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NEWS: Mord an Familie Salomon: Viermal Lebenslänglich

Der „lächelnde Mörder“ wandert entgültig hinter Gitter:

Das Militärgericht verurteilte am Donnerstag (15.02.18) den Terrorist, der am 22. Juli 2017 drei Mitglieder der Familie Solomon, wohnhaft in der jüdischen Ortschaft Neve Tzuf (Halamish) mit einem Messer ermordet hatte. Elad (35), Chaya (46) und ihr Vater

Chaya, Yosef und Elad Solomon hy“d. Quelle: Ynet

Yosef (70) wurden am Abend am Shabat-Festtisch der Familie angegriffen, als sie die Geburt eines Enkels feiern wollten, und brutal erstochen. Die Mutter Tova Solomon wurde dabei lebensgefährlich verletzt, und befindet sich noch immer in Rehabilitation. Die Ehefrau Elads Michal schaffte es, ihre Kinder vor dem Terroristen zu verstecken. Ein Soldat, der sich im Nachbarhaus befand, hörte die Schreie aus dem Wohnhaus der Familie, rannte herbei und konnte den Attentäter neutralisieren, allerdings nicht töten. Sicherheitskräfte verhafteten den Täter.

Der Mörder stammte aus dem nahegelegenen Dorf Kubar. Vor seinem Tod hatte er auf Facebook eine religiös begründete Glorifizierung des „Märtyrdoms“ der „Kämpfer für die Al-Aqsa-

Karte von Neve Tzuf (Halamish) und Kubar

Moschee“ veröffentlicht und kurz darauf brach er auf, um in die Siedlung einzubrechen; sein Eindringen über den Sicherheitszaun wurde von den örtlichen Sicherheitskräften als Fehlalarm interpretiert und so konnte der Terrorist ungehindert in den Ort eindringen und ins Haus der Familie gelangen.

Der Vater der Familie des Attentäters stritt ein Beiwissen der Tat oder ihre Unterstützung ab; nichtsdestotrotz entschied das Militärgericht, dass sein Haus zerstört werden sollte. Diese Praktik wird als Abschreckungsmethode für palästinensische Terroristen genutzt. Kritik erhielt die Armee, nachdem nur ein Stockwerk des besagten Hauses zerstört worden war. Momentan wird Druck ausgeübt, dass auch der Rest des Hauses niedergerissen werden soll.

Nach dem Mord plädierten zahlreiche Politiker, allen voran der Verteidigungsminister Avigdor Liebermann, für deine Todesstrafe für den Attentäter, angesichts der barbarischen Tat. Die Ehefrau von Elad und ihr Vater sprachen sich ebenso dafür aus, ebenso für eine harte Bestrafung und Mithelfer und Mitwisser. Michal kommentierte im Verlauf der Gerichtsverhandlung (bei welcher sie nicht anwesend gewesen war, um das Gesicht des Mörders nicht ansehen zu müssen, wie sie angab):

Leider mussten seit damals bis heute weitere gute Menschen auf die Liste der Ermordeten und Verletzten von Terrorattacken gesetzt werden und weitere Familien wurden von der Wolke des Schmerzes umhüllt. Erst in der letzten Zeit haben wir wunderbare Erzieher verloren [Rabbiner Raziel Shevach und Rabbiner Itamar Ben Gal, Anm. DS], die Generationen von Schülern voller Werde und Kultur heranziehen konnten. Der Staat Israel steht der Palästinensischen Autnomiebehörde gegenüber, die offen mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zum Töten von Juden aufruft. Sie hat eine absurde Situation geschaffen, in der der Mord an Juden als leichtes Mittel für ein finanzielles Einkommen und Lösung von persönlichen und sozialen Problemen gilt.“ (Ynet, 15.02.18)

Die Richter des Militärgerichtes stimmten im Endeffekt in der Mehrheit für das viermal lebenslängliche Urteil, ebenso für eine Kompensation der Familie von insgesamt 1.8 Millionen Shekel. Wo der Attentäter und seine Familie die Summe hernehmen werden, ist unklar.

Seit dem Anschlag wurden die Stimmen nach einer Todesstrafe für Terroristen in extremen Fällen lauter. Am 03.01.18 wurde der Gesetzesvorschlag der Todesstrafe für Morde in Zusammenhang mit Terrorismus, vorgelegt von den Knessetmitgliedern Robert Iltov, Oded Furer und Julia Melinkovsky (Partei „Israel ist unser Haus/Israel Beytenu“ von Avigdor Liebermann), in der Vorabstimmung der Knesset mit 52 Fürstimmen bestätigt. Weitere 3 Abstimmungen liegen vor dem Gesetzesvorschlag. Momentan befindet er sich auf der Ausarbeitungsliste des Verfassungsausschusses. (Quelle: Knesset.gov.il)

Generell neige ich nicht dazu, Namen und Fotos von Attentätern zu veröffentlichen. In diesem Fall möchte ich allerdings, dass ihr euch das Bild des Terroristen aus Kubar anschaut. Bei jeder dokumentierten Gerichtsverhandlung, auch bei der Urteilsverkündung,hatte der Mörder entspannt, sogar stolz gelächelt, als würde er sich bewusst sein, das Richtige getan zu haben. Es kann höchstwahrscheinlich sein, dass in seiner Weltanschauung er tatsächlich von der Richtigkeit seiner Tat überzeugt ist. Das zeigt uns nur, wie abgrundtief pervers und menschenhassend diese Weltanschauung aussieht und wie schwierig es ist, dieser entgegendzutreten.

