Terror-Updates. Aus dem Leben von Ziv und Hadar

Der Terror wird fortgesetzt, auch wenn nicht jede Nachricht, die eingeht, in diesem Forum wiedergegeben wird. Jeder, der irgendein israelisches Nachrichtensystem und seine Aktualisierungen abboniert hat – Ynet, 0404, Channel 2, INN und das Journalistenupdate der israelischen Armee (privat) sind die Quellen, die ich mehrheitlich nutze -, bekommt den ganzen Tag über aktuelle Berichte über Anschläge und Verdacht auf Anschläge im ganzen Land. Leider kann ich auch euch nicht von den Nachrichten befreien, da ich mich verpflichtet fühle, über die Angriffe auf die Juden in Judäa und Samaria zu berichten.
(Updates für andere Regionen gibt es bei anderen vertrauensvollen deutschsprachigen Seiten wie Israelnetz, Israel Direkt und anderen).

Am 23.11. war erneut ein Tag des Terrors und der Opfer in Judäa und Samaria (ebenso in Jerusalem) gewesen.

1. Zwei Juden wurden auf einer Tankstelle auf der Autobahn 443 (Jerusalem – Modiin, Südsamaria) durch einen Terroristen verletzt – eine Offizierin und ihr Soldat. Der Soldat, Ziv Mizrachi, 18, aus der Siedlung „Givon Hachadasha“, wurde von einem Terroristen, selbst 16 Jahre alt, lebensgefährlich verletzt und starb kurze Zeit später an seinen Verletzungen.

Ziv Mizrachi hy'd
Ziv Mizrachi hy’d

Ziv wurde erst in diesem September in die Armee eingezogen. Seine Freunde beschrieben ihn als einen fröhlichen Jungen, der immer einen Witz parat hatte, sehr empfindsam war und seinen Dienst in der Armee genossen hatte. Die Familie von Ziv hatte 2003 ein furchtbares Trauma hinter sich gebracht – Zivs Onkel Alon wurde in einem Terroranschlag auf das Jerusalemer Café Hillel umgebracht, bei welchem 6 Israelis getötet wurden. Alon war erst 22 Jahre alt. Ziv erinnerte sich oft an den getöteten Onkel, insbesondere die letzte Zeit brachte viele Erinnerungen zurück.

Karte des Tatorts, Autobahn 443
Karte des Tatorts, Autobahn 443

Die Offizierin, welche zusammen mit Ziv auf der Tankstelle  gewesen war, wurde Zeuge des Attentats. Die beiden waren kurz zuvor nur knapp einem Autounfall entgangen und hielten bei der Tankstelle an, um die Schäden zu klären.

Die Offizierin am Tatort. Foto: Ynet
Die Offizierin am Tatort. Foto: Ynet

2. Am Morgen wurde ein Mann von 27 Jahren nahe der Siedlung Kfar Adumim angefahren und leicht verletzt. Der Fahrer flüchtete. (Channel 2, Ynet)

3. Auf der Huwara-Kreuzung versuchte ein Terrorist, einen Soldaten mit einem Messer anzugreifen und wurde erschossen.


Hadar Buchris hy'd
Hadar Buchris hy’d

Am 22.11 wurde die junge Hadar Buchris, 21, von einem arabischen Terroristen aus dem nahgelegenen Dorf Bet Fajjar ermordet. Der Terrorist war in das Areal der Gush Etzion-Kreuzung, welche als der momentan gefährlichste Brennpunkt Israels gilt (und auch die Kreuzung vor meinem Wohnort darstellt) und rundum bewacht ist, vorgedrungen und griff die an der Bushaltestelle wartende Hadar an. Er verletzte sie schwer und wurde anschließend von den Soldaten erschossen. Hadars Leben konnte nicht mehr gerettet werden – die schwerverletzte junge Frau starb auf dem Weg ins Krankenhaus.

Ortschaftenkarte Gush Etzion.
Ortschaftenkarte Gush Etzion.

Hadar war 21 und stammte aus Zfat (Safed) im Norden. Sie war einige Wochen lang auf der Suche nach einer WG in der Siedlung Bat Ayin im Gush Etzion. Vor etwa zwei Wochen kam sie aus einer halbjährigen Reise in Indien zurück und wollte ein neues Kapitel im Leben aufschlagen. An diesem Tag, an welchem sie ihr Leben verlor, war sie gerade zurück von der WG-Suche und wollte bei Freunden im Gush Etzion übernachten, als sie der Terrorist entdeckte und anfiel.

In Hadars Zimmer in Zfat fand man den folgenden Text über ihrem Bett stehen:

Foto: Yonatan Amrani
Foto: Yonatan Amrani

„Ich liebe das Leben. Ich liebe alles. Ich liebe es einfach. Liebe die Natur, liebe es zu lachen. Liebe es zu tanzen. Liebe das, was es nicht gibt, und was es gibt. Verstehe, dass alles zum Guten ist. Ich nehme in mein Leben auf, was ich brauche, und sage danke für das, was Er dort oben mir gibt. Glaube daran, dass es ein gutes Karma gibt. Ich liebe Menschen und bevorzuge die Guten unter ihnen. Zu wissen, dass alles vorbei geht. Dass nichts als Zufall passiert. Ich erinnere mich immer selbst daran. Das ist eine Entscheidung. Tief einatmen, nu… na und? 🙂 Ich liebe das Alleinsein, den kleinen Gott, der aus mir heraus spricht. Liebe die kleinen Gesten im Alltag. Versuche, das Jetzt so viel es geht, zu leben. Suche nach den kleinen Glücksmomenten. Liebe das Schaffen, die Kunst, die Seele in den Dingen. Musik, Natur, Kleider. Liebe ohne Ziel. Ich liebe einfach. Liebe das Meer, den Wind und die Stimme der Wellen. Liebe den Sonnenuntergang und mich selbst im Spiegel. Das ist mein Körper und er ist ein Geschenk. Liebe mich selbst. Punkt.“

