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#EyalGiladNaftali. Ein Jahr danach

Gilad-Eyal-Naftali-e1404157170661Ihre Bilder gingen um die Welt, ihre Namen wurden in viele Sprachen übersetzt und die Kampagne für ihre Rückkehr umspannte Kontinente. Die Entführung der drei israelischen Teenager Eyal Yifrach, Gil-Ad Sha’er und Naftali Frenkel im Juni 2014 war das einscheidende Erlebnis in das kollektive Gedächnis der israelischen und jüdischen Gesellschaft im vergangenen Jahr, und es hat Kräfte geweckt, die sich nicht mehr zurückhalten ließen.

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Kerzen zum Gedenken an die drei Jugendlichen an der Bushaltestelle, bei der sie entführt wurden. 02.06.15. Fotos: Elishay Jayson

IMG-20150521-WA0013Ein Jahr ist es nun her (nach dem jüdischen Kalender), dass die dreiJugendlichen an der Alon-Shevut-Kreuzung in Gusch Etzion bei ihrer Weiterfahrt zu sich nach Hause nach einem Lerntag in der Jeshiwa von 2 arabischen Terroristen in einem gestohlenen Auto entführt und kurz darauf getötet und verscharrt wurden. Eyal stammte aus der israelischen Stadt Elad und lernte in Kiryat Arba/Hevron (Judäa), Gil-ad stammte aus Talmon in der Binyamin-Gegend und und Naftali aus Nof Ayalon, nahe der Stadt Modi’in, beide lernten im Kibbutz Kfar Etzion in einer Jeshiwa. Alle drei waren sie nicht aus Judäa, alle drei besiegelten ihr Schicksal auf ihrem Nachhauseweg in den Händen von Terroristen, welche ihre Tat geplant und vorbereitet hatten.

Wer während der 18 Tage zwischen dem 12. Juni, dem Tag der Entführung, und dem Fund der drei Leichen der Jungen am 30.06.14 in Israel gewesen war, konnte einen in jeder Ecke des Landes spürbaren Zusammenschluss der Bevölkerung erleben. Die Kampagne #BringBackOurBoys auf Facebook; Plakate mit den Fotos der drei Jungen in jeder Stadt; die zahlreichen Ansprachen der drei Mütter der Teenager gingen in ihrer tragischen Einzigartigkeit in die Geschichte ein. Aufkleber, T-Shirts, Gebetsaufrufe per Whatsapp – und was nicht noch alles. Was die Mehrheit der Bevölkerung an Anteilnahme aufbrachte, war einmalig für die letzten Jahrzehnte, selbst für das leidgeprüfte Israel.

Am 30.Juni wurden die Leichen der toten Jugendlichen auf offenem Feld unweit der arabischen Stadt Halhul bei Hevron gefunden. Einige Tage später wurde die Operation „Schutzlinie“ eingeleitet und, obwohl offiziell durch den Raketenbeschuss der Hamas auf Israels Süden begründet, hatte sie selbstverständlich eine direkte Verbindung zu der Entführungstat, zumal laut der israelischen Position die Täter aus den Reihen der Hamas stammten.

Nun konnten Gedenkfeiern, öffentliche Andachten und selbst „Gesprächskreise“ beim besten Willen nicht lange anhalten. Handfestes Gedenken, Zeichen von Stärke oder aber kontrastreiche Gesten von Menschlichkeit, so hat sich seit Jahren die gesellschaftliche Einstellung gegenüber tragischen Ereignissen nationaler Reichweite manifestiert. Im Namen der Terror- und Kriegsopfer wurden seit jeher Spenden-Fonds eingerichtet, Städte, Plätze und Straßen benannt, Synagogen eingeweiht, Bäume gepflanzt. Eines der lautesten Verlangen war das nach der Annektierung des von Israel besetzten, aber nicht als Staatsfläche anerkannten Gebietes von Gush Etzion, im Herzen dessen die drei unglückseligen Jugendlichen den Terroristen zum Opfer fielen.

Was macht man aber, wenn der eigene Staat mit der „gebührenden Antwort“ zögert? Wenn nicht das gewünschte Ergebnis kommt? Wenn keine flächendeckende Lösung für Terror herbeigeführt wird?

„In deinem Blute sollst du leben“

(Yechezkel, Kap.16, 6)

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Das erste Plakat auf dem Hügel. Juli 2014

In der verhängnisvollen Nacht auf den 01.Juli, nach dem Fund der Leichen von Eyal, Gil-Ad und Naftali, versammelten sich auf einem bewaldeten Hügel unweit der Entführungsstelle, einige Menschen mit Taschenlampen, Flaggen, simplen Handwerkzeugen, einigen Benzinkanistern und einem Stromgenerator. Vom Dunkel der Nacht

Die ersten Tage.
Die ersten Tage.

gedeckt, säuberten sie einige Flächen im kleinen Wald und das dazugehörige, seit Jahrzehnten verlassene Försterhaus, sie hängten Banner an die Eingangstür, stellten Projektoren und Zelte auf. Sie fotografierten ihre Gruppe und ließen das Foto auf Facebook herumgehen. Ein neuer Tag brach an, ein neuer Vorposten war geboren. „Givat Oz veGAON“, zu Deutsch – Hügel der Stärke, welcher im Namen auch die hebräische Abbreviatur der drei Jungen trägt.

Entwicklungsarbeiten.
Entwicklungsarbeiten.
Vortrag für Besuchergruppen.
Vortrag für Besuchergruppen.

Nun war die zugegeben an britische Mandatszeit erinnernde Geheimaktion nicht so spontan, wie es scheint; das Gebiet wurde schon von vorne herein auf Tauglichkeit geprüft, auf seinen offiziellen Status, wie groß die Wahrscheinlichkeit sei, von dort wieder geräumt zu werden, welche Bau- und Ausweitungsmöglichkeiten es für diesen Vorposten gäbe, und die Hauptsache – wer das Projekt unterstützen würde.

Racheli Frenkel, die Mutter von Naftali, zündet Shabbat-Kerzen im Reservat.
Racheli Frenkel, die Mutter von Naftali, zündet Shabbat-Kerzen im Reservat.

Die Unterstützung kam mit überwältigender Großzügigkeit, sie kam aus zahlreichen Quellen, finanziell und gesellschaftlich. Sowohl seitens der Ortsverwaltung und der Armee, als auch der lokalen Umgebung und derjenigen, die auch landesweit oder im Ausland vom Projekt gehört hatten.

Freiwillige Helfer.
Freiwillige Helfer.

Die Idee, einen neuen jüdischen Stützpunkt zum Gedenken an die drei Ermordeten zu errichten, beflügelte. Die Strategie ging auf. Es war nicht „noch ein“ Vorposten von Halbwüchsigen, die sich in Holzbaracken auf einem Hügel zu verschanzen suchten und Soldaten mit Steinen bewarfen. „Givat Oz veGaon“ wurde binnen kurzer Zeit in eine Camping-Seite und Freiwilligen-Anlaufstelle umfunktioniert und anstatt Wohncaravans zu bauen, beschloss man, sich lieber in nächster Zeit auf Öko-Tourismus, archäologische Ausgrabungen (es wurden Artefakte aus der Zeit des Zweiten Tempels gefunden, die auf eine frühere Besiedlung hindeuten) und Besucherzentrum zu konzentrieren. Selbst dieser kleine, als

Feiern im Reservat.
Feiern im Reservat.

