Zum Weiterlesen: Palästinenser – von der Macht eines Wortes

Der Publizist Tomas Spahn auf der Meinungsplattform Roland Tichy in einer knappen, prägnanten und historisch dennoch sehr umfassenden Übersicht über die Entstehung des Begriffs „Palästinenser“ und die Rolle der – deutsche Medien, natürlich, wie könnte die moderne Geschichte ohne sie… Auch mir hat Tomas Spahn einige neue Fakten offenbart, und wer sich auf diese Übersicht nicht verlassen will, kann sich gerne die Erstquellen vornehmen und wird sich bestätigt wissen. Wie es heißt, „wer suchet, der findet“.  ( Für den Linktipp danke ich IK. )


 

Von der Macht eines Wortes Oder Als der SPIEGEL die Palästinenser erfand

Tomas Spahn, 22.03.2016

Palästinenser – ein Volk? Ja, vielleicht. Vor 3.000 Jahren … Über die Legende der Palästinenser und wie deutsche Medien ein Volk erfanden.

Palästina ist ein Begriff, der bis weit in die Vergangenheit reicht. Er findet sich erstmals im Tanach als Bezeichnung für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe, mit denen die frühen Hebräer des Öfteren zu tun hatten: Den Philistern – oder besser: Phéléshétjm (F-L- Sh-T-J-M).

Von den Philistern zu Palästina

Féléshétjm, das waren jene überwiegend in Städten wohnenden Menschen, mit denen die damals noch in Sippen lebenden inländischen Semiten regelmäßig Probleme hatten. Die Geschichte von Simson und Delilah ebenso wie die Legende von David und Goliath sind herausragende Beispiele, wie dieser Konflikt in das Alte Testament Einzug gehalten hat.

Doch zwischen Féléshétijm und Hebräern gab es durchaus auch friedliche Phasen der Koexistenz. Die häufig noch als Nomaden durch das Land ziehenden Sippen gingen zum Handel in die Städte der „Palästiner“, einige sogar siedelten sich dort an, wurden zu wohlhabenden Menschen – und wurden dennoch von den Küstenstädtern argwöhnisch beäugt. Bekannt sind auch Vertragsabschlüsse zwischen den Stadtführern und den Nomaden über die Nutzung von Wasserstellen – für die Nomaden von existentieller Bedeutung.

All das findet sich berichtet im Tanach. Israels Archäologen, allen voran Israel Finkelstein, haben mit ihren Forschungen weiteres Licht in die Geschichte gebracht und kamen zu der Überzeugung, dass jene Féléstétjm auch die „Kanaanäer“ (Kénýnjm) des Alten Testaments waren. Und dass aus Kanaanern und Hebräern im Laufe der Zeit jene Völker wurden, die im antiken Israel und Jahudah lebten.

Als die Griechen in Folge der militärischen Invasion des Alexander die Herrschaft über den Landstrich übernahmen, bedienten sie sich des altsemitischen Begriffs der „Féléshétjm“ und es entstand Παλαιστίνη – Palaistinéh. Als die Römer 63 vc die jüdischen Priesterkönige der Hasmönäer, deren Vorfahren 167 vc den unabhängigen Staat Judäa gegründet hatten, entmachteten und zurück in die Tempel schickten, übernahmen sie erst einmal die jüdische Bezeichnung. Roms neue Provinz im fernen Orient bekam im Jahre 6 nc von Kaiser Augustus den Namen Judaea. Doch da die ortsansässigen Juden ein aufmüpfiges Volk waren und Rom mit wenig humanen Mitteln einen dritten Aufstand um Bar Kochba erst 135 nc abschließend niederschlagen konnte, wollten die römischen Besatzer nun alles tilgen, was an die Juden erinnerte. Nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal in der menschlichen Geschichte sollte jegliche Erinnerung an eine im Kampf unterlegene Gruppe final ausradiert werden.

Roms Kaiser Hadrian ließ daher das antike Jerusalem schleifen und es als Aelia Capitolina neu aufbauen. Die Provinz Judaea wurde im Rückgriff auf jene jüdischen Gegner der Kupferzeit in Palaestina umbenannt.

Kein jordanisches Palästina, kein palästinensisches Israel

Diese Maßnahme der siegreichen Kolonialherren der Antike wirkt bis heute. Denn als nach dem großen Waffengang der europäischen Imperien das 636 nc von den arabischen Gotteskriegern zwangsislamisierte Gebiet 1920 nc völkerrechtlich aus dem osmanischen Herrschaftsbereich herausgelöst wurde, griffen die poströmischen Sieger Großbritannien und Frankreich erneut auf die altsemitisch-griechisch-römische Bezeichnung zurück. Es entstand das Mandatsgebiet „Palestine“ oder Palästina, welches nun auch kurzfristig das Gebiet jenseits des Jordan umfasste und in dem – gemäß alliierter Zusage – eine Heimstatt auch für Juden geschaffen werden sollte.

Doch bereits 1923 wurde das Mandatsgebiet wieder geteilt und es entstanden Cisjordanien – im Wesentlichen das heutige Israel und Gaza – sowie Transjordanien. Für dieses Protektorat hatten die Briten bereits 1921 Abd Alah ibn Husain, Sohn des von den Sa’ud vertriebenen Sherif von Mekka, als Emir eingesetzt. Der wurde am 25. Mai 1946 König des in die Unabhängigkeit entlassenen Jordaniens und wegen seiner kooperativen Haltung gegenüber dem jungen Staat Israel am 20. Juli 1951 in Jerusalem von einem arabischen Extremisten ermordet. Heute ist Abd Alahs Urenkel Abd Alah bin al-Husein König des Steppenstaates – nach wie vor ein enger Verbündeter des Westens und liberaler Muslim.

So wurde schon mit der Teilung des Mandatsgebietes der antike Begriff Palästina wieder reduziert auf jene klassische Region zwischen Mittelmeer und Jordan. Ein „palästinensisches“ Jordanien, in dem die „Organisation zur Befreiung Palästinas“ – kurz PLO – 1970 mit syrischer Unterstützung einen Bürgerkrieg entfachte und von den Truppen des damaligen jordanischen Königs unter der Führung des aus Cisjordanien/Judäa stammenden Muhamad Daud bis Juli 1971 aus dem Land gejagt worden war, hat es niemals gegeben.

Die Eindringlinge

Aber – gab es nun ein cisjordanisches Palästina? Am 29. November 1947 hatten die Vereinten Nationen mit Resolution 181 (II) die Teilung Cisjordaniens in zwei demokratisch zu organisierende Staaten beschlossen. Der eine dieser zwei Staaten wurde nach dem Abzug der britischen Mandatstruppen am 14. Mai 1948 als Israel proklamiert und ist – trotz zahlreicher Versuche seiner Nachbarn, ihn auszulöschen – bis heute die einzig funktionierende Demokratie in der Region. Die nach den arabischen Angriffskriegen verbliebenen, nicht–israelischen Gebiete der römischen Provinz Palaestina werden heute autoritär entweder von der Hamas oder der PLO verwaltet – und diese haben mangels eigener historischer Identität sich den altsemitischen Begriff der Féléshétjm zu eigen gemacht, um damit ihren Anspruch auf das ehemalige Mandatsgebiet Cisjordanien zu begründen.

Das lässt es zweckmäßig erscheinen, noch einmal einen Blick auf die historischen Wurzeln des Begriffs „Palästina“ zu werfen – und zu einem für seine heutigen Anspruchserheber möglicherweise irritierenden Ergebnis zu kommen. Denn der altsemitisch-hebräische Begriff des „Féléshétjm“ lässt sich unschwer auf das Peh-Lamed-Shin des hebräischen Alphabets zurückführen. Félésh – das steht im Ivrit bis heute für „eindringen“. Féléshétjm – das waren für die Autoren des Tanach nichts anderes als „Eindringlinge“.

Historisch lässt sich das gut nachvollziehen, denn zwischen 1200 und 1000 vc kam es im östlichen Mittelmeerraum zu einer Völkerwanderung von Nordwest nach Südost, in deren Zuge nicht nur das vermutlich hethitische Troja vernichtet wurde, sondern die mit den in ägyptischen Archiven als „Seevölker“ beschriebenen Migranten mit militärischer Gewalt Siedlungsraum an den Küsten Ostägyptens und dem heutigen Israel erobern wollten. Die antiken Städte der Philister von Gaza bis Ekron waren ebenso Ergebnis dieser Völkerwanderung wie die Küstenstädte des heutigen Libanon.

