NEWS: Familienvater tot nach Schussattentat nahe Otni’el

(Aktualisiert) Und wieder trifft der Terror die Berge Hevrons. Diesmal kein Einbruch in eine Ortschaft wie bei Dafna Me’ir und Hallel Yaffa Ariel.

Der Terrorort und die Gegend auf der Karte
Der Terrorort und die Gegend auf der Karte

Diesmal ein Schussattentat, eines von vielen des letzten Dreivierteljahres, eines von vielen aus der Zeit, seit welcher wieder Juden in diesen Bergen leben. So wie die Familie Litman, die 13.11.15 von einem Schussattentat auf der Autobahnstrecke nahe Otni’el am Freitagabend, kurz vor Schabattbeginn, auseinander gerissen wurde, so auch diesmal, eine Familie:
Michael Mark, 48, und seine Frau Chava, 40, sowie zwei ihrer Kinder, Pediya (15) und Tehila (13).

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Michael Mark sel.A. Quelle: Israel Hayom

Michael Mark, 48 Jahre, Vater von zehn Kindern, war der Direktor der Religionsschule für Jungen (Yeshiva) in Otniel. Einer meiner guten Freunde lernte dort bis zu seiner Armeezeit. Mark war bekannt als ein offener, sehr hilfsbereiter Mann, ein Rollenbeispiele fuer die Schueler der Yeshiva, in der gesamten Ortschaft beliebt und respektiert. Die Tochter Tehila lernt gemeinsam mit den Töchtern meiner guten Freunde aus dem Dorf Bet Haggai bei Hevron.

Die Familie war auf der Autobahn unterwegs; bei der Kreuzung Adoraim wurden sie offenbar von hinten von einem Wagen mit arabischen Insassen überholt. Als diese vorne waren, eröffneten sie aus dem Inneren des Wagens Feuer. Über 19 Schüsse wurden auf das Fahrzeug der Familie Mark abgefeuert. Das Auto verlor die Kontrolle, überschlug sich, landete auf dem Dach. Im Wagen war der sehr schwer verletzte Michael Mark

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Das Auto der Familie Mark. Quelle: Walla!co.il

eingeklemmt, offenbar mit den Kindern. Seine Frau wurde aus dem Wagen geschleudert und lag vor dem Fahrzeug. Auch sie war schwerverletzt, ebenso die Tochter Tehila – mehrere Bauchschüsse hatten sie getroffen. Der Sohn, Pediya, war der einzige, der sich einigermaßen bewegen konnte.

Rettungskräfte erreichten die Unfallstelle und begannen die Wiederbelebungsversuche an Michael, doch mussten bald aufgeben, dieser gab kein Lebenszeichen mehr von sich. Michael Mark starb an seinen Verletzungen am Unfallort. Die mehrfach im Oberkörper getroffene Chava wurde ins Hadassa-Hospital evakuiert, ebenso die mittelschwer bis schwer verletzte Tehila. Pediya wurde noch am Unfallort behandelt und danach ebenso ins Krankenhaus gefahren.

Familie Mark vor dem Attentat. Tochter Orit im Vordergrund. Quelle: INN
Familie Mark vor dem Attentat. Tochter Orit im Vordergrund. Quelle: INN

Wieder eine Familie auseinandergerissen, wieder mehr Waisen und Witwen, die unverschuldet die Narben der Verluste in ihren Seelen bis zum Lebensende tragen werden, und womöglich werden physische Narben

Michael und seine Frau Chava. Quelle: INN
Michael und seine Frau Chava. Quelle: INN

hinzukommen. „Gestern haben meine Tochter und ihre Freundinnen um eine ermordete Klassenkameradin geweint, heute weinen sie um eine weitere verletzte Freundin“, schrieb Me’ir Dana Picard, mein guter Freund aus der Ortschaft Bet Haggai südlich Hevrons, welcher schon einige seiner Freunde bei Terrorattacken in den Südhevronbergen verloren hatte.

Wieder war es eine Attacke auf Zivilisten, von Arabern auf Juden, von Muslimen auf Juden, von denjenigen, die dem Leben den Tod vorziehen und andere dafür in den Tod zwingen wollen.