Naturreservat anerkannte Punkt, hatte geschichtlichen Kontext; Zeugnisse aus der Tora sprechen von der anbei liegenden Raststätte des Urvaters Jakov (Givat Oz); und 1927 stand an derselben Stelle zwei Jahre lang ein kleines Dorf namens „Migdal Eder“, welches aber 1929 im Zuge der arabischen Pogrome in der Umgebung zerstört worden war (siehe auch: „Die brennende Fackel von Gusch Etzion 1“).

Wegweiser zum Naturreservat.
Wegweiser zum Naturreservat.

Von allen 4 Vorposten, die als Reaktion auf die Ermordung errichtet worden sind, hat bisher nur das ‚Oz veGaon‘-Reservat überlebt. Es genießt sowohl die Schirmherrschaft der Ortsverwaltung, als auch der Armee und die breite Unterstützung der Familien der drei Jungen.

Die Großeltern von Eyal Yifrach pflanzen einen Baum im Reservat.
Die Großeltern von Eyal Yifrach pflanzen einen Baum im Reservat.

Die für das Projekt verantwortliche Organisation, ‚Women in Green‚, sieht in der Aktion einstimmig eine gebührende zionistische Antwort auf das Ereignis, welches wohl noch lange in der kollektiven Erinnerung der Israelis verbleiben wird. „Not killing, just building“, lautete einer der Slogans des neuen Stützpunkts, ein anderer verkündete „Das ewige Volk hat keine Angst vor dem langen Weg“.


 

Das ‚Oz veGaon‘-Naturreservat im Herzen Judäas ist nur eine der Reaktionen, die auf die Ermordung der drei Jungen folgte. Auch auf der breiten gesellschaftlichen Ebene war und ist dieses Ereignis nicht so einfach wegzuwischen. Dossiers in Zeitungen veröffentlichen immer wieder Gespräche mit den drei Müttern, welche in der Zeit der Entführtensuche und noch lange danach die israelische Gesellschaft mit ihren Reden und Ermutigungen und Gefühlen stärkten. Und nebst Veranstaltungen, Konzerten, und Zeitungsartikeln, wurde auch ein Preis ins Leben gerufen, welcher den Zusammenhalt und die Einigkeit im Land belohnen und fördern soll: Der „Unity Prize“ in Gedenken an Eyal, Gil-ad und Naftali.

Quelle: unityprize.org
Quelle: unityprize.org

Gestartet vom „Gedenkverein für Eyal, Gil-ad und Naftali“ und unterstützt vom Oberbürgermeister Jerusalems, Nir Barkat, sowie dem Erziehungsministerium, soll er an besondere Vorhaben und Menschen am 03.06 eines jeden Jahres verliehen werden, welche die Einheit innerhalb der israelischen Gesellschaft stärken. „Der besondere Geist der drei Familien, wir wollen ihn an die israelische Öffentlichkeit bringen“, so Oberbürgermeister Nir Barkat zum neuen Preis.

So wurde in Israel die Tragödie der Entführung der Jugendlichen von einem traumatischen Event in einen Anreiz für Schöpfung, Kreativität, Veränderung und Hoffnung übersetzt.

Heute nachts und morgen zünden viele Gedenkkerzen für die Jugendlichen an, auch hier in Alon Shevut, und es werden Lernseminare zu ihrem Andenken in Jugendzentren veranstaltet. Eyal, Gil-ad und Naftali nicht mehr unter uns, doch ihr Nachlass trägt Früchte.

 

Nach dem Anschlag. Eine Mail.

Der Tatort auf der Karte.
Der Tatort auf der Karte.

Gestern, am 14.05.15, kurz nach 1 Uhr nachmittags (israelische Zeit) wurde an der Bushaltestelle in der Nähe des Einfahrtstores von Alon Shevut ein Attentat verübt . Ein palästinensischer Autofahrer raste in eine Gruppe wartender Jugendlicher am Straßenrand und fuhr dann im selben Tempo weiter. Kurze Zeit später wurde er von der Armee angehalten, die sofort nach der Nachricht Straßensperren errichtet hatte, und verhaftet. Der Terrorist gestand die Tat. Vier (entgegen den ersten Berichten über drei) der jungen Leute wurden verletzt, einer davon schwer (Arye) und der andere mittelschwer (Ido).

(⇒ Ich hatte in einer kurzen Meldung auf das Attentat auf meiner Facebook-Seite aufmerksam gemacht.)

Auf der Nachrichtenseite YNET wurde das Video des Attentats veröffentlicht, welches von der privaten Sicherheitskamera der Einwohner von Alon Shevut gefilmt wurde und das Attentat aufgezeichnet hatte. Einer der Leichtverletzten, Benjamin Frenkel (25),  berichtete den Journalisten von YNET: „Ich stand mit einem weiteren Menschen an der Haltestelle nach Bet Shemesh, da wir beide nach Hause fahren mussten. Er sah das Auto im Augenwinkel auf uns zukommen, griff mich und schrie ‚Weg!‘. Wir wichen zurück, aber das Auto traf uns doch. Ich flog etwa einen Meter weg, er noch weiter. Ich stand auf und meldete den Anschlag per Notruf. Ich lief dann dem Auto hinterher, aber der Täter flüchtete. Später kamen dann die Armee und die Ärzte und brachten uns von hier weg. Per Funk wiesen sie an, Straßensperren zu errichten.“

Auf derselben Kreuzung waren schon mehrere Attentate verzeichnet worden, die letzten waren die Entführung und Ermordung von Eyal, Gil-ad und Naftali im Juni 2014, zu deren Erinnerung an der besagten Bushaltestelle ein Mahnmal errichtet worden war. Genau gegenüber der Haltestelle ereignete sich im November 2014 ein Auto-Anschlag, bei welchem Dalia Lemkus angefahren und danach vom Terroristen erstochen wurde. Spätestens seit diesem Anschag wurden auf jeder Bushaltestelle entlang der Region von Zentral-Gush Etzion Soldaten zur Verstärkung platziert.


 

Nach dem Attentat meldete sich heute in der Rundmail der Siedlung Alon Shevut eine Frau namens Itta M. zum Thema, neben anderen, die baten, für die Genesung der Verletzten zu beten und mögliche Reaktionen auf das Geschehene besprachen. Hier ist, was sie schrieb:

Als jemand „Erfahrenes“ in der Umgehensweise mit Terroranschlägen seit der Zweiten Intifada, möchte ich mit euch einige „Tipps“ zum Umgang mit dem Geschehenen teilen:

Der gestrige Anschlag an der Kreuzung von Alon Shevut reiht sich in eine lange Liste von Vorkommnissen ein, die wir im letzten Jahr über uns ergehen lassen mussten – die Entführung der drei Jungen, der „Fels in der Brandung“-Krieg, Anschläge und versuchte Anschläge. Ein jedes solches Erlebnis hinterlässt seine Spuren, vor allem, wenn wir von Kindern und Jugendlichen reden. Das einfache existenzielle und natürliche Sicherheitsgefühl, das jedes Kind bei sich zu Hause und in seiner Umgebung verspürt, wird angegriffen. Jedes Vorkommnis schließt sich an die vorherigen an und holt von Neuem die Ängste und Befürchtungen an die Oberfläche. Der immerwährende Stress und der Frust führen zu einem Empfinden von Wut gegenüber der Armee und der Regierung, die nicht genug für unsere Sicherheit sorgen.