Foto: Walla
Foto: Walla

Hadar wurde am 23.11 auf dem Jerusalemer „Har Hamenuchot“-Friedhof bestattet, mehrere hundert Menschen begleiteten sie. Die Knesset-Abgeordnete Shuli Mu’alem-Refa’eli (Jüdisches Heim), ebenso eine Einwohnerin der Gegend, eröffnete an der Stelle, wo Hadar ermordet wurde, aus Protest ein symbolisches „mobiles Büro“ (Zelt).

 

Am Morgen des 22.11. wurde der ehemalige Vorsitzende der Judäa und Samaria-Verwaltung, Gershon Messika (der wegen einer Korruptionsaffäre aus dem Amt entlassen wurde) Zeuge eines versuchten Attentates, als er eine Anhalterin in den Wagen

Gershon Messika. Rettete Wartende vor Messerattacke.
Gershon Messika. Rettete Wartende vor Messerattacke.

aufnahm und dabei eine muslimische Frau mit einem gezückten Messer auf weitere Wartenden auf einer Bushaltestelle in Südsamaria zurennen sah. Der Mann zögerte nicht lange und fuhr mit seinem Wagen in die Terroristin hinein. Dabei stieß er diese um. Der Wagen rutschte in einen Graben. Die herbeieilenden Soldaten konnten die Terroristin niederschießen. In den sozialen Netzwerken wurde Messika als Held gefeiert, einige Medien konnten die Rettungstat aber nicht ohne einen Kommentar zur Korruptionsaffäre stehen lassen.


Ich möchte, dass ihr wisst, dass im ganzen Umkreis von Judäa und Samaria in den letzten Tagen verstärkt Steine auf jüdische Autofahrer geworfen werden. Da die Straßen weiterhin Juden und Arabern zugänglich sind , ist diese Gefahr immens groß. Steine, Brandbomben, Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften sind tagtäglich präsent (Updates: IDF Blog). Nicht jedes solche Update wird sich auf meinem Blog finden – irgendwo symbolisiert es auch eine Tendenz dazu, solche Übergriffe auf den Alltag nach einer bestimmten Zeit als Alltag wahrzunehmen und nicht mehr gesondert zu betrachten. Dennoch  – ein jeder solcher Übergriff mit dem Ziel, Menschen zu schaden und umzubringen, ist ein Terrorakt für sich!

Spontankundgebungen jüdischer Einwohner mit Flaggen, Reden und Gesang bilden sich an größeren Kreuzungen, so am 23.11. an der Gush Etzion-Kreuzung, als sich mehrere dutzend Frauen aus den Siedlungen zum Protest gegen die Morde versammelten.

Teile von Landstraßen, welche direkt an Siedlungen vorbeiführen, so die Straße 367 bei der Siedlung Alon Shvut, auf welcher am letzten Donnerstag Yakov Don und Ezra Schwarz umgebracht wurden, werden für arabische Nichteinwohner zur Durchfahrt gesperrt. Erneut werden sogenanne „Roadblocks“, Spontansperren, eingeführt – welche schon fast ein Jahrzehnt nicht mehr so vorhanden gewesen sind und die Freifahrt für palästinensische Autofahrer garantiert gewesen ist (innerhalb von Judäa und Samaria, Jerusalem nicht inklusive).

In einige der Siedlungen werden arabisch-palästinensische Arbeiter aus Vorsichtsmaßnahmen vorerst nicht mehr hineingelassen – das unterliegt der Entscheidung der Lokalverwaltung. Das hindert sie entsprechend am täglichen Geldverdienst. Dörfer, aus welchen Terroristen auf Juden Attentate verüben, werden unter Ausgangssperre gesetzt, bis die notwendigen Verhaftungen durch die Armee vorgenommen werden. All das behindert erheblich den arabischen und auch den jüdischen Alltag.

So hat der Terror immer wieder einen Preis – den Tod Unschuldiger und die Beeinträchtgung der Lebensqualität aller Beteiligten und Unbeteiligten. Judäa und Samaria ähneln immer mehr einer Kriegszone mit allen zusätzlichen Soldaten und Sicherheitskräften, und trotz der enormen Dankbarkeit, welche wir gegenüber ihrem unaufhörlichen Einsatz empfehlen, füllt sich das Herz mit Trauer bei diesem rauen Anblick. Wir aber leben unser Leben weiter – auch und gerade trotz der Morde an unseren Mitbrüdern, ihrem Gedenken zu ehren.

