Archiv der Kategorie: Israel

NEWS: Jüdisches Elternpaar von Terroristen im Auto hingerichtet

Mit Entsetzen, in tiefster Trauer und Wut berichte ich über diese Tat.

Seht in ihre Gesichter, und seht nicht weg. Na'ama und Eytam Henkin hy"d (Quelle: INN)
Seht in ihre Gesichter, und seht nicht weg. Na’ama und Eytam Henkin hy“d
(Quelle: INN)

Gestern abend (01.10.15) fuhren das Elternpaar Na’ama und Rabbiner Eytam Henkin, in ihren 30ern aus der Siedlung Neria, mit ihren vier Kindern auf der Autobahn 555 in Samaria, zwischen den Ortschaften Elon More

Karte zum Attentatsort
Karte zum Attentatsort

und Itamar, im Umkreis der Stadt Shchem (Nablus). Die Autobahn führt am arabischen Ort Bayt Furik vorbei. In der Nähe von Bayt Furik wurden aus einem vorbeifahrenden Auto auf das Fahrzeug von Familie Henkin mehrere Schüsse abgefeuert. Beide Eltern wurden schwer verletzt. Ihr Auto hielt auf der Straße an. Vorbeifahrende israelische Fahrer erkannten, dass es sich um eine Terrorattacke handelte, und riefen Einsatzkräfte. Als erste medizinische Versorgung ankam, bemühten sie sich, Na’ama und Eytam wiederzubeleben, doch mussten in kurzer Zeit ihren Tod feststellen. Die vier Kinder – Matan Hillel, 9, Nitzan Yitzhak, 7, Netta Eliezer, 4 und Baby Itamar (8 Monate) – waren direkte Zeugen der Ermordung ihrer Eltern, wurden leicht verletzt, aus dem Auto evakuiert und zur Erstversorgung nach Itamar gebracht.

Hier liegt Neria/Talmon B
Hier liegt Neria/Talmon B

Die Armee gelangte am Ort des Geschehens an und eröffnete eine breite Fahndung nach den Tätern. Noch ist unbekannt, aus welchem Ort der Täter stammen könnte. An die vier zusätzlichen Einsatztruppen, die zur Region beordert wurden, bekamen den Befehl, die umliegenden Dörfer einzukesseln und eine verstärkte Durchsuchung und Fahndung einzuleiten.

Quelle: INN
Quelle: INN

Die Nachricht verbreitete sich über soziale Netze, Radio und Schnellnachrichtendienste wie 0404 über das ganze Land. Einwohner in Judäa und Samaria organisierten Spontanzusammenkünfte an öffentlichen Kreuzungen mit Israelflaggen.

Auf dem Jerusalemer Friedhof. Quelle: INN
Auf dem Jerusalemer Friedhof. Quelle: INN

Heute morgen (02.10.15) um 11 Uhr wurde, entsprechend dem jüdischen Gesetz, das Ehepaar Henkin auf dem „Har Hamenuchot“-Friedhof in Jerusalem beigesetzt. Zum Begräbnis waren tausende Anwesende erschienen, darunter viele, welche das Paar nicht persönlich gekannt hatten. Israels Präsident Ruven Rivlin erschien ebenso zur Beerdigung. Er sprach über die Persönlichkeiten von Na’ama und Eytam, die er viel zu späte habe kennenlernen können. Er zitierte einen Brief, den die Ermordete früher im Jahr an ihn nach dem Mord an Dani Gonen geschickt hatte, und dass er ihr geantwortet habe. Zudem stärkte Rivlin, der sich nach dem Brandanschlag im arabischen Dorf Duma und noch vor dem Ermittlungsergebnissen äußerte „Mein Volk wählte den Weg des Terrors“, in seiner Ansprache die Siedlerbewegung und nannte die jüdischen

Präsident Ruven Rivlin
Präsident Ruven Rivlin

Bewohner von Judäa und Samaria „die Ersten an der vordersten Front“ im Kampf gegen den Terrorismus, die den „Preis zahlen, der zu schwer zum Tragen “ sei: „Der Terror folgt uns seit den Tagen von 1929 bis heute. Wir haben nie aufgrund des Terrors gebaut und werden nicht für einen Moment aufhören, wegen des Terrors zu bauen.“

 

Verwandte hielten Ansprachen auf die Ermordeten. Die Großeltern, welche den Zusammenhalt und die offenkundige gegenseitige Liebe des Ehepaares ins besondere Licht stellten, versprachen, die Kinder gemeinsam aufzuziehen. Der älteste Sohn der Familie Henkin, Matan Hillel (9 Jahre), sprach das Kaddisch-Gebet, welches für Verstorbene gesprochen wird. Er war Augenzeuge des Mordes an seinen Eltern.

Während der Beisetzung von Na’ama und Eytam hielten Bewohner von Judäa und Samaria Protestkundgebungen in der gesamten Region, versammelten sich auf Kreuzungen, wehten Israelflaggen und sperrten teilweise Straßen ab.

Rabbiner Eytam lehrte an einem Frauenseminar in Jerusalem, und hatte sein erstes Buch zu jüdischer Denk-und Lebensweise schon mit 20 veröffentlicht. Er war ein vielversprechender Pädagoge und Rabbiner. Na’ama arbeitete als erfolgreiche Grafikerin und schrieb einen Blog bei PointOfView.org.il, einer Blogplattform für Frauen aus Judäa und Samaria in Englisch.

