Für die Freizeit – gegen Terror

Vorgeschichte: Vor einigen Tagen, am 09.Februar, ereignete sich ein

Der Patriarchenweg. Illustration
Der Patriarchenweg. Illustration

Attentat auf einen Mann aus dem Kibbutz Rosh Tzurim, an einem Nachmittag, als dieser auf dem beliebten Wanderweg „Der Patriarchenweg“ hinter der Siedlung Neve Daniel joggte. Der Täter stieg aus dem Tal auf den Berg herauf, rannte hinter dem Jogger her

20141229_160518 und griff ihn mit einem Messer an. Der Jogger konnte sich wehren, der Täter flüchtete,  nicht aber, ohne sein Opfer zuvor zu verletzen. Der Verletzte erreichte die Einfahrt von Neve Daniel und meldete die Tat den Sicherheitskräften. Medizinische Versorgung bekam er anschließend im Krankenhaus und müsste nun in besserer Verfassung sein.

◊◊◊

Die Antwort der lokalen jüdischen Einwohner liess nicht lange auf sich warten. Der Patriarchenweg, übersät mit antiken römischen und jüdischen Archäologiefunden, mit einer atemberaubenden Aussicht auf Berge, Tal und Dörfer, ist seit jeher ein beliebtes Ausflugsziel gewesen, und das, so beschloss man, würde sich niemand von Terroristen nehmen lassen.

Dabei übernahm die lokale Wanderschule vom Kibbutz Kfar Etzion, welche nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967 gegründet wurde, um die Rückkehrer und die neuen Einwanderer nach Gush Etzion zu unterstützen und zu bilden, die Initiative. Die Schule, welche im Gush Etzion als Tourismuszentrum und Bildungsstätte für die Natur und Geschichte

Yaron Rozental, Direktor der Wanderschule (Quelle: NRG)
Yaron Rozental, Direktor der Wanderschule (Quelle: NRG)

der Region fungiert, beschloss, für diesen Freitag (12.02) alle Ausflüge durch professionelle Guides, die normalerweise einen erheblichen Preis kosten, den Interessierten kostenlos anzubieten. Mehr noch: Die Ausflüge würden sich, von den hauseigenen Reiseführern geleitet, rund um das Thema Patriarchenweg drehen, mit Wanderzielen wie Wasserquellen, archäologische Ausgrabungen und die Geschichte vor der Entstehung des Staates, als gerade in der Region von Gush Etzion der Unabhängigkeitskrieg wütete und schwere Kämpfe zwischen den jüdischen Einwohnern und den arabischen Armeen stattfanden.

Auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte die Kfar-Etzion-Wanderschule diesen überraschenden Aufruf, an den Wanderungen teilzunehmen und bat um reges Weiterleiten und Kommen. Der Direktor der Schule, Yaron Rozental, erklärte in einem Interview im Radio „Moreshet“ (Kol Israel):

„Das Wichtige ist, nicht mit Slogans um sich zu werfen, wenn so etwas geschieht [Terrorattacken, Anm.], sondern  tatsächlich etwas zu tun.“

Es bleibt, den Wanderen der Kfar-Etzion-Schule und Herrn Rozental viel Glück bei den Ausflügen zu wünschen, und dass in Zukunft die Besucher auch zu ruhigen Zeiten nicht wegbleiben werden!

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