„Durch ihren Tod trugen sie uns das Leben auf.“

(Chaim Nachman Bialik)

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19 Kommentare zu “Terror-Updates. Aus dem Leben von Ziv und Hadar”

  1. Weiter im Thema „Terror-Updates“.

    Die meisten Neuigkeiten aus dem Bereich sind nicht sehr nett.
    Auch dann nicht, wenn der EU-Botschafter in Israel für solche sorgt.
    Zumal, täusche ich mich?, so neu auch nicht, diese -igkeiten, oder?
    EU Ambassador: Knife terror isn’t like ISIS terror.
    (EU-Botschafter: Messer Terror ist nicht wie ISIS Terror.)

    Gegen diese Überschrift ist nur schwerlich was einzuwenden. Zu eindeutig uneindeutig bzw vielnichtsagend knapp und präzis. Gut gewählt, ohne Ironie, oder einfach richtig rezitiert? Kann auch sein.
    Bugs Bunny ist nicht Donald Duck. Falsch?

    Kurz auf deutsch die Punkte des Artikels zusammengefaßt.

    Der EU-Botschafter in Israel, Lars Faaborg-Andersen (gebürtiger Däne), sagte vorgestern (Dienstag), daß der „palästinensisch-arabische Terror“, im Gegensatz zu den Terrorangriffen von ISIS auf Europa, nicht mit Gewalt (force) beantwortet werden solle.
    Er erklärte, daß die Terror-Kampagne gegen Europa nicht verglichen werden dürfe mit dem Terror, der gegen Israel zielt.

    „ISIS ist organisierter Terror“, führt der Botschafter aus, „und sollte mit Gewalt (force) beantwortet werden.“

    In Hinsicht auf „palästinensischen Terror“ rät der Botschafter dem Staat Israel zu einem „Mix“ [„mix“, sic] von Sicherheitsmaßnahmen und politischen Maßnahmen.
    Wie er das ungefähr meint erklärt er auch: „…der Terror, an dem Europa leidet, ist nicht solcher von jungen Leuten die mit Messern in den Straßen angreifen. Ein angemessener Umgang mit ihnen erfordert politische Schritte [„political steps“, sic], die Lebensbedingungen der in der West Bank lebenden Palästinenser müssen verbessert werden.“

    [Anmerkung. Offenbar vertraut Lars Faaborg-Andersen den Fähigkeiten israelischer Mediziner, Psychotherapeuten usw. Übersieht dabei allerdings, daß die Mörder alles andere als krank sind. Sie haben sich nur ganz schlicht entschieden, daß Mord an Juden „richtig“ sei.
    Die Verharmlosung solcher Mordtaten und der Täter beruht immerhin auch auf einer Entscheidung.
    Und wir wollen dem EU-Botschafter gewiß nicht geistige Unzurechnungsfähigkeit attestieren?]

    Weiter im Text.
    Kürzlich erzählte der schwedische Erstminister (Prime Minister Stefan Lofven), daß man die Angriffe der Araber auf Juden im Land (Staat) Israel nicht als „Terrorismus“ bezeichnen dürfe, soweit er wisse…

    Er hat sich allerdings später nochmal korrigiert.
    Es sei ihm nicht klar, ob die Messerangriffe durch Moslems gegen Juden in Israel durch eine als „Terroristen“ bezeichnete Organisation ausgeführt würden.
    Die Messeranschläge in Ausübung selbst jedoch seien grundsätzlich als „Terror“ zu verstehen.

    [Eigene Anmerkung.
    Seine Haltung zu diversen weiteren Werkzeugen (Pistolen, Autos und sonstige Fahrzeuge, Raketen, Granaten und sonstiges Sprengwerkzeug, Steinbrocken, Gewehre und sonstiges Schießwerkzeug, usw) die von verirrten oder bestimmten Mördern zur Judenvernichtung angewandt werden, geht aus dem Geäußertem nicht hervor.]

    Die schwedische Außenministerin Margot Wallström hatte kürzlich ebenfalls etwas zu sagen.
    Sie klagte an, daß Israel „Palästinenser“ exekutiere.

    [Anm. Exekution: an die Wand/das Flußufer/in den Wald/die selbst ausgehobene Grube usw gestellt… und erschossen, „Kommando: Feuer!“
    Das versteht man allgemein unter Exekution. Stimmt doch, oder?].

    Außerdem behauptet sie, daß die Anschläge gegen die Pariser neulich das Ergebnis „palästinensischer Frustration“ [„Palestinian frustration“, sic] wegen Israel seien.

    Soweit, etwas verkürzt, aus dem Artikel-Text, meine Anmerkungen und Hinweise in eckigen Klammern.

    Dawka nochmal zu Frau Wallström.
    Im Gegensatz zu ihren nordeuropäischen Kollegen setzt sie letztlich „fantastinensischen“ Terror mit ISIS-Terror gleich. Wetten nicht? 🙄

    Nachwort, Schweden.
    (Einer der Angeführten ist zwar Däne, aber die hatten auch mal einen Gutteil von Schweden unter ihrer „Krone“.
    Will ja nicht „Sippenhaft“ befördern, tun die Angesprochenen schließlich ganz von selbst. Geht über Nordeuropa hinaus, zugegeben.)

    Weitere „Neu“igkeiten aus Schweden?
    Schweden: Die Vergewaltigungsmetropole des Westens.
    (Zitat aus dem Text.)
    „40 Jahre nachdem das schwedische Parlament einstimmig beschloss, das vormals homogene Schweden in ein multikulturelles Land umzuwandeln, haben Gewaltverbrechen um 300 Prozent und Vergewaltigungen um 1472 Prozent zugenommen.“

    Der „multikulturelle“ Anschub (dawka kein Zitat) habe in letzter Zeit via Einwanderung derart zugenommen, daß man in naher Zukunft wohl wieder von (jedoch nicht schwedischer) „homogener Kultur“ sprechen könne, so werden (noch homogene?) schwedische Befürchtungen (abseits politischer Oberverantwortung) laut.