Wenn wir Kindern helfen wollen, damit umzugehen:

  • Bitte schaut aufmerksam hin, wenn ihr Kinder seht, die bedrückt, blass, verstört wirken. Jüngere Kinder könnten zum Bettnässen zurückkommen, sie könnten Angst haben, alleine zu bestimmten Orten zu gehen, wohin sie in der Regel immer allein hingegangen sind.
  • Verschafft ihnen die richtige Information. Es kann sein, dass sie sich von Gerüchten, z.B. von ihren älteren Geschwistern, nähren. Unterstreicht, dass es Sicherheitskameras an der Kreuzung gibt, dass die Soldaten und die Krankenwagen sofort gekommen sind, der Terrorist gefasst wurde. Stärkt in ihnen das Gefühl, dass die Situation unter Kontrolle ist.
  • Ein Kind, das Angst hat, alleine rauszugehen – sei es zum Spielplatz, zum Hobby, zur Bibliothek: Geht zusammen. Begleitet es, auch wenn es früher alleinen gegangen ist. Die Enthaltung von etwas ist ein typisches Verhaltens nach einem Trauma. Helft dem Kind, zu einer geregelten Routine zurückzukehren, die das Trauma unterbrochen hat.
  • Lasst Platz für Furcht, für Sorge, findet das, was das Kind beruhigen kann: Malen, Sport, Massage (ja, ja, sogar für Kinder), Schreiben, Essen, Psalmen lesen, Spielen mit den Freunden, Spaziergang zur Schule mit jemand anderem, Handyspiele etc.
  • Wenn euch Symptome für seelischen Notstand auffallen: Schwierigkeiten beim Einschlafen, Bettnässen, Enthaltung von alltäglichen Tätigkeiten, die länger als 3 Tage nach dem Attentat anhalten, holt euch professionelle Hilfe. Man kann sich an die psychologische Beratungsstellen in den Schulen wenden, an den Familienarzt, an die Psychologen in der Bezirksverwaltung.
  • Jugendliche empfinden nicht weniger Stress und Angst als Kinder. Sie übersetzen den Stress in wütende Reaktionen auf die gegenwärtige Situation, manche treten bestimmten Organisationen bei oder machen bei Demonstrationen mit. Bei manchen dieser Demonstrationen sind verbrecherische Elemente dabei, die ein Interesse daran haben, die allgemeine Stimmung zu radikalisieren.

Ich würde allen Eltern empfehlen, (insbesondere) jeden jugendlichen Sohn zu begleiten, aufmerksam das Verhalten zu beobachten und Grenzen zu setzen, die diesem dabei helfen können, auf sich selbst Acht zu geben. Es mangelt bei uns nicht an wunderbaren Menschen, bei denen ein Eintrag ins Führungsregister aus ihrer Jugendzeit in ihrem erwachsenen Leben gestört hat (und ich meine dabei nicht die bloße Organisation von Demonstrationen oder eine politische oder moralische Stellungnahme). Ich mache mir Sorgen um die wütenden und verbitterten Teenager, die sich ohnmächtig fühlen und Gefahr laufen könnten, nicht abgewägte Dinge zu tun, die sowohl der Gemeinschaft, als auch ihnen persönlich Schaden hinzufügen könnten.

Alles Gute

Itta M.

Für mich persönlich ist diese Mail an die Bewohner von Alon Shevut, vor deren Haustüren erneut ein widerlicher Angriff auf ihr Leben ausgeführt wurde, ein unglaublich starkes Beispiel an gegenseitiger Verantwortung, Glauben an das Wohl der Gemeinschaft…. und einfach persönlicher Fürsorge. Ich bin dankbar, Teil einer solchen Gemeinschaft zu sein.

Alon Shevut - am Horizont. Illustration.
Alon Shevut – am Horizont. Illustration.

Siedlungen und Sicherheit 2

Im ersten Teil des Beitrags habe ich über die besonderen Aspekte der Sicherheitslage von Siedlungen in Judäa und Samaria  berichtet. Nun geht es um den Ernstfall –  wenn ein Alarm ertönt. 


Zunächst einmal eine persönliche Geschichte dazu:

Wo liegt Tal Menasche?
Wo liegt Tal Menasche?

Vor etwa einem Jahr war ich bei einer Familie in der Siedlung Tal Menasche im Norden Samarias übers Wochenende eingeladen. Es war Freitagabend, wir versammelten uns alle um den Shabbat-Tisch und waren schon mitten im Abendessen, da erklang auf einmal eine Sirene, aus einem alten, scheinbar sinnlos im Flur liegenden Walkie-Talkie tönten Rauschen und Stimmen. Ich verstand nichts, sprang aber mit allen anderen auf. Einige Minuten später klopfte es auch an die Eingangstür, die Eltern fragten kurz nach und der älteste Sohn der Familie in voller Montur – Armee-Schutzweste, Helm und Gewehr – stand im Wohnzimmer. Ich war relativ sprachlos – wann sieht man sonst einen Offizier in Armeekleidung und am Telefon mitten am traditionellen jüdischen Ruhetag in ein Wohnhaus hineinkommen. Was war geschehen?

Der Mann währenddessen breitete auf dem Esstisch eine Karte aus, bückte sich gemeinsam mit seiner festlich gekleideten Mutter über die Karte und begann, auf einige Straßen und Häuser zu zeigen. Sie unterhielten sich angeregt, holten dann eine Liste und ein weiteres Telefon hervor und begannen, Anrufe zu tätigen. Das alles wurde von Stimmen aus dem Walkie-Talkie begleitet.

Ich bekam schnell meine Erklärung für das Geschehen. Die Sirene, und auch die Ansagen über das Funkgerät bedeuteten Alarm – Verdacht auf unmittelbares Eindringen in die Siedlung. Der Sohn in Offizierskleidung war ehemaliger Offizier im Reservedienst und in der Siedlung der Einsatzleiter des zivilen Notrufkommandos, welches bei Verdacht auf terroristische Tätigkeiten für den Schutz der Bewohner verantwortlich ist, bevor Spezialkräfte zum Tatort gelangen und den Einsatz übernehmen können. Die Hausfrau war u.a. verantwortlich für einen Teil der Koordinierung der Kräfte innerhalb der Siedlung und hatte die Adressen und Daten aller relevanter Ansprechpartner.

Da ich zum Zeitpunkt des Geschehens selbst in der Armee war (aber nicht in einer Kampfeinheit), erklärte ich mich bereit, das Notrufkommando, alles Familienväter mit Armeeausrüstung, zu begleiten und bei einer Mutter mit ihren Kindern im Haus Wache zu schieben, da sich diese nicht mit solchen Situationen auskannte und alleine mit den Kindern im Haus war. Auf den Straßen liefen Soldaten und die Einsatzleute umher, die Armee war schon angekommen und fahndete nach dem möglichen Eindringling. Im Haus der Frau schloss ich alle Fenster und Türen und blieb mit dem Kommando per Telefon in Verbindung, um zu wissen, wann der Einsatz vorbei wäre.

Das Ganze entpuppte sich nach etwa einer Dreiviertelstunde als ein Fehlalarm – ein Gastjunge hatte versehentlich an einer falschen Tür geklopft und war wohl danach geflüchtet, um nicht erkannt zu werden, und wurde so für einen Terroristen gehalten. Um 1 Uhr nachts war alles vorbei. Ich bekam an diesem Abend aber eine eindrucksvolle Demonstration der Bereitschaft aller Beteiligten und die Ernsthaftigkeit, mit welcher eine Gefahr für die Bewohner wahrgenommen worden ist.


 

Was bedeutet es, einen „Alarm in der Siedlung“ zu haben?

