Vorgeschichte: Vor einigen Tagen, am 09.Februar, ereignete sich ein
Der Patriarchenweg. Illustration
Attentat auf einen Mann aus dem Kibbutz Rosh Tzurim, an einem Nachmittag, als dieser auf dem beliebten Wanderweg „Der Patriarchenweg“ hinter der Siedlung Neve Daniel joggte. Der Täter stieg aus dem Tal auf den Berg herauf, rannte hinter dem Jogger her
und griff ihn mit einem Messer an. Der Jogger konnte sich wehren, der Täter flüchtete, nicht aber, ohne sein Opfer zuvor zu verletzen. Der Verletzte erreichte die Einfahrt von Neve Daniel und meldete die Tat den Sicherheitskräften. Medizinische Versorgung bekam er anschließend im Krankenhaus und müsste nun in besserer Verfassung sein.
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Die Antwort der lokalen jüdischen Einwohner liess nicht lange auf sich warten. Der Patriarchenweg, übersät mit antiken römischen und jüdischen Archäologiefunden, mit einer atemberaubenden Aussicht auf Berge, Tal und Dörfer, ist seit jeher ein beliebtes Ausflugsziel gewesen, und das, so beschloss man, würde sich niemand von Terroristen nehmen lassen.
Dabei übernahm die lokale Wanderschule vom Kibbutz Kfar Etzion, welche nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967 gegründet wurde, um die Rückkehrer und die neuen Einwanderer nach Gush Etzion zu unterstützen und zu bilden, die Initiative. Die Schule, welche im Gush Etzion als Tourismuszentrum und Bildungsstätte für die Natur und Geschichte
Yaron Rozental, Direktor der Wanderschule (Quelle: NRG)
der Region fungiert, beschloss, für diesen Freitag (12.02) alle Ausflüge durch professionelle Guides, die normalerweise einen erheblichen Preis kosten, den Interessierten kostenlos anzubieten. Mehr noch: Die Ausflüge würden sich, von den hauseigenen Reiseführern geleitet, rund um das Thema Patriarchenweg drehen, mit Wanderzielen wie Wasserquellen, archäologische Ausgrabungen und die Geschichte vor der Entstehung des Staates, als gerade in der Region von Gush Etzion der Unabhängigkeitskrieg wütete und schwere Kämpfe zwischen den jüdischen Einwohnern und den arabischen Armeen stattfanden.
Auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte die Kfar-Etzion-Wanderschule diesen überraschenden Aufruf, an den Wanderungen teilzunehmen und bat um reges Weiterleiten und Kommen. Der Direktor der Schule, Yaron Rozental, erklärte in einem Interview im Radio „Moreshet“ (Kol Israel):
„Das Wichtige ist, nicht mit Slogans um sich zu werfen, wenn so etwas geschieht [Terrorattacken, Anm.], sondern tatsächlich etwas zu tun.“
Es bleibt, den Wanderen der Kfar-Etzion-Schule und Herrn Rozental viel Glück bei den Ausflügen zu wünschen, und dass in Zukunft die Besucher auch zu ruhigen Zeiten nicht wegbleiben werden!
Zwei schwere Terroranschläge erschütterten die Gemeinschaften von Judäa und Samaria gestern und heute.
Gestern, 17.01:
Ein arabischer Terrorist gelangte in den späten Nachmittagsstunden unerkannt in die Siedlung Otniel, welche sich südlich der Stadt
Dafna Me’ir hy“d
Hevron befindet. Dort traf er vor einem Haus nahe des Ortszauns auf eine 38-jährige Frau namens Dafna Me’ir. Dafna Me’ir war Krankenschwester, Therapeutin, Mitglied des Verwaltungsrates von Otniel und vor allem – Mutter von sechs Kindern – Renana (17), Akiva (15), Noa (11), Ahava (10), Yair (6) und Yaniv (4). Der Terrorist war mit einem Messer bewaffnet, Dafna Me’ir stand neben ihrer Tochter Renana am Hauseingang und war nicht darauf vorbereitet, dass dieser Mann, der da auf sie zukam, auf sie einzustechen begann. Dafna begann zu schreien und während der Terrorist auf sie einstach, versuchte die Mutter mit aller Kraft, ihn von der Haustür wegzudrücken – denn Renana und zwei weitere Kinder waren im Haus und würden, würde sie ihn nicht aufhalten können, die nächsten Opfer des Terroristen sein. Auch Tochter Renana begann zu schreien. Der Terrorist liess schließlich von der Frau, die ohnmächtig und schwerverletzt zu Boden sank, ab und flüchtete, während die entsetzte Renana am Telefon der Notfallhilfe berichtete, „helft mir, man hat meine Mutter erstochen!“
Als die ersten Notfallhelfer auftauchten und Dafna wiederzubeleben versuchten, sahen dies auch die zwei aufgeschreckten anderen Kinder. Die Wiederbelebungsversuche scheiterten, Dafna war zu schwer verletzt. Sie starb am selben Hauseingang, wo sie noch einige Minuten zuvor mit ihrer Tochter gestanden hatte.