Der Mörder der Familienmitglieder Solomon. Quelle: Ynet)

(Quellen: Mako, Ynet, Knesset.gov.il, Israel heute)

Datteln: Denn’s meldet sich

Im vorausgehenden Artikel „Datteln, das Friedenshindernis“ am 11.02., habe ich über die Affäre der Etikettierung der populären Medjoul-Datteln aus Israel beim denn’s Biomarkt in Köln berichtet, und dabei gegen die falsche Ursprungsbezeichnung (bes.paläst,Geb) geschrieben und dies mit einigen Fakten untermauert – u.a. die politisch inkorrekte Bezeichnung, die zweifelhafte Bestimmung der ursprünglichen Ernteregion (Jordantal vs. Aravawüste) und die Einmischung in außenpolitische Angelegenheiten seitens eines Verkaufsunternehmens.

Ein aktiver Leser von mir hat den Biomarkt angeschrieben und bekam am 12.02. – sehr schnell, vielleicht durch die Aufmerksamkeit, die der Artikel (über 1200 Views auf meiner Facebookseite) oder die zahlreichen negativen Bewertungen auf der Facebookseite des Ldanes) auf sich gezogen haben, die folgende Antwort:

Sehr geehrter Herr (Name mir bekannt, Anm.DS)

vielen Dank für Ihre Email, in der Sie uns Ihre Beobachtung, wie wir Ware aus dem Westjordanland kennzeichnen, schildern.

Diese haben wir zum Anlass genommen, unsere Kennzeichnung erneut genau zu prüfen und dabei neben der rechtlichen Vorgabe natürlich auch Ihre Gedanken zu berücksichtigen.

Als Fachhändler für Bioprodukte konzentrieren wir uns darauf, die biologische Lebensweise und den Öko-Landbau in Deutschland voranzubringen. Vor diesem Hintergrund pflegen wir weltweit Partnerschaften zu Lieferanten und Produzenten von Bio-Lebensmitteln und sind über den biologischen Gedanken miteinander verbunden.

Bei der Kennzeichnung unserer Datteln aus dem Westjordanland haben wir uns an der 2015 von der EU vorgelegten „Mitteilung zu Auslegungsfragen über die Ursprungsbezeichnung von Waren“ orientiert. Diese besagt, dass Ware aus den West Banks mit „Herkunft aus dem Westjordanland (israelische Siedlung)“ gekennzeichnet werden sollte. Dank Ihres Hinweises wissen wir nun, dass die daraus resultierende stark verkürzte Kennzeichnung „bes. paläst. Geb.“ zu Unklarheit führt und vermuten lässt, dass wir uns politische positionieren wollen würden. Um dieser Annahme entgegenzuwirken haben wir uns dazu entschlossen, die EU-Vorgabe wie folgt abzubilden: WB, israel. Siedl. Die Abkürzungen sind der Tatsache geschuldet, dass unsere Etiketten technisch lediglich 16 Zeichen zulassen.

Wir möchten uns noch einmal bei Ihnen für Ihre Email bedanken und hoffen, mit der angepassten Kennzeichnung deutlich zu machen, dass es um den biologischen Gedanken und nicht um eine politische Positionierung geht.

Leider haben einige unserer denn`s Biomärkte die Etiketten noch nicht neu ausgedruckt, diese werden umgehend informiert, dies nachzuholen.

Mit freundlichen Grüßen

Karina Pechmann

Leitung Kundendialog


Die Antwort ist ausführlich und der Vorgang begründet. Die „Mitteilung zu Auslegungsfragen über die Ursprungsbezeichnung von Waren“ bezieht sich auf die Entscheidung der EU-Kommission vom11.11.2015, über die ich in NEWS: Illegale Juden-Produkte offiziell gebrandmarkt berichtet habe und hier auch über die Bezeichnung: „Westbank, isr.Siedlung“ informiert habe. Frau Pechmann hat also entsprechend der EU-Empfehlung gehandelt.

In der Antwort jedoch stellen sich mir zwei Fragen.

1) Wenn, wie Frau Pechmann schreibt, die Ware lediglich „gekennzeichnet werden sollte“, wieso hat der Biomarkt es sich dann zur offiziellen Doktrin gemacht und diese Version übernommen? Zumal schon verschiedene Käufer aus anderen Städten berichtet haben, in ihren Filialen werde es so nicht gehandhabt.

2) Was hat der „biologische Gedanke“, auf den die Kundendialog-Leiterin mehrmals verweist, mit der politischen Situation in Israel zu tun? Die Medjoul-Datteln werden auf allen Plantagen, die nach Europa exportieren, nach hohen organischen Standards gezüchtet und folgen internationalen Richtlinien. Die Qualität wird hoch bewertet, der biologische Gedanke korrekt befolgt. Wenn Erzeugnisse aus palästinensisch geführten Plantagen importiert werden und ebenso organisch gezüchtet wurden (so wie die Firma „Königsdatteln“ mit Medjoul-Datteln aus „Palästina“ von sich behauptet), ist es wunderbar, steht aber in keinster Weise im Widerspruch zum „biologischen Gedanken“ der israelischen Produkte und braucht auch nicht mit diesen zu konkurrieren, was es auch faktisch nicht tut. Wieso? Anhand israelischer Innenpolitik und wirtschaftlichem Mismanagement der Palästinensischen Autonomiebehörde.