Selbstverständlich waren diese Migranten für die ortsansässige Bevölkerung „Eindringlinge“ – und so ist es naheliegend, dass der Tanach dann, wenn er von „Féléshétjm“ spricht, tatsächlich „Eindringlinge“ und nicht etwa „Palästinenser“ meint. Die Küsten des kupferzeitlichen „Palästina“, das damals mangels Féléshétjm noch nicht so genannt werden konnte, wurden von einer Welle möglicherweise durch dorische Kriegsflüchtlinge oder klimatisch bedingte Hungerflüchtlinge erfolgreich übernommen. Eines allerdings waren diese aus hebräischer Sicht seinerzeit „echten“ Palästinenser zu keinem Zeitpunkt: Araber. Sie waren nicht einmal Semiten, sondern werden sich erst im Laufe der Jahrhunderte mit den ortsansässigen Semiten vermischt haben.

Viele unterschiedliche Menschen – keine Palästinenser

Als der britische Agent Thomas E. Lawrence zwischen 1917 und 1918 den Kampf des Sherif von Mekka gegen die Osmanen organisierte, kam er auch in die Region des heutigen Israel. Dort traf er auf zahlreiche Menschen unterschiedlichster Identität. Auf muslimische Araber und von Russland vertriebene Tscherkessen. Auf christliche Armenier und Aramäer. Auf Juden und sogar auf Berber, die in Folge der Niederschlagung des Aufstandes des Panarabisten Abd al’Qadir aus dem französischen Algerien in das Osmanische Reich geflüchtet waren. Auch gab es in den Gebieten zwischen Mittelmeer und Jordan nach wie vor Drusen und Maroniten. Eines allerdings gab es nicht: Palästinenser.

Und das blieb auch so – bis 1968 ein 1929 in Kairo geborener Araber dem deutschen Nachrichtenmagazin „DER SPIEGEL“ ein Interview gab. Dieser ägyptische Araber hatte 1957 als Fremdarbeiter in Kuwait eine Untergrundbewegung gegründet, die sich den Namen „Organisation zur Befreiung Palästinas“ gab. Sein Name lautete Yasir Arafat, Sohn der Verbindung eines aus Gaza stammenden Vaters und einer aus Jerusalem stammenden Mutter, die in den 1920er Jahren nach Kairo gezogen waren.

Abu Ammar und die arabische Nation

Als sich dieser Arafat 1968 erstmals mit dem SPIEGEL-Redakteur Helmut Sorge traf, nannte sich der frühere Muslimbruder Abu Amar und war Kopf einer Terrormiliz, die sich – so der Hinweis der Magazins – die Befreiung „Palästinas“ zum Ziel gesetzt hatte. Abu Amar Arafat spricht in dem Interview, das irgendwo in Jordanien nahe der Grenze zu Israel geführt wurde, laut deutscher Übersetzung von „arabischen Soldaten“, die „das Volk“ befreien werden. Er betrachtete sich laut dieser Übersetzung als Sprecher „unseres palästinensischen Volkes“ und „Vertreter des arabischen Volkes zwischen Atlantik und Persischem Golf“.

Nicht nur bei dieser letzten Formulierung wird es heikel – denn ein „arabisches Volk“ zwischen Atlantik und Persischem Golf hat es nie gegeben. Die Bewohner des Maghreb – Überbleibsel unterschiedlichster Besiedlungsphasen und lange Zeit christlich-römische Provinzen – wurden erst im Zuge des arabisch-islamischen Imperialismus zwangsarabisiert. Wenn Arafat diese Berber- und Maghreb-Stämme als „arabisches Volk“ bezeichnet, so folgt er damit letztlich der islamischen Idee seiner Muslimbrüder von der allumfassenden „Umah“, die jedoch nur Gläubige und Ungläubige kennt und regional- wie zeittypisch von Stämmen statt von Völkern ausgeht.

Gleichzeitig nutzt Arafat in dem in englischer Sprache geführten Interview angelsächsische Begriffe, um seinem westeuropäischen Besucher sein Anliegen zu erklären. Und der ist nun  ausgerechnet ein Deutscher und muss für seine Leser den englischen Text derart übersetzen, dass der Germane es auch versteht.

Die Deutschen und der Volksbegriff

Nun hat die deutsche Sprache – kultur-historisch bedingt – ein Volksproblem. Denn anders als das Angelsächsische unterscheidet sie faktisch nicht zwischen Nation und Volk. Die Idee des ethnisch reinen Staatsvolkes, mit der zuletzt Adolf Hitler einen bedeutenden und wichtigen Teil der Deutschen erst vertrieb und dann vernichtete, um anschließend die Welt mit einem Vernichtungskrieg im Namen „seines“ Volkes zu überziehen, ist in ihrem Kern tatsächlich ziemlich deutsch.

Für dieses deutsche „Volk“ nun gibt es kein wirkliches, angelsächsisches Äquivalent. Denn „folk“, welches man gewillt sein könnte als Übersetzung zu nutzen, hat mit dem deutschen „Volk“ wenig gemein. Weshalb der Deutsche „folk“ als „ländliche Bevölkerung“ versteht. Will er jedoch vom „Volk“ sprechen, so bedient er sich im Angelsächsischen der Begriffe „people“ oder „nation“. Beide aber entsprechen dem deutschen „Volk“ nicht. Denn das deutsche „Volk“ ist emotional. Es charakterisiert – im altgermanischen Stammesdenken verankert – eine durch das Blut geeinte Gemeinschaft eines Willens und eines Zieles – und ist deshalb für Führung stets anfällig. So fiel es denn auch den nationalsozialistischen Machtübernehmern in den dreissiger Jahren nicht schwer, die Losung des 1871 geeinten deutschen Nationalstaats, die da lautete „Ein Reich – Ein Volk – Ein Gott“, in „Ein Volk – Ein Reich – Ein Führer“ zu pervertieren und damit nicht nur das Reich über das Volk zu setzen, sondern auch Gott durch Hitler zu ersetzen.

Die englischen „people“ nun sind erst einmal nur Menschen. Und „nation“ steht gemäß seinem lateinischen Ursprung für eine Gruppenzugehörigkeit qua Geburt – im deutschen Verständnis als „Nation“ von Staatsbürgern unterschiedlichsten Ursprungs zu verstehen.

Von der „arab nation“ und den „people of palestine“

Arafat spricht in dem Interview von „arab nation“ und „people of palestine“. Beides hat mit dem deutschen Volksbegriff nichts zu tun. Denn „the arab nation“, die arabische Nation, das war seinerzeit das Schlagwort des ägyptischen Fellachen Gamal abd a’Nasir, mit dem jener die sunnitisch-islamischen Länder, welche in diesem Falle tatsächlich vom Atlantik bis an den Indischen Ozean reichten, einen wollte. „The arab nation“ – das war das säkulare Pendant zum islamischen Kalifat.

Arafat hing damit einer zu jener Zeit schon ausrangierten, politischen Großmachtidee an, die 1958 den Ägypter Nasir zum Staatsoberhaupt der aus Ägypten und Syrien bestehenden „Vereinigten Arabischen Republik“ gemacht hatte. Lange hielt diese V. A. R. nicht. Schon 1961 verabschiedete sich Syrien aus dem Kunstprojekt – und der Panarabismus wurde zu einem Merkmal des sogenannten Nasserismus.

Dennoch ist nachvollziehbar, dass Arafat dieser panarabischen Idee des Nasir, die ihn offenbar geprägt hatte, auch 1968 anhing. Denn er brauchte, um mit seiner Terrororganisation erfolgreich zu sein, nicht nur eine Idee, sondern vor allem Geld. Dieses konnte er um so erfolgreicher bei den reichen Arabern einfordern, je erfolgreicher er ihnen ein schlechtes Gewissen einreden konnte. Die Idee des einen arabischen Volkes war dabei durchaus wirkungsvoller als der Versuch, für irgendwelche entfernten Vettern, die man laut Lawrence noch vor 50 Jahren im Zweifel für verweichtlichte Osmanenknechte gehalten hatte, in die Taschen zu greifen.

Gleichzeitig aber verstand sich Amar-Arafat als Kämpfer jener Menschen, die nach 1946 dem Aufruf seines Bekannten, dem Mufti von Jerusalem, gefolgt waren und ihre Heimat in der Erwartung, im Gefolge siegreicher arabischer Truppen heimzukehren, verlassen hatten. Dieses wiederum waren „the people of palestine“ – die Menschen von Palästina. Die waren 1968 noch weit davon entfernt, als eigenständiges Volk wahrgenommen zu werden, geschweige denn sich als solches zu verstehen. Denn – siehe oben – es waren Araber und Aramäer, Christen und Muslime – und selbst die Nachkommen von berberischen Rifbewohnern und zahllosen anderen Zuwanderern, die das Schicksal im Laufe der Jahrhunderte dorthin verschlagen hatte.