UPDATE:
Das Video der Waisen von Michael Mark. Quelle: INN
Das Video der Waisen von Michael Mark. Quelle: INN

Am zweiten Tag nach dem Attentat veroeffentlichten die Waisen der Familie Mark ein kurzes Video, in welchem sie um das zahlreiche Kommen zum Begraebnis ihres Vaters baten: „Papa war nicht nur unser Vater, sondern ein Vater von ganz, ganz vielen Menschen“, sagte Orit. Und eine weitere Tochter, Shira, fuegte hinzu:

„Nehmt etwas Gutes von Papa mit, werdet bessere Menschen, werdet liebender.“

Tehila Mark. Quelle: NRG
Tehila Mark. Quelle: NRG

Auf der Beerdigung, welche am Sonntag, dem 04.07. erschien auch der gegenwaertige Mossad-Direktor Yossi Cohen, welcher ein Cousin des ermordeten Mark ist. Die Tochter Tehila, die bei

Mossad-Direktor Yossi Cohen, ein Cousin des Ermordeten, mit Neffe Pediya. Quelle: NRG
Mossad-Direktor Yossi Cohen, ein Cousin des Ermordeten, mit Neffe Pediya. Quelle: NRG

dem Anschlag schwer verletzt worden war, wurde im Krankenbett zum Beerdigung gefahren.

Die Tochter Orit, in ihrer Grabrede, wandte sich an den Vater selbst, erzaehlte von seiner Liebe zu den Kindern, der Unterstuetzung, die speziell sie von ihm erfahren hatte und bat zum Schluss:

„Papa, du hast immer eine Loesung fuer alles gefunden. Du warst so begabt und so gut, es ist nicht fassbar, dass du nicht mehr hier sein wirst. Geliebter Papa, bete fuer unsere Mutter, die du so geliebt hast, fuer Tulik (Tehila), unsere Heldin, dass ihr Bauch in Ordnung sein wird, dass sie an diesem Trauma nicht zerbricht. Auch fuer unseren Pediya. Er hat alles gesehen, er erinnert sich an alles, es brennt in seinem kleinen Herzen. Papa, schau von oben herab, schau, wie stark wir sind.“

 

(Quellen: Kol Israel Radio, Ynet, Channel 2, INN)


Die Regierung hat angekündigt, auf das Verlangen von Erziehungsminister und Vorsitzendem der Partei „Jüdisches Heim“ Naftali Bennett hin eine Kabinettssitzung am heutigen Abend statt morgen abzuhalten: „Terroristen halten keinen Schabbat ein“, meinte Naftali Bennett. Laut den Medienberichten fordert Bennett die Sperrung der Autobahn 60, auf welcher sich die zahlreichen Attentate ereigneten, für palästinensischen Verkehr.

Ganz ehrlich, ich kann nicht glauben, dass das der Gesamtsituation irgendwie helfen wird.

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7 Kommentare zu “NEWS: Familienvater tot nach Schussattentat nahe Otni’el”

  1. Solche Nachrichten machen mich unendlich traurig. Gestern die junge Hallel, heute dieser Anschlag. Menschen in Israel müssen sterben nur
    weil sie Juden sind. Diese pal. hinterhältigen Mörder und Terroristen machen mich aber auch wütend. Vor allem aber sind meine Gedanken und mein Mitgefühl bei den Familien die ihre Lieben zu Grabe tragen müssen.

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  2. Worüber Michael Mark in seiner Schule gelehrt hat, möge Realität werden: „Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist nun ihr Gott? Lass kund werden an den Heiden vor unseren Augen die Rache für das vergossene Blut deiner Knechte! Lass vor dich kommen das Seufzen der Gefangenen; nach der Macht deines Armes befreie die dem Tode geweihten!
    Und unseren Nachbarn vergilt siebenfältig in ihren Busen den Hohn, womit sie dich, Herr, verhöhnt haben!
    Wir aber, dein Volk, die Schafe deiner Weide, wir wollen dir ewig Dank sagen und deinen Ruhm verkünden von Geschlecht zu Geschlecht.“ (Psalm 79,10-13)

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