NEWS: Shlomit ging einkaufen und kam nicht zurück

Sie war 23 Jahre alt, hatte ihren Zivildienst absolviert, studierte an der Universität Ariel Grafik und hatte sich gerade Pläne für einen Arbeitsneuanfang gemacht. Weil ihr Heimatort, dort, wo ihre Familie und die anderen fünf Geschwister aufgewachsen waren,

Quelle: Facebook
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weit weg vom Zentrum des Landes lag, nämlich im Jordantal an der jordanischen Grenze, wohnte sie die letzte Zeit bei ihren Großeltern. In der Siedlung Shadmot Mechola, woher sie kam, war sie bekannt und beliebt – ein herzliches und tiefsinniges Mädchen voller Zuwendung. Auch in

Karte zur Ansicht
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Shadmot Mechola, Jordantal. Quelle: Wikimedia
Shadmot Mechola, Jordantal. Quelle: Wikimedia

Bet Horon, dem Wohnort ihrer Großeltern, nur einige Meter von der Schnellstraße 443 entfernt, welche Jerusalem und Modi’in verbindet und durch die Benjamin-Samaria-Region führt, kannte man sie gut. Dort hatte sie einen Teil des Zivildienstes im lokalen Jugendverband geleistet.

Bet Horon. Quelle: Wikimedia
Bet Horon. Quelle: Wikimedia

An diesem Montag (25.01.), da waren es noch zehn Tage bis zu ihrem Geburtstag, den sie sicherlich mit der Familie und den Freunden feiern würde, ging Shlomit Krigman in den Supermarkt, um einige Besorgungen für ihre Großeltern,  bei denen sie wohnte, zu erledigen. Schnee war nicht gefallen in Bet Horon, obwohl die Siedlung in den Bergen liegt, aber es war recht kalt. Unterwegs vom Haus zum Laden überlegte sie sich, was sie kaufen würde.

Hätte sie gewusst, dass in diesen Minuten zwei arabische Männer, einer davon noch ein Jugendlicher, 17 Jahre alt, mit Messern bewaffnet, versuchten, in denselben Supermarkt einzudringen, um dort den ersten, der ihnen über den Weg laufen würde, zu erstechen, dann würde sie sicherlich nicht in die Nähe des Ladens kommen. Aber wenn ein Ort wie Bet Horon von einem Sicherheitszaun umgeben ist, dann fühlt man sich schon relativ sicher.

Die beiden Terroristen hatten aber ein Loch in den Zaun geschnitten. Und bevor jemand es gemerkt hatte, erreichten sie den Supermarkt. Am Eingang bemerkte sie ein Kunde, und ohne lange zu überlegen, drängte er die beiden mit dem Einkaufswagen von der Tür weg. Da hatten sie schon viel zu viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen und der Überfall war misslungen. Die Messer in der Hand, rannten die Terroristen vom Laden weg.

Aber da war Shlomit, die schon beinahe in den Supermarkt hereingekommen war, und sie kam ihnen gelegen. Voller Wucht begannen die Männer, auf sie einzustechen. Shlomit lag am Boden, blutete. Die Attacke war schnell vorüber, die Terroristen flüchteten weiter, und kurz vor der Ausfahrt aus der Siedlung hatten sie ihr zweites Opfer entdeckt, eine etwa 50-jährige Frau, auf die sie ebenfalls einstachen. Nur mit dem Sicherheitsmann am Tor hatten sie nicht gerechnet. Dieser setzte mit einigen Schüssen ihrem Leben ein Ende.

Shlomit wusste nichts davon. Sie war lebensgefährlich am Oberkörper verletzt worden; die Evakuierung ins nächstgelegene Krankenhaus in Jerusalem fand schnell statt. An den Terror der letzten Monate gewöhnt, begannen die Ärzte, um das Leben von Shlomit zu kämpfen. Es wurde Abend, Nacht und Morgen. Die ganze Nacht über kämpften die Ärzte und kämpfte Shlomit um ihr Leben. Eine furchtbare Nacht. Hinter den knappen Zeilen der Montagsnachrichten über den doppelten Terroranschlag in Bet Horon lag eine ganze schmerzerfüllte Welt und dutzende Verwandte und Freunde, die um Shlomits Leben bangten.