Schon mehrere Jahre ist es her, dass das Sicherheitskonzept der Vorwarnung für jüdische Einwohner in Judäa und Samaria durch Sirenen und Anrufe/mobile Nachrichten ausgearbeitet worden ist. Dieses System ist durch die Zusammenarbeit mit der Armee sowie mit der zivilen Verwaltung entstanden, um die Sicherheit in den Siedlungen zu erhöhen. Ein Alarm wird demnach ausgelöst, sobald eine Meldung von der Armee oder bei der Sicherheitszentrale in einem Ort beispielsweise über Kameras eingeht, die auf ein Eindringen von Terroristen in die Siedlung bzw. die Annäherung Verdächtiger an den Siedlungszaun hinweist. Ein solcher Alarm richtet sich an die Bewohner und der Code, der dabei durch zentrale Lautsprecher ausgerufen wird bzw. die Klangsequenz, die abgespielt wird, sind allen durchgehend bekannt. Die Anweisungen beim Hören der Sirene oder seit neuester Zeit auch nach dem Eingehen einer SMS mit entsprechendem Inhalt sind klar:

Alle Bewohner haben sich umgehend in ihre Häuser oder andere verschließbare Räume zu begeben, diese zu schließen, bei Abend- oder Nachtzeit das Licht auszuschalten und auf weitere Anweisungen zu warten. Bis auf Weiteres darf niemand das Haus verlassen, bis die Warnung aufgehoben wird.

Für das Notrufkommando, eine Einheit von mehreren (männlichen) Einwohnern der Siedlung, meist Reservesoldaten, welche ihre Notausrüstung (Schutzhelme und -westen, Gewehre, Munition, Funkgeräte), bedeutet der Alarm höchste Einsatzbereitschaft. Die Mitglieder dieser freiwilligen Einheit müssen Tag und Nacht erreichbar sein, um als Erste den Einsatz gegen potenzielle Gefahren zu führen, bevor Spezialkräfte – Armee, Polizei, Notdienst – vor Ort sein und die Aufgabe übernehmen können. Das Bereitschaftskommando, wie es sich auch auf Hebräisch, existiert in jeder Siedlung in verschiedener Größenordnung, und ist direkt mit der Armeeeinsatzzentrale und anderen Hilfskräften verbunden.

Zurück zum Alarm. Es gibt verschiedene Alarm-Abstufungen von 1 – 3, wobei bei den ersten beiden Stufen die zivile Bevölkerung nicht belangt wird – so wie die Fahnung und Festnahme von organisierten Gruppen, die auf dem Weg zu einem Terroranschlag sind und möglicherweise in die Nähe einer Siedlung gelangen können, eine Warnung von einem möglichen Zeitpunkt, wann ein Einzelner oder eine Gruppe einen Anschlag planen und desweiteren mehr. Die dritte und letzte Stufe ist der direkte Verdacht auf das Eindringen über den Zaun oder die nicht umzäunte Ortsgrenze in die Siedlung hinein  – sei es nun mit der Absicht, zu stehlen, oder zu töten. Der Alarm ertönt sowohl tags- als auch nachtsüber.

Von wem wird er ausgelöst? Es kann der ganz normale Wächter sein, der auf den Bildschirmen der Kameras an einigen Zaunpunkten plötzlich unerwartete Gestalten entdeckt, die sich am Zaun zu schaffen machen; es kann ein verdächtiges Auto am Zaunrand sein, oder Menschen, die sich zu einer ungewohnten Zeit auf einem Feld oder über einen Berghang in Richtung einer Siedlung bewegen; es können die Nachrichtendienste der Armee oder der Polizei sein oder einzelne Zivilisten, die eine verdächtige Beobachtung weiterleiten, damit diese geprüft wird.

Nicht immer hat es dieses Warnsystem gegeben; wie immer ist auch dieses auf bitteren Erfahrungen erbaut und ausgearbeitet worden, und nicht immer schützt es vor Tragödien – wie im Falle der Familie Fogel aus Itamar, deren fünf Familienmitglieder  – Eltern und Kinder –  im März 2011 von zwei in die Siedlung eingedrungenen Terroristen brutal in ihrem Haus ermordet wurden.

Auch in Alon Shevut, meiner Siedlung, hat es Fälle gegeben, in welchen der besagte Alarm ausgelöst worden ist. Vor etwa einem Monat wurde eine Gruppe Verdächtiger durch die Überwachungskameras gesichtet, die versuchten, auf den Ortszaun zu klettern. Die Einsatzkräfte, die nach Erhalten der Meldung zum Tatort stürzten, konnten die Gruppe vertreiben.

→ Über das Alarmsystem und seine Bedeutung klärten mich der Sicherheitsbeauftragte der Regionalverwaltung Gush Etzion, Pinhas Hershler, und Oberstleutnant (RD) A.Szanton auf. 


Shimon Zukerman  ist ein guter Bekannter von mir, aber auch als Verwaltungsvorsitzender der Siedlung Kfar Eldad im Osten Gush Etzions tätig. Er ist in Belgien geboren und lebt mit seiner Familie in Judäa. Neben allen logistischen und sozialen Aufgaben, die er für die Einwohner der Siedlung bewältigen muss, muss sich Shimon Zukerman auch in den Sicherheitsfragen auskennen und die richtigen Beauftragten einstellen, die dann für alle Belangen der Einwohner und der Armee zu sorgen haben. 

Hier liegt Kfar Eldad
Hier liegt Kfar Eldad

Kfar Eldad ist ein kleiner Ort von etwas über 100 Familien, sowohl religiöser als auch sekulärer Ausrichtung, im Osten von Gush Etzion und am Rande der Judäischen Wüste. Er existiert seit Sommer 1994. Die nächstgrößte Siedlung ist Teko’a und die nächstgrößte Stadt Jerusalem. In den letzten Jahren mussten sich die Bewohner von Kfar Eldad mit zahlreichen Störungen  seitens organisierter linksextremer Gruppen aus dem In- und Ausland auseinandersetzen, welche gemeinsam mit Gruppen lokaler Araber Demonstrationen, Provokationen  und auch Zusammenstöße mit derArmee und den Bewohnern veranstalteten. Kfar Eldad ist umgeben von arabischen Kleinorten und die Schnellstraßen ins Zentrum von Gush Etzion sowie nach Jerusalem führen alle teilweise mitten durch diese. Sicherheit ist in den Augen von Shimon Zukerman ein zentraler Aspekt, aber er limitiert ihn nicht nur auf das Technische, sondern sieht die Ursprünge viel tiefer: 

„Was hindert die Araber daran, uns anzugreifen? Die Abschreckung. Eine Abschreckungspolitik, die auf verschiedene Arten ausgeübt wird. So ist die Mentalität hier, so sind die Spielregeln im Nahen Osten.

Was dagegen führt dazu, dass jemand es wagt, auf einen Schutzzaun zu klettern? Ein Verlust des Kräftegleichgewichts. Das Schwinden der Abschreckung. Anzeichen von Schwäche. Das können ganz unterschiedliche Anzeichen sein, nicht unbedingt seitens der Armee. Es kann das Vermitteln von Furcht sein, Furcht auf unserer Seite.Wenn sie anfangen zu spüren, dass die Abschreckung schwächer wird, können sie es wagen, auf den Zaun zu klettern und anzugreifen. Das Gleichweicht wird gestört – wir werden nicht mehr als eine Kraft wahrgenommen, werden schwächer, und dadurch werden sie stärker.

