Mein Karavan wird populär

Mein kleiner Karavan in den judäischen Bergen zieht immer mehr Besucher an. So hat mich neulich eine Gruppe aus Deutschland durch das „Keshet“-Reisebüro und die Reisefirma „Israelreise.de“ in Alon Shevut besucht und eine Führung sowie einen Blick in den

Reisegruppe "Keshet Journeys", 29.01.16
Reisegruppe „Keshet Journeys“, 29.01.16

Karavan bekommen (29.01); weitere Reisegruppen erwarte ich in den nächsten Wochen. Ich finde es immer wieder schön, wenn deutsche Besucher, vor allem auch solche, welche tatsächliches Interesse an Israel und an unserem Leben in den Siedlungen zeigen, kommen und die Führung mitmachen. Erstens, weil ich es mag, meine Erfahrungen und mein Wissen mit anderen zu teilen, und zweitens, weil ich noch immer ein Freund des deutschen Humors bin und auch ganz gerne „Landsleute“ treffe – beispielsweise Gruppenteilnehmer aus Köln und dem Rheinland 🙂

(c) Jennifer Bligh
(c) Jennifer Bligh

Ein weiterer spannender Besuch ereignete sich heute – die Journalistin Jennifer Bligh, zusammen mit dem Fotografen Jonas Opperskalski, kamen in unsere Siedlung, um mit mir ein Interview für das Magazin bento durchzuführen. bento scheint ein neues Jugendmagazin von SPIEGEL ONLINE zu sein, und so, wie ich es auf seiner Webseite mitbekommen habe, konzentriert es sich mehrheitlich auf persönliche Features – Lebensgeschichten, Interviews, Lebenswahrnehmungen. (Spannend fand ich auch die „Über uns“-Seite – die meisten der dort schreibenden Autoren und Autorinnen haben blaue, leuchtende Augen.)

Jennifer und Jonas haben mich mehrere Stunden lang begleitet. Jonas zeichnete sich durch seine Vorliebe für gutes Licht und seine professionellen Fotos aus (er ist auch einer der zentralen SPIEGEL-Fotografen, wurde ich aufgeklärt) und ließ sich unglaublich für den lokalen Sonnenuntergang begeistern. Jennifer erklärte mir, sie sei schon einige Male in Siedlungen unterwegs gewesen; mit ihr zusammen haben wir längere Zeit verschiedene Themen besprochen, die vor allem in meinem vorherigen Interview bei Deine-Korrespondentin.de aufgekommen waren (wie gut, dass es dieses Interview damals gegeben hat!). Fragegrad – von trivial bis tricky und teilweise auch gemütaufreibend – was eigentlich auch zu erwarten war.

Die Leitlinie von bento oder von Jennifer, was Israel angeht, kenne ich zwar persönlich nicht, aber dafür sollte das Resultat dieses Gesprächs umso spannender werden. Mal schauen also, wie sehr sich SPON und bento ähneln bzw,unterscheiden (von den Talkbackisten erwarte ich alleridings schon im Voraus nicht viel Gutes).

Die ersten Fotos von der Fotosession, der ich mich im Rahmen der Reportage unterzogen habe, stelle ich schon online, die offiziellen werden dann mit der Veröffentlichung folgen. Danke an Jennifer!


 

Eine eher weniger erfreuliche Nachricht gibt es leider auch – eins der Reisebüros, mit welchen ich zusammenarbeite, hat den Besuch der Gruppe bei mir abgesagt. Wie schon das ganze letzte halbe Jahr über, sind „Sicherheitsbedenken“ angeführt worden. Solche Dinge – zuvor hatte ich dieselben Fälle mit Reisegruppen seitens der Bundeszentrale für politische Bildung – ärgern mich immer ungemein, und dabei tut es mir vor allem für die Reiseteilnehmer selbst leid.

Der Ärger kommt auf, wenn ich von den Reiseveranstaltern neben der Absage für den Besuch bei mir höre, dass für diese Gruppen trotz „Sicherheitsbedenken“ ein Besuch in arabisch-palästinensischen Orten eingeplant ist wie Ramallah oder gar Bet Lehem oder Bet Jalla, welche nur wenige Kilometer von mir entfernt auf der selben Autobahn liegen. Trotz der Tatsache, dass auch in der unmittelbaren Umgebung arabischer Ortschaften Touristenbusse und „Nichtjuden“ von Steinewerfern angegriffen worden sind – darunter lassen sich selbst palästinensische Politiker und christliche Geistliche finden – sind es immer wieder unsere Orte, zu denen der Zugang von offiziellen Stellen verweigert wird, so, als würde den Reisenden  gerade in der Siedlung eine Gefahr auflauern. Kein Vortrag in einem Konferenzsaal, mag er noch so lebendig gestaltet sein, kann einen tatsächlichen Besuch ersetzen und ein Gefühl für die Situation vor Ort vermitteln.

Trotzdem muss ich sagen, dass ich für auch nur die geringste Möglichkeit, mein Thema weiterzuvermitteln, dankbar bin.

Soweit also die Neuigkeiten.