An der Gush Etzion-Kreuzung. Foto: Nadia Matar
An der Gush Etzion-Kreuzung. Foto: Nadia Matar
An der Gush Etzion-Kreuzung. Foto: Nadia Matar
An der Gush Etzion-Kreuzung. Foto: Nadia Matar
An der Gush Etzion-Kreuzung. Foto: Nadia Matar
An der Gush Etzion-Kreuzung. Foto: Nadia Matar
In Kochav Hashachar, Samaria. Foto:INN
In Kochav Hashachar, Samaria. Foto:INN
Bei Bet Haggai. Foto: M.Dana-Picard
Bei Bet Haggai. Foto: M.Dana-Picard

Das Wasserschöpffest

Und wieder ist Feierlaune in Gush Etzion. Momentan haben die Sukkot-(Laubhüttenfest)Ferien begonnen, Familien mit Kindern und Jugendliche wandern im ganzen Land umher, vergnügen sich, erleben Land und Leute, tanzen, singen und vieles mehr.

Das Wasserschöpffest mit vielen Attraktionen für Kinder, Musik, Tanz und Essen wird im Gedenken an dasselbe Fest zur Zeit des Tempels gefeiert, während der Sukkotfeiertage, weil an diesen laut der jüdischen Religion die Menge des Wassers gerichtet wird, die über die Welt und über das Ladn Israel niedergehen wird. Es war in den alten Zeiten ein Fest voller unglaublicher Freude, wo alle Bewohner Jerusalems und auch landesweit sich versammelten, um gemeinsam Kunststücke und Musiker zu sehen und den Tempel zu bestaunen. Mehr dazu kann man hier lesen.

Yehoshu'a und ich am Verkaufsstand
Yehoshu’a und ich am Verkaufsstand

Heute wird das Fest in den jüdischen Gemeinden auch ohne Tempel begangen, in seinen Ausmaßen sicherlich nicht mit den Tagen von damals zu vergleichen – und dennoch ist es ein Grund zum Feiern und Tanzen für Juden. Dazu muss man gar nicht gläubig sein, bei der Musik schwingen alle Beine mit.

Hier einige exklusive Einblicke von Musik und Tanz vom traditionellen „Wasserschöpffest“ im Naturpark Oz veGaon, im Herzen Gush Etzions, Judäa, organisiert von dem Verein „Frauen in Grün“.

20150929_102836Mehrere hundert Besucher kamen in Oz veGaon vorbei, ebenso der Minister für Jerusalem und Tradition, Ze’ev Elkin, der Vorsitzende der Bezirksverwaltung Davidi Perl und die Eltern eines der entführten Jungen, Eyal Yifrach, die ebenso von der Veranstaltung begeistert waren.

NEWS: Wisset, dass ihr beim Juden kauft

Laut diesem Online-Magazin, welches die Updates hinsichtlich der Beschlüsse der EU und ihrer Körperschaften verfolgt und wiedergibt, sollen voraussichtlich ab Dezember 2015 die Waren aus Israel in 4 Kategorien unterteilt und gekennzeichnet werden. Da wären also die israelischen Produkte (Israel), die Produkte aus den Golanhöhen (israelische Siedlungsware), Produkte aus der Westbank (israelische Siedlungsware), Produkte aus der Westbank (palästinensische Produkte). Gestern stimmten 525 Abgeordnete des Europaparlaments mit 70 Gegenstimmen und 31 Enthaltungen für eine solche Kennzeichnung von Produkten ab. Der Vermerk „hergestellt in Israel“ soll, so ließ beispielsweise Mitgliedsstaat Großbritannien in 2009 wissen, gesetzeswidrig sein.

In 2014 wurde eine offizielle „Empfehlung“ seitens des Mitgliedsstaates Belgien veröffentlicht, mit klaren Richtlinien, wie die besagte Kennzeichnung ablaufen soll, für welche Waren sie verpflichtend und für welche nicht wäre. Die obige Darstellung entspricht der Empfehlung Belgiens von 2014, die entgültige Version steht noch aus – die Abstimmung zur Legalisierung der Kennzeichnung ist erst gestern, 10.09.15, im Europaparlament durchgeführt worden.

Auch im besagten Artikel und weiteren Quellen verweisen EU-Diplomaten darauf, dass die Kennzeichnung entsprechend älterer EU-Richtlinien stattfinden soll und eigentlich längst überfällig gewesen wäre (ein solches Gesetz mache die Kennzeichnung wohl schon vor 15 Jahren verbindlich). Die offizielle Linie, so eine namenlose Quelle, die im Artikel zitiert wird, ist, die Kennzeichnung nicht an die „große Glocke“ hängen zu lassen und es vielmehr als bürokratische Angelegenheit wirken zu lassen, die ein überfälliges Gesetz geltend macht. „Die israelischen Diplomaten und die Presse schossen sich selbst ins Knie, als sie es als ‚EU-Sanktionen‘ darstellten und somit eine Debate um Israels Legitimität hochkochen ließen“, sagte diese Quelle.