All das geht denn’s Biomarkt nicht an. Die „israelischen Siedlungen“ sind für diesen irrelevant, und wie gesagt, sollte denn’s Biomarkt ein Problem mit der Bezeichnung „Israel“ für Datteln aus dem Jordantal haben, könnte er sie auch aus der Arava-Wüste importieren. Ich habe leider den Eindruck, dass es den Importeuren wichtiger ist, „Westbank, israelische Siedlung“ zu drucken, anstatt, „Israel“ auf dem Schild zu lassen und die Waren ganz nach „biologischem Gedanken“ (und fraglicher Politkorrektheit) aus der Arava zu importieren. Vorausgesetzt, sie wissen, natürlich, wo die Arava liegt.

Oder aber es ist ihnen gänzlich egal. Und dann trifft die Schuld für den Misstand um diese Brandmarkung eindeutig die EU. Aber was kann man von der EU schon erwarten

Und was meint ihr?

NEWS: Attacke auf Sicherheitsmann

Ein Attentäter aus der arabischen Stadt Halhul bei Hevron gelangte gestern frühmorgens (07.02) per Auto an die Einfahrt der jüdischen Kleinsiedlung Karmey Tzur in Gush Etzion und griff bei der Einfahrt, die wie bei anderen jüdischen Ortschaften in Judäa und Samaria von

Auf der Karte

Sicherheitsmännern bewacht wird, einen der sich dort befindenden Sicherheitsmann mit einem Messer an. Der Mann wurde relativ leicht an der Hand verletzt, sein Kollege reagierte schnell und schoss den Attentäter nieder, der noch am Tatort starb.

Der Regionalvorsitzende von Gush Etzion, Shlomo Ne’eman, zur Tat:

Erst gestern haben wir unseren Freund Rabbi Itamar Ben Gal in Har Bracha verabschiedet. Dieses Ereignis war wie durch ein Wunder beendet worden, dank des Mutes unserer Sicherheitsmänner. Der Kampf um das Land wird noch immer weitergeführt und wir werden mit dem Bau und dem Wachstum mit dem Ziel einer vollständigen Souveränität über jedes Gebiet in unserem Heimatland fortfahren.“

(Quellen: Channel 2, Channel 20)

Auswärtiges Amt meldet sich zu Wort

Nach dem hinterhältigen Mord durch einen arabischen Israeli an Rabbi Itamar Ben Gal aus Har Bracha am 05.02., veröffentlichte das Auswärtige Amt (ausnahmsweise) eine Pressemitteilung, in der es mit deutlichen Worten das Attentat verurteilte, Mitleid bekundete und ebenso den Mord an Rabbi Raziel Shevach am 09.01.18 erwähnte.

Äußerst erfreulich natürlich. Ich – und auch die israelische Öffentlichkeit – haben es schon aufgegeben, auf ausländische Verurteilungen von Morden und Angriffen auf Israelis durch palästinensisch-arabische Terroristen zu warten, daher ist dies eine angenehme Überraschung. Leider konnte sich das Auswärtige Amt nicht leisten, Ariel als Stadt und nicht als „Siedlung“ zu bezeichnen, und ebenso „besetzes“ Westjordanland wegzulassen, obwohl das erste der Stadt selbst nicht gerecht wird (unabhängig von ihrem Status) und das zweite unnötige politisch gefärbte Information darstellt. Auch ist der Urheber des Attentats – der palästinensisch-arabische Terrorist – nicht als solcher erwähnt. Aber das ist gerade nicht so schmerzlich, wenn man bedenkt, dass selbst bei den Stellungsnahmen und Pressemitteilungen zu Attentaten in Europa es „Lastwagen“ und „Autos“ sind, die in Menschenmengen rasen, und keine religiös motivierten Attentäter…

Hier die Pressemitteilung:

Die Pressemitteilung des Auswärtigen Amtes vom 05.02.18

https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/-/1434900 

Danke an Ulrich Sahm für den Tipp.

NEWS: Erstochen an der Haltestelle – Rab. Itamar Ben Gal

Nur einen knappen Monat nach dem Attentat auf Rabbiner Raziel Shevach aus Havat Gilad in Samaria, folgt ein weiterer fataler Angriff auf einen jüdischen Einwohner in Samaria, diesmal bei hellem Tageslicht an der Einfahrt zur Stadt Ariel.

Rabbi Itamar Ben Gal und Ehefrau Miriam. Quelle: Ynet

Gestern nachmittag (05.02) erstach ein Attentäter den an einer Bushaltestelle an der Einfahrt zur Stadt Ariel (Samaria/Westjordanland) wartenden Rabbiner Itamar Ben Gal, 29,aus der Ortschaft Har Bracha (Samaria).  Der Terrorist, ein arabischer Israeli aus Jaffo, stieg aus einem öffentliche palästinensischen Taxi, das neben der Haltestelle vorbeifuhr, aus,

Attentatsort auf der Karte

überquerte die Straße zum alleine auf einen Anhalter wartenden Ben Gal, beschleunigte seine Schritte und stieß ihn ein Messer in den Rücken, sobald er nah an sein Opfer herangekommen war.  Ben Gal floh vor dem Attentäter, der zunächst seinen Rucksack auf die Straße abwarf und anschließend ebenso in Richtung des Opfers rannte.

Die Attacke, auf Videoscreenshot. Quelle: 0404

Die Attacke wurde von den über der Straße stationierten Überwachungskameras gefilmt.