Hier liegt Otniel
– Diese Details erfuhren heute die Leser der Zeitung „Yediot Acharonot“ und noch weiterer Nachrichtenausgaben. Dafna Me’ir, die Krankenschwester aus Otniel, wurde wider Willen aller zur Titelgeschichte des heutigen Tages. Der Terrorist, welcher sie am Sonntagnachmittag vor ihren Kindern niederstach, flüchtete aus der Ortschaft in Richtung arabischer Siedlungen. Nachdem das Ereignis an die Armee weitergeleitet worden war, begann diese ihre Fahndung nach dem flüchtigen Mörder. Die ganze Nacht über hörte
Yediot Acharonot, Ausgabe 18.01.16 Schlagzeile: „Helft mir, man hat meine Mutter erstochen“
man Hubschrauber durch die Luft fliegen, und hoch im Himmel über Hevron zerrissen immer wieder Leuchtbomben die Dunkelheit. Die Fahndung verlief bis jetzt (19.01) noch immer ohne Erfolg; einige Verdächtigen wurden verhaftet, der Täter befindet sich jedoch noch immer außer Reichweite. Die Einwohner von Otniel wurden von der Armee angewiesen, sich in ihren Häusern zu verschließen, bevor man Entwarnung für die Ortschaft geben konnte.
Heute morgen fand das Begräbnis von Dafna statt. Sie, die im Soroka-Krankenhaus in Beer Sheva arbeitete, daheim als Therapeutin für Frauen mit Fruchtbarkeitsproblemen wirkte, gelegentlich in den örtlichen Zeitungen schrieb und auch Ratsmitglied der lokalen Ratsversammlung gewesen war, hinterließ Ehemann Natan und ihre sechs Kinder in tiefer Trauer. Zwei der Kinder hatten sie und ihr Partner vor einiger Zeit adoptiert, zusätzlich zu den leiblichen vier.
Beerdigung von Dafna Me’ir. Quelle:INN
Der Beerdigungszug zog sich von Otniel in den Südhevronbergen über die Autobahn 60 bis nach Jerusalem. An jeder Kreuzung auf der Autobahn fanden spontane Solidaritätsbekundungen mit Flaggen statt. Beerdigt werden sollte Dafna Me’ir auf dem Har Hamenuchot-Friedhof in Jerusalem. Zu der Beerdigung erschienen hunderte Freunde, Familienmitglieder, Kollegen, trauernde Mitbürger. Der Vater und der älteste Sohn, Akiva, sprachen gemeinsam das Totengebet „Kaddish“. Unter den Trauernden waren auch die Kulturministerin Miri Regev und der Erziehungsminister Naftali Bennett. Beide sprachen einen Nachruf auf die Ermordete. Auch die Staatsoberhäupter – PM Netanyahu, Präsident Rivlin – sandten ihr Beileid an die Familie.
Die Familie wird von heute an sieben Tage in Trauer sitzen, wie es das jüdische Gesetz vorschreibt. Die Armee fahndet in den umliegenden Ortschaften nach dem Täter. Der Vorstand der Bezirksverwaltung Südhevron äußerte sich zum Attentat wie folgt:
Ich habe die israelische Regierung, die uns, die Bewohner von Judäa und Samaria der letzten 40 Jahre hierher geschickt hat, dazu aufgerufen, ihre Mission zu erfüllen und zionistisch zu handeln, was die Besiedlung, die Landwirtschaft, den Tourismus und die Erziehung betrifft (…). Die israelische Regierung ist verpflichtet, die sehr klare Entscheidung zu treffen, die israelische Souveränität auf die Siedlungen auf Judäa und Samaria auszuweiten. (…) Es bietet sich an. Es ist erforderlich. Man soll uns nicht unter der Besatzung, unter der Militärherrschaft leben lassen.(…) Der nächste Schritt wäre die Ausweitung der Souveränität, das wäre die praktische Variante der symbolischen Umarmung, welche die Siedlergemeinschaft an diesem schweren Tag bekommt.
Heute, 18.01:
Hier liegt Teko’a.
Ein arabischer Terrorist gelangte in die jüdische Siedlung Teko’a, im Osten Gush Etzions, und entdeckte dort in einem Geschäft eine Frau, die 30-jährige Michal Fruman. Michal Fruman war schwanger und befand sich mit anderen Frauen im Laden, als der noch jugendliche Terrorist (15) hineinkam. Die anderen Kundinnen begannen auf ihn einzuschreien und zu fordern, er solle hinausgehen.
Michal Fruman wird eingeliefert. Quelle: YNET
Michal dagegen kam zu ihm hin und fragte, ob er Hilfe brauche. In diesem Moment, als sich ihre Blicke kreuzten, begann der Terrorist, auf Michal einzustechen. Er verletzte sie an der Schulter und an den Lungen. Herbeieilende Sicherheitskräfte erschossen den Terroristen auf der Stelle, die schwangere Michal wurde vor Ort versorgt und nach Jerusalem ins Krankenhaus eingeliefert. Wie die Ärzte feststellen konnten, hatte die Verletzung das Ungeborene nicht gefährdet und es war gesund. Michal selbst erlitt einen Schock und litt unter Schmerzen durch die Messerstiche, war ansonsten aber in stabilem Zustand.