Die Schwäche, sie liegt im Geist. Die Europäer, die hierher kommen   –  und meines Erachtens auch viele von uns  – versuchen mit aller Kraft, die Realität hier zu vergewaltigen, ihr die abendländische Sicht- und Denkweise aufzuzwingen. Beispielsweise aller Arten von Anarchisten aus Schweden, die hier angelangen – sie wissen nicht, worauf sie sich einlassen. Die Mentalität des Nahen Ostens ist anders. Die Bevölkerung, die hier lebt, findet ihre Stärke  im Glauben und in geistigen Werten. Dieser Glaube ist voller Lügen, und die Werte voller Gewalt, aber dennoch ist es ein Glaubens- und Wertesystem und von dort kommt die Stärke. Was kann man machen, der Islam ist eine Kultur der Macht. So wachsen die Menschen hier auf, sie atmen es mit jedem Atemzug. Wenn man beispielsweise auf der Straße bei Teko’a an einem Dorf vorbeifährt, kann man täglich sehen, wie Kinder geschlagen werden, in der Öffentlichkeit. Das ist die Kultur. Der muslimische Mann ist jemand, der Selbstbewusstsein hat, der stark, oder, wenn man will, mächtig ist, der die Richtung kennt.

Wenn man diese Sprache richt, dann kann man Beziehungen aufbauen. Ich weiß es und behaupte  – wer am Besten mit den Arabern reden kann, im ganzen Land, das sind allein die Siedler. Denn sie verstehen, worum es geht, sie sprechen die Sprache. „

NEWS: Ein Unglück ist geschehen

Ein Unglück ist geschehen.
Der Sohn meines Lehrers und Rabbiners ist bei möglicher Terrorattacke ermordet worden.

Gestern abend wurde eine Autoattacke gegen Wartende an der Bushaltestelle des Stadteiles  French Hill (Sderot Bar Lev) in Jerusalem ausgeführt. Eine junge Frau und ein Mann in ihren 20ern wurden lebensgefährlich verletzt. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen, doch den Anzeichen nach vom Tatort und auch den früheren Erfahrungen nach, gerade in dieser Gegend, deutet alles auf eine Terrorattacke hin. Der Fahrer – ein etwa 37 Jahre alter Araber aus Ostjerusalem.
(Quellen: YNET, Channel 2, Channel 7/INN)

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Der junge Mann, der verletzt wurde, ist leider heute morgen an seinen Verletzungen verstorben. Es war Shalom Jochai Sherki, der Sohn des bekannten Rabbiners Uri Sherki, der auch ein Jahr lang mein Rabbiner und Lehrer im Institut Machon Ora für Frauen in Jerusalem gewesen ist.

Machon Ora, ein Institut für jüdische Philosophie, Glauben und Gesetz für Frauen, zusammen mit seinem Counterpart Machon Meir für Männer, waren meine Wegweiser in den ersten Jahren nach meiner Ankunft in Israel. Durch ihre Rabbiner und Dozent-/innen, allesamt mit Herz und Seele dem Wohl des Landes Israel und dem jüdischen Volk verschrieben, habe ich meine ersten Einblick in die Welt von Judäa und Samaria abseits der gängigen Verleumdung von Medien und öffentlicher Ignoranz bekommen. Die jungen Mädchen und Frauen, meine Mitstudentinnen, stammten aus vielen Teilen der Gesellschaft, aber vor allem auch aus den Ortschaften in Judäa, Samaria und dem Gazastreifen, und zeigten mir am eigenen Beispiel ihre Verbundenheit mit diesem Land.

In Machon Ora, welches vor allem die Lehren von Rabbiner Avraham Yitzhak Hacohen Kook in den Mittelpunkt stellt, habe ich gelernt und verinnerlicht, dass die Neuentstehung des jüdischen Volkes im eigenen Land und Staat keine neuartige und illusionierte Erfindung einiger weniger Idealisten ist, sondern eine seit jeher tief in unserer Lehre und Tradition sitzende Vorstellung, und mehr als das – ein sich nach und nach verwirklichende Plan, an welchem wir alle teilhaben.

Das Beleben des Landes Israel durch die wiederkehrenden Juden, die Symbiose zwischen Religiösen und Nichtreligiösen, der Aufbau eines souveränen Staates, und die fortschreitende Suche nach sich selbst in diesem Land, waren ein zentraler Punkt der Unterrichte von Machon Ora.

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Rabbiner Uri Sherki, neben seinem Amt als Rabbiner, Gemeindevorsteher und Gründer/Leiter der Noachiden-Bewegung in Israel und im Ausland auch ein ausgezeichneter Wissenschaftler und Geschichtskenner, bereicherte die Unterrichte mit seiner Spitzfindigkeit, Gelehrsamkeit, origineller Herangehensweise und Führungsqualität, die ich selten bei einem Rabbiner erlebt habe. (Sein anderer Sohn und Bruder Shalom Jochais, Yair Sherki, ist übrigens Korrespondent des israelischen Channel 2 für religiöse Angelegenheiten).

Sein verstorbener Sohn Shalom Jochai war ein beliebter Betreuer in einem Internat einer Jeshiwa (relig.Institut für Jungen und Männer).

Nicht zum ersten Mal ereignet sich eine Tragödie für einen der Lehrer bei Machon Ora/Meir. Der Vorsteher und Leiter des Instituts, der Rabbiner Yehuda ben Yishai ist der Vater von Ruth Fogel, welche zusammen mit ihrem Mann Udi Fogel und ihren drei von sechs Kindern von zwei arabischen Terroristen in der Siedlung Itamar im Jahr 2011 bestialisch niedergestochen und niedergeschossen worden sind.

Es tut mir im Herzen weh für diesen wunderbaren jungen Mann, seine Familie und seinen Vater, meinen Lehrer und Vorbild.
Soll Shaloms Seele eingebunden sein in den Bund des Lebens.

NEWS: Verdacht auf Entführung in Judäa

ENTWARNUNG: 03.04.15, 00.47 Isr.Zeit:
Niv Asraf. Foto: Privat (Facebook)
Niv Asraf. Foto: Privat (Facebook)

Der am Abend des 02.04 verschwundene 22-jährige Israeli wurde ebend in der Nähe von der Siedlung Kiryat Arba gefunden, er hatte Konservenbüchsen und einen Schlafsack bei sich. Laut Medien- und Polizeiangaben hatte er sein Verschwinden gemeinsam mit seinem Freund, einem Soldat im Dienst, vorgetäuscht, offenbar wegen einer missglückten Liebesbeziehung oder „romantischen Gründen“. Die genauen Umstände werden ermittelt, die Fahndung ist beendet. Gegen die Verursacher der Operation werden offenbar rechtliche Schritte eingeleitet werden. In den Medien wird vom Großaufgebot der Einsatzkräfte und der Sorge der Familie des Verschwundenen berichtet, welche der 22-Jährige an der Nase herumgeführt hatte.
(IDF; Tazpit News Agency; Ynet)


 

02.04.15: Wie israelische und internationale Medien berichten (Ynet, Channel 2, Times of Israel), besteht der Verdacht auf Entführung eines Israelis in der Gegend um die Siedlung Kiryat Arba/Hebron, Judäa.
 UPDATES:

#4 Name des Verschwundenen: Niv Asraf, 22, aus Be’ersheva.

#3  22:28 Isr.Z. Pressestelle der israelischen Armee: „Wir behandeln diesen Fall als Entführungsfall. Aufklärungs- und Kampfeinheiten vor Ort sind kritisch in diesen Stunden.“ (Peter Lerner, Armeesprecher) Noch immer ist der verschwundene Israeli nicht gefunden, aber die Armee handelt in der Annahme, dass der Mann noch lebt.