Quelle: Facebook
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Am Morgen war es vorbei. Die Ärzte vermeldeten, sie hätten getan, was sie konnten. Shlomit war nicht mehr da. Die Verletzungen waren zu schwer. Noch am selben Morgen sollte sie begraben werden, denn Tote werden nicht länger als einen Tag unbestattet gelassen. So ist es im Judentum, und so geschieht es in ganz Israel. Warum auch zögern? Ihr Körper war noch da, aber Shlomit selbst war nicht mehr.

(Der Zustand der zweiten Verletzten hatte sich zum Glück verbessert.)

Am Jerusalemer Har Hamenuchot-Friedhof hatten sich mehrere hundert Menschen versammelt, darunter auch der Oberrabbiner David Lau. Er sprach vor den Versammelten über die Aufopferung und die Zuwendung von Shlomit zu ihrer Umgebung. Ihr ehemaliger Professor an der Universität Ariel erzählte von ihrer Neugier und Vielfältigkeit. Die Nachrichten hatten nicht lange und nicht viel über den Tod der jungen Frau berichtet. Terror war keine große Nachricht mehr. Die Schagzeilen wechselten schnell zu Themen wie Schnee und Politik.

Shlomit Krigman wurde am Mittag des 26.01. bestattet. Neben ihr lag Dafna Me’ir. Dafna wurde vor einer Woche ermordet, am anderen Ende von Judäa und Samaria, in Otniel, an ihrem Hauseingang. Sie war Mutter von sechs Kindern. Shlomit hatte keine Kinder, sie hatte vielleicht nur einen Freund und wollte Kinder haben. Sie war eines von sechs Geschwistern. Sicherlich war sie entsetzt und traurig gewesen, als sie vor einer Woche vom Mord an Dafna erfuhr, und hatte wie viele andere auch im Land die Berichte und Erzählungen über Dafna gehört. Vielleicht hatte sie auch bei dieser Gelegenheit an die Gefahren gedacht, die um Bet Horon herum lagen, und an die Sicherheit im Ort selbst. Aber an eines hatte sie sicherlich nicht gedacht: Dass sie nur eine Woche später neben Dafna liegen würde. Leblos. Ihre Träume hinweggefegt, ihr Leben angehalten für ewig. Zehn Tage vor ihrem Geburtstag.

Shlomit, ihr Name bedeutete die Friedliche.

Lange wohnte ich nebst denen, die den Frieden hassen.

Ich suchte Frieden,

Doch wenn ich sprach, wandten sie sich zum Krieg. (Psalm 120)

Dafna und Shlomit sel.A. Quelle: NRG
Dafna und Shlomit sel.A.
Quelle: NRG

(Quellen für Bericht: INN, Kikar Hashabat, Ynet, Facebook)

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5 Kommentare zu “NEWS: Shlomit ging einkaufen und kam nicht zurück”

  1. „Aber an eines hatte sie sicherlich nicht gedacht: Dass sie nur eine Woche später neben Dafna liegen würde. Leblos. Ihre Träume hinweggefegt, ihr Leben angehalten für ewig. Zehn Tage vor ihrem Geburtstag.“

    Möge Shlomit in Frieden ruhen, dieses wunderbare Geschöpf
    Gottes!

    Es ist alles so furchtbar, hört das denn niemals auf??
    Wohl kaum, denn der Hass der Araber auf die Juden sitzt
    tief in ihrer schwarzen Seele verankert!

    Ich wünsche den Juden Frieden und Gottes Segen!

    Gefällt 2 Personen

    1. Die ganze Familie Shlomits sei gesegnet in ihrem Schmerz! Wir trauern mit. Da ist es nicht leicht, Liebe zu üben statt an Rache zu denken!
      Jüdisch ist, keine Rache und kein un-heiliger Krieg, wie ihn die Hassenden predigen.

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