Über diese Einzelheiten berichtete die Schwiegermutter von Michal, Hadassah Fruman, dem Galatz-Radio. Hadassah Fruman ist die Witwe des berühmten Rabbiners und Friedensaktivisten Menachem Fruman, der national und international für sein Engagement zur Förderung von Koexistenz zwischen jüdischen Siedlern und palästinensischen Arabern bekannt gewesen war. Das Ehepaar Fruman pflegte regen Kontakt zu der lokalen arabischen Bevölkerung und investierte Zeit und Kraft darin, Kontakte zwischen jüdischen Siedlern und lokalen Arabern zu knüpfen, Einfluss auf die örtlichen Gemeindeführer zu nehmen und so den „Friedensprozess“ an Ort und Stelle voranzutreiben, und das zwischen den hauptsächlich davon betroffenen Bevölkerungsgruppen – den Juden und Arabern in Judäa und Samaria. Nach dem Tod von Rabbiner Fruman übernahm Hadassah diese Aufgabe und unterhielt weiterhin Kontakte und Projekte.
Hadassah, deren Sohn Elyashiv der Mann von Michal ist, berichtete dem Radio über den Gesundheitszustand der Schwiegertochter, erzählte die Details vom Vorfall und wurde auch zu der „Fruman’schen Herangehensweise“ an den israelisch-arabischen Konflikt gefragt.
Erfreuliche Nachrichten fuer Gush-Etzion-Bewohner und die Siedlerbewegung:
Der Gush-Etzion-Bezirk wird um ein weiteres Gebiet nach Sueden hin erweitert! Das berichteten einige Medien Anfang dieses Monats (Januar 2016). Dabei handelt es sich um eine Gebietsflaeche von 40 Dunam (0,04 Quadratkilometer), welche an der Autobahn 60 gegenueber dem sogenannten Fluechtlingslager/Dorf El-Arub liegt und insgesamt 8 Steingebaeude umfasst. Diese wurden noch vor der Gruendung des Staates Israel, so berichtet die Nachrichtenplattform Kipa.co.il, in den 40er Jahren von einem amerikanischem Presbyterianer Kirchenverband erbaut und dienten mehrere Jahre lang als Krankenhaus fuer Tuberkulose-Patienten. Nach einigen Jahren war die Kirche aufgrund finanzieller Schwierigkeiten genoetigt, das Land und die Gebaeude zu verkaufen.
Auf der Karte
Das Areal, das unter den Bewohnern der Gegend als „Bet haBracha/Bayt alBarake“ (Haus des Segens) bekannt ist, wurde schon vor etwas mehr als einem halben Jahr von dem amerikanisch-juedischen Arzt, Geschaeftsmann und Philantropen Irving Moskowitz in Zusammenarbeit mit dem „Verband zur Ausloesung von Land in Israel“ aufgekauft. Der Kauf wurde mithilfe des bekannten Jerusalemer Geschaeftsmanns Arye King getaetigt, welcher, ebenso wie Moskowitz, als Patron der Siedlerbewegung gilt und dieser grossflaechige Unterstuetzung beim Aufkaufen von Land bereitstellt. Der Kauf wird generell ueber dritte Parteien und unter kompletter Verschwiegenheit durchgefuehrt, welche vor allem die arabischen Verkaufspartner fordern, um die eigene Sicherheit vor der Palaestinensischen Autonomiebehoerden zu garantieren. Auf Landverkauf an Juden steht in der PA die Todesstrafe, welche auch vollstreckt wird, sobald der betreffende Landverkaeufer entlarvt wird.
Vor einem halben Jahr wurde das Gebiet heimlich aufgekauft und zur 24-stuendigen Bewachung der Gebaeude wurden private Sicherheitsleute eingesetzt. Der Kauf und die Bewachung wurden, soweit moeglich, von offiziellen Stellen und der Oeffentlichkeit geheim gehalten, obwohl sich Geruechte ueber den Kauf in Gush Etzion schnell verbreitet hatten. Unterdessen fuehrte die lokale Bezirksverwaltung von Gush Etzion Unterredungen mit Verantwortlichen innerhalb der Regierung und Militaerverwaltung mit dem Bestreben, von diesen die Besitzgenehmigung fuer das Gebiet zu erhalten. Schon im Oktober 2015 berichtete das Armeeradio „Galey Zahal“ ueber geplante Schritte zur Legalisierung des Areals seitens des Verteidigungsministeriums. Dabei wurde angegeben, dass die neuen Besitzer der Gebaeude nicht die Absicht haetten, das Areal zu einer neuen Siedlung umzufunktionieren, sondern touristisch auszubauen, etwa zu einer Hostel.