Bisher äußerten sich noch wenige Politiker zur Entscheidung, darunter wie erwartet PM Binyamin Netanyahu, der unter anderem das Folgende verlauten ließ: „Die Wurzeln des Konflikts sind nicht die („besetzten“) Gebiete, und die Wurzeln des Konflikts sind nicht die Siedlungen. Wir haben eine historisch bedingte Erinnerung daran, was passierte, als Europa jüdische Produkte zu kennzeichnen begann.“

„Es riecht nach Boykott“, kommentierte die stellvertretende Außenministerin Tzipi Hotovely die Entscheidung am Donnerstag.

Im Zuge der Ankündigungen bezüglich der Kennzeichnung israelischer Produkte, beschloss der Besitzer der Weinkelterei „Bazelet“  aus den Golanhöhen, dessen Weine demnächst offenbar unter „Produkte aus israelischen Siedlungen in den Golanhöhen“ nach Europa geliefert werden, seine Korken mit einem deutlich erkennbaren Symbol der Israelflagge zu versehen. An die 4000 solcher Flaschen wurden vor Kurzem ins Ausland importiert. Yoav Levy, der Inhaber der Weinkelterei, äußerte sich gegenüber Israel National News, er habe keine Angst vor wirtschaftlichen Schlägen. „Wir verkaufen den Wein in Israel, Europa, den USA und im Fernost. Ich bin stolz auf unsere Flagge und daher habe ich sie auf den Korken gesetzt. Wer nicht will, der wird nicht kaufen. Es ist Zeit, mit der Rechtfertigung und der Eigenscham aufzuhören und Flagge zu zeigen. Wo ist unser jüdischer Stolz? Das ist ein Teil unserer persönlichen Katastrophe, einer nationalen Katastrophe.“  „Je mehr wir uns stolz und selbstbewusst zeigen, desto weniger wird man uns mit Füßen treten“, behauptete er.

(Quellen: EU Observer, Foreign Economy Belgium, Times of Israel, INN, Der Spiegel)


 

Was ich persönlich davon halte? Nun, sollte ich gebeten werden, einen Beweis für den steigenden ethischen Verfall der Europäischen Union als Institution und ihrer Gremien zu erbringen, würde die „plichtbewusste Kennzeichnung“ israelischer Produkte einen meiner ersten darstellen. Die feige Weg-Interpretation der Pranger-Kennzeichnung als „bürokratischen Vorgang“, „Gesetzesanwendung“ und die scheinbare „Unabhängigkeit der Entscheidung von Zeit und politischen Entwicklungen“, so wie die offizielle Linie der EU es in ihren zahlreichen Statements behauptet, verstärkt nur noch die Widerlichkeit des eindeutigen Vorgehens. Versteckt die deutliche Linie hinter politischen Euphemismen und einem Hauch von „Legitimität“, gerade genug, um es in die Schlagzeilen zu machen und die israelischen Proteste übertrieben wirken zu lassen, und gerade so viel, dass es von den Befürwortern als „lange erwartete Entscheidung“ gelobt werden kann. Erklärt israelische Produkte für „vogelfrei“, und wirft nicht nur israelische Händler, sondern auch ihre arabisch-palästinensischen Mitarbeiter in den „besetzten palästinensischen Territorien“ (offizieller Wortlaut) dem politisch hirngewaschenen und ignoranten europäischen Massenkonsumenten vor. Die dramatischen Vergleiche mit dem Dritten Reich, welche sich nicht nur aufdrängen, sondern auch Schlagzeilen nach sich ziehen, und mit welchen Netanyahu jetzt hausieren geht, werden nicht viel bringen. Gut für die Schlagzeilen, weckte es kein Interesse und keine Gemütsänderung im Europäischen Parliament. Für die 525 Abgeordneten, die mit eienr überwiegenden Mehrheit für diese Entscheidung gestimmt haben, wird die Nazi-Zeit auch in der Zukunft kein Argument mehr sein. Netanyahu ist wie immer zu spät, und zu irrelevant in dieser Frage. Wenn gebündelte moralische Verrohung um sich greift, dann wird das letzte, das diese Verrohung aufhalten kann, ein moralischer Appell sein.

Was für praktische Folgen aus dieser Avantüre erwachsen? Das kann ich nicht einschätzen, und auch kaum eine seriöse Quelle. Der Marktanteil an „Siedlerexporten“, so EU Observer (s.oben) soll 230 Mio. € im Jahr betragen. Sollte die Kennzeichnung eine tatsächliche Boykottwelle hervorrufen, werden sich die israelischen Händler umstellen müssen, ggf. auf einen anderen Markt wie etwa den fernöstlichen. Was aus den arabisch-palästinensischen Arbeitern wird, deren einzige Einkommensquelle solche Betriebe sind? Es scheint die EU nicht groß zu kümmern, denn das ist ja nicht etwas, was direkten Schaden für Israel verursachen wird. Das werden die Betroffenen selber ausbaden müssen, im Namen von Gesetz und Gerechtigkeit à la EU. Wahrscheinlich erneut mit israelischer Unterstützung.

Von Neuzeit-Pionieren zu Illegalen: U.Sahm

Inspiriert durch die Israel-Podiumsdiskussion auf den ACHAVA-Festspielen in Erfurt am vergangenen Wochenende, veröffentlichte Langzeit-Nahostkorrespondent Ulrich Sahm bei Audiatur Online eine zusammengefasste Recherche über die Weise, wie der deutsche SPIEGEL über Jahre seine Berichterstattung über die jüdische Ansiedlung in Judäa und Samaria nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967 wandelte. Sehr spannender Abriss über die Wandlungsfähigkeit der Medien und ihren Einfluss auf unser Denken…

(Meine Rückmeldung zum Podium beim ACHAVA-Festival, Fotos und anderes folgen in absehbarer Zeit.)