Lokal: Über Gush Etzions dunklem Himmel schwirren unentwegt Hubschrauber. Die Etzion-Einsatzbasis der israelischen Armee befindet sich direkt gegenüber der Siedlung Alon Shevut.

#2 Israelische Sicherheitskräfte fahnden gemeinsam mit den Sicherheitskräften der PA nach dem Verschwundenen. Die PA-Sicherheitskräfte gehen sowohl von einem nationalistischen Tatmotiv als auch einem kriminellen aus. Ein Verwandter des Verschwundenen bittet die Öffentlichkeit, für diesen zu beten.

#1 Times of Israel – Unklar, weshalb der 22-Jährige in das Dorf Bet Anun gegangen ist. Anonyme Polizeiquellen werden zitiert, der Freund des Verschwundenen habe mehrere Versionen zu Protokoll gegeben; außerdem sei das angeblich beschädigte Rad des Fahrzeugs nicht beschädigt gewesen, wie anfangs behauptet. Das Mobiltelefon des Verschwundenen hat der Beifahrer beim Ausstieg im Wagen liegen gelassen.


 

Zur Ortskarte Kiryat Arba / Bet Enun
Zur Ortskarte Kiryat Arba / Bet Enun

Laut Berichten war um 16.15 Uhr nachmittags bei der Polizeistelle 101 eine Meldung eines israelischen Autofahrers eingegangen, dessen Aussage zufolge er mit einem Freund eine Autopanne auf der Schnellstraße 60 in der Nähe der Siedlung Kiryat Arba/Hebron, bei dem arabischen Dorf Bet Enun gehabt hatte. Nachdem der Beifahrer sich in das Dorf aufmachte, um Reparaturwerkzeug zu besorgen, sei er nicht mehr zu erreichen. Ein Großaufgebot an Armee- und Polizeieinsatzkräften wurde zur Fahndung in das Gebiet Kiryat Arba und Bet Enun ausgeschickt.

Laut Bericht der Times of Israel, handelt es sich bei dem Verschwundenen um einen 22-Jährigen aus Beersheva im Süden des Landes. Mit seinem Freund waren die beiden zu einem Besuch der Patriarchenhöhle nach Hebron gefahren. Der Freund des Verschwundenen wartete im defekten Auto ca. eine halbe Stunde auf den Beifahrer, bevor er die Polizeit von seinem Verschwinden alarmierte. Der Verschwundene war offenbar mit dem Areal vertraut, da er während seiner Armeezeit in dem Gebiet stationiert gewesen war.


Weitere Neuigkeiten: 

Zur Ortskarte Rosh haAyin/Oranit
Zur Ortskarte Rosh haAyin/Oranit

Heute morgen hatte ein palästinensischer Jugendlicher asu Tulkarem versucht, am Grenzübergang Oranit nach Samaria in der Nähe der israelischen Stadt Rosh haAyin einen israelischen Offizier bei einer Routinekontrolle mit einem Messer zu erstechen. Der Offizier , Yo’av Leitmann, neutralisierte den Angreifer und nahm ihn fest, wurde dabei leicht am Kopf verletzt. Der Terrorist hatte zusammen mit einer Gruppe versucht, illegal über die Grenze ins israelische Kernland zu gelangen.

(Ynet)

NEWS: Polizei verhaftet Minderjährige – Reaktionen

Am Morgen des 09.03.15 (Montag) berichtete das zentrale Radio ‚Kol Israel‘ von 4 Jugendlichen aus der jüdischen Siedlung Bat Ayin im Gush Etzion (Judäa), welche sich freiwillig der Polizei stellten, nachdem sie zuvor (ohne genaue Datumsangabe, wahrscheinlich den Tag davor) die Sicherheitskräfte in Bat Ayin attackiert und mit Steinen beworfen haben. Sie und  weitere Minderjährige, die am Tag zuvor (08.03) von den Polizeikräften festgenommen worden sind, stünden unter Verdacht, gegen Palästinenser in der Umgebung agiert zu haben.

Parallel dazu wurde im selben Bericht gemeldet, dass in der Nähe des jüdischen Vorpostens Givat Ronen in Samaria 50 Olivenbäume angezündet worden sind, nachdem es eine Auseinandersetzung zwischen den Bewohnern von Givat Ronen und den Arabern gegeben hat, als diese nac Absprache mit der bürgerlichen Verwaltung in Judäa und Samaria ihre Felder aufgesucht haben, um diese zu pflügen. Die Polizei ermttelt wegen nationalistischer Motive und nach einem Anhaltspunkt auf eine sogenannte „Price Tag“-Rachattacke.

Leider fand sich keine weitere zentrale Quelle außer ‚Kol Israel‘ für die Nachricht.

Die News von der Verhaftung Minderjähriger wurden im Email-Verteiler des benachbarten Alon Shvut diskutiert. Die Jugendlichen, so ergab sich aus der Mail, gehörten zur Jeshiva „Orot Etzion“, einer bekannten Schule für Jungen. Ein Mann wandte sich in einer Email mit dem Betreff „Erschütternd – gewaltsame Festnahme von Minderjährigen vor den Augen der Schulkinder von Bat Ayin“ an die Einwohner und berichtete von seinem Sohn, der an diesem Tag Zeuge der Verhaftungen von einer Gruppe Minderjähriger geworden war und am Abend von dem Ereignis, das ihn mitgenommen hatte, dem Vater erzählt habe.

„Diese (die Minderjährigen) können wohl noch nicht zwischen rechts und links unterscheiden. Inwiefern heiligt der Zweck, den „jüdischen Terror“ zu stoppen, alle Mittel im Staat Israel, während der arabische Terror wild um sich greift ohne etwas, das vor ihm retten könnte? Haben wir nicht die Pflicht zum Protest in solchen Fällen? Soll ein jeder, der Kinder in den Schuleinrichtungen in der Gegend hat, wissen, was heute passiert ist.“

Daraufhin antworteten ihm einige andere Bewohner. Einer schrieb, „welche Gewalttaten wurden denn angetan? Wenn jemand verhaftet werden musste, dann freue ich mich, dass er verhaftet worden ist, und besser früher als später“ und fügte hinzu, „haben wir nicht genug von populistischen und einseitigen Geschichtendarstellungen gehabt, die man, ohne die Details des Geschehenenzu prüfen, einfach in den Verteiler postet, um sich abzureagieren?“

Eine Frau schrieb, „ich bin nicht für Gewalt, aber vielleicht haben sie ein Verbrechen begangen, ich kenne solche Fälle…?“, und eine weitere reagierte entschieden: „Es gibt keine Rechtfertigung für Gewaltanwendung seitens Rechtsorganen, auch wenn Straftaten begangen worden sind. Die Polizei soll der Zivilbevölkerung das Gefühl von Sicherheit vermitteln. Polizeigewalt gegenüber Festgenommenen führt zu einem Gefühl der Angst bei der Zivilbevölkerung vor den Rechtsorganen.“

Die Diskussion ging im nächsten Verteiler weiter, zwischen denselben Protagonisten, wobei sich der Urheber der ersten Mail missverstanden fühlte, und ganze vier Gründe für sein Schreiben darlegte. Unter anderem bestritt er den ihm angehängten „Populismus“ und bestand darauf, dass ein solches Ereignis negativ auf die Seelen der Kinder einwirken und unvorhersehbare Folgen haben könnte, die sich jemand ohne Kinder im betreffenden Alter, und man solle dagegen wirken.

Der „Populismus“-Ankläger machte sich die Mühe, darauf zu antworten, und kritisierte vor allem die reißerische Überschrift.