    Was soll man den armen Schweden sagen?
    „Israel ist euren Politikern wichtiger!“ (??)
    Das gibt böses Blut, befürchte ich…

    ps/ passenderweise hat Bassam Tawil (wer braucht schon Verschnaufpausen?), an dessen Loyalität zu den „Palästinensern“ kein Zweifel besteht, auch noch was beizutragen:
    Palästinensische Kinderopfer.

    Und irgendwie auch direkt adressiert an EU-Botschafter, sowie Frontminister (Prime Minister) und In-Side-Out-Ministerin (Außenministerin) Schwedens.
    Zitat aus dem Artikel:

    „Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Mitglieder von ISIS selbst losziehen um zu töten; die Palästinenser schicken ihre Jugendlichen. Warum sind das keine „Kriegsverbrechen“?“

    Erlaube mir an „Schwedens“ Stelle eine „Bassam-Kritik“:
    „Gibt es eine FSK für ISIS (…usw…) -Terroristen?
    Oder befinde ich mich doch nicht nur in einem schlechten Film, sondern schlicht in noch unbegreifbarerer Realität?“

    Nochwas zum Text von Bassam Tawil,
    an den EU-BotSchaffer für Israel,
    an den Frontminister der Schweden,
    an die InSideOut-Ministerin von Schweden:
    Lesebefehl!

    „Das ist Kinderopfer durch eine zynische Palästinenserführung, die eine finstere Kultur von Mord und Tod nährt. (Bassam Tawil.)“
    [Falls noch Fragen zur Organisiertheit bestehen sollten…]

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      1. Hallo A.mOr,

        Diese Geschichte über Lars Faaborg-Andersen war eine „Ente“. Vermutlich hat INN die Meldung deshalb zurückgezogen und der Link funktioniert daher nicht mehr:

        http://www.jpost.com/Israel-News/Politics-And-Diplomacy/Foreign-Ministry-slams-EU-envoy-for-something-he-never-actually-said-436877

        Manchmal habe ich den Eindruck, für die israelische Rechte ist Europa in jedem Fall anti-semitisch, egal was die Europäer tun oder lassen. Unabhängig von Fakten oder alternativen Deutungsmöglichkeiten für vermeintliche „Doppelstandards“ kann und darf es nur diese eine Erklärung geben.

        Guilio Meotti spricht übrigens für den Teil der „Pro-Israel“-Community, der in einem eigentümlich apokalyptischen Parallel-Universum lebt. Ich finde, bei solchen Unterstützern braucht Israel eigentlich keiner Gegner mehr, um seine Glaubwürdigkeit zu verlieren:

        http://www.israelnationalnews.com/Articles/Author.aspx/863/

        Viele Grüße

        Ludwig

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      2. Hallo Ludwig,

        (Vornachwort: Verzeihung für den langen Text, der’s geworden ist. Hoffe trotzdem, es wird nicht langweilig.)

        Dein Hinweis ist wohl richtig, obgleich ich es (mich auf den jpost-Artikel beziehend, auf den Du dankenswerterweise hinweist) nicht als „Ente“ bezeichnen würde. Eher als (ich finde: bedauerliches) Mißverständnis.

        Sollte so nicht vorkommen, spiegelt so allerdings auch die gespannte Lage wider. Der Ärger von israelischer Seite gegenüber den EU-Repräsentanten, wenn hier in diesem Fall auch beruhend auf eine verzerrt wiedergegebene Darstellung des Gesagten durch den EU-Botschafter, ist mir sowieso verständlich.

        Daß der Artikel der israelnationalnews zurückgezogen wurde ist nur recht, gerade von israelischer Seite (es ist nunmal so) ist Sachlichkeit sehr wichtig, verzerrende Darstellung (oder gar Falschmeldungen) dürfen nicht akzeptierte Attribute israelischer Darstellung sein. Und sind sie (glücklicherweise) nicht.
        Zwar wird solches stets ohnehin behauptet, dadurch aber nicht wahr. Oder ganz platt auf Deutsch: dumm gelaufen. Und konsequenterweise wird die verzerrte Meldung zurückgezogen.

        Leider, und das kann ich nun anhand des jpost-Artikels belegen, ist die negative Kritik an den EU-Botschafter nicht unberechtigt. Und zwar anhand dessen, was nun als die verbürgte Aussage des Botschafters übrig bleibt. Dafür zitiere ich einfach nochmal Aussagen des EU-Botschafters, wie in dem jpost-Artikel dargestellt:

        “What the government has been talking about is the need to improve the situation on the ground for the Palestinians living in east Jerusalem and on the West Bank in order to take [away] some of this frustration that might motivate some of them to do the things that they are doing.”

        Islamic State, he said, “is a different phenomenon. These are professional terrorists who are members of a terrorist organization perpetrating acts of terrorism in Europe and other places. They’re not young people in their 20s going out with a pair of scissors or a knife and just stabbing someone they meet randomly on the street. So obviously it requires a different approach.