 

Von Neuzeit-Pionieren zu illegalen Menschen

Ulrich W.Sahm, 08.09.15

Die israelischen Siedlungen gelten zurzeit in der westlichen Presse und Politik als Kern aller Konflikte in der arabischen Welt. Gäbe es sie nicht, würde himmlischer Frieden von Marokko bis Afghanistan herrschen.

Hunderttausende Syrer, Iraker, Ägypter und Jemeniten wären noch am Leben und Europa müsste sich nicht mit Flüchtlingsmassen plagen. Da der SPIEGEL nicht müde wird, den siedelnden jüdischen Sündenbock an die Wand zu malen, bot sich an, das Archiv dieser Zeitung nach der Wurzel des Übels zu durchforsten.

Die Wahrnehmung der Siedlungen seit 1967
Es geht bei diesem Artikel keineswegs darum, den rechtlichen oder politischen Status der Siedlungen zu klären. Es soll hier der Wandel in der Wahrnehmung der Siedlungen dargestellt werden, im Wesentlichen anhand des öffentlich zugänglichen Archivs des Spiegels.

Erste Siedlungen interessierten niemanden
Im September 1967, wenige Monate nach dem Sechs-Tage-Krieg, gründeten Israelis in Kfar Etzion die erste Siedlung in den frisch besetzten Gebieten. Im Etzionblock hatten vor der Staatsgründung 1948 Juden in mehreren Dörfern auf legal gekauftem Land gelebt. Doch die Jordanier hatten sie bei blutigen Schlachten vertrieben. Nun wollten die ehemaligen Siedler und ihre Nachkommen heimkehren. Keine deutschsprachige Zeitung bemerkte diesen ersten Schritt zur späteren Siedlungspolitik…

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Die verlogenen Landkarten @ „abseits vom mainstream“

001_Shany_Mor_Palestinian_Propoganda_MapWer kennt sie nicht, die dramatischen „Landverlust-Karten“, die stets im Argumentationskampf gegen Israel-Unterstützer eingesetzt werden?
Der folgende Beitrag, aus dem Blog „abseits vom mainstream“ entnommen, ist immer aktuell, sehr relevant und lesenswert, detailliert und mit ausreichenden Ausführungen auch für weniger Bewanderte.

Avatar von heplevabseits vom mainstream - heplev

Antiisrael-Aktivisten benutzen oft manipuliert Landkarte, um Israels angebliche Vergehen im Verlauf des letzten Jahrhunderts zu zeigen. Solche Behauptungen werden von Leuten aufgestellt, die im besten Fall keine Faktenkenntnis, im schlimmsten Fall keinen moralischen Kompass haben.

Shany Mor, The Tower Magazine, Ausgabe 22, Januar 2015

Dieser Tage kann man nicht auf einem amerikanischen oder europäischen Universitäts-Campus nicht weit gehen, ohne irgendeiner Version der Landkarten zu „Verlust von palästinensischem Land“ zu begegnen. Diese Serie von vier – gelegentlich fünf – Landkarten gibt vor zu zeigen, wie räuberische Zionisten fortlaufend auf palästinensisches Land übergegriffen haben. Davon kann man zur Verteilung Postkarten kaufen und sie sind in bezahlten Werbeanzeigen auf Bussen in Vancouver wie in Bahnhöfen in New York dargeboten worden. Die Antiisrael-Blogger Andrew Sullivan und Juan Cole haben Versionen davon gepostet und sie schleichen sich gelegentlich in angeblich seriöse Medienquellen wie Al-Jazira English ein.

In der Tat erschienen sie gerade als „Grafik des…

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Die Tage von Ssanur: Tagebuch Teil 2

Trotz der schon einige Wochen hinter uns liegenden Episode von Ssanur , der Rückkehr der Bewohner und der Räumung, möchte ich euch  dennoch die weiteren Teile des „Tagebuchs“ vor Ort vorstellen. Die Geschichte von Ssanur, einer Siedlung im Norden Samarias, die im Rahmen des Gaza-Abzugs von 2005 vom damaligen Premierminister Ariel Sharon abgerissen und ihre Bewohner ausgewiesen wurden, passt in die Reihe der „Thementage“ zum 10.Jahrestag der Räumung des Gaza-Streifens und Nordsamarias durch Israel. Im Tagebuch berichte ich über die Ereignisse während der dreitägigen Rückkehr von ehemaligen Bewohnern der Siedlung und ihren Unterstützern in die alte Festung auf dem Hügel von Ssanur, aus Protest gegen die Weigerung der israelischen Regierung, die Siedlung wieder aufzubauen. „Vorwarnung“  – die Einträge sind subjektiv und teilweise einseitig, aber dafür so authentisch wie möglich gehalten.