Anfang Januar 2016 berichteten Kipa.co.il, Israel National News und weitere Medien ueber den entgueltigen Abschluss des Legalisierungsprozesses, welcher durch das Verteidigungsministerium und Minister Moshe Ya’alon ermoeglicht worden war. Dieser gab seine Zustimmung zur Anfrage, das Gebiet des „Bet haBracha“ der rechtlichen und verwaltungstechnischen Befugnis der Bezirksregierung von Gush Etzion zu unterstellen; der zustaendige Armeekommandant unterschrieb die Verfuegung, entsprechend den Prozedurregeln der israelischen Militaerverwaltung im Gebiet Judaea und Samaria. Damit wurde das Areal offiziell zum Teil des Gush-Etzion-Bezirkes erklaert und kann nun ab sofort von Einwohnerwilligen legal bezogen werden. Eine Baugenehmigung fuer neue Gebaeude liegt momentan nicht vor, allerdings ist es rechtlich moeglich, die alten vorhandenen Gebaeude zu beziehen.
Das 40 Dunam grosse Areal liegt an strategisch wichtiger Stelle, direkt an der Autobahn 60, welche das Gebiet von Judaea von Jerusalem ueber Hevron bis Yatir noerdlich von Beer Sheva durchschneidet und die zentrale Route darstellt. Ebenso liegt es direkt gegenueber dem heute sog.“Fluechtlingslager“ El-Arub, welches heute eine Ortschaft von mehreren Tausend arabischen Einwohnern darstellt und Anfang des 20.Jahrhunderts auf den Ruinen eines antiken Dorfes namens El-Arub erbaut wurde. Inmitten des Dorfes befinden sich Wasserquellen, aus welchen einst roemische Wasserleitungen das Wasser nach Jerusalem transportierten.
Offenbar schienen die acht Steingebaeude auf einem Feld in den juedaeischen Bergen fuer bestimmte Kreise von hoeherer Relevanz als der beruehmte Sack Reis in China oder auch die Ereignisse rund um Israels Grenzen zu sein. Denn die Reaktion liess nicht lange auf sich warten: John Kirby, Pressesprecher des US-Aussenministeriums ( die Nachrichtenplattform Newsru.co.il berichtete am 09.01), aeusserte die „Beunruhigung“ der US-Regierung angesichts der israelischen Bautaetigkeit ausserhalb der „Gruenen Linie“, welche, so Kirby, eine friedliche Loesung des israelisch-palaestinensischen Konfliktes nach dem Prinzip „Zwei Staaten fuer zwei Voelker“ gefaehrden wuerde.
Die Teilnehmer der Israel-Botschafterreise des Reisebüros Israelreise.de aus Deutschland (in Zusammenarbeit mit dem lokalen Reiseveranstalter Keshet Educational Tours), angeführt von Reiseleiter Werner Hartstock und lokalem Guide Michael, erklommen zusammen mit Busfahrer Ali die Berge von Judäa und gelangten wohlbehalten am heutigen überraschend warmen Freitagvormittag (11.12) nach Alon Shevut, wo ich auf sie wartete,
Gruppe „Israel-Botschafterreise“, 11.12.15
um ihnen eine kleine und dennoch allumfassende Führung durch die Siedlung zu ermöglichen. Anschließend fuhren wir gemeinsam mit der Gruppe auf die Anhöhe des Wohncontainer-Viertels von Alon Shevut – Givat haChish (nach der Feldkämpferabteilung benannt, welche hier im Unabhängigkeitskrieg 1948 gegen die arabischen Armeen kämpfte, um die jüdischen Ortschaften zu verteidigen). Dort bewunderten wir gemeinsam die wunderbare Aussicht auf die östlichen Berge von Gush Etzion, schafften es fast, Jerusalem zu erkennen, bestaunten die Länge von Efrat und gönnten uns
Gruppe „Israel-Botschafterreise“, 11.12.15
schließlich einen Spaziergang durch die engen Gassen unseres Viertels. Und zum ersten Mal durfte ich wohl eine ganze Reisegruppe zur Besichtigung in meinem kleinen Heim einladen – das war vielleicht ein witziger Anblick! 🙂
(Kater Fruri ließ Streicheleinheiten und die große Menge fremder Besucher geduldig an sich vorbeiziehen.) Anschließend fuhr die Gruppe in die Bäckerei „Shifon“ in das benachbarte Neve Daniel, um dort allerlei Brotsorten einzukaufen.
Vielen Dank an alle Besucher und die verantwortlichen Reiseleiter. Ich hoffe auf weitere Zusammenarbeit (über ähnliche Projekte lässt sich hier nachlesen)!
⇒ Hier kann man sich Fotos der verschiedenen Begegnungen mit mir und meinen Besuchern anschauen.
Der Terror wird fortgesetzt, auch wenn nicht jede Nachricht, die eingeht, in diesem Forum wiedergegeben wird. Jeder, der irgendein israelisches Nachrichtensystem und seine Aktualisierungen abboniert hat – Ynet, 0404, Channel 2, INN und das Journalistenupdate der israelischen Armee (privat) sind die Quellen, die ich mehrheitlich nutze -, bekommt den ganzen Tag über aktuelle Berichte über Anschläge und Verdacht auf Anschläge im ganzen Land. Leider kann ich auch euch nicht von den Nachrichten befreien, da ich mich verpflichtet fühle, über die Angriffe auf die Juden in Judäa und Samaria zu berichten.