        “But it doesn’t detract from the fact, and I want to make that very clear, terrorism is terrorism and it is equally condemnable to the extent that it affects innocent people, no matter who perpetrates it, and no matter where it takes place.”

        Der erste Absatz schon kann einen nur ärgern, wie kann der EU-Botschafter so blind tun? Allerdings ist auch herauszulesen, daß er sich auf Gespräche mit „der Regierung“ (the government) bezieht. Verbürgt? Entsprechend bescheiden auch die Aussage („that might motivate“) des Botschafters. Irgendwie wischiwaschi, nicht? Es geht um Hoffnungen, die eigentlich schon jeden Rückenwind verloren haben, während die israelische Absicht, auch das Leben der moslemischen Araber zu begünstigen, weder neu noch verworfen ist.

        Trotzdem, auch in dieser bescheiden anmutenden Aussage des Botschafters wird ein weiteres Mal wiederholt, was nunmal nicht der Realität entspricht. Letztlich nämlich sagt er aus, daß es in der Verantwortung israelischer Innenpolitik läge, wenn Araber sich dazu entschieden jüdische Israelis zu ermorden.
        Sie seien einfach frustriert. Ach so!

        Eine Haltung die durchaus Frustrationen fördern kann: bei den Israelis, die verstanden haben, daß es keinen Sinn macht auf dieser Ebene Schlüsse ziehen zu wollen, und bei den Arabern, die verstehen müssen, daß sie so nur einmal mehr ausgetrickst werden. Auch sie soll es geben.

        Tatsächlich ist es doch so, daß die jungen Araber (wie sie nun angesprochen sind, was nicht bedeutet, daß die erwachsenen Araber ihre Waffen -bzw ihre Mordlust gegenüber Juden- niedergelegt hätten) von ihren eigenen Leuten (von Erziehungsberechtigten bis hin zu den Behörden unter arabischer Verwaltung, etwa die Bildungseinrichtungen…) verhetzt werden, mit der Muttermilch sozusagen. Und das eben auch durch Bildungsprojekte, die von der EU in erheblichen Maße (mit) finanziert werden. Dann frage ich mich schon, ob der EU-Botschafter mit der Wiederholung der Lüge, daß die Juden Schuld seien an dem Haß der anderen auf sie, nur die eigene (EU) Verantwortung verschleiern möchte?

        Und das also sind nur meine finsteren Gedanken dazu?
        Es gibt Fakten, die sollte man nicht leugnen, wenn man irgendwie Interesse hat an Klärung. Und dazu gehört nunmal auch, daß -ganz heruntergebrochen- die EU moslemisch-arabischen Terror fördert. Natürlich nicht absichtlich? Wann wird Fahrlässigkeit zur Verschleierung von Absicht? Was geschieht ist finster, ich erlaube mir also auf diesem eingeschlagenen Weg auch weiterzudenken…
        So als schriebe ich den Skript zu einem Kurzfilm, zB.

        Bassam Tawil habe ich via link zu einem Aspekt der Situation vor Ort (Israel) hier schon zu Wort kommen lassen. Schätze, Du hast das bereits gelesen(?) und auch herausgelesen, daß Bassam Tawil alles andere ist, als ein illoyaler Schreiber gegenüber den „Palästinensern“.
        (siehe oben: „Palästinensische Kinderopfer“.)

        Zu einem Teilaspekt der Aussage des EU-Botschafters im ersten Absatz (~ „die armen Araber!“) schrieb er ebenfalls aufschlußreiches:
        „Was wollen die Palästinenser?“
        http://de.gatestoneinstitute.org/6706/palaestinensische-terroristen

        Natürlich bedeutet das nicht, daß es keine armen (oder gar verarmten) Araber gäbe, aber erstens trägt Israel daran keine Verantwortung (selbst wenn es von sich aus versucht auch die Situation der Araber zu verbessern), wenn korrupte Araberführung die eigenen Leute (die sie offiziell zwar vertreten) darben läßt, und zweitens kann man bei Bassam Tawils Bericht nachlesen, daß es eben nicht die Frustration über bescheidene Lebensverhältnisse ist, die die Araber (in diesem Fall also jene als „Palästinenser“ bezeichneten) mordlüstern gegenüber Juden macht. Die Wahrheit ist eben sehr viel banaler, und hat im Ausdruck ihres einfachen Hasses auf Juden starke Parallelen zu dem Hass der Nazis auf die Juden.

        Noch genauer: man haßt nichteinmal die Juden (die meisten haben -ob Nazi oder Araber- nichts negatives aus eigener Erfahrung von Juden zu erzählen) man haßt ein verzerrtes Spiegelbild.
        Dazu bemüht man ua die antisemitische Karikatur.
        Ein Ablenkungsmanöver, im Grunde.

        (Sicher unangenehm, auch für mich eigentlich, wenn nun Arutz7 einen Artikel wegen verzerrter Darstellung zurückzieht.
        Im Grunde aber geht es nur darum das Richtige zu tun, so gehört der Artikel auch zurückgezogen. Fehler passieren, hoffentlich nicht in finsterer Absicht.
        Das Anprangern diverser geäußerter Haltung sowie tatsächlicher Handlung seitens der EU bleibt jedoch -leider!- berechtigt. Und ist durch diesen Patzer von Arutz7 nicht aufgehoben.)