Rabbi Ben Gal wurde mit schwerer Körperverletzung und nach Wiederbelebungsversuchen von Passanten und hinzugekommenen Notfallkräften ins nahegelegene Krankenhaus eingeliefert, wo er jedoch bald an seiner Verletzung verstarb. Nach dem Täter wurde eine Fahndung ausgerufen, jedoch ist bis jetzt (06.02) der Terrorist noch immer auf der Flucht, obwohl seine Identität festgestellt worden ist.

Rabbi Ben Gal mit Familie

Rabbi Itamar Ben Gal war verheiratet und lebte mit Ehefrau Miriam und vier kleinen Kindern in der Ortschaft Har Bracha, nahe Shchem/Nablus. Zum Zeitpunkt des  Attentats befand er sich auf dem Weg zur Beschneidungszeremonie seines Neffen in Har Bracha.

Nach dem Attentat wurde ein Photo in den Medien veröffentlicht, das Rabbi Itamar und Rabbi Raziel auf einem gemeinsamen Bild zeigt; beide hatten einander gekannt. Ya’el, die Witwe von Rabbi Raziel Shevach, veröffentlichte auf Facebook:

„Ich hätte niemals gedacht, dass ich einmal fühlen würde, dass mir  eine Schwester geboren ist. Liebste Miriam, ich umarme dich. Wir werden es durchstehen. Gemeinsam. Allein.“

NEWS: Havat Gilad legalisiert

Die israelische Regierung hat gestern (04.02) entschieden, die bisher nicht authorisierte, sich selbst verwaltende jüdische Ortschaft Havat Gilad im Süden Samarias offiziell als anerkannte

Havat Gilad. Quelle: Ynet

Siedlung/Ortschaft in die Liste der jüdischen Wohnpunkte in Judäa und Samaria aufzunehmen und den kleinen ländlichen Außenposten zu legalisieren. Somit wird Havat Gilad nunmehr vom Staat versorgt und gefördert werden, wird Anspruch auf staatliche Infrastruktur und Bauprojekte bekommen und wird nicht mehr der Gefahr einer Räumung als illegaler Vorposten ausgeliefert sein.

Über Havat Gilad habe ich im Beitrag Erschossen: Rabbiner Raziel Shevach berichtet – Rabbiner Shevach lebte in der Siedlung und wurde am 09. Januar 2018 von Terroristen auf dem Heimweg im Auto erschossen. Die Witwe und Mutter der gemeinsamen sechs Kinder, Ya’el, forderte daraufhin, unterstützt von Politikern und Regionalvorsitzenden von Judäa und Samaria, die Anerkennung von Havat Gilad als eine Antwort auf den Terror und eine unmittelbare Konsequenz des Anschlags – im Sinne des bekannten Prinzips „Sie töten, wir bauen“, der als eins der Mottos der Siedlungsbewegung.  In einer Pressemitteilung sagte Ya’el Shevach,

„Dieses Ereignis ist nicht mein persönliches, sondern ein nationales, und für mich wird der wahre Trost sein, wenn Havat Gilad den Status einer offiziellen Siedlung bekommen wird. Ich rufe den Premierminister dazu auf, am kommenden Sonntag (28.01) die Entscheidung des Verteidigungsministers [die Ortschaft zu legalisieren] aufzunehmen und es weiter zu verfolgen, damit wir eine entgültige Erlaubnis bekommen. Das wird der Trost für den Mord meines geliebten Mannes Raziel Shevach, Gott soll sein Blut rächen, sein.“ (Pressemitteilung von Ya’el Shevach, Makor Rishon)

Die Entscheidung der Regierung wurde relativ kurzfristig gefällt, nur einen Monat nach dem Attentat. Die Minister folgten der Initiative von Verteidigungsminister Avigdor Liebermann, der die Forderung nach der Legalisierung den Regierungsmitgliedern vorgelegt hatte. Nunmehr warten die Einwohner von Havat Gilad (40 Familien) auf technische Entscheidungen bezüglich der genauen Lokalisierung der zukünftig ausgebauten Siedlung, die Verlegung neuer Infrastruktur wie einer neuen Einfahrtsstraße, das entsprechende Budget, das dafür von der Regierung nach Abstimmung zugeteilt werden wird und auch auf das Schicksal eines Teiles der Bauten, die nicht wie die ursprünglichen Häuser auf privat gekauftem Land, sondern außerhalb dessen errichtet worden sind.

Ya’el Shevach reagierte auf die Nachricht:

„Schade, dass wir so zu diesem Tag gekommen sind. Aber wenn es dem so ist, so freue ich mich, dass wir daraus die tröstendste Antwort herausholen können, die es gibt.“ (Walla)

Quellen: Ynet, Walla

 

Freude in Havat Gilad. Quelle: Ynet

 

Havat Gilad/Anschlagsort. Karte

Neue Landstraße(n)