(Updates für andere Regionen gibt es bei anderen vertrauensvollen deutschsprachigen Seiten wie Israelnetz, Israel Direkt und anderen).
Am 23.11. war erneut ein Tag des Terrors und der Opfer in Judäa und Samaria (ebenso in Jerusalem) gewesen.
1. Zwei Juden wurden auf einer Tankstelle auf der Autobahn 443 (Jerusalem – Modiin, Südsamaria) durch einen Terroristen verletzt – eine Offizierin und ihr Soldat. Der Soldat, Ziv Mizrachi, 18, aus der Siedlung „Givon Hachadasha“, wurde von einem Terroristen, selbst 16 Jahre alt, lebensgefährlich verletzt und starb kurze Zeit später an seinen Verletzungen.
Ziv Mizrachi hy’d
Ziv wurde erst in diesem September in die Armee eingezogen. Seine Freunde beschrieben ihn als einen fröhlichen Jungen, der immer einen Witz parat hatte, sehr empfindsam war und seinen Dienst in der Armee genossen hatte. Die Familie von Ziv hatte 2003 ein furchtbares Trauma hinter sich gebracht – Zivs Onkel Alon wurde in einem Terroranschlag auf das Jerusalemer Café Hillel umgebracht, bei welchem 6 Israelis getötet wurden. Alon war erst 22 Jahre alt. Ziv erinnerte sich oft an den getöteten Onkel, insbesondere die letzte Zeit brachte viele Erinnerungen zurück.
Karte des Tatorts, Autobahn 443
Die Offizierin, welche zusammen mit Ziv auf der Tankstelle gewesen war, wurde Zeuge des Attentats. Die beiden waren kurz zuvor nur knapp einem Autounfall entgangen und hielten bei der Tankstelle an, um die Schäden zu klären.
Die Offizierin am Tatort. Foto: Ynet
2. Am Morgen wurde ein Mann von 27 Jahren nahe der Siedlung Kfar Adumim angefahren und leicht verletzt. Der Fahrer flüchtete. (Channel 2, Ynet)
3. Auf der Huwara-Kreuzung versuchte ein Terrorist, einen Soldaten mit einem Messer anzugreifen und wurde erschossen.
Hadar Buchris hy’d
Am 22.11 wurde die junge Hadar Buchris, 21, von einem arabischen Terroristen aus dem nahgelegenen Dorf Bet Fajjar ermordet. Der Terrorist war in das Areal der Gush Etzion-Kreuzung, welche als der momentan gefährlichste Brennpunkt Israels gilt (und auch die Kreuzung vor meinem Wohnort darstellt) und rundum bewacht ist, vorgedrungen und griff die an der Bushaltestelle wartende Hadar an. Er verletzte sie schwer und wurde anschließend von den Soldaten erschossen. Hadars Leben konnte nicht mehr gerettet werden – die schwerverletzte junge Frau starb auf dem Weg ins Krankenhaus.
Ortschaftenkarte Gush Etzion.
Hadar war 21 und stammte aus Zfat (Safed) im Norden. Sie war einige Wochen lang auf der Suche nach einer WG in der Siedlung Bat Ayin im Gush Etzion. Vor etwa zwei Wochen kam sie aus einer halbjährigen Reise in Indien zurück und wollte ein neues Kapitel im Leben aufschlagen. An diesem Tag, an welchem sie ihr Leben verlor, war sie gerade zurück von der WG-Suche und wollte bei Freunden im Gush Etzion übernachten, als sie der Terrorist entdeckte und anfiel.
In Hadars Zimmer in Zfat fand man den folgenden Text über ihrem Bett stehen:
Foto: Yonatan Amrani
„Ich liebe das Leben. Ich liebe alles. Ich liebe es einfach. Liebe die Natur, liebe es zu lachen. Liebe es zu tanzen. Liebe das, was es nicht gibt, und was es gibt. Verstehe, dass alles zum Guten ist. Ich nehme in mein Leben auf, was ich brauche, und sage danke für das, was Er dort oben mir gibt. Glaube daran, dass es ein gutes Karma gibt. Ich liebe Menschen und bevorzuge die Guten unter ihnen. Zu wissen, dass alles vorbei geht. Dass nichts als Zufall passiert. Ich erinnere mich immer selbst daran. Das ist eine Entscheidung. Tief einatmen, nu… na und? 🙂 Ich liebe das Alleinsein, den kleinen Gott, der aus mir heraus spricht. Liebe die kleinen Gesten im Alltag. Versuche, das Jetzt so viel es geht, zu leben. Suche nach den kleinen Glücksmomenten. Liebe das Schaffen, die Kunst, die Seele in den Dingen. Musik, Natur, Kleider. Liebe ohne Ziel. Ich liebe einfach. Liebe das Meer, den Wind und die Stimme der Wellen. Liebe den Sonnenuntergang und mich selbst im Spiegel. Das ist mein Körper und er ist ein Geschenk. Liebe mich selbst. Punkt.“
Foto: Walla
Hadar wurde am 23.11 auf dem Jerusalemer „Har Hamenuchot“-Friedhof bestattet, mehrere hundert Menschen begleiteten sie. Die Knesset-Abgeordnete Shuli Mu’alem-Refa’eli (Jüdisches Heim), ebenso eine Einwohnerin der Gegend, eröffnete an der Stelle, wo Hadar ermordet wurde, aus Protest ein symbolisches „mobiles Büro“ (Zelt).