Wie der SPIEGEL das palästinensische Volk erfand

Der SPIEGEL übersetzte in treu-deutscher Manier all diese sich bei Arafat mangels Volksidee vermengenden Begriffe mit „Volk“ – und das, obgleich Arafat doch immer noch davon träumte, ein arabisches – oder besser: ein nicht-jüdisches – „Palästina“ in der großen, panarabischen Idee zu verwirklichen.

Da Arafat ein durchaus nicht dummer Mensch war, erkannte er recht schnell, welch positive, propagandistische Unterstützung ihm diese SPIEGEL-Hilfe bieten konnte. Als er 1974 vor der UN auftrat, adelte die Vollversammlung den Freischärler Arafat in wenig nachvollziehbarer Weise. Aus der Al Fatah als „Bewegung zur Befreiung Palästinas“ des Jahres 1968 war zwischenzeitlich die „Palästinensische Befreiungsorganisation“ PLO geworden. Die wurde, obgleich sie sich bis zu diesem Zeitpunkt niemals irgendwelchen Wahlen gestellt hatte geschweige denn über ein Staatsgebiet und staatliche Verwaltungsstrukturen verfügte, als „offizielle Vertretung des palästinensischen Volkes“ anerkannt. Eines Volkes, das es selbst sechs Jahre zuvor noch nicht einmal in Arafats kühnsten Fatah-Träumen gegeben hatte.

Noch 2015 adelte „DER SPIEGEL Geschichte“ den als Terroristen gestarteten Ägypter als „Mr. Palestine“, für „seine Landsleute“ dazu durch seinen „bewaffneten Kampf“ gemacht.

„Seine Landsleute“ – ägyptische Araber? Oder alle heutigen und früheren Bewohner Cisjordaniens, aus dem Israel, Gaza und die  Westbank wurde, die nicht jüdischen Ursprungs sind? Und von denen kaum einer jemals gefragt wurde, ob er sich tatsächlich von einem Kairoer Berufsrevolutionär  (um an dieser Stelle diese nettere  Bezeichnung für terroristischer Freischärler zu verwenden) vertreten fühlt?

Möglich, dass sich viele der Bewohner im Westjordanland und im Gaza-Streifen heute als Anhänger Arafats verstehen. Ob sie damit bereits ein „Volk“ sind, darf allein schon mit Blick auf die Hamas angezweifelt werden. Denn die steht in gewisser Weise bis heute noch in der Tradition des frühen Abu Amar und träumt vom panarabischen Kalifat – aber selbstverständlich nicht wie dereinst Nasir in einem säkularen Staat, sondern unter dem Banner des Islam. Und dessen Staatsidee ist immer noch die Umah, in der Völker und Demokratie keine Rolle spielen.

Das Volk für den Westen und den Anti-Israelismus

Aber für den dummen Westen und die in Anti-Israelismus geeinten, mehr oder weniger „Vereinten Nationen“ macht es sich natürlich besser, von einem „palästinensischen Volk“ zu erzählen. Denn damit kann man das erfolgreiche, demokratische Israel vortrefflich als Unrechtsstaat diffamieren. Deshalb sind heute Teile jener Bewohner der früheren römischen Provinz Palaestina immer noch scheinbar zu Unrecht Vertriebene (die ihre Heimat dereinst freiwillig verlassen hatten) oder Bürger eines demokratischen Staates, dessen Existenzrecht von vielen Nachbarn bis heute nicht anerkannt wird – und das dennoch nach wie vor eine Bastion von Freiheit und auch Säkularismus im Nahen Osten ist.

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41 Kommentare zu “Zum Weiterlesen: Palästinenser – von der Macht eines Wortes”

  1. Sorry …. aber ich halte diese „Geschichte“, zumal sie sich auf global nicht anzuerkennende Bibeltexte stützt, für ziemlich gefährlichen Unsinn. Mit der gleichen Methodik kann ich ALLES nachweisen. So würde ich dann jetzt z.B. einfordern, dass alle außerdeutschen Bezeichnungen Deutschlands mit dem Wortstamm „German“ entweder zu eliminieren oder dadurch zu respektieren sind, dass Deutschland alle ehemals als „germanisch“ zu klassifizierende Gebiete anzuerkennen wären – welch Unsinn käme dabei heraus! Im Gegenzug gälte es die Bezeichnung „Deutschland“ abzulehnen, weil sie der Linguistik nach auf „Teutonen“-Land herleitet und wenn man dem nun entspräche, würde Deutschland auf einen Bruchteil seiner jetzigen Daseinsform schrumpfen. Sämtliche, historischen Spielereien, gerade auch die von Israel selbst, sind scharf zurückzuweisen, weil vollkommen wertlos. Deutsche ziehen ihr Nationalitätsbewusstsein aus der Realität der zurückliegenden, zwei Jahrhunderte etwa und Palästinenser die ihre aus der Zuschreibung aufgrund ihres gehabten Landeigentums; sie galten zuvor als Teil des Osmanischen Reichs und es würde nichts an der Realität ändern, wenn man sie somit, historisch womöglich etwas korrekter, als „Osmanen“ bezeichnen würde.

    Wichtig und völkerrechtlich ausschlaggebend sind nur dokumentierte Landaneigungs- bzw. Enteignungsvorgänge der jüngeren Zeit. Und so finden Deutschland, Palästina und Israel ihre klare Existenzberechtigung.

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      1. Nun ….. abseits aller Polemik gilt nüchtern festzustellen, dass einige Teile Israels nicht unbedingt freiwillig und ohne jeden Druck von der Bevölkerung, die rechtmäßige Eigentümerin war, hergegeben worden sind. Wie dem auch sei (dafür ist längst viel zu viel Blut geflossen!): Fakt ist Fakt – und Israel existiert. Also befassen wir uns mit seiner und der palästinensischen Zukunft – und die kann und darf nicht von lässlichen Wort- und Gedankenspielchen belastet werden sondern muss sich vom Gedanken an eine friedliche Zukunft leiten lassen.

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    1. echsenwut,

      das ist gesammelter „Unsinn“ von Dir.
      (Und Dein Schluß entsprechend bewertbar.)

      „Germanen“ ist eine Fremdbezeichnung, die von einem römischen Feldherrn für die Leute rechts vom Rhein (als jener in Gallien romanisierte) als Einordnungsbegriff gewählt wurde. Das läßt sich historisch belegen (De Bello Gallico), ist damit jedoch weder sprachwissenschaftlich noch „ethnographisch“ (kompliziertes und weites Feld für sich) richtig bzw belegbar. Historische Erkenntnisse soweit vorhanden sprechen eine andere Sprache.

      Und „Deutsch“ leitet sich nicht von Teutonen her, einem Volksstamm, der überhaupt nur sehr kurz in historisches Sichtfeld geriet und dann vernichtet wurde und für immer verschwand.

      „Deutsch“ läßt sich etymologisch vom Wort „thiudisk“ ableiten, welches quasi „deutsche Mundarten“ meint. Ist im modernen Italienischen im „tedesco“ anklingend erhalten geblieben.
      Und somit ist am Begriff „Deutschland“ (bislang) nichts auszusetzen, es wird Amtssprache Deutsch gesprochen.

      „Teutonen-Land“, so ein Unsinn, die Teutonen (wer immer das genau war, zB ob überhaupt „Germanen“?) zogen von irgendwoher in Nord-/Mitteleuropa quer durch Europa, bis sie schließlich von römischen Militär vernichtet wurden. So geht die Geschichte. Einige Jahre hatten sie dafür, dann waren sie wieder verschwunden.
      Es gibt kein historisch verifiziertes „Teutonen-Land“.

      Genausowenig, wie es ein historisch verifiziertes Volk der „arabischen Palästinenser“ gibt, unabhängig von zeitgenössischen Zungen und Meinungen. Uns wie Arafat ist klar, was mit dem Begriff gemeint und beabsichtigt ist. Auf dem Rücken übrigens etlicher Araber.

      Dafür gibt es in der Sprachwissenschaft den Begriff „Germanische Sprachen“, dazu zählt auch die deutsche Sprache. Von welchen Gebieten redest Du? Schon klar.

