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Die Sirene – Momentaufnahme vom Shoah-Gedenktag

Es folgt ein persoenlicher Beitrag zum heutigen Gedenktag der Shoah – des juedischen Holocausts – in Israel. 


In der Knesset soll die Zeremonie zum Shoah – (Holocaust) Gedenktag stattfinden. Viele Besucher kommen hierher, die einen sehr alt, andere jung. Man empfaengt sie laechelnd, zeigt ihnen den Weg; die Sonne scheint und sendet ihre warmen Strahlen auf uns nieder, erhellt den Vorplatz und die Gesichter. Fuer den Staatspraesidenten ist der rote Teppich ausgerollt, die Flaggen sehen feierlich aus – obwohl nur auf Halbmast wehend. Es ist ein sommerlicher, angenehmer Tag und eine ehrenvolle Zeremonie.

Knesset-Vorplatz waehrend der Sirene. 05.05.16
Knesset-Vorplatz waehrend der Sirene. 05.05.16

Und dann ist es 10.00 Uhr. Die Sirene. Sie erkling von den Lautsprechern auf dem Vorplatz, und alles um mich herum erstarrt. Wir, die jungen Mitarbeiter, die Besucher. Ich schaue um mich. Auch die Älteren halten an, verweilen still. Die einen starren in die Luft, die anderen senken den Kopf. Alles steht.
Die Sirene zerschneidet die Stille, sie ist schrill, hoch, sie schallt unangenehm in den Ohren, sie bringt den Platz und die Menschen in ihren Bann. Ich blicke auf die Sonne, bin mir nicht sicher, ob ich um mich schauen oder den Blick senken soll. Die alte Frau neben mir schaut etwas verwirrt, ihr Mann versucht, sich den Anstecker am Anzug anzubringen.

Ich frage mich – woran denken diese Menschen? Was geht in ihren Koepfen vor sich? Wir, die Jungen, stehen hier und denken an die Ermordeten, aber sie, vielleicht lebten sie damals und hatten Dinge gesehen; wir kennen die Geschichte und sie die Realitaet.

Eine Ueberlebende der Shoah entzuendet die Kerze waehrend der offiziellen Gedenkzeremonie, Knesset, 05.05.16
Eine Ueberlebende der Shoah entzuendet die Kerze waehrend der offiziellen Gedenkzeremonie, Knesset, 05.05.16

Ich denke an die, die ich kenne, welche den Zweiten Weltkrieg miterlebt haben. Ich kenne nicht viele, und die meisten von ihnen leben noch immer im Ausland. Auf einmal steigen vor meinen Augen die Gesichter meiner Familienangehoerigen auf. Niemand von ihnen ist in der Shoah selbst ums Leben gekommen, aber sie haben den Zweiten Weltkrieg erlebt. Sie lebten zu dieser Zeit, und auch sie haben gelitten.

Die Sirene heult weiter, immerzu fort. Nicht nur hier, auf dem Vorplatz. Sie schneidet die Luft und durchdringt das Trommelfell nicht nur uns, sondern jedem Menschen im Staat Israel, allen. Sie heult im ganzen Land. Mir schmerzen die Ohren, und ich denke, wann hoert es auf, wann hoert es auf?

Und dann hoert es auf. Die Sirene klingt ab, alle beginnen, sich wieder zu bewegen, laecheln, erneut empfaengt man alle am Eingang, die Luft ist sauber und erfrischend, die Welt dreht sich weiter. Der Moment ist verschwunden und vorbei.

Auch die Zeit damals war irgendwann an ihrem Ende angelangt.
Fuer viele endete sie zu spaet.

Lily, eine Ueberlebende, 1951 in Israel. Quelle: popchassid.com
Lily, eine Ueberlebende, 1951 in Israel. Quelle: popchassid.com

In eigener Sache: Zwischendurch

Hallo alle,

In letzter Zeit ist es recht still um mich geworden; das kommt daher, dass ich gerade erst die Examensphase hinter mir habe und mich gleich darauf in den traditionellen Pessach-Putz stuerzen durfte. Es waren einige Dinge in der Zwischenzeit geschehen, die ich gerne erwaehnt haette, aber die Muedigkeit und der Zeitmangel zwischen Lernen, Putz und Arbeit taten das ihre und daher komme ich momentan wenig zum Schreiben.