Die Frau, welche die sozialpsychologische Sicht auf die Dinge vertrat, forderte hingegen, dass seitens der Zivilbevölkerung es einen Protest gegen Staatsgewalt geben sollte, und das „gleichgültig, ob in Bat Ayin oder in Tel Aviv“.

Es bleibt abzuwarten, was die nächsten Email-Verteiler uns zu erzählen haben. In den Nachrichten währenddessen gab es keinen besonderen Vermerk…

Adele sel.A. und ihre Geschichte

14.März 2013. Späte Nachmittagsstunde.

„Ich fuhr heim von einem Besuch bei meiner Mutter, wir verbrachten dort etwa anderthalb Stunden. Wir hatten viel Spaß gehabt und haben viel gelacht. Bei der Ausfahrt aus Ariel sah ich vor mir einen Lastwagen und in der selben Sekunde hörte ich einen Bumm und sah nur noch schwarz vor den Augen. Sonst sah ich nichts. Der Lastwagen begann zu bremsen – und mit einem Mal fand ich mich unter dem Fahrzeug.“ (Quelle: Channel 2 News)

So berichtete Adva Biton, Mutter von 4 Kindern aus Yakir, am Tag nach dem Attentat auf israelische Fahrzeuge auf der Autobahn 5 nahe der Stadt Ariel in Samaria. Von Steinen getroffen, welche auf vorbeifahrende Fahrzeuge geworfen wurden, wich ein Lastwagen von seiner Fahrspur ab und stieß mit dem Auto zusammen, in welchem Adva und ihre 3 Töchter saßen. Die jüngste davon, Adele, gerade mal 2 Jahre alt, saß bei der Mutter auf dem Vordersitz.  Die beiden wurden vom Zusammenprall mit dem Lastwagen unter der Armatur zerdrückt.

„Ich hielt ihr den zur Seite hängenden Kopf, um zu hören, ob Adele noch atmet und um die Luftröhre freizuhalten, in der Hoffnung, dass ich sie so rette“, beschrieb Adva die Minuten des Grauens. „Es waren sehr schwere Momente. Ich war unter den Trümmern eingeklemmt und konnte nichts außer der Hand bewegen.“ Adva und ihre zwei älteren Töchter, 4 und 6 Jahre alt, erhielten mittelschwere Verletzungen, fanden aber bald wieder die Gesundheit zurück.

Nicht so Adele. Die Ärtze stellten schwere Beschädigungen an Kopf und Körper fest, und Adele lag in verschiedenen Krankenhäusern über ein Jahr bewusstlos. Sie musste mehrere Operationen und Rehabilitationstherapien über sich ergehen lassen. Zeitungen schrieben über das kleine Mädchen, das dem Attentat zum Opfer fiel. Als das Krankenhaus, in welchem sie zuletzt behandelt wurde, den Eltern Adva und Rafi erklärte, das Rehabilitationspotential sei ausgeschöpft und Adele müsste den Behandlungsplatz freimachen und nach Hause zurückkehren, gingen die Eltern vor Gericht – und gewannen den Prozess. Es wurde landesweit über den Fall berichtet.11008393_1549224768694406_5057678746394095212_n

Erst nach weiteren Operationen und Therapien – Adele war zu diesem Zeitpunkt schon 3 Jahre alt und zu Bewusstsein gekommen – konnte sie zu ihren Eltern heimkehren, in die Siedlung Yakir. Das war im September 2014.

Direkt nach der Tragödie wandte sich Adva, die Mutter, an die israelische Öffentlichkeit, mit der Bitte, um die Gesundheit der kleinen Tochter zu beten. „Ich wäre bereit, an ihrer Stelle auf dem Operationstisch zu liegen, aber Gott hat mich unbeschadet gelassen“, sagte sie in einem Interview, „ich bin bereit, Adele zurückzubekommen, in jedem Zustand.“ In anderen Interviews wandte sie sich an Premierminister Benjamin Netanyahu und pochte auf das Recht aller israelischer Bürger, ihr Leben in Sicherheit zu gestalten. „Es kann nicht sein, dass auf einer vielbefahrenen, zentral gelegenen Autobahn Menschen um ihr Leben fürchten müssen. Hören Sie auf, sich mit Unsinn zu beschäftigen und helfen Sie uns, unser Leben zu leben“ (nach mako/Channel 2).

Fast 2 Jahre sind seit dem Attentat und dem Unfall vergangen. Adele lebte mit ihrer Familie und dem neu dazugekommenen Baby-Bruder daheim in der Siedlung Yakir. Ihre physischen und geistigen Fähigkeiten waren durch die Schädigungen erheblich gestört. Jede körperliche Schwächung versetzte den Körper in extremen Stress. Anfang dieser Woche fühlte Adele sich unwohl, und wurde mit Verdacht auf Lungenentzündung in das Kinderhospital „Schneider“ bei Petach Tikva eingeliefert. Am Dienstagmorgen ging die Nachricht um das Land: „Klein-Adele, Opfer des Terrorattentats von vor 2 Jahren, kämpft um ihr Leben“. Rachel, die Großmutter des Mädchens, rief die Öffentlichkeit zu Gebeten für Adele auf und beteuerte, „dieses Kind wird noch ein wandelndes Wunder werden“.10478235_1549224755361074_2782581703642700499_n

Das Wunder kam nicht. Adele, nun schon vier Jahre alt, erlag den Komplikationen der Lungenentzündung und starb noch am selben Abend.

„Es steht außer Zweifel, dass die Komplikationen der Lungenentzündung aufgrund der Schädigungen eingetreten sind, die Adele durch den Unfall erlitten hat“, erklärte die Mutter.

Nach Adeles Tod stellten die Eltern über die Regionalverwaltung den Antrag, dass Adele in ihrem Heimatdorf Yakir begraben werden könnte – obwohl es dem Landesverteilungsplan entsprechend keine Planung für einen Friedhof in der Siedlung gab. Da alle Bauprojekte in Siedlungen von J&S zurzeit unter einem Baustopp stehen (wohl noch immer als Folge der nichtexistenten Friedensverhandlungen), konnte offiziell gesehen kein Friedhof in Yakir eröffnet werden.

Die Anfrage wurde an das Büro des Premierministers geschickt, da die Behörde für bürgerliche Angelegenheiten in Judäa und Samaria den Antrag ablehnte. Yossi Dagan, stellvertretender Vorsitzender der Verwaltung von J&S erklärte  wütend: „Es kann nicht sein, dass ein Kind, das Opfer eines Terroranschlages geworden ist, nicht in dem Ort begraben werden kann, an dem sie gelebt hat, weil es ein bürokratisches Problem damit gibt. Wir fordern vom Premierminister im Namen der Familie Biton, sich unverzüglich einzumischen und das heilige Kind so schnell wie möglich begraben zu lassen.“

Nach jüdischem Gesetz muss ein Toter am selben oder spätestens am nächsten Tag, sofern es sich um Abend oder Nachtzeit handelt, begraben werden. Dieses Gesetz wird in Israel ausgeführt. Trotz des Widerstandes der Behörden wurde Adele heute am frühen Nachmittag (13.00 Uhr Ortszeit) in Yakir begraben, nachdem ein Rabbiner ein dafür speziell ausgesuchtes Gebiet für rituell erlaubt erklärt hatte. Zuvor rief Adeles Mutter die Öffentlichkeit dazu auf, zur Beerdigung zu kommen. „Sie ist das Kind der gesamten Nation. Kommt, um ihr die letzte Ehre zu erweisen.“ (YNET)

(Bilderquelle: YNET, NRG – Internet)


Wie genau sah die Strecke aus, auf welcher der Lastwagen, der mit Bitons Fahrzeug zusammenszieß, mit Steinen beworfen wurde? Es handelt sich um die Schnellstraße 5, welche ihren Anfang bei der Glilot-Kreuzung bei Herzelia nimmt und an Rosh haAyin und Kfar Kassem vorbei Samaria bis zur Stadt Ariel durchquert. Die Straße wird gleichermaßen von tausenden von israelischen und den palästinensischen Einwohnern der Region täglich befahren und stellt eine der Hauptverkehrsstraßen Israels dar. An der Giti-Kreuzung, an welcher die Steine yakirdsgegen die israelischen Fahrzeuge geworfen wurden, sollte die Familie Biton in Richtung der Siedlung Yakir abbiegen. In unmittelbarer Nähe der Kreuzung befinden sich die arabischen Ortschaften Khares, Dir Istiya, Sarta und Qira, sowohl die jüdische Ortschaft Barkan.