      Das deutsche Nationalbewußtsein ist eine Kreation/Schaffung der Moderne, das stimmt schon, allerdings ein Prozeß, der bis heute fragwürdig bleibt. Wir sprechen nicht von Akzenten in der deutschen Sprache, sondern von Dialekten. Nicht ohne Grund.
      Akzente von Deiner Sorte sind verzichtbar, was Deine Sorte nicht kümmert.
      Meine Meinung.

      „…historische Spielereien (…) von Israel“ sind historisch belegbar, das „Spielerische“ daran scheint mehr Dein „Wünsch-dir-was-Spiel“ zu sein. In diesem Fall also Dein Wunsch, die Glaubwürdigkeit von Israel in Frage zu stellen.
      Beim Papierkram (Landbesitz usw) auf jeden Fall stehst Du mit Deinem „Spiel“ auf verlorenem Posten, auch wenn Du es anders siehst. Und damit wirklich nicht alleine stehst. Das ist ein alter Hut. Ihr habt eben auch eure „Existenzberechtigung“, irgendwie.

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      1. Was Sie mir wunderbarerweise als Steilvorlage bestätigen ist, dass alle uralten Namen, Bezeichnungen, Definitionen genau immer dort gelandet sind, wo sie eigentlich auch hingehören: auf dem Abfallhaufen der Geschichte. Sie schildern mit eigenen Worten dankenswerterweise, dass all diese Normierungen grundsätzlich immer nur ein Spotlight auf eine bestimmte Situation sind und sich nachhaltig wandeln. Sie zeigen sehr schön auf, dass sich die Welt in beständigem Wandel befindet und sich an nichts festhalten kann. Ihre bekrittelten Einzelheiten seien Ihnen geschenkt – es ist wirklich müßig, sich in pieseliger Detailarbeit einzelnen Punkten zu widmen; Sie zeigen sehr eindrucksvoll, wie gut Sie mich verstanden haben. Ob nun „teutonisch“ oder „thiudisk“ – keiner dieser Begriffe besitzt heute irgendeinen Wert wobei ich es schon faszinierend finde, dass man eine solche Diskussion überhaupt beginnen könnte, wenn man wollte.
        Gemäß Ihrer Ausführungen stimmen Sie mir ganz offensichtlich darin zu, dass ein vor vielen Jahrhunderten existierender Zusammenschluss von Menschen heute nicht die geringste Werthaltigkeit besitzen kann und dass im umgekehrten Schluss jemandem eine Identität, die er für sich in Anspruch nimmt, nicht abgesprochen werden kann.
        All Ihrer „Ideen“ zum Trotz haben Sie keinen einzigen Grund genannt, der diesen blöden Spielchen („Es gibt gar kein Palästina!“ ./. „Alle Juden sind doof!“) irgendeinen Sinn geben könnte sondern Sie zeigen selbst sehr einleuchtend, dass nur die tagesaktuelle Realität zu beachten ist. Und die besteht nunmal aus einem Israel und einem Palästina.

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      2. echsenwut.

        „All Ihrer “Ideen” zum Trotz haben Sie keinen einzigen Grund genannt, der diesen blöden Spielchen (“Es gibt gar kein Palästina!” ./. “Alle Juden sind doof!”) irgendeinen Sinn geben könnte…“

        Aha, so so.
        Und in Ordnung, das Wörtchen „Ideen“ in Anführungsstriche zu setzen. Diese Form der Beliebigkeit an der Stelle weiß ich zu schätzen und mit Humor zu nehmen.

        Es ist jedoch kaum überraschend, daß echsenwut auf den
        „Geschichtsunterricht“ oder die „Geschichtswissenschaft“ nicht viel Wert legt; „Abfallhaufen der Geschichte“.
        Wie erhellend selbst die Dunkelheit.

        So läßt sich auch ein „arabisches Volk Palästina“ etablieren, zugegebenermaßen nach 1967, wie echsenwut -mir scheint- (zwar
        durch die Blume) zustimmt. Aber das sind „nur“ Details…

        Und wenn man zusätzlich entsprechend viel Zustimmung von
        geschichtsvergessener Seite hat, läßt sich solches auch expandieren.
        So wie’s ist, von „UN“, über „EU“, über „USObama“ usw.
        So einige Deutsche darunter die lieber nicht an „vergangenes“ erinnert
        werden mögen.

        Geeint von Nazi bis Islamist und sonst so’n Mist nur in der irgendwie
        diffusen Gewissheit, daß die Juden einmal mehr mit miesen Tricks(?)
        spielten.
        Belege?
        Wozu?

        echsenwut, Du bist hier an dieser Stelle ein überführter Blender.
        Willst mich vorgeführt sehen dafür? Soviel auch nochmal zu Deiner Diskussionsbereitschaft.

        ps/ „Sie zeigen sehr eindrucksvoll, wie gut Sie mich verstanden
        haben.“

        Was für ein Satz!
        „Ich seh was was du nicht siehst, und das ist…“ Momentaufnahme.

        pps/ aus Deinem ersten Kommentar in diesem Strang:
        „aber ich halte diese „Geschichte“, zumal sie sich auf global nicht anzuerkennende Bibeltexte stützt, für ziemlich gefährlichen Unsinn. Mit der gleichen Methodik kann ich ALLES nachweisen.“

        Fasse ich zusammen: Bibel oder Geschichtswissenschaft, alles Abfallhaufen, Hauptsache echsenwut behält recht und Fantastinenser einen Staat. So ist das?

        „Spotlight“ aus.

        Spotten und Spucken sind etymologisch Verwandte.
        Lustig, oder?

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      3. echsenwut:
        „Ihre bekrittelten Einzelheiten seien Ihnen geschenkt – es ist wirklich müßig, sich in pieseliger Detailarbeit einzelnen Punkten zu widmen;…“

        Bekanntes deutsches Sprichwort: „der Teufel liegt im Detail“.
        Hm, übrigens.

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      4. Hallo A.mOr,

        Menschen werden zur Nation, wenn sie sich als nationale Gemeinschaft verstehen und als solche handeln. Das gilt für Deutsche, Juden und Palästinenser gleichermaßen.

        Du erweckst bei mir den Eindruck, dass Du dies im Bezug auf die Palästinenser nicht verstehen kannst. Demnach wäre der Zionismus, den Du hier vertrittst, kein „erwachsener“ Nationalismus, weil er sich nicht angemessen im Kontext anderer Nationalismen reflektieren kann.

        Was Deinen allgemeinen Diskussionsstil gegenüber dem deutschen Mainstream oder zu Positionen wie der von Echsenwut betrifft, so wirkst Du auf mich wie ein orientierungsloser Zelot, der zur verbalen Gewalt neigt, vermutlich weil Dein Weltbild vor allem durch Hass und Furcht geprägt ist.

        Wie Du so in Deutschland Verständnis oder gar Sympathie für Israel wecken willst, bleibt mir weiterhin ein Rätsel. Mein Gesamteindruck ist, Du und einige andere aus der „Pro-Israel“-Community pflegen einen Kommunikationsstil, der Israels internationale Isolation verstärkt und beschleunigt, da „Ihr“ nach Kräften den Eindruck verstärkt, dass Israel zwar gewaltbereit aber nicht dialogfähig ist.

        Dabei wäre es für Israel vermutlich gut, wenn es gegenüber dem Westen verlorene Glaubwürdigkeit und damit Handlungsfähigkeit zurückgewinnen könnte:

        Offenbar sind mittlerweile wichtige Teile der Bundesregierung und der CDU & SPD Fraktionen dafür, dass sich Deutschland stärker gegen Israels undemokratische Dauerherrschaft über die Palästinenser jenseits der Grünen Linie engagiert, nicht nur hinter den Kulissen, sondern auch öffentlich.

        http://www.spiegel.de/international/world/germany-begins-to-look-critically-at-support-for-israel-a-1090044.html

        Zugleich bereitet Frankreich eine Nahost-Konferenz vor, von der Israel erstmal ausgeschlossen ist, und plant Palästina mittelfristig als Staat anzuerkennen. Voraussichtlich zum Jahreswechsel werden die USA ihre Parameter für eine Zweistaatenlösung bekräftigen.

        Am.Or, wie gehabt, ist es Deine Sache, ob Du mich nur als Feind in Dein Weltbild einbauen kannst oder ob es Dir gelingt alternative Wege zu finden.

        Ich bleibe einfach neugierig, wieso das, was Du tust, gut für Israel sein sollte.

