NEWS: Havat Gilad legalisiert

Die israelische Regierung hat gestern (04.02) entschieden, die bisher nicht authorisierte, sich selbst verwaltende jüdische Ortschaft Havat Gilad im Süden Samarias offiziell als anerkannte

Havat Gilad. Quelle: Ynet

Siedlung/Ortschaft in die Liste der jüdischen Wohnpunkte in Judäa und Samaria aufzunehmen und den kleinen ländlichen Außenposten zu legalisieren. Somit wird Havat Gilad nunmehr vom Staat versorgt und gefördert werden, wird Anspruch auf staatliche Infrastruktur und Bauprojekte bekommen und wird nicht mehr der Gefahr einer Räumung als illegaler Vorposten ausgeliefert sein.

Über Havat Gilad habe ich im Beitrag Erschossen: Rabbiner Raziel Shevach berichtet – Rabbiner Shevach lebte in der Siedlung und wurde am 09. Januar 2018 von Terroristen auf dem Heimweg im Auto erschossen. Die Witwe und Mutter der gemeinsamen sechs Kinder, Ya’el, forderte daraufhin, unterstützt von Politikern und Regionalvorsitzenden von Judäa und Samaria, die Anerkennung von Havat Gilad als eine Antwort auf den Terror und eine unmittelbare Konsequenz des Anschlags – im Sinne des bekannten Prinzips „Sie töten, wir bauen“, der als eins der Mottos der Siedlungsbewegung.  In einer Pressemitteilung sagte Ya’el Shevach,

„Dieses Ereignis ist nicht mein persönliches, sondern ein nationales, und für mich wird der wahre Trost sein, wenn Havat Gilad den Status einer offiziellen Siedlung bekommen wird. Ich rufe den Premierminister dazu auf, am kommenden Sonntag (28.01) die Entscheidung des Verteidigungsministers [die Ortschaft zu legalisieren] aufzunehmen und es weiter zu verfolgen, damit wir eine entgültige Erlaubnis bekommen. Das wird der Trost für den Mord meines geliebten Mannes Raziel Shevach, Gott soll sein Blut rächen, sein.“ (Pressemitteilung von Ya’el Shevach, Makor Rishon)

Die Entscheidung der Regierung wurde relativ kurzfristig gefällt, nur einen Monat nach dem Attentat. Die Minister folgten der Initiative von Verteidigungsminister Avigdor Liebermann, der die Forderung nach der Legalisierung den Regierungsmitgliedern vorgelegt hatte. Nunmehr warten die Einwohner von Havat Gilad (40 Familien) auf technische Entscheidungen bezüglich der genauen Lokalisierung der zukünftig ausgebauten Siedlung, die Verlegung neuer Infrastruktur wie einer neuen Einfahrtsstraße, das entsprechende Budget, das dafür von der Regierung nach Abstimmung zugeteilt werden wird und auch auf das Schicksal eines Teiles der Bauten, die nicht wie die ursprünglichen Häuser auf privat gekauftem Land, sondern außerhalb dessen errichtet worden sind.

Ya’el Shevach reagierte auf die Nachricht:

„Schade, dass wir so zu diesem Tag gekommen sind. Aber wenn es dem so ist, so freue ich mich, dass wir daraus die tröstendste Antwort herausholen können, die es gibt.“ (Walla)

Quellen: Ynet, Walla

 

Freude in Havat Gilad. Quelle: Ynet

 

Havat Gilad/Anschlagsort. Karte
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8 Kommentare zu „NEWS: Havat Gilad legalisiert“

  1. Die friedenstauben gabs und gibt es sie sind nur vorsichtiger geworden und paranoider.
    https://www.google.co.il/search?q=banksy+peace+dove&client=ms-android-motorola&prmd=inv&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwi6ye6m75HZAhWGDOwKHaBFADIQ_AUIESgB&biw=592&bih=280#imgrc=KBcCujD8eNVjhM:
    Aber Mal vom politischen aspect abgesehen waere es de facto ein kosher stempel fuer diebstahl da havat gilad so ca. 90% auf palestinesischem privat besitz gebaut wurde.genauer gesagt wuesste ich nicht das da irgendwas legal waere and ich war ein paar mal dort.
    Ich verstehe den politischen willen und den siedlertraum aber auch nicht der zweck heiligt solche mittel.

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    1. Eitan, deine Angaben stimmen nicht. Das Grundstueck, auf dem die Bauten (ausser wenigen neuen, die regelmaessig abgerissen werden) steht auf juedischem Privatland, aufgekauft durch Moshe Zar, daher wurde Havat Gilad schon von Anfang an auf diesem Grundstueck gebaut, wurde es doch im Andenken an den Sohn Zars errichtet.
      Die Gebiete rundherum sind nicht gaenzlich ermittelt. Bei der Legalisierung von Havat Gilad wird auch das geprueft, um zu sehen, wo man die Infrastruktur bauen kann.
      Bitte ohne Falschangaben.

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      1. Meine angaben kommen von den katzovers mit dennen ich damals dort war und die tendieren zu stimmen da sie fast ueberall in der siedlungsbewegung praesent sind.

        http://peacenow.org.il/en/israel-must-not-authorize-havat-gilad-outpost

        https://www.google.co.il/amp/s/www.timesofisrael.com/bid-to-legitimize-terror-victims-west-bank-outpost-faces-legal-hurdle/amp/

        Und auch ein kurtzer blick ins netz bestaetigt das dort eigendlich nix legal ist.

        Aber der punkt ist die nachtraegliche legaliesierung von diebstahl.Privateigentum ist eben privat und ich glaube das du dir nicht bewusst bist zu was du eigendlich aufrufst.

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      2. Hi Eitan,
        sorry, der Kommentar war im Spam gelandet.
        Ich rufe im Beitrag zu nichts auf, sondern berichte, obwohl ich persönlich dahinter stehe.
        Allerdings bin ich genauso wie du gegen Raub von Privatland, nur ist meine Herangehensweise, was Ermittlung von Privatland angeht, anders, und ebenso gibt es Bedingungen, unter welchen es für mich weniger ein Problem darstellt.
        Peace Now ist für mich keine legitime Quelle, da sie nicht unabhängig ist. Was genau sagten dir die Katzovers?
        Vielleicht meinten sie/du den Kauf des Landes, dass dieser von anderen als nicht legal angesehen wird. Ja, die Methoden sind manchmal fraglich, manchmal nicht, im Endeffekt, wenn es ein Kauf ist, ist es ein Kauf; und wie im Fall von Amona und Ofra (und NEtiv Avot) tatsächlich nachgewiesen wird, dass es sich um Privatland handelt, werden die Bauten auch abgerissen.
        Was den Ausbau von Havat Gilad angeht, so hoffe ich, dass die Regierung Möglichkeiten findet, dieses ohne Beschlagnahmung von Privatland zu tun. Land gibt es genug. Bei weitem nicht alles, was als Privatland vermarktet wird, ist solches.

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    1. Alle Falken freuen sich.
      Der Mörder ist im Paradies bei seinen 40 Jungfrauen, (oder vielleicht sind es auch nur Jaffa Orangen)
      Der Ermordete kann politisch instrumentalisiert werden.

      Nur die Friedenstaube ist gerupft
      Und sechs Kinder vermissen ihren Vater.

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