Die Attentäter, welche die Steine absichtlich auf die Fahrzeuge geworfen haben, waren arabische Jugendliche, welche einige Tage später nach dem Attentat gefasst und zu Gericht gebracht worden sind. Von etwaigem Schadenersatz seitens der Familien der Terroristen an Familie Biton ist mir persönlich nicht bekannt. Allerdings ist die mörderische Taktik der Steinewerfer keinem Israeli unbekannt, erst recht nicht Anwohnern von Judäa und Samaria oder lediglich Fahrern, welche regelmäßig die Straßen aufsuchen müssen, welche an arabischen Ortschaften vorbeiführen. Ob Autobahn oder Landstraße durch arabisches Dorf – Fahrzeuge mit israelischem Kennzeichen, in welchen Juden vermutet werden, werden regelmäßig Opfer von Steinewürfen und Molotow-Cocktails – Brandflaschen mit explosiver Füllung. Der letzte Fall, bei welchem ein jüdisches Kind von einem solchen Anschlag verletzt wurde, ist der von Ayala Shapiro, bei welchem das 11-jährige Mädchen aus Ma’ale Shomron am 25.12.14 Verbrennungen dritten Grades erlitt und noch immer in Behandlung ist.

Das Steinewerfen wird von Tätern aller Altersgruppen durchgeführt: Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen. Herkunft der Täter – Araber aus den arabischen Dörfern in Judäa, Samaria, und zu kritischen Zeiten auch aus den als israelisch geltenden Dörfern innerhalb der Waffenstillstandslinie von 1967. Die Zielscheibe? Israelische Fahrzeuge, jüdische Fahrer. Was wird unternommen? Zur Vorbeugung leider so gut wie nichts. Erst wenn Anschläge wie die gegen Adele und Ayala geschehen, geht ein Aufschrei durch das Volk, aber meist bleibt es bei einem kurzlebigen medialen Hype. Im Herbst des letzten Jahres bekamen auch Nicht-Siedler zu spüren, inwiefern Steinewerfen als lebensgefährlicher Angriff gelten kann – bei den Unruhen um die arabischen Dörfer herum im Zentrum, im Norden des Landes und in Jerusalem. Aber die meiste Zeit im Jahr bleiben jüdische Siedler mit der täglichen Gefahr allein oder mit einem sporadischen Eingriff der Armee. Leider im Nachhinein.

UPDATE: Täter gefasst/gestanden – „Ayala und die Brandbombe“

UPDATE: Neues zum Fall Ayala Shapiro, 11 Jahre aus Ma’ale Shomron:

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Ayala Shapira, 11 Jahre

Gestern (27.12) wurde bekannt gegeben, dass die Tatverdächtigen im Terrorangriff auf das Mädchen Ayala Shapiro und ihre Vater Avner über den Shabak-Sicherheitsdienst in Zusammenarbeit mit der Armee gefasst worden sind. Es handelt sich um 16-17-Jährige arabische Jugendliche aus dem Dorf Kafr Azzun, welche am selben Tag, als Ayala angegriffen worden ist (am Abend des 25.12), zu der Schnellstraße gelangt sind, um dort Brandbomben auf vorbeifahrende israelische Fahrzeuge zu werfen, so gaben sie in einem der ersten Verhöre zu. Entsprechend den Sicherheitsquellen, welche in den israelischen Medien zitiert worden sind, wurden beide noch in derselben Nacht nach dem Attentat in einer Razzia im Dorf verhaftet und verhört.

(Quelle: Times of Israel, YNET)

Hier auf der Karte – die genaue Lage von Ma’ale Shomron, der Schnellstraße und des arabischen Dorfes Azzun:

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Ma’ale Shomron, und das Dorf Azzun
Israel in Großansicht
Israel in Großansicht 

In der Nacht auf den 26.12 habe ich von dem Ereignis geschrieben:

…Kaum starte ich meinen Blog, schon kommt so etwas. Arabischer Terrorist wirft gestern abend eine Brandbombe – Molotovcocktail – auf Familienauto nahe Ma’ale Shomron, Maedchen – Ayala Shapira, 11 – erleidet schwere Verbrennungen, kaempft seitdem um ihr Leben.

⇒ Zum Beitrag

Laut Nachrichtenberichten leidet Ayala unter Verbrennungen dritten Grades und Störungen in den Atemwegen; gestern wurde sie ersten, erfolgreichen Operationen unterzogen, um ihr das Atmen zu erleichtert. Sie liegt allerdings noch immer im künstlichen Koma auf der Intensivstation des Shiba-Krankenhauses und schwebt in Lebensgefahr.

NEWS: Ayala und die Brandbombe

…Kaum starte ich meinen Blog, schon kommt so etwas. Arabischer Terrorist wirft gestern abend eine Brandbombe – Molotovcocktail – auf Familienauto nahe Ma’ale Shomron, Maedchen – Ayala Shapira, 11 – erleidet schwere Verbrennungen, kaempft seitdem um ihr Leben.

– Wobei ich die Letzte sein sollte, die von solchen Dingen ueberrascht ist. Im Alltag fahre ich, ob nach Jerusalem zum Lernen, nach Nokdim zu Freunden, nach Hebron zum Beten, oder in unser Naturreservat Givat Oz veGaon zum Arbeiten an dutzenden von Gelegenheiten fuer Attentate vorbei. Eine kleine Kreuzung, ein Baum hinter der Schnellstrassenabsperrung, hinter dem sich jemand verstecken kann, die Schnellstrasse, die selbst durch nicht gerade friedlich gesinnte arabische Doerfer fuehrt….Ideale Gelegenheiten, um jemanden anzugreifen, zu verletzen, oder im „Gluecksfall“ auch umzubringen.

Nicht irgendjemanden.

Einen Zionisten? Einen Siedler?

Einen Juden. Weil er der ist, der er ist, und weil er da ist, wo er ist.

Kind, Mutter, Familie, Alter?

Gleichgueltig, nur dass noch einer zu Schaden kommt.

Die einen traeumen von einem guten Leben…Die anderen vom guten Toeten.

Wer einen Unterschied zwischen beiden macht, ist klar im Vorteil, sage ich nur. Der hat dann zwar nicht die Weltoeffentlichkeit auf seiner Seite – aber vielleicht einen Funken Gewissen, oder Vernunft, oder wie sie alle heissen.

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Ayala Shapira, 11 Jahre

Ayala bat Ruth, schnelle Genesung, refuah shlema. 😦