        Viele Grüße

        Ludwig

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      5. Ludwig, Du hast mir da einen nicht gerade leichten Batzen hingelegt, das mal vorweg. Etwas ausführlicher antworten mag ich schon noch, kann aber momentan nicht absehen wie bald ich das schaffe. Bei Interesse also etwas Geduld. Wenn’s Dir aber nur darum ging ein „Bild“ von mir zu malen, dann antworte ich auch im „Selbstgespräch“, demnächst.

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      6. A.mOr, danke für die kurze Rückmeldung, ich bleibe interessiert und geduldig. Ich weiß, mein „Bild“ von Dir ist nur ein Schattenriss, daher suche ich den Dialog …

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      7. [Vorwort: Chaya, Ludwig, ihr schafft mich! 😀
        Da habe ich endlich eine wieder viiieeel zu laaange Antwort zusammengestellt, und dann lese ich eure Einwürfe hier. Dann bin ich wohl am A! Happy disappointment, min-hastam?
        Und Ludwig, das rechne ich Dir an, daß Du den „Schattenriß“ nun nochmal eingeworfen hast, das spricht für Dich. Drum Verzeihung -vielleicht- wenn ich in meinem nun folgenden Kommentar das nicht berücksichtigt habe, dieses Vorwort ist ein Nachwort…]

        Ludwig,

        als „Feind in mein Weltbild“ habe ich Dich nie „eingebaut“.
        Interessant, daß Du das so „befürchtest“. Ach, fürchte Dich nicht, ich habe viel zu viel Furcht (oder gewisse Erfahrung) um mir Feinde nur zum Spaß zu machen. Dieses und weiteres von Dir meinte ich in meinem Schreiben zuvor als „Batzen“.

        Eher glaube ich allerdings, daß es Dir gleichgültig ist, die Leichtfertigkeit, in der Du mich zeichnest wider anderer Möglichkeiten. Dann wird ein „von Furcht und Hass geprägtes Weltbild“ daraus.

        Außerdem willst Du meine „community-bedingte Gewaltbereitschaft“ erkannt haben, jedoch jedes Signal von Dialogbereitschaft vermissen.
        Antworte ich mit Dialog, vielleicht war das ja gar Deine Absicht? Dann doch gut gemacht?

        Aus all diesen Zuschreibungen kann ich nur deuten, daß Du kein Interesse hast an dem von mir Gesagten, sondern nur an dem von Dir Gesagten.
        Seit „Lilas Zeiten“ scheiden wir uns stets am selben Punkt, seit Jahren behauptest Du immer das Gleiche, ungefähr beschreibbar so: Israel sei das Unrecht auf den Palästinensern.
        Und ich halte dagegen.

        „Was tust du für Israel?“ fragst Du mich, so als wolltest Du mir meinen Einsatz vergüten (dann mal los, ich höre), hast Du kein Vertrauen in Deine eigene Zeichnung einer „Pro-Israel-Community“?
        Solches scheint für Dich eine Art Räuberbande zu sein, gewaltbereit aber nicht dialogbereit. Dem Spatz kann das Tauchbad in Kuhfladen schonmal das Leben retten, weiß die Katz, oder eben nicht. Diese Geschichte wirst Du kennen?

        Gewaltbereitschaft, um das mal etwas näher zu beleuchten, kann Leben retten (auch das eigene) – eine wichtige Voraussetzung für Dialog.

        Meine eigenen Bemühungen um körperliche Fitness setzen sich damit auseinander, und ich lerne und lehre Gewaltbereitschaft: man kann es auch als „Selbstverteidigung“ (so wie in „Krav Maga“, usw) beschreiben. Und vielleicht ist die „Selbstverteidigung“, wie ich sie gegen Deine -nenne ich’s- Sticheleien nun treibe gar nicht nötig.

        Der Punkt ist, selbst wenn massive Gewalt die Bedrohungslage bestimmt muß die Reaktion darauf nicht unter allen Umständen massive Gewalt sein, es kommt eben darauf an.
        Mit der Messerspitze am Hals engen sich Optionen ein, was nicht bedeutet, daß man in dieser Lage nur massive Gewalt zur Abwehr der Gefahr einsetzen kann. Möglicherweise ist gerade das in der beschriebenen Situation komplett falsch, aus naheliegenden Gründen. Nur eine Situation, brenzelig, und selbst auf diese kann man möglicherweise auf verschiedenen Wegen reagieren um das eigene Leben zu retten.
        Aber eines ist wohl klar, wenn Messers Spitze aus unlauteren Gründen am Hals von wem auch immer gelangt, dann sind es die unlauteren Gründe, die das Unrecht bei der Sache beseelen, nicht die Abwehr dieser Gefahr.
        Aber das ist Dir wohl nicht klar?

        Wenn Israel so „nur gewaltbereit“ wäre, wie Du es gezeichnet hast, dann würden wir uns heute zum Thema „Palästinenser“ -wenn überhaupt- in der Vergangenheitsform unterhalten. Meinst Du nicht?

        Und ich meine das alles andere als protzend oder überzeichnend, die Kriege der letzten Jahrzehnte seit Staatsgründung Israel und die vielen terroristischen Anschläge auf jüdisches Leben (auch außerhalb Israels und auch vor 1948) haben eines ganz deutlich gezeigt, Juden sind nicht unsterblich und nicht unverletzbar, so wie jeder Mensch.
        Das wissen die Feinde und das wissen wir.

        Dich betrachte ich nicht als „Community“, trotz Deiner Taktik von „ihr und wir“ zu sprechen, aber wie aus dem Lehrbuch für „fantastinensische Geschichten“ stellst Du immer wieder das vermeintliche Unrecht des Staats Israel gegen ein Reißbrettvolk von „Palästinensern“ heraus.

        Wer sind denn Deine „Palästinenser“?
        Sind es jene, die 1948/49 in Israel blieben, obwohl die arabischen Armeen freies Schußfeld auf Juden verlangten, oder sind es die, die das freie Schußfeld gebilligt haben und also gingen? Genau, die sind’s, nicht wahr?

        Insgesamt ist es anerkennenswert, daß man sich ungern in welcher Schußlinie auch immer befindet, aber so hart das eben ist, wenn jüdisches Leben vernichtet werden soll, dann ist einzig der Kampf zur Abwendung solchen Vorhabens ehrenvoll. (*räusper*, klingt vielleicht gestelzt) Nichts anderes. Von „Ehre“ kann man kein Brot backen, es sei es ist als „Ähre“ geschrieben.
        Voraussetzung so wie so: überleben.
        Juden wissen das. Was sag ich, Menschen wissen das, spätestens dann, wenn das Leben am seidenen Faden hängt durch Mörder und deren Auftraggeber in Aktion.

        Wie Du weißt, vielleicht nur: wissen solltest, Deine „Freunde“ sind nicht „nur“ die Feinde der Juden weltweit (nicht die Juden haben darum gebeten), sondern sie sind auch die schlimmsten Feinde ihrer arabischen Brüder, Mütter, Schwestern, Kinder. Eben all jener, die sich weigern Juden als Feinde zu erkennen und entsprechend zu handeln. Solcher Irrsinn zieht sich durch Familien selbst. Und sie sind die Feinde sehr vieler Nichtjuden dazu, siehe den Terror auf Brüssel neulich, usw. Und nehmen wir noch die engen Maschen islamischen Systems (je nachdem) dazu, da wird das Leben der Geschwister so billig, wie es niemals sein sollte.
        Du wirst sicher ein Unrecht in Israels Handeln finden, daß die vielen Morde an Arabern (usw) durch „Deine Freunde“ begründbar erscheinen läßt?

        Nochwas kurz: Juden (zugegeben, nicht alle) sprechen Hebräisch, Deutsche sprechen Deutsch, Basken sprechen Baskisch, und was sprechen „Palästinenser“?
        Nicht eine/r spricht „Palästinensisch“. Warum?
        Hat es jemals solche Sprache gegeben?

        Das macht „Palästinenser“ nicht zu mehr oder weniger als Menschen, Araber sind alltägliches Miteinander in Israel.

        „Dein Volk“ jedoch versteht sich besser auf „judenrein“. Wenn Du nicht verstehen willst, daß das für uns Grund zur Sorge ist, dann sind „wir“ Dir offenbar egal.
        Welches Recht auf „Nation“ willst Du denn tatsächlich erstreiten? Und wer soll dafür bezahlen? Für Dich kulturell vielleicht interessanter?, nehmen wir das Beispiel Betlehem. Vor Jahrzehnten bewohnt von einer Mehrheit christlicher Araber ist es jetzt beinahe komplett „islamisiert“. Die Christen des Orients erleben schlimme Verfolgung, „Deine Freunde“ wollen das so. Findest Du das richtig?

