      Gut, in diesem Fall fand ich den Satz eigentlich auch überflüssig. Er hat nichts Wesentliches beigetragen. Vielleicht wollte man einfach eine kritische und wichtige Stimme zu Wort kommen lassen, weil es sich so gehört.

      Aber könnte es nicht sein, dass Sie immer dann Judenhass entdecken, wenn etwas nicht ganz genau mit Ihrer Meinung übereinstimmt? Wenn Sie hypersensibilisiert sind, kann das durchaus sein.

      Und was sagen Sie eigentlich zu den anderen Artikeln?. Sind doch recht positiv und freundlich, oder?

      @Chaya

      Frei von Ressentiments ist wohl leider kaum einer, diese bei sich selbst zu spüren ist auch eine Kunst.

      Aufgrund der Diskussion hier, sehe ich den bento-Artikel jetzt kritischer. Ich fand ihn zwar schon zuvor schwach ausgearbeitet, aber ok, dann ist es halt kein ganz so gelungener Artikel – nur dass er geradezu Hass hervorruft hat mich sehr erschreckt und auch ziemlich traurig gemacht. bento hat hier irgendwie fahrlässig gehandelt (wobei die, die gleich Hass verorten, auch mal ihre Herzen überprüfen sollten).

      Allerdings – um jetzt mal das Positive hervorzuheben – letzten Endes richtet sich der Artikel nicht an Juden/Israelis sondern vorrangig an interessierte Leser, die mit der Materie nicht vertraut sind. Durch die tollen Fotos wird eine Grundsympathie hergestellt, der Text selbst ruft Skepsis hervor und Neugierde, mehr zu erfahren. Der Text ist auf dein Blog verlinkt. Voila. Und dann kann ja jeder selbst entscheiden.

      Und Entschuldigung für die Querbenutzung deines Blogs!

      LG Stefanie

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      1. @ Roger Letsch

        Der „Käse“ bezog sich auf die Judenhass-Konstruktion. Ich wehre mich nach wie vor entschieden dagegen, aus einer kritischen Haltung gegenüber bestimmten politischen Entscheidungen/Haltungen einen dahinter verborgenen Judenhass zu behaupten. Wenn man das weiterspinnt, hasst jeder jeden.

        Zu meiner Wortklauberei: wenn durch unzulässige Verkürzungen Hass auf Juden konsturiert wird, dann gehe ich dagegen vor. Wobei selbst, wenn man jemand unterstellte, aktiv gegen den Friedensprozess zu wirken, das nicht zwangsläufig eine hasserfüllte Gesinnung beinhaltet. Es geht um Politik, nicht um Feindseligkeit.

        Ich habe weiter oben in einem anderen Post dargestellt, warum „Frieden verhindern“ nicht gleichzusetzen ist mit „gegen Frieden sein“. Was den Begriff „Friedensverhinderer“ betrifft, so taucht er in dem Artikel NICHT auf.
        Frieden verhindern und Friedensverhinderer ist ebenfalls nicht gleichzusetzen. Durch die Substantivierung wird ein aktiver Prozess unterstellt. Ich kann auch den Verkehr behindern, weil ich einer Omi über die Straße helfe. Bin ich jetzt gegen Verkehr?

        Ich verteidige übrigens nicht den bento-Artikel, den ich ebenfalls schlecht finde, da nicht wirklich informativ. Wobei die Fotos richtig gut sind und als Teil der Information auch nicht unwesentlich. Wenn man jemanden „hasst“, zeigt man bestimmt nicht solche schönen Fotos.

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      2. Der Artikel ist tendentioes negativ ausgerichtet, um mich zu diffamieren; da kann es noch so schoene Fotos geben.
        Was die Wortklauberei angeht, so halte ich mit Verlaub die wenigstens der bento-Leser fuer so weit analytisch gebildet, dass sie „Frieden verhindern“ von „Friedensverhinderer“ unterscheiden werden oder wollen werden. Ausserdem ist die Konnotation und die Absicht genau deckungsgleich, liebe Stefanie. Es gibt eben einen Unterschied zwischen „Frieden“ (was auch immer das sein soll“ und Verkehr.
        Mit den Worten wie „verhindert, behindert, provoziert, Teil des Problems“ ist alles gesagt. Da muss man nicht mit Interpretationsphilosophien daherkommen, es reicht, schwarz auf weiss zu lesen und das eigene Gefuehl danach zu ueberpruefen. Und das des Anderen.