Ssanur auf der Karte
Ssanur auf der Karte

Teil 1

Als wir uns auf den Weg machen, ist es schon spät. Keine leichte Reise wird es jetzt, zur späten Stunde, von einem Landesende bis zum anderen. Aber meine Freundin und ich spüren, dass wir einfach nicht untätig daheim herumsitzen können. Schon am Morgen, als ich die Nachrichten geöffnet habe und überfallen wurde mit Neuigkeiten von den Ausschreitungen in Bet El und dem Aufstieg in die Ruine von Ssanur, wusste ich, dass ich dabei sein muss. Journalistische Pflicht, und historische Notwendigkeit, nennen wir es so. Also organisieren wir uns und ziehen los. Meine Kontakte müssen ausreichen, um ein aktuelles Bild der Lage zu bekommen…. Weiterlesen

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ARD-Kontroverse: Mein Kumpel, der Soldat

Wer erinnert sich noch an den langen, tragisch unterfärbten Beitrag der ARD über die „Geisterstadt Hebron“ (eine arabische Wirtschafts- und Hi-Tech-Metropole von mehr als 200.000 Einwohnern) und den einarmigen Palästinenser-Jungen Yussuf, der laut ARD-Korrespondent Markus Rosch eine „verlorene Kindheit zwischen Siedlern und Soldaten“ verbringt? Zugegeben, Beiträge mit ähnlichem Ton sind keine Seltenheit bei der ARD, die sich in diesem Jahr mehr denn früher auf „Tel Aviv-Palästina-Korrespondenz“ verlagert denn auf  Berichterstattung aus Israel. Der Videobeitrag, Ende Juni erschienen, stellt den einarmigen Neunjährigen als bedrängt und schikaniert dar, von den israelischen Besatzungssoldaten drangsaliert, ohne Bewegungsmöglichkeit in der eigenen Stadt.

Die auffälligsten Fakes dieses Beitrags habe ich in meiner Rezension hier aufgeklärt. Heute aber stolperte ich buchstäblich über das folgende kurze Videoschnipsel, veröffentlicht von „The Israel Project“ auf Facebook, und siehe da! Unser alter Bekannter Yussuf spielt mit einem israelischen Soldaten, als seien die beiden langjährige Kumpels! Wer’s nicht glaubt, sehe selbst:

 

Nun frage ich euch, liebe Leser/-innen – ist Markus Rosch da etwa ein Versäumnis unterlaufen, war er zur falschen Zeit am falschen Ort und hat statt Spiel und Spaß nur Schikane sehen wollen – oder wurde da etwa (Gott behüte!) ein kleiner Neunjähriger zugunsten einer bestimmten Ideologie …. instrumentalisiert?

Ein Glück, dass es neben öffentlich-rechtlichen Medien auch öffentliche Sozialnetzwerke gibt, deren Mitglieder stets nach dem Rechten sehen. 🙂

NEWS: Brand in Bet Haggai

Der Teufelskreis der Rache scheint wohl wieder aufs Vollste geöffnet zu sein.

Habe Bericht und Fotos von meinem Freund Me’ir Dana-Picard und seiner Familie aus der Siedlung Bet Haggai bei Hevron bekommen. Arabische Terroristen haben heute nachmittag dort die Felder und den Berghang, auf welchem das jüdische Dorf Bet Haggai steht, angezündet, und das Feuer konnte mit knapper Not gelöscht werden, bevor es die Häuser ergreifen konnte.

So schnell kann auch ein Mord geschehen, wie der Mord heute Nacht in Duma. So schnell kann man Menschen Schaden zufügen. Ich habe die große Befürchtung, dass es dabei nicht bleiben wird, und die Telefone in den Sicherheitszentren in Judäa und Samaria nicht still bleiben werden, und dennoch bete ich für Ruhe.

Ich fühle unbändige Trauer über die Welle der Untaten, die ein weiteres Mal über uns hereinbricht. Und wer daran zweifelt, oder das Eine über das Andere zu stellen meint  – ich werde die Untaten auf beiden Seiten erwähnen, weil das unser Leben hier ausmacht. Das ist auch ein Teil des Lebens in Judäa und Samaria. Und daher erzähle ich darüber.

Shabat Shalom.

 

NEWS: Terroranschlag im Dorf Duma

Hier liegt Duma
Hier liegt Duma

Schreckliche Nachrichten erreichen uns an diesem Morgen. Ein Terroranschlag wurde im arabischen Dorf Duma in Samaria verübt. Nach ersten Erkenntnissen der Armee bzw. der israelischen Medien drangen gegen 4 Uhr morgens mindestens zwei maskierte Personen in das arabische Dorf ein und warfen offenbar einen Brandsatz/Molotow-Koktail in zwei Gebäude am Dorfrand, und sprühten auf diese Hassbotschaften in Hebräisch. Das erste Gebäude, welches durch den Brandsatz ausbrannte, stand leer. Im zweiten Gebäude

Ali Dawabshe sel.A.
Ali Dawabshe sel.A.

schlief eine Familie – Vater, Mutter und zwei Kinder, darunter ein anderthalb Jahre altes Baby, Ali Dawabshe. Sie wurden vom Brandsatz überrascht, das Haus fing schnell Feuer. Das ältere Kind wurde von den Eltern aus dem Haus herausgezogen. Als nach Angaben die Mutter versuchte, auch das Baby aus dem Haus zu zerren, gelang ihr es nicht mehr und das Kind wurde bei lebendigem Leibe verbrannt.