        Zuletzt, endlich: folgendes dürfte auch Chaya (Thema Shomronim, so ein Zufall) interessieren, der „Palästinenser“ Khaled Abu Toameh hat sich zu gewissen Vorgängen geäußert, die „Deine Freunde“ gerade mal wieder so zeigen, wie „wir“ sie nunmal nicht mögen.
        Während Khaled Abu Toameh ein weiteres Mal zeigt, daß er allen Respekt auch von unserer Seite redlich verdient. Obwohl er propalästinensischer Araber ist, soweit mir bekannt, obwohl wir Juden ja so „rassistisch“ seien, ja?
        http://de.gatestoneinstitute.org/7981/palaestinenser-samaritaner

        [ps/ (und dieses nun Nachwort zwei)
        Ludwig, Dein „Schattenriß“ hätte mich den Kommentar anders schreiben lassen, an manchen Stellen wenigstens, das wird Dir aufgefallen sein? Das mag nun etwas durcheinander daherkommen, hoffe, es geht dennoch auch so ohne nachträglich umfangreiche Korrektur. Nur nochmal erwähnt.
        Da hat der Schatten sich bewegt, wie?

        Und das noch: ich arbeite nicht im Auftrag eines „Hinterzimmerstaates Israel“, sondern aus eigenem Antrieb vertrete ich meine Ansichten. Du nicht auch? Es ist nicht meine Aufgabe Sympathie oder Verständnis für den Staat Israel künstlich zu erzeugen, aber ich teile meine Freude, wenn ich solche Sympathie erkennen kann. Eingeschworene Feinde Israels werde ich kaum überzeugen, was ohnehin nicht mein Ziel ist. Vielleicht „werbe“ ich etwas, aber auf eigene Faust, ohne Verdienst als hin und wieder die Freude darüber, daß auch „Israelkritiker“ ihre Positionen überdenken können, und von sich aus ihre Sympathie für Israel entdecken. Das geht, ich war schon dabei. Und das ist schön.
        Meine Seite also auch schlicht eigennützig. Und in bitterer Konsequenz gedacht darüber hinaus.
        So einfach ist das nur.]

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      8. Hallo A.mOr,

        danke für die umfassende Antwort. Wenn ich Dich richtig verstehe, begründest Du Deinen Zionismus aus der Sicht eines Krav-Maga-Dojos in Deutschland: Selbstverteidigung ist die Mission, auf den Matten gibt es nur Dich und Deinen Gegner. Diese Sichtweise kann ich respektieren als Ausdruck der Befreiungsbewegung einer Nation ohne Staat, die in der Diaspora entsetzlichen Anfeindungen ausgesetzt war und ist.

        Mir geht es letztlich um einen Dialog der Nationalismen. Du trittst hier als jüdischer Nationalist, als Zionist, auf. Ich bin protestantischer Rheinländer, Deutscher, Europäer, Westfale und Preuße, je nachdem welcher Teil meiner Identität mir gerade wichtiger ist. Wenn ich von „wir“ spreche, meine ich damit „wir Deutschen“ aus der politischen Mitte oder „wir Europäer“.

        Von diesem deutschen Mainstream-Standpunkt aus sehe ich den Nahostkonflikt. Ich meine es sollte einen jüdischen Staat geben, der allerdings aus meiner Sicht an der Grünen Linie endet. Deine Position ist anders. Wenn wir Glück haben, können wir uns darauf einigen, dass wir uns nicht einigen können.

        Mit meinem „Schattenriss“ von Dir wollte ich ausdrücken, dass Dein wortgewaltiges Eintreten häufig zwischen Israel und Deutschland polarisiert, also die bestehende Kluft zwischen dem israelischen und dem deutschen Mainstream vergrößert, anstatt Verständnis zu schaffen. Das ist zumindest mein Eindruck.

        Ein aktuelles Beispiel ist Echsenwuts Kommentar zu der Diskussion mit Dir, ein Beispiel von vielen: https://echsenwut.wordpress.com/2016/04/28/israel-allerlei-geschichts-und-wortspielchen/

        Die beständig scheiternde Kommunikation zwischen israelisch-zionistischen Positionen und dem Westen ist ein grundsätzliches Problem, wie dieses Blog für die USA darlegt: http://blogs.timesofisrael.com/author/philip-gold/

        A.mOr, selbstverständlich sind Deine Positionen inhaltlich relevant. Aber ich bezweifle, ob es immer zielführend ist, sie so zu vertreten, wie Du es tust.

        Viele Grüße

        Ludwig

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      9. Ludwig,

        und Danke Dir für’s Eingehen auf Deinen Standpunkt.
        Andere von mir gestellte Fragen bleiben dabei ungeklärt, verstehe allerdings, daß eine Antwort darauf nicht einfach ist.

        Nochmal zu meinem Standpunkt, wie Du ihn eher mit Schalk im Schatten (Verriß? 😉 ) zu zieren scheinst:
        „Wenn ich Dich richtig verstehe, begründest Du Deinen Zionismus aus der Sicht eines Krav-Maga-Dojos in Deutschland: Selbstverteidigung ist die Mission, auf den Matten gibt es nur Dich und Deinen Gegner.“

        „Zionismus von Dojo-Matten aus zu betrachten“, darauf muß man mal kommen! Und „Mission“ finde ich auch eigen. Aber Deinen Sinn für Humor fand ich auch vorher schonmal, da ist es schwer Dich als „Feind einzubauen“ im Weltengebilde unter zionistischem Nacktfuß.

        Obwohl…
        Imi Sde-Or sel.A. gilt als der „Erfinder“ von Krav Maga, der war auch Sportler, und hat wohl „auch“ den „Zionismus von Dojo-Matten aus betrachtet“, irgendwie, bis dann die Mörder (Nazis) kamen. Dann war Schluß mit Sport und Spiel, statt Mattenboden war’s dann Wald- oder Steinboden, und auch mal ein Grab in den Lüften.
        Das Überlebensspiel auf Drängen der Nazis hat bekanntermaßen mehr Leben gefordert als „abgehärtet“. Imi war einer davon, wie quasi wir alle: einer der wenigen die der hohen Mordrate wenigstens lebendig entkamen. Und der Gegner (Nazi) war kein Sportler, sondern ein Terrorist mit weltbester Waffentechnologie, beeindruckender Disziplin und absoluter Übermacht kombiniert Gleichschritt Marsch mit effizientem Kalkül, inklusive dem Überraschngseffekt, um soviele von uns wie möglich zu morden, und etliche noch auszurauben. Der Reichtum „der Deutschen“, und dem einen oder anderen „Freund“…

        Später half Imi bei der Organisation bzw dem Aufbau auch der israelischen Verteidigungskräfte, indem er seine Erfahrung aus dem Sport sowie dem Überleben teilte.
        Ein anderer Überlebender prägte diese Weise: „Das (neue) 614.Gebot für uns bedeutet zu überleben!“ Gebongt. Etliche harte Bewährungsproben (auch) seit der Staatsgründung Israel, bis heute.

        Inzwischen kann man etwas ähnliches, und es nennt sich also Krav Maga, als Sport weltweit proben. Im Deutschen nennt man solches allerdings „Kampfkunst“ statt „Kampfsport“. Es eignet sich nicht gut für Sparring, Wettkämpfe werden daher nicht ausgetragen. Da gibt es noch andere „Kampfkünste“, neben all dem „Kampfsport“ auch. Die Grenzen sind fließend, vor allem auch da, wo ein Sport allgemein übersetzt „Kontaktkampf“ (Krav Maga, also) heißt. Und selbst der Sport stammt häufig von einstiger „Kriegskunst“ ab: wohl ein Beleg dafür, daß die „Palästinenser“ schon mindestens ~100000 Jahre alt sind, was man auch an ihrer Hochkultur in allen Bereichen erkennt, wie immer: Ausnahmen bestätigen die Schräge.

        Ein Reißbrettvolk, für daß die EU -Deutschland voran!- bis in den Tod (der anderen) geht: geeint in entscheidender Frage schon seit Adolfs Zeiten, nur daß „Vichy“ zum Humpelhink-Vergleich inzwischen auf beinahe komplett Europa übergegriffen hat.
        Wie immer -nach „eurer“ Art von „Nächstenliebe“- helfen wir euch gerne zueinander zu finden. Auch unfreiwillig, wie’s aussieht. Obwohl wir unsere Nation tatsächlich freiwillig lieben.