Die Infrastruktur im Gebiet Judäas und Samarias ist in den letzten Jahren effizient ausgebaut und verbessert worden – Straßen, Verkehrsknotenpunkte, Strom- und Wasserleitungen, öffentliche Einrichtungen, Industriezonen. Dennoch ist die Situation oftmals nicht mit dem Standard der Infrastruktur im „kleinen Israel“ innerhalb der „Grünen Linie“ zu vergleichen. Das gilt vor allem für Straßen und Stromleitungen. Zufahrtsstraßen zu abgeschotteten Ortschaften sind in schlechtem Zustand, Bergstraßen haben wenige bis keine Sicherheitsvorkehrungen, Beleuchtung ist selbst auf manchen Abschnitten zentraler Landstraßen nicht vorhanden, es mangelt an Ampeln und Bürgersteigen. Die Vernachlässigung hat verschiedene Gründe, meist politischer und bürokratischer Natur:  entweder gibt es kein ausreichendes Budget für den Ausbau der Landstraßen, oder ein auf politischer Ebene verhängter Baustopp verhindert Erweiterungen von Straßen; eine zeitaufwendige und unflexible Bürokratie der Zivilverwaltung von Judäa und Samaria (COGAT), die viele notwendige Prozesse über Jahre hinweg auf Warteschleife setzt, fehlende Abstimmung oder Bereitschaft zur Abstimmung seitens der palästinensischen Autonomiebehörde und mehr. Und wie bei der Errichtung mancher neuer Wohnpunkte, sind es auch hier tragische Ereignisse, die die israelischen Organe im Endeffekt nach gesellschaftlichem und politischem Druck dazu bringen, Veränderungen zu vollbringen.

So war es im Falle eines schweren Autounfalls, der sich an der Einfahrt zur jüdischen Ortschaft Elazar (Gush Etzion) im Jahr 2015 ereignete, wobei ein Lastwagen mit einem Kleinfahrzeug zusammenstiess, da es zwischen der Schnellstraße 60 und der Ausfahrt zum Tor von Elazar weder einen Kreisverkehr noch eine Ampel gegeben hatte. Der Fahrer des Kleinfahrzeugs und seine Frau starben noch am Unfallort. Das Ereignis soll enorm zur endgültigen Durchsetzung des Baus von Ampeln bei Elazar und dem nahegelegenen Neve Daniel beigetragen haben, die vor etwa 2 Jahren fertiggestellt worden sind.

So ist es ebenso in Samaria gewesen, wo am 12.Januar 2018 eine neue Schnellstraßenstrecke eingeweiht worden ist.  Es handelt sich um die Eröffnung der ersten von insgesamt 5 geplanten

Landstraße 55 Nabi Eliyas – Karte

Erweiterungsstrecken, deren Hauptziel das Umfahren von arabischen Ortschaften ist, aber auch die Ermöglichung einer kürzeren Streckenverbindung. Die neue Strecke, eine Erweiterung der Landstrasse 55 (die zwischen Westssamaria (Karney Shomron, Ma’ale Shomron, Zofim) und der Stadt Kfar Saba und der Autobahn 6 verbindet), umfährtdas arabische Dorf Nabi Eliyas, durch welches die alte Strecke führte, und bietet den Autofahrern eine direkte und

Die neue Strecke. Links: Yossi Dagan, Vorsitzender der Regionalverwaltung Samaria. Quelle: Ynet

schnelle, modern eingerichtete Verbindung. Die Straße ist für israelische und palästinensische Autofahrer offen, ihr Hauptzweck aber besteht darin, israelische Autofahrer vor Attacken der Einwohner von Nabi Eliyas zu schützen, durch welches die israelischen Autos tagtäglich durchfahren mussten und dabei u.a. mit Steinen angegriffen wurden. Nunmehr wird die Durchfahrt durch Nabi Eliyas nicht mehr notwendig sein und es so ein Gefahrenpunkt weniger werden.

Umleitung bei Huwara, Samaria

Dasselbe wird auch an vier weiteren Strecken geplant, bei denen tägliche Reibungen zwischen arabischen Ortsbewohnern und israelischen Autofahrern passieren und diese attackiert werden – so auf der Strecke der Landstraße 60 in Samaria, die durch den Ort Huwara durchführt und bei der es vor einiger Zeit einen beinahe-Lynch an einem israelischen Autofahrer gegeben hatte; und auf der Strecke der Landstraße 60 bei El-Aroub in Gush Etzion, wo ebenso mindestens einmal pro Woche

Umleitung bei Aroub (Gush Etzion, Judäa)

Steinewürfe und gewalttätige Zusammenstöße zwischen Bewohnern des sich dort befindenden Flüchtlingsviertels und der Armeeposten an der Landstraße gibt. Auch dort sollen Umfahrten ausgebaut werden, die schnelle und sichere Verbindungen abseits der Wohnviertel für den täglichen Verkehrsstrom garantieren und auch Stau reduzieren sollen, da es sich bei beiden Strecken um die Hauptverkehrsader der Region handelt (die Landstraße 60 durchschneidet Judäa und Samaria von Jenin im Norden bis Be’ev Sheva im Süden), die von tausenden, Israelis und Palästinensern, täglich benutzt wird.

Ynet berichtet, dass in die neue 55-Strecke, die insgesamt 5 Kilometer misst, 60 Millionen Schekel investiert worden sind. Der Ausbau hatte vor knapp 2 Jahren begonnen, nach langem politischen Kampf und Druck seitens der Vorstände der Regionalverwaltungen von Judäa und Samaria zusammen mit den Hinterbliebenen einiger Attentatsopfer, die auf den Straßen in Judäa und Samaria getötet worden waren – darunter die Verwandten des Ehepaares Eytam und Na’ama Henkin , die im Herbst 2015 von Terroristen aus einem vorbeifahrenden Auto erschossen worden waren, und die Witwe des Polizisten Baruch Mizrahi, der in 2014 aus einem Hinterhalt von einem Terroristen auf der Landstraße 60 nahe Kiryat Arba/Hevron erschossen wurde, und auch Ayala Shapiro, das Mädchen, das durch ein Brandbombenattentat auf ihr Auto in 2014 schwerverletzt worden war. Damals, nach dem Attentat auf das Ehepaar Henkin baute der Vorsitzende der Regionalverwaltung Yossi Dagan ein Protestzelt neben der Residenz des Premierministers auf und forderte von der Regierung Budget für neue Straßen; ihm schlossen sich Familien von Terroropfern und die Minister Eli Ben Dahan und Yisrael Katz an. Jetzt, knapp 2 Jahre später, wurde nicht nur die Straße eingeweiht, sondern weitere 600 Millionen Shekel von der Regierung in einem entgültigen Abkommen für den Ausbau der Infrastruktur und weitere Straßen in Judäa und Samaria bereitgestellt. Damit soll ebenso die von den Koalitionsparteien „Likud „und „Jüdisches Heim“ ins Leben gerufene Kampagne – 1 Million jüdischer Einwohner in Judäa und Samaria – gestärkt werden.