Die Eltern Dawabshe sowie das ältere Kind erlitten schwere Verletzungen von 70%-90% Brandwunden am Körper, sie befinden sich in Lebensgefahr. Momentan soll ihre Überführung in ein israelisches Krankenhaus zur weiteren Behandlung geprüft werden. Die Armee sowie Sicherheitskräfte der PA und weitere israelische Ermittlungsorgane befinden sich vor Ort. Die Leitung über die Ermittlung soll laut israelischen Medien der Untersuchungsabteilung für Hassverbrechen seitens jüdischen Israelis übergeben worden sein.


 

Das abgebrannte Haus. Quelle: Flash 90/Channel 7
Das abgebrannte Haus. Quelle: Flash 90/Channel 7

Die Nachrichten, zu denen wir heute aufwachen mussten, sind schrecklich und versetzen in Schock und Grauen – wegen ihrer bloßen Tatsache, und auch wegen der Schwere ihrer Folgen.  Ich sage nicht – möglicher Folgen, denn Folgen werden kommen. Ich weiß nicht, wie gravierend sie sein werden. Rache wurde bereits von der Hamas und anderen Terrororganen angekündigt, die ersten Unruhen in Jerusalem und der Umgebung sind ausgebrochen und werden folgen – Schüsse auf einen israelischen Wagen auf der Landstraße Richtung der Siedlung Kochav HaShachar und Steine auf Polizisten in Jerusalem. Auch von der PA gab es darauf die erwartete Rückmeldung – „Kriegsverbrechen“ wurde die Tat betitelt. Der Präsident Rami Hamdallah forderte von der internationalen Gemeinschaft Schutz, erklärte die Siedler zu den Verantwortlichen für die Tat und forderte Premierminister Netanyahu auf, nicht nur die Tat zu verurteilen, sondern auch den Bau in Siedlungen einzufrieren.

Ich möchte zwei Dinge beim Namen nennen.

Das Erste – es handelt sich um einen Terroranschlag, klipp und klar. Die Familie Dawabshe sind Opfer eines Terroranschlags geworden, und ihre Religion oder Nationalität sowie die Religion oder Nationalität der Täter ändert nichts an dieser Kategorisierung. Daher muss auch das Prozedere um die Aufklärung dieses Anschlags die Natur haben wie bei einem Terroranschlag, nicht weniger und nicht mehr, und ich hoffe und vertraue darauf, dass die israelische Regierung dies ebenso sieht und alles Nötige tun wird.

Soweit ich informiert bin, haben sämtliche Organe, Regierungsvertreter, Verbände und Organisationen, mit welchen man generell Juden bzw. explizit von Juden begangene ideologische Verbrechen in der Öffentlichkeit verbinden könnte, die Tat verurteilt. Es herrscht das generelle Verständnis, dass wir es mit einer Tat zu tun haben, die in keinem Konsens akzeptiert wird , der sich als Teil der israelischen Gesellschaft sieht. Daher sehe ich auch mich in den Reihen der Verurteiler, aus zwei Gründen: Erstens, weil ein Terroranschlag und ein Mord als solche zu verurteilen sind – entsprechend meiner Moral- und Wertvorstellungen. Zweitens, weil eine öffentliche Verurteilung dieser Tat der Öffentlichkeit, unseren Widersachern sowie möglichen Unterstützern der Tat aus den Reihen unserer Gesellschaft zeigt, wie sehr diese Tat außerhalb jeglichen Konsens liegt und inakzeptabel ist.  Das sind wir, genau wie jede andere Gesellschaft in einem solchen Fall, uns selbst und der Welt schuldig.

Graffiti auf den abgebrannten Häusern in Hebräisch: "Rache" . Quelle: YNET
Graffiti auf den abgebrannten Häusern in Hebräisch: „Rache“ . Quelle: YNET

Das Zweite: Die Täter sind auf der Flucht, und ihre Identität ist nicht festgestellt. Es gibt Indizien – die Hassbotschaften, es gibt Vermutungen, es gibt noch keine Beweise und keine Ergebnisse. Die ersten Vermutungen deuten auf eine Tat durch jüdische Extremisten hin. Die besagten Indizien können allerdings bei verschiedener Interpretation – Schriftart, Schirftinhalt  –  und ebenso im Angesicht anderer Hinweise vor Ort, welche nur die Untersuchungskommission kennt – auf das Gegenteil deuten.

Graffiti auf den abgebrannten Häusern: "Es lebe Messias der König" Quelle: YNET
Graffiti auf den abgebrannten Häusern: „Es lebe Messias der König“ Quelle: YNET

Was ich meine? Dass in der fortwährenden Geschichte von Untaten, insbesondere in Judäa und Samaria und was „Price Tag“-Attacken und ihnen ähnliche betrifft, es schon nachgewiesene Fälle gegeben hat, in welchen solche Attentate von den eigenen Leuten, sprich den Arabern in den eigenen Dörfern, verübt worden sind. Andere, so beispielsweise ein Brand in einer Moschee vor ca. einem Jahr, wurden durch Umstände wie Stromausfall und lokalen Brand verursacht, aber erneut sofort auf Juden, insbesondere „Siedler“, geschoben.