Am Morgen des 22.11. wurde der ehemalige Vorsitzende der Judäa und Samaria-Verwaltung, Gershon Messika (der wegen einer Korruptionsaffäre aus dem Amt entlassen wurde) Zeuge eines versuchten Attentates, als er eine Anhalterin in den Wagen
Gershon Messika. Rettete Wartende vor Messerattacke.
aufnahm und dabei eine muslimische Frau mit einem gezückten Messer auf weitere Wartenden auf einer Bushaltestelle in Südsamaria zurennen sah. Der Mann zögerte nicht lange und fuhr mit seinem Wagen in die Terroristin hinein. Dabei stieß er diese um. Der Wagen rutschte in einen Graben. Die herbeieilenden Soldaten konnten die Terroristin niederschießen. In den sozialen Netzwerken wurde Messika als Held gefeiert, einige Medien konnten die Rettungstat aber nicht ohne einen Kommentar zur Korruptionsaffäre stehen lassen.
Ich möchte, dass ihr wisst, dass im ganzen Umkreis von Judäa und Samaria in den letzten Tagen verstärkt Steine auf jüdische Autofahrer geworfen werden. Da die Straßen weiterhin Juden und Arabern zugänglich sind , ist diese Gefahr immens groß. Steine, Brandbomben, Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften sind tagtäglich präsent (Updates: IDF Blog). Nicht jedes solche Update wird sich auf meinem Blog finden – irgendwo symbolisiert es auch eine Tendenz dazu, solche Übergriffe auf den Alltag nach einer bestimmten Zeit als Alltag wahrzunehmen und nicht mehr gesondert zu betrachten. Dennoch – ein jeder solcher Übergriff mit dem Ziel, Menschen zu schaden und umzubringen, ist ein Terrorakt für sich!
Spontankundgebungen jüdischer Einwohner mit Flaggen, Reden und Gesang bilden sich an größeren Kreuzungen, so am 23.11. an der Gush Etzion-Kreuzung, als sich mehrere dutzend Frauen aus den Siedlungen zum Protest gegen die Morde versammelten.
Teile von Landstraßen, welche direkt an Siedlungen vorbeiführen, so die Straße 367 bei der Siedlung Alon Shvut, auf welcher am letzten Donnerstag Yakov Don und Ezra Schwarz umgebracht wurden, werden für arabische Nichteinwohner zur Durchfahrt gesperrt. Erneut werden sogenanne „Roadblocks“, Spontansperren, eingeführt – welche schon fast ein Jahrzehnt nicht mehr so vorhanden gewesen sind und die Freifahrt für palästinensische Autofahrer garantiert gewesen ist (innerhalb von Judäa und Samaria, Jerusalem nicht inklusive).
In einige der Siedlungen werden arabisch-palästinensische Arbeiter aus Vorsichtsmaßnahmen vorerst nicht mehr hineingelassen – das unterliegt der Entscheidung der Lokalverwaltung. Das hindert sie entsprechend am täglichen Geldverdienst. Dörfer, aus welchen Terroristen auf Juden Attentate verüben, werden unter Ausgangssperre gesetzt, bis die notwendigen Verhaftungen durch die Armee vorgenommen werden. All das behindert erheblich den arabischen und auch den jüdischen Alltag.
So hat der Terror immer wieder einen Preis – den Tod Unschuldiger und die Beeinträchtgung der Lebensqualität aller Beteiligten und Unbeteiligten. Judäa und Samaria ähneln immer mehr einer Kriegszone mit allen zusätzlichen Soldaten und Sicherheitskräften, und trotz der enormen Dankbarkeit, welche wir gegenüber ihrem unaufhörlichen Einsatz empfehlen, füllt sich das Herz mit Trauer bei diesem rauen Anblick. Wir aber leben unser Leben weiter – auch und gerade trotz der Morde an unseren Mitbrüdern, ihrem Gedenken zu ehren.
Ein bisschen Alltagsbilder:
So sieht mein morgendlicher Fahrtweg von Gush Etzion Richtung Jerusalem aus, auf der Autobahn 60. Und das während der grünen Ampel..!
Ich weiß, es scheint schon zu langweilen. Bei uns steht das Übliche auf dem Tagesplan. Noch immer und immer weiter Terror, in den „besetzten Gebieten“ und auch im gar nicht mehr so sicheren Rest von Israel. Und weil es nichts Neues mehr ist, findet es daher wohl auch keine Erwähnung mehr auf der Welt außer in einigen jüdischen Journallien.
Gestern (21.10) war ein Tag durchsiebt von Attentaten seitens arabisch-muslimischer Terroristen auf jüdische Israelis – Soldaten wie Zivilisten – in Judäa und Samaria.
Jugendliche Terroristin, mit Messer bewaffnet, versuchte am frühen Morgen, in die Siedlung Yitzhar in Samaria einzudringen, wurde angeschossen und von der Armee zur medizinischen Behandlung überwiesen.