        Im zweiten Absatz der Aussagen des EU-Botschafters ist erstmal die Verharmlosung der Lage herauszulesen, daß die Mörder gegen jüdisches Leben (Terroristen) allesamt nur junge Leute seien, die sich schnell mal mit der Schere in der Hand zu Kurzschluß-Reaktionen bemüßigt fühlen, oder so.
        Alles nur Feuerwerk, Happy New Year, kennt man.

        Das ist doch -wieder: leider- Unsinn. Wenn ich nur die eine Hand des Terroristen sehe (n will) bedeutet es nicht, daß die andere verschwunden ist und inaktiv. (Habe ich schon die Füße erwähnt?) Wenn ich so halbblind wäre, wie ein EU-Botschafter meint es sich erlauben zu können, dann wäre ich ein leichtes Opfer für die Mordlust (sie ist nunmal realer Horror) arabischer Terroristen.
        (Und vielleicht sollte der EU-Botschafter mal auf seine Leibwache verzichten und „auf jüdisch gemacht“ in Jerusalem dieser Tage einen ausgedehnten Spaziergang unternehmen? Vielleicht bekommt er etwas von der Anspannung mit die sich schnell ergibt, wenn man dem Gewahr ist, daß jeden Moment von irgendwoher aus anonymer Masse heraus zB ein „Messerschwinger“ auftaucht mit der entschlossenden Absicht Juden zu ermorden? Ob dieser Angreifer dann 17 oder 37 ist, ist das dann noch sehr relevant? Vielleicht würde solche Erfahrung sein Herz etwas schneller schlagen lassen? Gute Durchblutung ist gut für die Gesundheit.)

        Der Terrorismus moslemischer Mörder in Israel unterscheidet sich nicht vom Terrorismus moslemischer Mörder in Syrien oder Paris oder Mumbai…
        (Und wieviele Beispiele organisierter terroristischer Anschläge von „Palästinensern“ gegen Europäer haben wir? Aufeinmal keine mehr? Und Anschläge auf nichtjüdische Nichteuropäer, alles vergessen?)
        Es beruht stets auf den gleichen Ansprüchen der Angreifer (ihr Dschihad ist nicht Verteidigung!) gegenüber denen, die sie zum Opfer ihrer Lust (ihres Anspruches) erwählten, bzw zum „Kollateralschaden“ zur Erreichung höherer Ziele.

        Es mag verstörend anklingen, aber Terrorismus dient stets einem (vermeintlich) „höherem Ziel“. Dabei ist es letztlich gleich, ob die Terroristen sozusagen „NGOs“ sind oder etablierte Regierungen. Wenn wir es ganz kühl betrachten, dann sind Terroristen-Organisationen (gerade im herkömmlichen Sinne) auch politische Opposition. Nicht, weil solche Organisationen eine nennenswerte Bevölkerungsmehrheit vertreten würden. Dann wären terroristische Mittel wohl kaum nötig? Und wieviele Regierungen vertreten eine nennenswerte Bevölkerungsmehrheit aufgrund einer unbeanstandbaren (unverdächtigen) Wahl zB in Europa, anderswo…? Nur nebenbei gefragt.

        Die arabischen Terroristen, und das ist sehr traurig, vertreten viele Araber, Moslems, so ist es auch möglich, daß wir nun die Situation in Israel haben, wie wir sie haben. Die Angreifer derzeit sind oft tatsächlich keine „ausgebildeten Terroristen“. Aber wer hat sie zu der Überzeugung gebracht, daß sie tun müßten was sie tun? Wer nährt sie mit Haß auf Juden? Und wer finanziert solche Indokrination?

        Die israelische Regierung reiht sich in dieser unbestimmten Aufzählung (von Terrorförderen) nicht ein.
        Alleine dafür sollten mindestens die Europäer (die Nationen Europas unabhängig von ihren Regierungen und Medienmogulen) eine starke Solidarität mit dem Volk Israel und dem Staat Israel aufbringen können. Wenn sie überhaupt nur irgendwie im Bilde darüber wären, wer der Böse in diesem Spiel ist und wer nicht. Hier, an dieser Stelle, macht es keinen Sinn auf Grauzonen hinzuweisen.

        Wir sind doch schon runtergebrochen letztlich auf „Straßenkampf“. Wer hier nicht anerkennen kann, mit welch -trotz allem!- hohen moralischem Standard die israelische Regierung mit der Situation umgeht, der hat ganz einfach (und offenbar) keinen Einblick. Oder lügt (sich selbst in die Tasche?).
        Ein „versteckter Straßenkampf“ also, es ist immerhin kein offener Krieg. Und keine Panik -trotz allem!- in der Bevölkerung. Weil niemand Angst hat? Nur im Märchen nicht. Das ist außergewöhnlich. Ein ganzes Volk beweist großen Mut!
        (Auch auf moslemisch-arabischer Seite, wo selbstverständlich ebenso Opfer des Terrorismus zu beklagen sind, wo es Menschen gibt, die keine Juden hassen und die den Terror nicht wollen!)

        Jeder Mensch, der jemals in einer lebensbedrohlichen Situation durch das Handeln von anderen mit Mordabsicht -mindestens massiver Gewaltanwendung- geriet (inklusive solcher, die man im Falle der fahrlässigen -versuchten- Tötung anklagen würde, inklusive im Nachhinein als harmloser betrachtete kritische Situationen) kann nachvollziehen, wie schwer eine kühle (umsichtige und bedachte) Reaktion auf solche Angreifer -bzw die sich daraus ergebene Situation- ist.
        Viele, die solche Erfahrungen -sagen wir- psychisch zu verarbeiten haben, haben andere Sorge, als sich mit der „politischen Situation Nahost“ auseinanderzusetzen.