Unterdessen hat mich eine wunderbare Gruppe von Journalisten aus Deutschland unter der Reiseleitung von Albrecht Löhrbacher besucht (es war an Shabbat, daher keine Fotos), einige Spenden großzuegiger Menschen erreicht (J.W, 20€, S.L. 200€ !!) , und ich plane die naechsten Artikel ueber einen Teil unserer Gebiete, ueber den ihr noch wenig von mir gehoert habt – Samaria. Auch dieses Landstueck hat eine lange und spannende Geschichte hinter sich und kommt auch heute nicht zur Ruhe – in jedem Sinne. Die Pessach-Feiertage, an denen alle Welt in Israel wandert und umherreist und tausende Unterhaltungsmoeglichkeiten geboten werden, plane ich, dazu zu nutzen, um mehr ueber Samaria zu erzaehlen.

Frohes Fest an alle Feiernden also, wuenscht mir Ausdauer beim Putzen und ihr werdet auch weiter von mir hoeren, nur Geduld!
🙂

Dank & Umfrage

Es wird wieder Zeit, sich bei meinen grosszuegigen Leser/-innen zu bedanken, welche dem Blogprojekt „Die Siedlerin“ in den letzten Wochen haben Spenden zukommen lassen: K.M. (50 EUR) und H.F. (100 EUR) ! Ihre Unterstuetzung ist wunderbar, ich danke vielmals!

Ansonsten moechte ich mich auch fuer die zahlreichen Emails sowohl ueber die Kontaktseite hier, als auch auf Facebook bedanken, in denen ich viel Unterstuetzung, Lob und auch Anregungen erhalten habe, welche mir gleichermassen gutgetan haben. Auch freue ich mich auf jede/n, der/die sich vornimmt, Israel und Judaea und Samaria zu besuchen und hoffe, dass sich die Besuche auch bei mir arrangieren lassen. Danke!


 

Hier moechte ich euch an meiner neuen Umfrage teilnehmen lassen, um mehr eure Interessen an meinem Blog kennenzulernen und einbinden zu koennen. Mehrere Antworten (bis zu 3) sind moeglich.

Bissel Eigenwerbung

Hallo liebe Leser/-innen,

mit Verlaub moechte ich hier einige Zeilen der Eigenwerbung widmen; um genauer zu sein, moechte ich, wie es so schoen heisst, euer Augenmerk auf die zweite Reihe der rechten Menuespalte richten (fuer diesen Ausdruck hatte mich letztens meine Ausbildnerin fuer Touristenfuehrungen ausgelacht).

Was befindet sich direkt unter dem Besucherzaehler von immerhin fast 100.000 (!) Besuchern? Ein Spendenaufruf fuer meinen Blog. Es ist naemlich so: Meinen Blog betreibe ich 100%-ig allein und ohne jede Kommerzabsicht. Alle Inhalte werden von mir in meiner freien Zeit geschrieben, und diese ist seit Studium und Arbeit und auch aufgrund der langen Fahrtzeiten von einem Ziel zum anderen (ich lebe ja fast in der Praerie) ziemlich limitiert. Oftmals geht die Blogarbeit und die Recherche dafuer auf Kosten einer zusaetzlichen Arbeitszeit; und oftmals eigne ich mir ebenso Literatur oder erlaube mir eine Fahrt oder aehnliches, um besseren Einblick in ein Thema zu bekommen. Das Geld ist fuer eine allein im Land lebende Studentin eine herausfordernde Angelegenheit. Es bereitet Kopfschmerzen und das hindert einen am freien Schreiben. 😉

Aus diesem Grund habe ich auch den Spenden-Button ueber Paypal veroeffentlicht, ueber den man leicht auf diese Seite gelangt und, sofern einem die Arbeit, die ich leiste, gefaellt und er/sie ein Interesse daran hat, sie zu unterstuetzen, einen Beitrag spenden kann. Es liegt in der Hand des grosszuegigen Spenders, die Summe festzulegen. Und was mich angeht, so bin ich ausserordentlich dankbar fuer jede Unterstuetzung, die dem Projekt zugute kommt.