        Aber wie schon gesagt, der Artikel hat mir viel Gutes verschafft und ich schreibe voller Energie weiter! Hoffentlich werden in Zukunft qualitativere Artikel folgen (und dabei bin ich ganz und gar nicht gegen kritische Ansichten!)!
        Gruss
        Chaya

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      3. @ Chaya

        Ja, was die Trennschärfe der Begriffe und deren Reflektion betrifft, hast du sicherlich Recht, das habe ich auch an den heftigen Reaktionen hier gemerkt. Man sollte trotzdem aufpassen, mit seinen (Kurz)Schlussfolgerungen nicht übers Ziel hinaus zu schießen.

        Ich weiß nicht, ob das gewolltes Diffamieren sein soll. Manches fand ich sogar recht liebevoll beschrieben, aber der oberlehrerhafte Ton und diese seltsamen Einlassungen nerven am Schluss dann doch. Dadurch kann man das dann auch nicht mehr ernst nehmen. Die Autorin wähnt sich halt im Besitz der Wahrheit und lässt das deutlich raushängen, in ein paar Jahren schämt sie sich dafür.

        Aber ich will dir nicht weiter die Laune verderben – meine ist mittlerweile im Keller 😉 Jetzt soll es auch gut sein!

        Schalom und LG, Stefanie

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  13. Liebe Chaya,
    Gratulation. Ich bin ganz Deiner Meinung. Du hast einen Mediencoup gelandet. Gleichzeitig hast Du bento als schwachbrüstig, handwerklich schlecht gemacht, unseriös und voller Judenhass entlarvt.
    Deine Ausbildung in der IDF hat sich bezahlt gemacht. In welcher Abteilung hast Du gedient? Kann mich gerade nicht erinnern. 🙂

    Mach weiter so und lass Dich nicht entmutigen, auch wenn Du wie Donna Quinchotta (oder wie seine Frau heißt) gegen Windmühlen kämpfst.
    Bin immer gerne hier bei Dir.

    Herzlich, Paul

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      1. Weswegen Sie, beste Chaya, auch gut wissen, dass Bligh a) nicht anders konnte, als sie schrieb, und b) der Artikel dennoch als helfender Multiplikator wirkt, wie zu sehen ist. Also, einen grossen Dank von mir an Jennifer Bligh!

        Und etwas mehr Gelassenheit für die Aufgeregten hier und dort allein wegen der guten Bilderserie dieses Jonas Opperskalski, die mehr Inhalt transportiert, als jeder Text es vermoegen kann. Einige fanden das bereits heraus und haben damit grosse Kenntnis bewiesen. 😉

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    1. Entschuldige, aber die Unterstellung, bento sei judenfeindlich, ist einfach infam! Ich habe nichts mit dieser Redaktion und ihren Mitarbeitern zu tun, und man kann bento richtig sch… finden, aber das geht einfach zu weit! Eine Kritik an einer wie auch immer gearteten Politik Israels oder gegenüber z. B. „Siedlern“ ist kein Indiz für Feindlichkeit gegenüber „den Juden“. Einfach ekelhaft, wie sie das so dahersagen!

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      1. Liebe Chaya, in meiner Aufregung habe ich vergessen, einen Kommentar von mir an Paul zu adressieren, der bento Judenhass unterstellt. Da ich auch nicht das Wort „Hass“ wiederverwendet habe, fällt die Zuordnung schwer und man könnte meinen, mein Kommentar bezöge sich auf deinen Artikel. Es ist schon spät und ich bin einfach nur traurig über solche Behauptungen.
        LG Stefanie

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  14. Hab den Beitrag bei BENTO auch gefunden. Im Großen und Ganzen das, was man erwarten konnte. Bemerkenswert ist dieses Zitat gleich am Anfang: “Chaya Tal, 24, behindert mit ihrem Wohnort den Friedensprozess.” Das ist typisch für viele Politiker und die Mainstream-Medien. Die jüdischen Siedlungen werden als das Epizentrum aller Konflikte in der Welt bezeichnet. Viele glauben allen Ernstes, dass, wenn die jüdischen Siedlungen nicht existieren würden, es keine sonstigen Konflikte auf der Welt gegeben hätte.
    Alles wäre Friede, Freude, Eierkuchen und alle wären glücklich, glücklich, glücklich.
    Absoluter Unsinn, aber viele Menschen glauben daran, denn es wird ihnen seit vielen Jahren systematisch eingetrichtert und sie haben kaum alternative Informationsquellen.
    Eine gute Alternative stellen die Artikel von Caroline Glick dar. Zu finden hier: http://www.jpost.com/Author/Caroline-B-Glick
    Einige deutsche Übersetzungen findet man hier: http://robertrickler.blogspot.de/
    Einige Videos von CG sind hier zu finden: http://carolineglick.com/category/caroline-videos/