        Und, ganz nebenbei -speaking of nations- habe ich den Eindruck, daß die Regierungsinteressengemeinschaften pro-EU/pro-Falestin/pro-Anti-Nation nicht den Willen der Nationen (Völker, Bevölkerungen) abbilden, trotz einer dennoch nicht gänzlich ausgestorbenen Judenfeindschaft, die man auch bei Europäern nach wie vor findet. War wohl zu wenig für gewisse Interessen, da hat man gleich nochmal ganz viele Judenhasser importiert, neuerdings noch mehr.

        Die einschlägigen Stellen haben natürlich auch da wieder erkannt, daß wir -wer sonst?- dahintersteckten: „die Zionisten“, gerne auch mal als die „wahren Nazis“ verkannt. Und das ist das hohe Niveau selbst unter europäischen Akademikern. Das Land der Richter und Henker, befürchte ich, war mir lieber: nicht so heuchlerisch, da weiß man was man hat. Andererseits brechen inzwischen die Dämme, auf deutschen Straßen rufen die Massen bereits wieder „Jude Jude feiges Schwein komm heraus und kämpf allein!“ (Und andere Blüten der deutschen Neualt-Hochkultur.) Da haben wir es wieder: „Mattensport“, zB „ich gegen 1000“, wie überaus mutig und selbstmörderisch von ihnen! Ejn baajah, man gönnt sich ja sonst nichts.

        Zum Thema „Linien“ haben wir wohl nichts weiter zu besprechen, aber nach all der Zeit war’s Zeit für die Wiederholung: die nochmalige Bestätigung für’s Ihr und Wir im Linienverkehr.
        Die Farbe „grün“ in dem Zusammenhang finde ich fehl gewählt, auch wenn man mit der Farbe ‚Hoffnung‘ meinen könnte. Jedoch selbst dann: fehl zum Thema.
        „Rote Linie“ finde ich passender, in jeder Hinsicht und auf Messers Spitze eben. Denn wenn dann auch nur hier mal erwähnt: der „rote Bereich“ meint im Kampfsport „Faustnähe“ und näher, zB den klassischen Schlag auf die Nase etwa. So wie ‚Messerspitze am Hals‘, erinnerst Du Dich an mein Mattenbeispiel vom Kommentar zuvor?
        Die Fantastinenser scheinen auch ganz begeisterte Mattenkünstler zu sein. Israel fördert den Sport.

        Nochmal also zum Standpunkt. Wir „Helden von den zionistischen Matten“ stehen nicht für uns alleine einem Sportler gegenüber, außer beim Sport natürlich, wo normalerweise der Gegner respektiert wird. Das beruht auf Gegenseitigkeit, deswegen nennt man’s auch „Sportlichkeit“, übertragbar auch auf alltäglichen Umgang. Verletzungen nicht ausgeschlossen, aber auf Vermeidung von Verletzung ist man im gegenseitigen Einverständnis wie Interesse bedacht.
        Imi allein, ich alleine, Chaya alleine, usw, wir alle stehen für das Volk Israel, wir alle sind sozusagen Auge und Herz (und lauter tolle Sachen! Und trotz aller „Linien“) einer Seele, der Seele des jüdischen Volkes. Wir stehen nicht alleine auf den Kampfsportmatten irgendwelcher verruchten Boxclubs, es sei dawka für den Sport, sondern wir stehen alleine und zusammen als ein Volk auf diesem Planeten Erde.

        Matte, Wald- oder Steinboden, Wiese oder Strand zur Abendröte, zum Schlafen auch mal Betten, oder auch mal Wolke sieben. Wollen wir es nicht gönnen? Nebenbei: skurril, woher kommt der Begriff „Wolke sieben“?, weiß ich nicht.
        Aber unser siebter Tag der Woche ist „Pflichtprogramm“, das ist lebendige Torah, heute und vor tausenden von Jahren.
        Am Yisrael Chai, heute und vor tausenden von Jahren.
        Und vor allem nochmal heute: AM Yisrael Chai!
        Alles Gute lekulam für unseren Unabhängigkeitstag!

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      10. Ludwig,

        „…Echsenwuts Kommentar…“
        Du meinst, das ist mir gewidmet? Wow?

        Wer sich in das Minenfeld (oder das Feld der „Geschichtswissenschaft“) begibt sollte sich nicht über den Staub wundern, so wie so.
        Beides sollte mit Umsicht betreten sein, wenn schon, erst recht, wenn man „Tellerminen“ mit Diskusscheiben verwechselt, sozusagen.

        Ein Nachwort also, dh. echsenwut wird ja wohl mitlesen?

        Wo der Hinweis nunmal hier ist, habe auch ich dort mal gelesen.
        Einleitung des Artikels:

        „In der letzten Zeit fallen mir zahlreiche Versuche sowohl der arabischen, als auch der israelischen Seite auf, die ihr jeweiliges Gegenüber durch Versuche, ihr entweder jedes historische Gewicht zu nehmen oder sich anzueignen, zu deklassieren versuchen. Leider fallen immer mehr Menschen auf derartige Spielchen herein.“

        Ist doch irgendwie putzig (eher potzig?;-), findest Du nicht?
        Und diese „Ausgewogenheit“: ist das „politische Mitte“, für die Du Dich einsetzt?

        Aus einem Kommentar von echsenwut an eine Rückmeldung auf den Artikel (von „Tourix“) kann ich solches zitieren:

        „…die [Anmerkung: ich deute, echsenwut könnte „die Zionisten“ meinen?] aus diesem Israel nachhaltig einen Verbrecherstaat gemacht haben, der Menschenrechte mit Füßen tritt und mit seinen „Feinden“ kaum noch anders umspringt als das nationalsozialistische Deutschland mit ihnen. Israel versteht es, eine ungeheure Vielzahl von „Vorfällen“ medial zu ersticken, die in ihrer Gesamtheit leider ein furchtbares Bild vervollständigen.“

        „Kaum“ zu glauben, wie sich altneueingesessenes Judenbild (?) re-materialisiert? Muß verruchte Zauberei sein! Aber echsenwut ist schlau, hat’s längst „geahnt“, das „vervollständigte Bild“. Und die „israelischen Vernichtungslager“ sind nur so überfüllt von „Feinden“, wie der geneigte Kritiker Israels zu wissen scheint…

        Und’s geht weiter:

        „Das beinah genauso Schlimme an diesem Massaker aber waren die Kreischereien in Israel, die Freudentänze, wenn begeisterte Zuschauer vom israelischen Gebiet aus die schweren Explosionen in den Wohngebieten verfolgten und Treffer mit besonders großem Vernichtungs-„Erfolg“ mit Jubeln und Klatschen begleiteten.“

        Aus welchem „Geschichtsbuch“ wohl solche Szenarien unanständiger „Freude“ herstammen? Süßigkeiten gefällig? Hab wohl noch viel zu lernen, ach, so wie so.

        „…und die Eisenklammer, die Israel mit seinen unterdrückten und geschönten Berichten der Welt um den Kopf legt, sprang ab.“

        Eben wie gehabt, und so deute ich das Bild hinter echsenwuts Wechselwut: vor lauter Liebe erdrücke ich (stellvertretend für den Rest unserer Bande) die Welt mitsamt Menschheit, und das mit acht Krakenarmen, wie unfair mein Vorteil! Und der Weltenkern läuft mir als flüssiges Eisen die nackte Brust hinunter… (Film ab!)

        Vergißt er aber nicht -pflichtgeübt?- folgendes zu betonen:
        „…ich bin ganz bestimmt ein WIRKLICHER Freund Israels…“

        Meine besten Freunde sind Juden, aber diese Juden…

        Bemerkst Du die dramatische Kurve, die sein Kommentar nimmt?
        Erst sind es „…die aus diesem Israel nachhaltig einen Verbrecherstaat gemacht haben…“, dann „Kreischereien in Israel…“, und schließlich, Katze rein Sack zu, „…die Eisenklammer, die Israel (…) der Welt um den Kopf legt…“
        Kommt das große pflichtgeübte ABER:
        „…bin ganz bestimmt ein WIRKLICHER Freund Israels…“

        Ludwig, meinst Du, daß ich „die bestehende Kluft zwischen dem israelischen und dem deutschen Mainstream“ (wie Du es bezeichnest) schließen kann? Als Leiche, die hineinfällt? – Cholile!
        Assoziationen…

        Danke für den Hinweis.