Hiermit beende ich die Eigenwerbung, die Message sollte ruebergekommen sein  – ich freue mich sehr ueber eure Unterstuetzung, sowohl natuerlich im moralischen Sinne (die dutzenden Emails voller Zuspruch, die ich erhalte!), als auch im praktischen! 🙂

⇒ Zu der Spendenseite geht es hier.

Wuensche allen einen herrlichen Tag!

Chaya


Update

Vielen herzlichen Dank an alle großzügigen Spender, die sich insbesondere in den letzten 48 Stunden entschlossen haben, das Projekt „Die Siedlerin“ zu unterstützen! Ich bin überwältigt! Sollte jemand von Ihnen kein Problem darin sehen, namentlich erwähnt zu werden, teilen Sie es mir mit und ich werde sehr gerne Ihren Namen hier notieren.

Bisherige Spendenliste:

  • D.K.S. (25 €)
  • G.P. (30 €)
  • N.L. (33,3 €)
  • H.T. (20 €)
  • F.G. (50 €)
  • J.W. (20 €)
  • H.H. (5 €)
  • C.F. (5 €)
  • A.Z.

Unglaublichen Dank!

Mein Karavan wird populär

Mein kleiner Karavan in den judäischen Bergen zieht immer mehr Besucher an. So hat mich neulich eine Gruppe aus Deutschland durch das „Keshet“-Reisebüro und die Reisefirma „Israelreise.de“ in Alon Shevut besucht und eine Führung sowie einen Blick in den

Reisegruppe "Keshet Journeys", 29.01.16
Reisegruppe „Keshet Journeys“, 29.01.16

Karavan bekommen (29.01); weitere Reisegruppen erwarte ich in den nächsten Wochen. Ich finde es immer wieder schön, wenn deutsche Besucher, vor allem auch solche, welche tatsächliches Interesse an Israel und an unserem Leben in den Siedlungen zeigen, kommen und die Führung mitmachen. Erstens, weil ich es mag, meine Erfahrungen und mein Wissen mit anderen zu teilen, und zweitens, weil ich noch immer ein Freund des deutschen Humors bin und auch ganz gerne „Landsleute“ treffe – beispielsweise Gruppenteilnehmer aus Köln und dem Rheinland 🙂

(c) Jennifer Bligh
(c) Jennifer Bligh

Ein weiterer spannender Besuch ereignete sich heute – die Journalistin Jennifer Bligh, zusammen mit dem Fotografen Jonas Opperskalski, kamen in unsere Siedlung, um mit mir ein Interview für das Magazin bento durchzuführen. bento scheint ein neues Jugendmagazin von SPIEGEL ONLINE zu sein, und so, wie ich es auf seiner Webseite mitbekommen habe, konzentriert es sich mehrheitlich auf persönliche Features – Lebensgeschichten, Interviews, Lebenswahrnehmungen. (Spannend fand ich auch die „Über uns“-Seite – die meisten der dort schreibenden Autoren und Autorinnen haben blaue, leuchtende Augen.)

Jennifer und Jonas haben mich mehrere Stunden lang begleitet. Jonas zeichnete sich durch seine Vorliebe für gutes Licht und seine professionellen Fotos aus (er ist auch einer der zentralen SPIEGEL-Fotografen, wurde ich aufgeklärt) und ließ sich unglaublich für den lokalen Sonnenuntergang begeistern. Jennifer erklärte mir, sie sei schon einige Male in Siedlungen unterwegs gewesen; mit ihr zusammen haben wir längere Zeit verschiedene Themen besprochen, die vor allem in meinem vorherigen Interview bei Deine-Korrespondentin.de aufgekommen waren (wie gut, dass es dieses Interview damals gegeben hat!). Fragegrad – von trivial bis tricky und teilweise auch gemütaufreibend – was eigentlich auch zu erwarten war.