Der Unterschied zu arabischen Terrorattacken? Diese Terrorattacken geschehen nachweislich häufig, offen, werden in ihrer Gesellschaft unterstützt, es gibt sehr viele Hinweise und in den meisten Fällen auch Täter vor Ort. Hinzu kommt, dass in der modernen Geschichte des Staates Israel es keine Präzedenzfälle gibt, in welchen Juden absichtlich Juden umbrachten oder in eine Situation brachten, in welcher sie getötet wurden, um damit die Palästinenser anzuklagen (wer mich eines Besseren belehren kann, dem bin ich dankbar, bitte nur mit Nachweisen).

Auch ohne auf die Schlagzeilen der europäischen oder anderen Medien zu schauen, und nach einiger kurzer Lektüre innerhalb der israelischen Presse, kann ich mir gut die Natur der Artikel vorstellen, die darüber verfasst werden. Noch ohne Beweise, ohne Täter und erste Untersuchungsergebnisse, ist die Rede von „jüdischem Terror“. In einem Land, in welchem Gesetz nach westlichem Prinzip herrscht, gilt selbst bei Anschlägen mit Toten das Prinzip, dass vor einer Anklage und einer Täterfassung es in alle Richtungen ermittelt werden soll, und keine Gruppe, oder Ideologie, oder Richtung mit irgendetwas beschuldigt werden kann. Obwohl man es vielleicht auch gerne will.

Fazit des Gesagten:

Als Teil der Siedlerbewegung in Judäa und Samaria und als Mensch verurteile ich die Tat aufs Schärfste. Ich distanziere mich von den konkreten Aussagen über die Identität der Täter, bevor diese offiziell festgestellt worden ist. Für unsere Gesellschaft – die jüdische Gesellschaft in Judäa und Samaria und die israelisch-jüdische Gesellschaft in Israel als solche – sehe ich die Pflicht darin, die Verantwortung für unsere ideologischen Ansichten, Wortführer und Bewegungen zu übernehmen und dafür zu sorgen, dass es niemanden mit irgendwelchem Einfluss auf andere gibt, der eine solche Tat unterstützt oder rechtfertigt.

Von der Presse, der israelischen und internationalen, wünsche ich mir, dass diese im gebührenden Rahmen und entsprechend der journalistischen Ethik über diesen Fall berichtet. Nicht weniger, als dieser Terroranschlag es verdient, und auch nicht mehr. Wer auf gleiche Rechte und gleichen Respekt für Menschen plädiert, sollte in keine Richtung zwischen Mord und Mord unterscheiden.

Mit der Hoffnung, dass die Täter ihr gerechtes Urteil bald erreicht,

Chaya

 

 

Die Tagesschau hat wieder zugeschlagen

(…und ich hatte mich schon auf die „Thementage“ gefreut…. 😦 )


 

schneiderschauDie Tagesschau hat wieder zugeschlagen!
Das bekannteste Sprachrohr für palästinensische Belange in Deutschland, das ARD-Studio in TelAviv, unter der Regie ihres Nahost-Korrespondenten Richard Chaim Schneider, bereitet sich für den nächsten Beitrag zum Thema Israel vor.
Und wie könnte es auch anders sein? Im Mittelpunkt stehen natürlich Palästinenser. In diesem Beitrag sind es solche, die sich mangels Baugenehmigung und ohne Interesse daran, sich in den dutzenden von palästinensischen Städten und Dörfern der Hebron-Berge anzusiedeln, ihr eigenes illegales Blechdorf aus dem Boden stampfen, es nach den Ruinen der antiken jüdischen Stadt Sussia nennen, die sich im Umkreis von einigen hundert Metern  befinden, und sich dann über die Zwangsräumung durch Israel beschweren.

Allgemeinansicht:  Region der südlichen Hevron-Berge
Allgemeinansicht:
Region der südlichen Hevron-Berge

Der Rechtsstreit um die arabische Besiedelung zwischen den Ruinen der antiken Stadt Susya und ihrem Ausgrabungsgebiet, und der 1983 wenige Kilometer weiter von ihr gegründeten jüdischen Siedlung Susya dauert schon seit den 80er Jahren an. Um die Gegend der Ruinenstadt, welche teils aus unterirdischen Höhlen und teils aus oberirdischen Anlagen und

Das Mosaik aus den ersten Jahrhunderten der neuen Zeitrechnung, Synagoge Susya
Das Mosaik aus den ersten Jahrhunderten der neuen Zeitrechnung, Synagoge Susya

einer großen und gut erhaltenen Synagoge aus der Zeit nach der Zerstörung des Zweiten Tempels, befinden sich große arabische Siedlungsblöcke – Yatta, As-Samu’a  – welche an die Stadt Hevron angrenzen. Angaben aus der britischen Mandatszeit sowie der israelischen Armee und Regierung zufolge nach der Eroberung der südlichen Hevron-Berge in 1967 zufolge hausten in den Höhlen

Ruinen der antiken jüdischen Stadt Susya.
Ruinen der antiken jüdischen Stadt Susya.

lokale Schafshirten und verbrachten einen Teil ihrer Zeit in den Ruinen der Anlagen. Ein Dorf war allerdings nicht festzustellen, und auch sonst keine festangelegte Ansiedlung auf den Ruinen der antiken jüdischen Stadt. Wohl wurde aber Land bearbeitet.