        Und auch Dir alles Gute zum 68. Geburtstag des Staates Israel.

        ps/ und heute gegen Abend trete ich in einem kleinen Seminar meinen Nahkampf-Kollegen nochmal mitten ins Gesicht, und damit mein armer großer Fuß dann wieder genesen kann, werde ich mit selben Kollegen (was so übrig bleibt) nach dem Massaker anstoßen auf die Unabhängigkeit des Staates Israel und das jüdische Volk, das daß zweifelhafte Glück hat, auch so einen Kluftschläger (Schaumfeger?) wie mich zu den ihren zu zählen.
        Lechajim!
        Am Yisrael Chai! (…so wie auch in Chaya.)
        Massl tow!

        ps/ Chaya, danke für die links. Wer hätte von deutscher Zeitung solche Übersicht erwartet? Zeiten und Wunder. 😉
        Oh, in diesem Zusammenhang zu empfehlen ist Jennys Erlebnisbericht:
        https://die13blumen.wordpress.com/2016/05/09/eu-israel-ist-diese-beziehung-noch-zu-retten/

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      11. Chaya, 08/05/2016 um 20:23.

        Nur mal aus dem Artikel rausgepickt:

        „48 Prozent der Israelis lehnten volle staatsbürgerliche Rechte für Palästinenser ab, sagte Bulmahn. Israel könne nicht erwarten, dass Europa dies akzeptiere. Auf den Einwand, dass laut einer anderen Studie rund 90 Prozent der Palästinenser antisemitische Emotionen hegten, sagte die frühere Bildungsministerin, man dürfe nicht verallgemeinern.“

        Und:
        „Vielleicht habe ich mehr Lebenserfahrung als Sie“, sagte sie etwas gereizt.

        Ohne Worte.

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  2. Ich habe mir deine Ausführungen hier nochmal genau durchgelesen. Alles ok. Nun eine Frage: Habe ich bei einem Giur den Anspruch auf israelische Staatsbürgerschaft! Was macht mich zu einem jüdischen Israeli? Alle meine Urgroßeltern waren Juden, sie haben interreligiös geheiratet! Ein Großteil meiner Vorfahren wurde in die Gaskammer geschickt! Andere Teile meiner jüdisch-gläubigen Familie lebt in USA. Es sind Reformjuden. Erkläre mir den Zionismus! Erkläre mir den Ausdruck jüdisches Volk ohne die jüdische Religion hinzu zu ziehen! Erkläre mir das!
    Beste Grüße

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    1. Hallo Stephan, da gibt es nichts zu erklären. Jüdisches Volk ohne Gott und Tora zu erklären gilt nicht, und ohne diese hätten wir es nicht bis heute gebracht, und ohne diese machen wir keinen Sinn. Wozu also die Welt auf den Kopf stellen? Das Rückkehrgesetz richtet sich nicht nach der Tora, sondern nach der Doktrin der Feinde der Juden, welche diese und ihre Nachkommen, selbst wenn halachisch nicht jüdisch, verfolgt haben. Es ist meines Erachtens ein sehr gutes Gesetz, selbst wenn es Menschen ins Land bringt, welche gar nichts mit dem Judentum assoziieren und assoziieren wollen, und im Prinzip gar nichts mit ihm zu tun haben. Aber sie sind die Minderheit.
      Zu deiner Frage, nach einem koscheren (orthodoxen) Giur würdest du voll und ganz im Sinne des Gesetzes als Jude gelten. Was deine Vorfahren gewesen sind, ist eine Sache; es gilt aber, was du bist und nicht, was deine Vorfahren sind, zumindest in dieser Frage – es gilt nämlich die Absicht, wenn die Abstammung nicht alle Vorbedingungen erfüllt. Und da kann man noch so sehr unter Verfolgung gelitten haben; der Holocaust war weiss Gott nicht die erste und nicht die letzte Verfolgung von Juden, nur wird sie aus verschiedenen Gründen großgeschrieben, außerdem ist die noch nicht so lange her. Wir haben aber im Laufe der Geschichte viel Schreckliches gesehen – darunter sicherlich auch deine jüdischen Vorfahren; daher finde ich, sich nur auf die Shoah zu beschränken entspricht nicht der Wahrheit. Und es ist bei Weitem nicht der Hauptbestandteil unserer Identität.

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      1. Ich bin in erster Linie ein Mensch! Und meine „halbjüdische“ Großmutter, G“tt hab sie seelig, hat ihren jüdischen Vater bis zu seiner Deportation nach Theresienstadt vor der Gestapo geschützt. Die Nazis haben aus meiner deutsch-jüdischen Familie eine Rasse gemacht!!! Meine jüdischen Vorfahren, die überlebt haben wollten keinen Schritt zurück machen!
        Ich hatte dich in deinem anderen Post gefragt, ob es beim Auszug aus Ägypten um alle Menschen ging, oder nur um Juden!!

        S. B.-H.

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      2. Du kannst sein, was du möchtest. Wieso siehst du immer in Allem die Notwendigkeit, dein Selbst zu verteidigen? DU scheinst mir in einem großen und nicht lösbaren Konflikt mit einer eignen Identität zu stecken und das nicht erst seit gestern. Und ich habe dir geantwortet. Des Kontext des Gesagten ist natürlich auf Juden zu beziehen, weil 1.sie sind aus Ägypten gezogen und nicht etwa die Usbeken oder die Indianer, 2.die Juden die Hagada lesen und nicht etwa wieder die Usbeken, die Indianer oder Anhänger von nichtjüdischen Religionsgemeinschaften (Bahai, Hindu, Zoroastrier, Yeziden, Christen, Muslime).

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      3. Aha! Und du bist wohl auch aus Ägypten gezogen! Du hast ja dein Judentum erst wieder entdeckt, nachdem du aus Russland in der BRD gelandet bist! Kenne ich im Übrigen zu Genüge! In der ehemaligen UDSSR war/ist das Judentum ja eine Nationalität! Vielleicht sagt dir der Name Walter Rathenau noch was!

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    2. Dein letzter Absatz zum Thema Demokratie im Nahen Osten ist eine Farce! Denn die Demokratie haben sicherlich nicht Juden erfunden, sondern stammt aus dem antiken Griechenland!

      Das Judentum stützt sich auf die Thora! Es ist ein Aberglaube! Ich zitiere hier gerne wieder Albert Einstein, auch wenn es dir nicht passt:

      „Für mich ist die unverfälschte jüdische Religion wie alle anderen Religionen eine Incarnation des primitiven Aberglaubens. Und das jüdische Volk, zu dem ich gerne gehöre und mit dessen Mentalität ich tief verwachsen bin, hat für mich doch keine andersartige Dignität als alle anderen Völker. Soweit meine Erfahrung reicht ist es auch um nichts besser als andere menschliche Gruppen wenn es auch durch Mangel an Macht gegen die schlimmsten Auswüchse gesichert ist. Sonst kann ich nichts ‚Auserwähltes‘ an ihm wahrnehmen.“

      http://hpd.de/node/4584

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      1. was ich dir einfach mitteilen will ist folgendes: Es gibt nicht DAS Judentum! Genau so wenig wie DAS Christentum und DEN Islam! Aber allen drei monotheistischen Religionen ist eines gemeinsam: Aberglaube!!! Gute Nacht…

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      2. Von was lebst du? Von Luft und Liebe? Sei dir gegönnt! Live in peace!! Nothing got to do with religion! You know this! Take care! 😌

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  3. Sehr instruktiver Artikel, der Politfolklore der Araber blass aussehen lässt. Allein an der „Palästinenserbesoffenheit“ hier in der BRD wird sich nichts ändern. Daran würde sich nichts ändern, wenn der Verfasser auf die Kongruenz der Erfindung des deutschen Volkes mit der der arabischen Nation hingewiesen hätte.

    Tröstlich finde ich den Gedanken, dass „Allah“ alles tut, einen „palästinensischen Staat“ zu verhindern.
    .

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  4. Mir erscheint es unwichtig wie man sie benennt, Palästinenser, Araber…..
    wichtig ist dass diesen Menschen das Recht auf Selbstbestimmung verweigert wird. Von Israel, der PLO, von Hamas.

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      1. Ich finde es sehr richtig und relevant, selbst wenn es heute (leider) auf politische Geschehenisse keinen Einfluss mehr hat, ueber die geschichtlichen und politischen Hintergruende und die korrekte Bedeutung von Begriffen und ihre Entstehung Bescheid zu wissen und zu kennen. Das, finde ich, ist sich ein jeder intelligente Mensvh schuldig, der nicht einfach ungefiltert das zu sich nehmen will, was ihm von der Aussenwelt verkauft wird.

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