Die Leitlinie von bento oder von Jennifer, was Israel angeht, kenne ich zwar persönlich nicht, aber dafür sollte das Resultat dieses Gesprächs umso spannender werden. Mal schauen also, wie sehr sich SPON und bento ähneln bzw,unterscheiden (von den Talkbackisten erwarte ich alleridings schon im Voraus nicht viel Gutes).

Die ersten Fotos von der Fotosession, der ich mich im Rahmen der Reportage unterzogen habe, stelle ich schon online, die offiziellen werden dann mit der Veröffentlichung folgen. Danke an Jennifer!


 

Eine eher weniger erfreuliche Nachricht gibt es leider auch – eins der Reisebüros, mit welchen ich zusammenarbeite, hat den Besuch der Gruppe bei mir abgesagt. Wie schon das ganze letzte halbe Jahr über, sind „Sicherheitsbedenken“ angeführt worden. Solche Dinge – zuvor hatte ich dieselben Fälle mit Reisegruppen seitens der Bundeszentrale für politische Bildung – ärgern mich immer ungemein, und dabei tut es mir vor allem für die Reiseteilnehmer selbst leid.

Der Ärger kommt auf, wenn ich von den Reiseveranstaltern neben der Absage für den Besuch bei mir höre, dass für diese Gruppen trotz „Sicherheitsbedenken“ ein Besuch in arabisch-palästinensischen Orten eingeplant ist wie Ramallah oder gar Bet Lehem oder Bet Jalla, welche nur wenige Kilometer von mir entfernt auf der selben Autobahn liegen. Trotz der Tatsache, dass auch in der unmittelbaren Umgebung arabischer Ortschaften Touristenbusse und „Nichtjuden“ von Steinewerfern angegriffen worden sind – darunter lassen sich selbst palästinensische Politiker und christliche Geistliche finden – sind es immer wieder unsere Orte, zu denen der Zugang von offiziellen Stellen verweigert wird, so, als würde den Reisenden  gerade in der Siedlung eine Gefahr auflauern. Kein Vortrag in einem Konferenzsaal, mag er noch so lebendig gestaltet sein, kann einen tatsächlichen Besuch ersetzen und ein Gefühl für die Situation vor Ort vermitteln.

Trotzdem muss ich sagen, dass ich für auch nur die geringste Möglichkeit, mein Thema weiterzuvermitteln, dankbar bin.

Soweit also die Neuigkeiten.

 

Deine-Korrespondentin interviewt Die Siedlerin

Mareike Enghusen von der Internetplattform „Deine-Korrespondentin.de“ traf mich Ende dieses Jahres in Jerusalem. Bei einem herzlichen und auch langen Gespraech in einem der gemuetlichsten Restaurants der Jerusalemer Neustadt sprachen wir ueber mein Leben und den Werdegang meines Blogprojektes ueber das juedische Leben in Judaea und Samaria.

Was herausgekommen ist, koennt ihr hier nachlesen – und auch sonst kann ich die Plattform sehr empfehlen. Danke, Mareike!

Interview auf deine-korrespondentin.de, 27.01.16
Interview auf deine-korrespondentin.de, 27.01.16

Unwetter shalom!

Ein wenig zum Alltäglichen.

Es ist mal wieder Zeit für ein Unwetter gekommen. Wir haben schließlich Winter, und nun lässt er sich so richtig blicken. Ein Sturm fegt übers Land und erreicht jeden Winkel; in den Bergen angekommen, bringt er eine unglaubliche Masse an Niederschlägen mit sich, darunter auch nassen Schnee (der bisher noch nicht liegen geblieben ist), starken Wind und Kälte. In den Hermon-Bergen an der syrischen Grenze ist schon seit Längerem der Schnee gefallen, und nun kommen die Schneewarnungen näher, an die Berge von Samaria, Jerusalem und Judäa. Viele warten hier auf den Schnee aus verschiedenen Gründen; die einen wollen nicht zur Arbeit, die anderen die weiße Pracht genießen; manche (darunter meine Wenigkeit 😉 ) wollen die anstehende Prüfung schwänzen oder gar lange ausschlafen. Denn sobald die Schneewarnung Wirklichkeit wird und die Straßen zugeschneit werden – selbst wenn es nach europäischem Maßstab lächerlich vorkommen wird – werden die Busse nicht mehr fahren und die Straßen gesperrt sein.