Vor den Bergen: Sicht auf  jüdisches Susya von 1983
Vor den Bergen: Sicht auf jüdisches Susya von 1983

Das Gebiet von Susya lag und liegt im C-Gebiet unter alleiniger israelischer Verwaltung. Der Bereich zwischen der Ausgrabungsstätte und Susya von 1983 gilt spätestens seit der Gerichtsentscheidung des Obersten Gerichtshofs von 2009 (siehe hier, hebräisch) als militärisches Sperrgebiet, in welches  Zugang gewährt werden soll für diejenigen Bauern – arabisch-palästinensische und jüdische – welche vor der Gerichtsentscheidung in diesem Gebiet Anpflanzungen haben, welche sie bearbeiten müssen. Diesem Urteil zufolge erkannte der israelische Oberste Gerichsthof die Existenz von

Sicht auf As-Samu'a
Sicht auf As-Samu’a

landwirtschaftlichem Gebiet von arabischen Bauern an dieser Stelle an, der konkrete Privatbesitz der Ländereien konnte allerdings noch nicht festgestellt werden. In jedem Fall hatte dieses Gebiet nichts gemein mit der Blechsiedlung, welche seit 1986, unterstützt von linken israelischen Organisationen und ausländischen  – darunter europäischen!  – Geldern, ausgebaut und nach Abrissen immer wieder neu errichtet wird, und das ohne jegliche Baugenehmigung seitens der israelischen Regierung in dem unter ihrer Verwaltung stehendem Gebiet! (Siehe den Bericht bei Times Of Israel – Spendengelder und Anlagen der EU, darunter Deutschland, in Susya)

Seit Beginn des neuen Milleniums und bis heute wurden immer wieder Abrissentscheide gegen Susya ausgesprochen und teils auch ausgeführt. Auch in diesem Jahr droht eine Abrissverordnung dem illegalen Bauvorhaben. Die Aktivisten und Siedler der Familie Nawaja und andere, welche auf eine Existenz eines arabischen Susyas seit „hunderten von Jahren“ verweisen  (siehe Berichte bei NRG, Ma’ariv, Ha’aretz in English ), haben durch mediale Kampagnen die Aufmerksamkeit internationaler Medien und Körperschaften erregt, ebenso wie der letzte Abrissentscheid des Obersten Gerichtshofs in Mai/Juli 2015.

Jetzt hat auch die Tagesschau das Thema aufgegriffen. Noch ist der gesamte Bericht nicht im Netz, aber die ersten Fotos lassen vermuten, dass der Beitrag wohl kaum die archäologische Sensation einer antiken Stadt und einer fast 2000 Jahre alten, außergewöhnlich gut erhaltenen Synagoge anpreisen wird. Ebenso wird Richard C.Schneider wohl kaum die Schule in der Siedlung Susya besuchen, um über die einzigartige Erziehungsstrategie ihrer Schüler zu berichten, welche den Schwerpunkt auf persönliche Entfaltung, ökologisches Bewusstsein, Naturverbundenheit und Philosophie legt.

Nein, die Fotos zeigen erbärmliche Blech- und Zeltbauten, nackte Babies in provisorischen Badewannen und den Titel „Israel, lass‘ mein Dorf stehen“.

In dem Monat, wo sich die Ausweisung der jüdischen Israelis aus dem Gazastreifen und der Gaza-Abzug der israelischen Regierung zum 10.Mal jähren, die israelische Presse voll ist mit seriösen Analysen zu den Konsequenzen dieses vor allem in Europa als „mutig“ und „zukunftsbringend“ gefeierten politischen Schritts, und endlich auch über das Trauma der über 8000 Ausgewiesenen gesprochen wird, erwähnt das größte deutsche Medium den Jahrestag mit keinem Wort.
Der Gazastreifen ist immer wieder Gesprächsthema deutscher Journalisten, aber nur mit einem Schwerpunkt: Das Leiden der dortigen arabischen Bewohner, die Angriffe israelischer Soldaten. Hier und dort lässt man ein paar Worte über die Hamas fallen. Seit 2007 herrscht im Gazastreifen  ein demokratisch gewähltes Terror-Regime. Es zerrt seine Bevölkerung durch unaufhörliche Attacken gegen Israel in 3 Kriege, missbraucht zivile Strukturen und öffentliche Gelder für Waffenanreicherung und Kriegstunnelausbau, macht sich verantwortlich für den Tod Tausender der eigenen Bürger und einen Bruderkrieg mit der zweiten großen Palästinenserpartei und seit über 10 Jahren beschießt es die israelische Bevölkerung im Süden und Zentrum Israels mit Raketen.  Tiefgehende Analysen zu den letzten 10 Jahren lassen sich auf den Webportalen der Tagesschau allerdings nicht auffinden. Und da das Trauma der über 8000 vertriebenen jüdischer Israelis so oder so durch die eigene Regierung zu verantworten ist, so ist es auch kein passendes Thema für das öffentlich-rechtliche deutsche Fernsehen. Lieber beschäftigt es sich mit dem auf europäischem Mist gewachsenen Blechdorf, lobt die von deutschem Geld finanzierten Solarzellen und zieht die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs eines demokratischen Landes in den Dreck.

Die Zerstörung der Gebäude soll bis Anfang August erfolgen. Am 30.07. ist übrigens noch eine als illegal eingeordnete Struktur zum Abriss freigestellt – ein Gebäude von 24 nagelneuen Wohnungen in der Siedlung Bet El in Samaria. Da bin ich ja gespannt auf den Aufschrei der Tagesschau, dem Sender der Bedrängten und Bedrückten!