        Das, übrigens, ist auch ein Ziel des Terrorismus. Angst lähmt.

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      3. Ludwig

        „Manchmal habe ich den Eindruck, für die israelische Rechte ist Europa in jedem Fall anti-semitisch, egal was die Europäer tun oder lassen. Unabhängig von Fakten oder alternativen Deutungsmöglichkeiten für vermeintliche „Doppelstandards“ kann und darf es nur diese eine Erklärung geben.“

        Glatt vergessen darauf noch einzugehen. Dein Eindruck ist Dein Eindruck? Eindruck? Oder doch mehr Dein Plan? Verpeilung?
        Mit allem Respekt, das ist doch Unsinn. Es ist schlicht unangemessen geringschätzend, und ich kann mir nicht vorstellen, daß Du Deine Erfahrung mit der „israelischen Rechten“ (wer oder was auch immer das sein soll) widerspiegelst. Eher ist es ein Wiederkäuen der „Israelkritik“, wie so oft und von so vielen. Mein Eindruck.

        Es paßt natürlich, daß ich hier ganz leicht den Vorwurf („…darf es nur diese eine Erklärung geben.“) quasi ungefaltet zurückschicken kann.
        Denkst Du, so einfältig ist die „israelische Rechte“?
        Das liegt bestimmt an der geringen Menschenerfahrung, die Juden so haben. Oder?

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  2. Terror bleibt Terror, wie dem auch sei.

    Dieser nun davon direkt betroffende Rabbi (Itai Halevy) dürfte den Schreck noch lange in den Knochen spüren. Den Schreck, und das ist schlimm genug, und damit das eigentliche psychologische (bzw „höhere“) Ziel der Terroristen erreicht.

    Zwei Terroristen verschießen 20 Kugeln aus nächster Nähe auf den Rabbi. Wie durch ein Wunder, der Mann geht ohne Kratzer aus der Situation raus!

    Das können wir als gute Nachricht verbuchen?
    Den Umständen entsprechend…
    Refua shlema Itai!

    20 bullets fired at point-blank range – and I emerged unscathed (Rabbi Itai Halevy, Dec 8th, 2015.)

    Gute Genesung, wie gerne würde ich das auch zu Hadar sel.A. sagen, oder zu… sel.A. Erhol Dich gut, Itai!

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  3. Es ist schön dass durch dich Chaya die Opfer ein Gesicht bekommen. Um Zahlen kann man nur schlecht trauern.
    Ich hätte auch ohne ihren Tod nie wohl nie die Gelegenheit gehabt mit Hadar oder Ziv zu streiten,zu diskutieren, zu flirten oder nur Tee zu trinken. Aber ich bin traurig, dass das nun nicht mehr möglich ist.

    Es ist unfassbar, dass eine hasserfüllte Muftijugend darauf brennt Juden zu ermorden. Es gibt zuviel Hass in der (arabischen)Welt.

    Trotzdem sollte man auch andere Realitäten im Kopf behalten.
    Laut http://www.hagalil.com/01/de/Israel.php?itemid=2477 hat Israel eine sehr geringe Mordrate. 2 Morde auf 100 000 Einwohner.
    Nur die Schweiz hat weniger 1 Mord die USA dagegen 5 Mexiko 20 und Honduras 90
    Den bisher 20 Messeropfern der MJ stehen 150 „normale Mordopfer“ in Israel und 300 Verkehrstode pro Jahr gegenüber.

    Ich wünsche allen Menschen in eurer Heimat Besonnenheit und Frieden in nicht allzuferner Zukunft.

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    1. Ich kann zwar kaum nachempfinden wie es sich anfühlt täglich an einem Tatort vorbei zufahren an dem Menschen ermordet wurden, nur weil sie Juden sind. Vielleicht würde ich in Israel ganz hysterisch reagieren, oder mich zuhause verstecken.
      Trotzdem ist es mir ein Anliegen Gefahren möglichst rational einzuschätzen.
      Ich habe deshalb weiter nach Statistiken gesucht. Laut folgender Quelle http://www.johnstonsarchive.net/terrorism/terror-rate.html war es in den letzten 30 Jahren in Israel in fast allen Jahren wahrscheinlicher im Straßenverkehr umzukommen als von Terorristenhand.
      Das mag die Angehörigen der Opfer nicht trösten, aber den Israelis vielleicht helfen ruhig zu bleiben und rational zu handeln.