Wer sich das anhand des letzten Winters ansehen möchte, darf gerne bei der Galerie vorbeischauen. Winter 2015 war wirklicher Winter, mit schneebedeckten Bäumen und Hügeln, gefrorenen Pfützen und im Schnee versinkenden Weinreben.

Momentan ist alles nass, am Morgen und am Abend bedeckt ein tiefer Nebel die Hügel und verdeckt die Aussicht, die Luft drinnen und draußen ist feucht und unglaublich frisch, der braune, saftige Matsch klebt an den Sohlen, und wer hier keine festen Regenstiefel hat, ist arm dran. Die Katzen jaulen und bitten darum, ins Haus hineingelassen zu werden, und im Haus selbst („Haus“ wäre zuviel gesagt, Wohncontainer natürlich) sitzend höre ich den Wind um die Ecken pfeifen, als würde er den Container mitreißen wollen.

Was meine Behausung angeht, so hält diese das Wetter tapfer aus. Wobei ich, ungleich dem letzten Winter, heute nach der Arbeit leider feststellen musste, dass die undichten Stellen bei der Tür Wasser in den Eingangsbereich hineingelassen haben. Unser lokaler „Hausmeister“, der für die Reparaturen in der Siedlung zuständig ist, hat sich leider schon seit Längerem nicht um diese Dinge gekümmert und so war mein Karavan auf die Wassermassen nicht vorbereitet. „Selbst ist die Siedlerin“, musste es dann wohl oder übel heißen und ich griff als Allererstes zur Silikonpistole, um die Ritzen zu stopfen und schaffte es auch, die Tür einigermaßen nah heranzuziehen und zu fixieren, sodass die undichten Stellen zumindest verkleinert werden konnten. Ob das mit dem Silikon helfen wird, trotz des nassen Holzes, werde ich noch sehen. Momentan heizt die portable Heizung, was das Zeug hält (Klimaanlage besitze ich nicht), und der Strom sollte auch nicht ausfallen. Die Bezirksverwaltung hat, wie im letzten Jahr auch schon, Mails mit Tipps für den Schneefall verschickt, und die habe ich brav befolgt – Notfalllampe, Kerzen, Feuer, Essen für einige Tage, warme Kleidung sind vorrätig. Sollte der Schnee über uns herfallen (hinter dem Fenster kann man die nassen Schneeflocken an die Scheibe klatschen hören), werde ich nicht verloren gehen, denke ich. Als Notfallwärmeheizung habe ich ja immer noch die Katzen. 😉

Die Bezirksverwaltung spart nicht an Mails und berichtet unter Anderem, dass in einigen Teilen im Osten Gush Etzions es geringe Überschwemmungen und offenbar Schaden durch Wasser gegeben haben soll, welche nun behoben werden müssten. Der Osten Gush Etzions liegt auf derselben Berghöhe (bis zu 980 m über dem Meeresspiegel) und Schnee scheint sich dort auch noch nicht blicken zu lassen.

***

Die "Menora der Sieben Arten", Kunstwerk von Eliezer Weisshof, ausgestellt in der Knesset (Quelle: Knesset)
Die „Menora der Sieben Arten“, Kunstwerk von Eliezer Weisshof, ausgestellt in der Knesset (Quelle: Knesset)

Ansonsten haben wir heute Abend den Feiertag „Tu BiShwat“das Neujahresfest der Bäume, und der Regen ist symbolisch wunderbar passend. Am Neujahresfest der Bäume sitzen viele Juden zusammen , sprechen Segenssprüche und essen von den sogenannten „sieben Arten“, für welche das Land Israel schon in der Tora ausgezeichnet wurde: Trauben, Datteln, Weizen, Gerste, Granatäpfel, Oliven und Feigen – sowie von anderen Früchten des Landes.

***

Sollte der Schnee tatsächlich fallen, wäre das gar nicht so schlecht, überlege ich mir. Denn dann hätte ich endlich Zeit, die Blogbeiträge für euch zu schreiben, welche ich seit Langem schreiben möchte, aber nicht dazu komme!

Schönen Gruß aus den nassen Hügeln!