 

Quellen: 93fm, Ynet (2018), Ynet (2016) 

Erschossen: Rabbiner Raziel Shevach, Vater von 6 Kindern

Es ist nicht leicht, nach einer persönlich bedingten Schreibpause von über einem Monat vergangene Ereignisse aufzufrischen und aufzuzählen, nachdem sie schon zigweise in der Öffentlichkeit besprochen und erwähnt (und wieder vergessen) worden sind. Man möge mir verzeihen, dass ich meiner ehemaligen Nachhaltigkeit in diesem Fall nicht gerecht geworden bin. 


Rabbiner Raziel Shevach hy’d mit Ehefrau Yael und Kindern. Quelle: INN

Der Rabbiner Raziel Shevach, 35 Jahre alt, war verheiratet mit Ya’el und hatte sechs Kinder, mit welchen er den jüdischen (offiziell nicht anerkannten) Außenposten Havat Gilad im Süden Samarias bewohnte. In der kleinen, sich mangels staatlicher Authorisierung selbst versorgenden Ortschaft fungierte er als Rabbiner, Schächter besaß eine Ausbildung als ritueller Beschneider. Außerdem war er im als Freiwilliger Bereitschaftsdienst des Roten Davidssterns (Pendant zum Roten Kreuz/regulärem Landesnotfalldienst) in der Region Samaria

Havat Gilad.Quelle: Makor Rishon

engagiert und lehrte in einer Religionsschule im nahegelegenen Yitzhar. In der kleinen, rund 40 Familien starken Gemeinde von Havat Gilad, die erst seit 2002 existiert (und im Andenken an den Sicherheitskoordinator Gilad Sar, der von einem palästinensischen Attentäter in 2001 ermordet worden war, von seinem Bruder Itai gegründet worden war), war Shevach bekannt und angesehen.

Havat Gilad/Anschlagsort. Karte

Am Abend des 9.Januar 2018, als Rabbiner Shevach auf der Landstraße 60 in Samaria nach Hause fuhr, wurde aus einem vor ihm fahrenden palästinensischen Auto beschossen und schwer verletzt. Über WhatsApp konnte er in den Minuten nach dem unmittelbaren Attentat andere Freiwillige des Roten Davidsterns über das Attentat und seinen Zustand alarmieren. Er wurde in kritischem Zustand vom Attentatsort ins Krankenhaus eingeliefert und verstarb dort anschließend.

 

Der Beerdigungszug. Quelle: Channel 20

Die Beerdigung, die traditionell schon am nächsten Tag nach dem Mord stattfand, wurde in Havat Gilad selbst durchgeführt – nach der expliziten Bitte der Witwe, die ihren Mann zitierend sagte, ‚Raziel sagte, sollte mir etwas passieren, so möchte ich hier vor Ort begraben werden‘. Der Bitte wurde stattgegeben, und

 

Quelle: Channel 20

hunderte von Menschen – Familie, Freunde, Nachbarn, Geistliche (darunter die Oberrabbiner Israels, David Lau und Shlomo Amar) und Politiker (darunter der Erziehungsminister Naftali Bennett) wohnten der Beerdigung bei. In ihren Nachreden auf Shevach, in welchen vor allem die geistliche Aktivität, die Hilfsbereitschaft und Aufopferung des Ermordeten angepriesen wurden, wiederholten die Redner immer wieder die Forderung an die Regierung, welche auch die Witwe Ya’el zum zentralen Motiv machte – die Authorisierung und Erweiterung von Havat Gilad, als gebührende Antwort auf den Terror. (Channel 20)

Die Grundstücke, auf welchen sich Havat Gilad befindet, wurden teilweise von Moshe Sar, einem Siedlungsaktivisten und Einwohner von Samaria (Karney Shomron) in den 80ern und nach der Ermordung seines Sohnes Gilad aufgekauft, um dort eine neue Ortschaft zum Andenken seines Sohnes zu gründen. In ihren jüngeren Jahren hatte sie sich teilweise einen Namen als „Hügeljugend“-Ort gemacht und war mehreren nicht immer friedlich verlaufenden Räumungen zum Opfer gefallen. In den letzten Jahren hatte Havat Gilad sich jedoch zu einem mehr oder weniger etablierten Wohnort errichtet, der allerdings keine Unterstützung vom Staat genoss und sich auf eigenhändig eingerichtete Infrastrukturen wie Generatoren verlassen musste. Die Forderung nach der Eingliederung von Havat Gilad als reguläre Siedlung in die Reihe anderer Ortsprojekte und Ortschaften von Samaria wurde nach dem Mord an Shevach als einzige mögliche effektive Antwort auf den Terror gegenüber Juden in der Region aufgenommen. Sowohl die Witwe Ya’el, als auch der Regionalverwalter von Samaria und Politiker wie Erziehungsminister Bennett,

Gedenkhügel am Ort des Terroranschlags an der Landstraße 60, Samaria. Quelle: Channel 20

verlangten nach der Authorisierung der Ortschaft: „Wir kämpfen nicht mit eigenen Waffen, wir haben die Armee“ und „Das Bauen ist unsere Antwort (auf Terror)“, kommentierte Bennett bei der Beerdigungszeremonie, als vereinzelte Rufe „Rache“ gehört worden waren.  (mako) Fünf Tage nach dem Anschlag legte der Verteidigungsminister Avigdor Liebermann der Regierung einen Entscheidungsvorschlag zur Legalisierung der Siedlung vor.