 

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10 Kommentare zu “Mein Karavan wird populär”

  1. Tja, liebe Chaya Tal,

    bei mir hat der BENTO Artikel jedenfalls nur bewirkt, dass ich Sie noch sympathischer finde und noch besser verstehe. Und die Fotos haben ein Übriges dazu getan. Wenn dieser Bericht als Anklage oder Kritik gedacht war…..für mich war er eine Werbung für Sie. So ein Pech für die Verfasserin.
    Alles Gute und
    Schalom

    Benno

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  2. Hallo Chaya –
    ich fass es nicht – das ist ja der letzte Schwachsinn, den bento vom SPIEGEL da über dich verfasst hat.
    Gleich zu Beginn wird im unsinnigen Text von bento über dich behauptet: „Mit der Wahl ihres Wohnorts behindert sie den Nahost-Friedensprozess.“

    So viel Idiotie auf einmal ist nicht mehr zu verdauen.
    Und klar, die seit Monaten andauernden brutalen paläst. Morde an Juden in Israel behindern für bento selbstverständlich NICHT den „Friedensprozess“.
    Nach deiner Ankündigung hier in deinem Blog, dass bento über dich berichten wird, habe ich tatsächlich selbst ernsthaft geglaubt, die Journalistin Jennifer Bligh würde ausgewogen über dich informieren …

    Chaya, noch etwas anderes – es gibt m. E. jedoch sehr wohl ein palästinensisches Volk, auch wenn ihre nationale Identität erst seit rund 40 Jahren existiert. Jedes Volk hat das Recht, seine eigene nationale Identität zu bestimmen – und das haben ja auch wir Juden gemacht.

    Ich halte es aber für völlig falsch, dass die Palästinenser jetzt im Nachhinein behaupten, ihre nationale Identität sei Jahrtausende alt, und es habe schon immer ein paläst. Volk gegeben. Das ist schlichtweg eine dumme Propagandalüge.

    Und die Palästinenser gehen auch nicht mit Terror gegen die Juden vor, weil sie gegen die „Besetzung“ protestieren und einen eigenen Staat wollen. Es gibt deshalb noch keinen Staat Palästina, weil die Palästinenser seit fast 100 Jahren (seit 1929!) Terror gegen die Juden ausüben – aus Gründen des Judenhasses. Leider besteht (wie auch Caroline Glick gerade schrieb) die nationale Identität der Palästinenser ausschließlich darin, den jüdischen Staat vernichten zu wollen und Juden zu ermorden.

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    1. Ich stimme dir sehr zu, in allem dieses Mal; und was du wegen Bento meinst, so bist du herzlich aufgerufen, die Joournalistin und bento selbst anzuschreiben und ihnen das mitzuteilen, was du mir hier geschrieben hast. Bento ist da für seine Leser, also sollten diese auch sagen, wenn ihnen etwas nicht passt 😉

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      1. Hallo Chaya –
        ich würde ja gern meinen Kommentar auch beim bento veröffentlichen, finde dort aber keine Kommentarfunktion …

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  3. Bin doch mal wieder auf deiner Seite gelandet Chaya 😉 und schätze deine Artikel.
    Diesen Passus musst du mir erklären:
    „weil ich noch immer ein Freund des deutschen Humors bin und auch ganz gerne “Landsleute” treffe – beispielsweise Gruppenteilnehmer aus Köln und dem Rheinland“

    Für mich manifestiert sich darin nichts anderes als die Tatsache, dass Israel nichts weiter ist als eine europäische Kolonie, mit ein paar wenigen Ausnahmen. Ich habe nichts gegen Kolonien! Also bitte nicht falsch verstehen, wir sind alle Kinder Abrahmas…. wenn’s denn so einfach wäre!

    Shalom

    P.S.: Gestern lief ein sehr bewegender Film auf Arte: „Hanna K.“ aus dem Jahre 1983. Vielleicht kennst du ihn ja. Sehr sehenswert; kannst ja mal anschauen!!

    http://www.arte.tv/guide/de/064517-000-A/hanna-k

    LG Steph

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  4. Du solltest folgendes bedenken: Popularität ist oft mit Polarisierung verbunden. Die beiden Pole für und gegen Dich sind etwa gleich groß, das bedeutet, wenn Du viele Feinde hast, dann hast Du automatisch auch viele Freunde. Und denk an das Sprichwort „Viel Feind, viel Ehr“. Wenn der Gegenwind so richtig massiv wird, dann geht der Spaß doch erst richtig los. Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Weil ich die Kolumnen von Caroline Glick übersetze, habe ich massiven Gegenwind. Aber das zeigt mir, dass ich das Richtige tue, denn die Inhalte dieser Übersetzungen haben es in sich. (Siehe z.B. „Verrückt wie ein Fuchs“ oder „Drei jüdische Kinder“ usw.) Wenn man von allen Seiten nur Zuspruch erhält, dann sollte man misstrauisch werden, denn das kann sich sehr schnell ins Gegenteil verwandeln. Hab keine Angst vor Gegenwind, sondern freu Dich drauf!

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  5. 1) Die BpB folgt der bundesrepublikanischen Außenpolitik der BRD, d.h., Siedlungen sind illegal und ein Friedenshindernis.
    2) Aufgepasst bei allem, was vom Spiegel kommt. Spiegel ist ein dezidiert anti-israelisches Magazin und besonders Spiegel-Online nutzt auch antisemitische Bilder.

    OT.: Ihre Seite ist sehr informativ. Ich wünschte, dass die, die sich über „illegale Siedlungen“ das Maul zerreissen, diese Webseite lesen würden.
    Weiter so!!!!!!
    Habe gerade neues Infomaterial, u. auch zu „Siedlungen“ für unseren israelstand fertig.

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