Chaya

 

Grüße zum Jahr 2016

Liebe Leser/-innen,

wünsche allen Feiernden unter uns ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr 2016!

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Auf dem Bild seht ihr eine Blume abgebildet; es handelt sich um eine der verbreitesten Winterblumen Israels, die sogenannte „crocus hyemalis“ (Karkom chorpi) oder auch auf Hebräisch „Winterkrokus“. Die Blume ist in ganz Israel und auch im Libanon vertreten und wächst in freier Natur. Natürlich findet man sie in Massen auch bei uns, in den Bergen von Judäa und Samaria, das aber nur während der Winterzeit, wenn es genügend Regen gibt und die übliche Kälte und gar Frost einsetzen. (Foto: Tel Aviv University)


 

Ein wenig Statistik: Mein Blog „Ich, die Siedlerin – eine jüdische Stimme aus Judäa“ ist mittlerweile schon ein Jahr und eine Woche alt. Seit Dezember 2014 haben mich über 82.400 Internetnutzer aus verschiedenen Ländern aufgerufen, davon die meisten aus Deutschland, Israel und der Schweiz. Davon haben über 19.900 die Seite gründlich durchgeforscht. Ich habe seit Dezember 2014 insgesamt 148 Beiträge veröffentlicht und habe bisher 133 Abonnenten gewinnen können. 7 verschiedene Medien haben über mich in verschiedenem Kontext berichtet, darunter die ARD und der österreichische Kurier. Meine Blogeinträge teilen sich in 29 Kategorien und 11 Hauptthemen auf , darunter Religion und Tradition, Geschichte und Gesellschaft, Freizeit und Tourismus, News und Leben mit dem Terror.  Auf die Seite wurden bisher 6 Bildergalerien hochgeladen.

Ich wünsche mir für 2016 ein weiteres erfolgreiches Jahr für „Ich, die Siedlerin“ und hoffe, ihr werdet Interesse daran finden!

Eure Chaya

 

 

Zum aktuellen Diskurs / Die Duma-Affäre

Liebe Leser/-innen,
 
in den letzten Tagen und Wochen kommt die israelische Öffentlichkeit angesichts der Nachrichten nicht zur Ruhe, die rund um den Anschlag auf das Dorf Duma und die Affäre um den jüdischen Terror kreisen. Immer neue Meldungen, Beanstandungen, Gerüchte und Diskussionen füllen die Zeitungen und die sozialen Netzwerke, und die sowieso schon recht diskussionsfreudige israelische Gesellschaft kocht.
 
Den ersten ausführlichen Beitrag zum Thema habe ich vor einigen Tagen veröffentlicht, darin habe ich mich auf das Gerücht bezogen, dass die jüdischen minderjährigen Terorverdächtigen seitens des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet gequält werden würden. Ich habe einige Positionen dargestellt und Quellen erbracht, damit sich jeder Leser anhand der angeführten Informationen eine eigene Meinung bilden konnte.
 