Auch heute, knapp zwei Wochen nach dem Attentat, hat sich die Forderung von Ya’el Shevach hinsichtlich der Reaktion auf den Mord ihres Mannes nicht verändert:

„Dieses Ereignis ist nicht mein persönliches, sondern ein nationales, und für mich wird der wahre Trost sein, wenn Havat Gilad den Status einer offiziellen Siedlung bekommen wird. Ich rufe den Premierminister dazu auf, am kommenden Sonntag (28.01) die Entscheidung des Verteidigungsministers [die Ortschaft zu legalisieren] aufzunehmen und es weiter zu verfolgen, damit wir eine entgültige Erlaubnis bekommen. Das wird der Trost für den Mord meines geliebten Mannes Raziel Shevach, Gott soll sein Blut rächen, sein.“ (Pressemitteilung von Ya’el Shevach, Makor Rishon)

⇒ Im Internet wurde infolge des Anschlags eine „Crowdfunding“-Aktion zur finanziellen Unterstützung der Familie Shevach initiiert. Bisher wurden über 240.000 Dollar (Zielsumme: 300.000 Dollar = 1 Million Shekel) gesammelt. Wer die Aktion unterstützen möchte, kann es hier tun (Englisch): Link zur Initiative


Zu Beginn der Fahndung nach den Terroristen war es (zumindest den Medien nach) der IDF unklar, ob es sich bei dem Attentäter um eine Einzelperson oder eine geplante Gruppenaktion handelte (wobei die Hamas-Organisation das Attentat öffentlich lobte); allerdings stellte sich in den Ermittlungen der IDF und der inneren Sicherheitsdienste heraus, dass mehrere Beteiligte involviert worden waren. Da Havat Gilad und die Strecke, auf der Raziel Shevach erschossen worden war, nahe der Stadt Nablus/Schchem liegen, sperrte die Armee fuer die ersten Tage die Ein- und Ausfahrten der Stadt ab bzw. belegte diese mit Checkpoints, ebenso kreiste sie umliegende Dörfer ein, da die Vermutung nahelag, dass die Attentäter aus Nablus selbst stammten.

Allerdings änderte sich nach einigen Tagen die Situation und die Fahndung weitete sich auf den Großraum Jenin im weiteren Norden Samarias aus und am 18.01. trat die Armee schließlich zu einer Großoperation im Jeniner Flüchtlingsviertel an, bei der die Mitglieder der Terrorzelle gefasst und/oder getötet werden sollten. Der Einsatz sorgte für großen Aufruhr und Widerstand innerhalb des Viertels, die offensichtlichen Verdächtigen lieferten sich Schusswechsel mit der Armee. Dabei wurden zwei der israelischen Einsatzkräfte verletzt, einer davon schwer; von den Zielpersonen wurde einer umgebracht, ein weiterer inhaftiert und der dritte, laut Medien, „verschwand“ und ist offenbar noch immer auf der Flucht. Das Haus eines der Terrorverdächtigen wurde während der Kämpfe zerstört.

 

Quellen: Ynet, Mako, Channel 7, Channel 20, Makor Rishon, Haaretz

Josefsgrab – unbewachter Besuch mit Folgen

Ein unangenehmer Vorfall ereignete sich gestern nacht (21.11) in Shchem/Nablus am Josefsgrab (Samaria), das neben dem hochkriminalisierten (Flüchtlings-)Viertel Balata liegt.
Drei Juden aus Israel, die am Josefsgrab inmitten der arabisch-palästinensischen Stadt beten wollten, gelangten nachts in die Stadt. Jüdische Pilger haben nach einem Abkommen mit der Armee bestimmte Zeiten und Tag(e) in der Woche, an denen sie zum

keveryosef
Auf der Karte

Grab gelangen können; in jedem Fall geschieht es nachts und wird von Armeekonvois bewacht. Gestern nachts fand einer dieser Besuchertage statt und etwa 1000 jüdische Pilger beteten unter Armeebewachung am Grab.
Die besagten drei Personen fuhren offenbar auf Eigeninitiative und ohne Absprechung mit der Armee oder als Teil einer Gruppe zum Grab und nachdem sie ihr Fahrzeug verliessen, wurde dieses von arabischen Einwohnern entdeckt und gestohlen und anschließend angezündet. Die drei mussten durch einen Armeeinsatz evakuiert werden. Gegen einen der unberechtigten Besucher wurde eine Klage eröffnet, dass er entgegen dem Beschluss des Militärgenerals eine für Israelis verbotene Zone (A-Zone, unter PA-Verwaltung = Nablus) betreten habe.
Die Anwälte des Betroffenen beklagten den Zustand, nach dem jüdische und arabische Israelis sowie nichtreligiöse gelegentliche jüdisch-israelische Besucher nach zweierlei Maß gemessen sein würden: demnach verfolge das Militärgericht die Linie, dass religiöse Pilger eher zu bestrafen sei, arabische Israelis allerdings durchgehend in die PA-Gebiete gelassen werden und sonstige israelische Besucher nicht gerichtlich geahndet werden würden.