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  15. Hallo Chaya,

    ich habe über bento hierher gefunden (lebe in Deutschland). Ich fand den Artikel ebenfalls grottenschlecht, aber nicht, weil ich jetzt die Siedlungspolitik für gut erachte, sondern einfach, weil er unglaublich wenig Information bot – ich habe hoch und runter gescrollt und nach Links geschaut, weil da ja noch mehr sein müsse…

    Ich hatte auf ein ausführliches Interview gehofft, da immerhin mit „STORY“ überschrieben. Schade, dass man es nicht hier in deinem Blog in Gänze lesen kann. Ich bin nun einigermaßen sauer auf bento, nachdem ich erfahren musste, wieviel gestrichen worden ist.

    Ich vermute ja, dass bento seinen Lesern nur die Verarbeitung kleinster Info-Häppchen zumuten möchte, da die Aufmerksamkeitsspanne der jungen Leserschaft auf ein Minimum reduziert ist. Oder sie haben google-Analytics ausgewertet und die Verweildauer pro Seite bei bento liegt bei einer Minute und der Text wurde dementsprechend gekürzt. Ich werde mal bei bento nachfragen.

    Ein Hinweis zur Rubrik „Gerechtigkeit“: bento ist ja eher ein verspieltes Magazin, wie du selbst festgestellt hast, und sämtliche politische Themen werden unter diesem Rubriktitel veröffentlicht. Soll also keine Wertung darstellen.

    Süße Katze! Viel Glück, Stefanie

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    1. Danke Stefanie. Ein ausfuehrliches Interview gibt es hier zu lesen: https://diesiedlerin.net/2016/01/27/deine-korrespondentin-interviewt-die-siedlerin/ Das wurde auch vor Kurzem gemacht und es ist wesentlich zufriedenstellender ausgefallen – viel mehr Einblicke, viel mehr „Story“.
      Die Rubrikeneinteilung muss sehr „verspielt“ vorgenommen worden sein….Da faellt mir eher das Wort „Seltsam“ ein.
      Du bist herzlich eingeladen, bei mir im Blog zu stoebern. 🙂

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    1. Das ist ganz einfach! Sie darf den Text nicht posten. Sollte ein Honorar für das Interview geflossen sein, wovon ich ausgehe, dann hat Chaya den Text, so wie er ihr in der Endfassung vorgelegt wurde gegen Honorar abgesegnet. Hätte Sie etwas dagegen gehabt, wäre kein Honorar geflossen und der Artikel wäre nicht veröffentlicht worden.

      Wer sich im Presserecht ein bisschen auskennt, weiß, dass eine Freigabe eines Textes in einem Leitmedium die Zustimmung des interviewten bedarf. Sollten enstprechende Verträge zwischen Zeitungsredaktion und Interviewtem nicht geschlossen worden sein, dann steht Aussage gegen Aussage. Gegen veröffentlichte Aussagen, die man nicht getätigt hat, kann man klagen. Deswegen lässt man bei einem Interview auch entsprechend ein Diktiergerät mitlaufen und sichert sich juristisch ab.

      Jetzt habe ich bestimmt über das Ziel hinausgeschossen, bei einem derart medial unbedeutenden Ereignis und ich liege wahrscheinlich total falsch 😉

      S. B.-H.

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      1. Medial unbedeutend? Kommt drauf an, fuer wen 🙂
        Ich habe nicht ganz verstanden, wer den Text nicht posten darf und wer ein Honorar bekommen hat. Ich sicher nicht.

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      2. Die Medien, in diesem Fall Bento, halten sich nicht an die Regeln, warum sollte Chaya es tun? Sollen sie doch mal probieren, ob ihr juristischer Arm bis nach Judäa reicht.

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    1. Moin Chaya,
      „Spiegel“/ „SPON“ undf Israel, was war schon zu erwarten. Aber: Auch eine negative Publicity ist Werbung, Sie und ihr Blog werden noch bekannter.
      Ihre Haltung imponiert mir. Ich neige leider dazu, sehr impulsiv zu reagieren.

      WEITER SO!!!

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