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      1. Es ist natuerlich eine Frage der Ansicht. Terroanschlaege empfindet man als eine irrationale Bedrohung, Autounfaelle jedoch als eine rationale. Es ist die Psyche, die diese zwei Dinge unter verschiedenen Kategorien einordnet – und natuerlich auch die soziale Struktur. Frueher, als in Europa noch keine staatliche Sicherheit geherrscht hat, waren Reisen zwischen Staedten dermassen gefaehrlich, dass Menschen ein gebet vor dem Ausgehen gesprochen haben, weil nicht sicher gewesen war, ob sie heil zurueckkommen. Heute ist es fuer uns ganz normal. Dasselbe gilt fuer Fluege mit dem Flugzeug. Usw. Natuerlich haben sich die Israelis nach 67+ Jahren irrationalem Terror daran gewoehnt, und umso schneller hat sich die Weltoeffentlichkeit daran gewoehnt – sogar so sehr, dass Terror in Israel, ob islamisch oder national fundierter, nicht mal mehr fuer erwaehnenswert gehalten wird, wenn Statistiken und Auflistungen von Terroranschlaegen weltweit angefuehrt werden – siehe den letzten Skandal bei der AFP und anderen (googel gern danach). Wie gesagt – Gewoehnungssache. Dass es aber etwas Gutes ist und man so etwas auch entsprechend ruhig und desinterresiert zur Kenntniss nehmen sollte – wie eben einen Autounfall – ist damit bei Weitem nicht gegeben. Je mehr Aufmerksamkeit darauf gelenkt wird, desto weniger ist die Chance, dass Verbrechen gegen Menschen zu einer Norm werden, bei der man moeglichst „ruhig“ bleiben sollte. Eine solche Reaktion wuerde auf den moralischen Zerfall einer Gesellschaft hinweisen – ebenso, wie wenn in Deutschland Vergewaltigungen udn Ehrenmorde nicht nur auf der Tagesordnung stehen, sondern auch nicht sonderlich beachtet werden. Ebenso, wenn in Kenya ueber 120 Menschen ermordet werden, aber die Weltpresse sich lieber auf Paris fixiert, weil Paris fuer sie wesentlich mehr relevant ist als die Toten in Kenya.
        Gruss
        Chaya

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      2. Das soll natuerlich nicht heissen, dass man Autounfaelle uninteressiert zur Kenntnis nehmen sollte. Aber das ist leider die Reaktion. Genauso, wie wenn Staedte in Israel mit Raketen beschossen werden. Ob nun mit Todesfolge oder nicht.

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  4. Und zu Guter Letzt für den heutigen Abend:

    „Ich glaube fest daran, dass die jüdische Gemeinschaft im Zuge ihrer Wiedergeburt Jesus rezipieren wird, und zwar nicht bloß als eine große Figur ihrer Religionsgeschichte, sondern auch im lebendigen Zusammenhange eines sich über Jahrtausende erstreckenden messianischen Geschehens, das in der Erlösung Israels und der Welt münden wird. Aber ich glaube ebenso fest daran, dass wir Jesus nie als gekommenen Messias anerkennen werden, weil dies dem innersten Sinn unserer messianischen Leidenschaft … widersprechen würde. In das mächtige Seil unseres Messiasglaubens, das, an einem Fels am Sinai geknüpft, sich bis zu einem noch unsichtbaren, aber in den Grund der Welt gerammten Pflocke, spannt, ist kein Knoten geschlagen… Für uns gibt es keine Sache Jesu, nur eine Sache Gottes gibt es für uns.“ (Martin Buber, Pfade in Utopia, Heidelberg 1985, S.378)

    Ich zitiere wieder Albert Einstein:

    „Ich bin für den Zionismus, weil dies die einzige Bestrebung ist, welche Juden auf der ganzen Welt zu vereinen vermag. Wie weit die Juden eine Rassengemeinschaft sind, ist ohne Interesse. Sicher ist, dass sie eine Schicksalsgemeinschaft sind und dass sie der gegenseitigen Hilfeleistung dringend bedürfen. Ich bin kein Nationalist und wünsche keine Benachteiligung der Araber in Palästina. Die jüdische Einwanderung in Palästina in den praktisch in Betracht kommenden Grenzen kann niemand zu Schaden gereichen. Sie braucht auf keine historischen Ansprüche gegründet zu werden.“

    Gute Nacht und pass auf dich auf, Chaya

    LG

    SBH

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      1. Ist ok, kann ich verstehen, Chaya:
        Wollte damit nur die im Grunde genommen verworrene Beziehung der drei monotheistischen Weltreligionen untermauern. Für mich im Prinzip die Quelle dessen, was man bis heute weitläufig als die Ursache dafür ansehen kann, dass man sich gegenseitig die Köpfe einschlägt – im Namen (eines) Gottes

        LG

        SBH

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  5. Hallo Chaya,
    vielen Dank für die Infos und die Links.
    Habe jetzt eine Stunde lang nur Berichte über Terroranschläge zur Kenntnis nehmen müssen.
    Mein Fazit: Ihr in Israel erlebt ständig ein Paris, na ja, ein kleines Paris. Die Weltöffentlichkeit ist nicht bereit es überhaupt zur Kenntnis zu nehmen. Wenn wir in Deutschland nur einen Bruchteil dessen erdulden müssten, was bei Euch Alltag ist, würde die Welt Zusammen brechen. Wenn es aber um Gewalt in Israel geht, wird relativiert ohne Ende.

    Es wird Zeit, dass die Weltöffentlichkeit die Augen auf macht und wahrnimmt, welche Gefahr vom IS et al (Hamas, Fatah, PLO, Dschihadisten oder wie sie sich sonst noch nennen, gehören alle dazu) ausgeht. Es wird Zeit die Anstrengungen zu bündeln, um dieser Gefahr mit „einer Sprache“ gemeinsam zu begegnen.
    Wenn diese Gewalt uns mit aller Kraft trifft, ist es zu spät.

    Bin im Gebet bei Euch.
    Herzlich, Paul

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