Ein Polizist wurde nahe der Siedlung Ofra in Süsamaria angefahren und leicht verletzt.
Zwei Terroristen attackierten junge Soldatinnen auf dem Adam-Kreisverkehr in Südsamaria (Binyamin-Region) – eine von ihnen wurde mit einem Messer schwer verletzt, die andere, ihre Freundin, erschoss einen der Angreifer.
Dikla, 19, Soldatin der Heimatfront-Brigade, wurde schwer verletzt (Bild: YNET)
Eine Brandbombe wurde auf einen Bus in der Gush Etzion-Region (Judäa) geworfen.
In einem arabischen Auto nahe der Jerusalemer Vorstadt Ma’ale Adumim wurden Sprengsätze gefunden.
Am Abend wurde ein Autoattentat auf Soldaten bei der Stadt Bet Ummar (Judäa) verübt, nachdem diese zuvor mit Steinen beworfen wurden. Vier Soldaten wurden überfahren, zwei davon wurden schwer verletzt.
Am 20.10, vorgestern, forderte ein Attentat auf einen jüdischen Autofahrer südlich von Hevron den Tod des Fahrers, Avraham Asher Hasno, und das unter unklaren Bedingungen: Hasno wurde zunächst mit Steinen beworfen, und als er am Straßenrand anhielt, erfasste ihn ein palästinenisch-arabischer LKW und tötete ihn. Der Fahrer stellte sich kurze Zeit später der palästinensischen Polizei und behauptete, es handele sich um einen Unfall. Ergebnisse einer Unersuchung wurden bisher noch nicht veröffentlicht.
Am frühen Abend desselben Tages schließlich versuchte ein Attentäter aus dem Dorf Bet Awwa auf der Gush Etzion-Kreuzung (ca.400 m Luftlinie von meinem Haus entfernt), an der Bushaltestelle stehende Soldaten und Zivilisten zu überfahren und zu erstechen. Es gelang ihm, einige der Schutz-Betonklötze am Straßenrand niederzureißen und einen Zivilisten und einen Soldaten leicht zu verletzen, bevor er von Sicherheitskräften erschossen wurde.
Die Gush Etzion-Kreuzung Richtung Jerusalem in friedlicheren Tagen. Heute stehen dort noch mehr Betonklötze.Gush Etzion-Kreuzung Richtung Hevron.
Das Ganze erlebte ich persönlich als äußerst surreal, da ich trotz meiner relativen Nähe zum Tatort nichts davon mitbekommen hatte und selig meine Zimmer streichte, bis ich endlich den Blick vom Farbeimer ins Handy richtete – und siehe da, von zwei Attentaten erfuhr, eins davon unmittelbar auf meinem Arbeitsweg…
Trotz der vorhandenen Bedrohungen und der allgemeinen Anspannung fahren die Menschen weiterhin zur Arbeit, warten auf den Bushaltestellen (auch wenn die Betonklötze vor den Haltestellen sich erneut vermehrt haben). Auch in den Siedlungen selbst wurden wieder arabische Arbeiter gesichtet.
Und wieder ist Feierlaune in Gush Etzion. Momentan haben die Sukkot-(Laubhüttenfest)Ferien begonnen, Familien mit Kindern und Jugendliche wandern im ganzen Land umher, vergnügen sich, erleben Land und Leute, tanzen, singen und vieles mehr.
Das Wasserschöpffest mit vielen Attraktionen für Kinder, Musik, Tanz und Essen wird im Gedenken an dasselbe Fest zur Zeit des Tempels gefeiert, während der Sukkotfeiertage, weil an diesen laut der jüdischen Religion die Menge des Wassers gerichtet wird, die über die Welt und über das Ladn Israel niedergehen wird. Es war in den alten Zeiten ein Fest voller unglaublicher Freude, wo alle Bewohner Jerusalems und auch landesweit sich versammelten, um gemeinsam Kunststücke und Musiker zu sehen und den Tempel zu bestaunen. Mehr dazu kann man hier lesen.
Yehoshu’a und ich am Verkaufsstand
Heute wird das Fest in den jüdischen Gemeinden auch ohne Tempel begangen, in seinen Ausmaßen sicherlich nicht mit den Tagen von damals zu vergleichen – und dennoch ist es ein Grund zum Feiern und Tanzen für Juden. Dazu muss man gar nicht gläubig sein, bei der Musik schwingen alle Beine mit.
Hier einige exklusive Einblicke von Musik und Tanz vom traditionellen „Wasserschöpffest“ im Naturpark Oz veGaon, im Herzen Gush Etzions, Judäa, organisiert von dem Verein „Frauen in Grün“.
Mehrere hundert Besucher kamen in Oz veGaon vorbei, ebenso der Minister für Jerusalem und Tradition, Ze’ev Elkin, der Vorsitzende der Bezirksverwaltung Davidi Perl und die Eltern eines der entführten Jungen, Eyal Yifrach, die ebenso von der Veranstaltung begeistert waren.