Schreibpause, Updates

Liebe Leser/-innen,

wie ihr schon gemerkt haben werdet, habe ich seit Längerem nichts Neues mehr veröffentlicht. Ich habe momentan eine Schreibpause eingelegt, die wohl noch etwas dauern wird; ich hoffe, ihr werdet es mir verzeihen und dennoch weiterhin auf den Blog schauen. Es lohnt sich, den Blog zu abonnieren, um so nicht zu verpassen, wenn ich wieder neue Beiträge hochladen werde. (Siehe „Lies mit“ rechts in der Seitenleiste ⇒ )

Es haben sich in dieser Zeit einige Dinge um die jüdische Gemeinschaft in Judäa und Samaria getan:

  • das Pessach-Fest ist am Montag (17.04) zu seinem Ende gekommen. Tausende von Besuchern aus dem ganzen Land bevölkerten während der Pessach-Feiertage (7 Tage insgesamt) die zahlreichen Besucherattraktionen und Wanderrouten in ganz
    Blick aufs Tote Meer

    Judäa und Samaria. Auch ich habe mich, wie vor fast drei Jahren, auf eine Nachtwanderung zwischen der Ortschaft Kfar Eldad im Osten Gush Etzions und dem Toten Meer, quer durch die Judäische Wüste, begeben;

  • wenige Tage vor Pessach ereignete sich ein Attentat gegen zwei an der Bushaltestelle gegenüber der Ortschaft Ofra wachende
    Sg.Elhai Taharlev sel.A.

    Soldaten. Ein Terrorist überfuhr diese mit seinem Wagen. Dabei wurde der Soldat Elhai Taharlev (20) aus der unweit von Ofra liegenden Ortschaft Talmon getötet. Die trauernde Familie musste ohne ihren Sohn das Pessachfest begehen;

  • der Gründer und rabbinische Vorstand der Vorbereitungsakademie für die Armee in Eli (Binyamin-Region), Rabbiner Yigal Levinstein, hat mit seinen taktlosen
    Rabbiner Yigal Levinstein

    Ausführungen zum geschlechtsgemischten Armeedienst einen Skandal und eine große Debatte innerhalb der Gesellschaft ausgelöst, vor allem in nationalreligiösen Kreisen und bei führenden Rabbinern der Siedlerbewegung;

  • das Mädchen Ayala Shapira, welche im Dezember 2014 (Die Siedlerin berichtete) von einer Brandbombe, die ein jugendlicher Attentäter auf das Familienauto geworfen hatte, schwer verletzt worden war, hielt eine Ansprache vor Mitgliedern des EU-Parliaments im Rahmen der neu gegründeten „Freundschaftsgruppe für Judäa und Samaria“, einer
    Ayala Shapira spricht vor den Parlamentariern

    Unterstützungsgruppe aus EU-Parlamentariern, die vom Vorsitzenden der Regionalverwaltung Judäa und Samaria, Yossi Dagan, initiiert worden war. In ihrer Ansprache, bei welcher auch ihre Eltern dabei gewesen waren und gesprochen hatten, wies Ayala die Anwesenden darauf hin, dass bestimmte EU-Gelder, die an die palästinensische Autonomiebehörde überwiesen werden, von dieser an die Attentäter und ihre Familien gezahlt würden, und bat, die Überweisung dieser Gelder zu stoppen.

  • die „Autobahn des Terrors“ zwischen dem Dorf Hussan und der Stadt Beitar Illit in Gush Etzion, auf welcher es täglich
    Das Auto von Eli’ezer Lesovoy nach der Attacke

    Steinattacken gegen israelische Fahrzeuge gegeben hatte, wurde gerade durch die Armeekräfte als „ungefährlich“ erklärt – kurz darauf begann der Steinterror wieder, und das trotz eines Briefes der Einwohner von Hussan, sie würden sich gegen die Attacken stellen und sich die jüdischen Einkäufler im Dorf zurückwünschen. Auch das Auto meiner Freunde wurde von einem großen Steinblock getroffen – es gab zu Glück keine Verletzte;

    Shlomo Neeman
  • der neue Regionalvorsitzende von Gush Etzion, Shlomo Ne’eman, der im März dieses Jahres gewählt worden war, hat endlich seine Arbeit vollends aufgenommen;
  • und natürlich kommt man nicht um Steinattacken und hin und wieder Molotow-Cocktails auf israelische Autos und Molotow-Cocktails auf  herum. Und ab und zu gibt es auch feindliche Auseinandersetzungen zwischen jüdischen und arabischen Nachbarn – zumeist in der Samaria-Region.

Auch ich habe einiges hinter mich gebracht – so beispielsweise eine kleine Gruppe deutschsprachiger Teilnehmer einer Bildungsreise, die von der taz und ihrer Israel-Korrespondentin Susanne Knaul, zusammen mit ihrem Kollegen Georg Baltissen, organisiert worden war.

Ich hoffe, bald wieder zum Schreiben zu kommen und verbleibe bis dahin mit herzlichen Grüßen und guten Wünschen für den Frühling. Ich hoffe sehr, dass diejenigen unter euch, die Ostern feiern, ein gelungenes Fest gehabt haben!

Chaya