Der nächste Beitrag, inklusive der neuesten Updates zum Thema, zusammengefasst und sortiert, wird schon vorbereitet und mein Ziel wird es darin sein, Fragen aufzuwerfen.
Zunächst einmal ist dieses Thema für  die Israelis und insbesondere auch für die Anhänger der Siedlerbewegung sowohl brenzlig als auch komplex und kompliziert. Die Diskussion darum und insbesondere, was die Konsequenzen aus der Affäre anbelangt, ist eine interne Angelegenheit der israelischen Gesellschaft innerhalb jeden politischen Spektrums, und darüber hinaus auch eine interne Diskussion innerhalb der nationalreligiösen Kreise.
Dennoch, gerade in meiner Rolle als „Türöffnerin“ (nicht Türsteherin!) in die Welt der Siedlerbewegung und der nationalreligiösen Gemeinschaft, finde ich es wichtig, auch euch am Teil dieses Diskurses teilhaben zu lassen.
Ich sehe ein, dass das eine große Herausforderung vor mich stellt. Ich selbst bin erst relativ seit Kurzem mit der Thematik in Berührung gekommen und habe tiefere Einblicke gewinnen können.
Das vorneweg, muss ich ein überaus heikles Thema, welches aus vielen Schichten besteht und nicht erst seit heute relevant ist, aber leider auf eine böse Weise relevant geworden ist, an ein Publikum bringen, dem es zumeist an wichtigem Hintergrundwissen mangelt, um den Kontext der letzten Ereignisse zu verstehen und die Entwicklungen, die dazu führten, einzuschätzen; ein Publikum, welches nicht am Diskurs teilhaben kann aufgrund der Sprachenunkenntnis;  welches nicht die gesamte und auch nicht die halbe Meinungspalette kennt, die in dieser Diskussion (über den jüdischen Terror; über die Motivation, den Einfluss oder auch die Vor- und Nachteile der Aktivitäten der Siedlerbewegung) zum Vorschein treten. 
Ein Publikum also, dem die Basisgrundlagen fehlen, das Thema gebührend einzuschätzen, welches aber wohl informiert werden möchte – und welches ich selbst informieren will, zwecks meiner selbstauferlegten Aufgabe als Bloggerin und Journalistin.
Ich persönlich lege keinen Wert darauf, meine eigene Meinung breitzulegen, weil von ihr niemand etwas haben wird; und auch keine Statements abzugeben, die es nicht weiter bringen, als das allgemein Gültige  und Bekannte zu konstatieren. Stattdessen halte ich viel vom Fragenaufwerfen, von Darstellungen einer Meinungspalette aus dem „Inneren“ unserer Gesellschaft heraus, von dem Aufbringen verschiedener Narrative und deren Erklärung. Selbstverständlich ist und wird alles durch meine Sicht gefärbt sein, da ich bin, die es innerlich verarbeitet und aufs Papier bringt. Dennoch werde ich immer wieder versuchen, dieses Mal und auch in Zukunft, so unmittelbar wie es nur geht euch an Quellen und Ansichten teilhaben zu lassen – nach meinem besten Wissen und Gewissen.
Es ist zu erwarten, dass im Laufe der Woche neue Erkenntnisse zu speziell dieser Affäre – der „Duma-Affäre“ – ans Licht kommen werden, und bestimmte Aussagen nicht mehr aktuell sein werden. So ist es in diesem Milieu der Berichterstattung – manchmal kann man mit dem Rhythmus nicht standhalten. Aber die Diskussionen, welche entstehen, haben eine längere Lebensdauer und eine größere Wichtigkeit als die Fakten an sich. Sie sind es, welche im Endeffekt die Natur einer Gesellschaft prägen.
Ich wünsche uns allen in diesem Sinne Geduld, und möglichst viel innere Offenheit und Verständniswillen, und eine rege Diskussion, wie sie schon zum Glück bei einigen meiner letzten Beiträge stattfindet (worüber ich persönlich sehr erfreut bin).
Mir liegt dieses Thema, sowie die gesamte „Welt der Siedler“, deren Teil ich momentan darstelle, sehr am Herzen, und deshalb gehe ich hierbei mehr in die Tiefe als in die Breite.
Wem es ebenso am Herzen liegt oder auch nur interessiert – seid dabei und bleibt dran.
Chaya

UPDATE: Themenuebersicht

Mein Blog hat in knapp einem Jahr ueber 130 Eintraege veroeffentlicht, zu allen moeglichen und unmoeglichen Themen. Das ist wirklich viel Information auf einen Schlag. Eine Nachricht jagt die andere, jedes Thema bedarf enorm viel Aufmerksamkeit – und dabei gibt es noch so viel zu zeigen, zu erklaeren, vorzustellen, und die Liste ist lang.

So ist auch die Liste meiner Blogeintraege von Dezember 2014 bis heute. Um es fuer euch uebersichtlicher zu gestalten und auch damit keiner meiner aelteren Beitraege in der Menge der neuen untergeht, habe ich eine Themenuebersicht erstellt (siehe auch Menueleiste oben).

Im Dropdown-Menue findet ihr alle relevanten Kategorien und die darunter einsortierten Beitraegen. Der letzte Artikel ist jeweils der erste in der Liste.

Viel Spass beim Stoebern!

Chaya 🙂