Die Nachrichten (zumindest in Israel) berichten schon über eine Woche von vermehrten Zusammenstößen von gewalttätigen arabischen Randalierern in Jerusalem mit Sicherheitskräften und ziviler Bevölkerung – auf den Verkehrsstraßen, in der Altstadt, auf dem Tempelberg. Der Tod von Alexander Levlowitz am 13.09.15 (Neujahrsabend) konnte der Bevölkerung nicht entgehen. Seit diesem sind in und um die Hauptstadt herum noch viele Steine und Brandbombencocktails durch die Luft gesaust. Sprich, dass die Lage in Jerusalem angespannter ist, als sie vor Kurzem noch gewesen ist, sollte eindeutig sein.
Ab und zu tauchen Meldungen oder zitierte Aussagen hochrangiger Sicherheitsvertreter auf, welche auf eine „Aufheizung der Stimmung“ auch in den Gebieten von Judäa und Samaria hinweisen. Zwar kann man dort keinen Tag lang von einer „Entspannung“ sprechen, dennoch scheint die Gewaltwelle auch um uns keinen Umweg zu machen. Selten tauchen in den traditionellen israelischen Medien Meldungen zu Unruhen und Attentatsversuchen in Judäa und Samaria auf – seltener, als diese tatsächlich stattfinden. Nicht jeder Angriff auf einen Kontrollposten, auf einen Soldaten, nicht jeder Stein- oder Brandbombenwurf auf ein vorbeifahrendes Zivilauto werden dokumentliert. Internetplattformen und sog.“neue Medien“ wie 0404.co.il, Facebook, aber auch die lokal vertretenen Kanäle mit eher religiös oder konservativ gerichteten Zielgruppe, so die Seite INN.co.il, informieren mal mehr, mal weniger über die Vorkommnisse.
Aus meiner diesjährigen Arbeit beim Sicherheits- und Überwachungszentrum des Regionalbezirkes Efrat weiß ich um die Häufigkeit der „gewohnten“ Vorfälle – Steinwürfe, Brandbomben, verdächtige Personen, und die dadurch verursachten Einsätze von Sicherheitskräften. Es ist für diese kaum möglich, zur Echtzeit die Täter, wenn über diese von einem Zivilisten berichtet wird, zu ergreifen und festzunehmen. Die Meldung, die am Meisten per Funk übermittelt wird nach einem erneuten Einsatz an Ort und Stelle eines Steinwurfes, eines gezündelten Brandes u.ä. – „keine Befunde“. Erst bei speziellen Nachtdurchsuchungen oder Recherche durch armeeinterne Nachrichtendienste können manche der Täter aufgefunden werden, aber auch da ist die Effizienz nicht immer hoch, da die Indizien fehlen, und die Familien bzw. die Bewohner der arabischen Siedlungen die Betreffenden nicht freiwillig herausgeben. Zurück bleiben dann zerschmetterte Fensterscheiben, abgefackelte Wälder, angebrannte Autos und ein ständiges Gefühl, mit einer anderen Realität wäre so bald nicht zu rechnen.
Wie dem auch sei. Am Freitagmorgen schickte der Vorsitzende Davidi Perl im Namen der Regionalverwaltung an die Bewohner von Gush Etzion eine Mail mit dem folgenden Inhalt:
„In den letzten Wochen erleben wir einen fühlbaren Anstieg von Terrorakten in Gush Etzion. Steinwürfe, Brandbomben und Attentatsversuche ereignen sich tagtäglich. Viele Terrorhandlungen, die nur durch ein Wunder bisher keine Opfer brachten.
Die Vorkommnisse, die sich bei uns ereignen, sind Teil abgestimmter und geplanter Aktionen, welche dazu dienen, Schaden anzurichten und die Regionen von Judäa, Samaria und Jerusalem aufzuheizen. Das soll natürlich keinen Trost darstellen, und die Regionalverwaltung ist unermüdlich aktiv in ihrer Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbeauftragten, um eine Truppenverstärkung und einen kompromisslosen Kampf gegen die Terroristen zu erwirken. Ein jeder von Ihnen ist in diesen Tagen gefordert, doppelte Vorsicht walten zu lassen und wachsam zu sein. Es ist sehr wichtig, dass diejenigen der Einwohner, die ihren Wagen noch nicht geschützt haben, dies umgehend tun. Es kostet kein Geld und rettet Leben!
Auf das wir mit Gottes Willen bald Frieden und Gutes erleben werden. „
Etwas von mir: In meinem Alltag, der sich momentan rund um Alon Shvut dreht, erlebe ich momentan keine Unruhen oder Gewalt. Mir geht es gut, und das oben Geschriebene sollte dennoch niemanden stören, hierher zu kommen, insbesondere, wenn jetzt die Sukkot-Feiertage anfangen und ganz Israel zum Wandern und Picknicken aufbricht. In allen Siedlungen hört man bis spät in die Nacht ein Hämmern und Herumwerkeln – die Männer und Jungen (zumeist) arbeiten an den „Laubhütten“ für das Laubhütten (Sukkot-)-Fest, welches am Sonntagabend beginnen wird. Die Bilder werde ich mit euch noch teilen.