Ein Blick nach innen. Das jüdisch-muslimische Selbstverständnis

…Es ist vier Uhr morgens. Ich stehe am Fenster. Ich bin  mitten in der Nacht aufgewacht und mache mir einen Tee. Gleich werde ich wieder ins Bett gehen. Das Fenster ist leicht geöffnet, draußen ist es ruhig, alles schläft, das Dunkel wird gleichmäßig von den Lampen der Karavans, der Schnellstraße und dem nahgelegenen Städtchen Efrat aufgehellt. Hinter der Lichtgrenze – tiefschwarze Nacht.
Und plötzlich ist es da. Ein Schall rollt langsam heran, von den Bergen, und erhebt sich in die Luft; eine Stimme, der von überall her gleichzeitig zu kommen scheint. Der Schall spaltet sich auf in verschiedene Töne, die ihn mittragen, und auf verschiedener Höhe sich zusammenfinden in eine mächtige Stimme, die sich wie eine Welle über die Umgebung auszubreiten scheint. Sie kommt näher, nimmt zu und wird dann geringer, und während eine Melodie, die sich entfernt aufzusteigen wähnt, einen nur ihr bekannten Höhepunkt erreicht hat und wieder abklingt, stärkt sie ein aufwallendes Echo, das ihr folgt und sie nicht verschwinden lässt. Und hinter diesem noch eines, und noch eines.

Das muslimische Gebet. Fünf Mal innerhalb von vierundzwanzig Stunden erschallt die Stimme des Mu’azzins in jedem arabisch-muslimischen Dorf und ruft die Gläubigen zum Gebet auf. Tagsüber wird man bei dem hohen Lautpegel, der selbst hier in den Bergen herrscht, kaum darauf aufmerksam. Wer aber wach ist, noch bevor die Sonne aufgeht, wird Zeuge dieses Phänomens.

Kein Tag, an dem er nicht ruft. Und nie ruft er allein. Ob nun eine Tonbandaufnahme, oder ein tatsächlicher Geistlicher, der rund um die Uhr seine Pflicht erfüllt, der dort in den Moscheen steht und mitten in der Nacht Menschen aus dem Schlaf zur heiligen Bestimmung reißt – es wird nicht ausgelassen. Der Mu’azzin ruft, und er ruft in jedem der umliegenden arabischen Dörfer, und er macht dies schon, seit diese hier existieren, und in jedem muslimischen Land macht er es. Worte schallen aus seinem Ruf hervor, und ich kann nicht unterscheiden, wo der Ruf zuerst beginnt, und wo er von den anderen aufgegriffen wird – in Abdallah Ibrahim, in Wadi Nis, in Bet Fajjar, in Betlehem, in El Arub, in Jjaba, Zurif, Nahalin, Bet Jjalla…? Und sie alle singen und rufen in einer Monotonie, die keinen Raum für Interpretationen lässt. Sie rufen Gott, und sie reden von der Größe Gottes, und sie holen den Propheten in ihrem Ruf vom Himmel*, und in einem gespenstischen Vielklang, der sich von jedem Hügel wiederholt und vervielfältigt, bezeugen die Rufe die Anwesenheit derjenigen, die die Botschaft von der Größe Gottes hinaustragen sollen. Die Untergebenen vor Gott**, die wahren Gläubigen. Sie tragen es in die Welt, und die, die sich nicht in ihren Reihen finden, sollen es hören und verinnerlichen.

– Zweierlei Bedeutung hat der Mu’azzin für die, die ihn hören: Wer ihm folgt – folgt dem Aufruf, in den Reihen der Armee des Weltschöpfers zu stehen, und seinen Befehlen und den Befehlen seines Gesandten, des Propheten, zu gehorchen. In allem, was er tut, sagt und denkt. Auch wenn er schläft, und der Schöpfer ruft, dann steht er auf, und schließt sich der Reihe an. Der Schöpfer steht über ihm. Es gibt kein Wenn und Aber.

Wer aber den Mu’azzin hört und nicht weiß oder nicht verstehen will, was der Schöpfer will, und wofür der Prophet hierhergekommen ist – der soll verinnerlichen und wissen – er wird gesehen, und seine Taten werden gesehen, und die Menschen, die das Wort des Schöpfers und seines Propheten erfüllen, kennen ihn. Er wird sich nicht lange davon enthalten können , nicht lange wird er die Geduld des Schöpfers strapazieren, der will, dass der Mensch, den Er geschaffen hat, ihm folgt. Seine Getreuen sind um ihn herum, und sie stehen bereit. Höre, oh Ungläubiger, was der Schöpfer dir zu sagen hat. Höre, dass sein Prophet hier gewesen ist, um dir mitzuteilen, dass du nicht tust, was der Schöpfer will. Seinen Willen willst du nicht sehen, aber seine Stimme kannst du nicht überhören. –

Und fünf Mal am Tag und in der Nacht, bei jeder Tätigkeit, übertönt der Ruf im Namen des Schöpfers der Welt alles Weltliche, und hallt von den Bergen, aus jedem Dorf. Und ich stehe am Fenster des kleinen Karavans, blicke in die Nacht hinein und begreife, wo ich lebe.
Das ist keine virtuelle Welt, und kein illusionsbeladenes Gedankenexperiment, kein Diskurs, kein Logikspiel, kein Film und keine Theorie.
Das hier ist ein Universum, in welchem jede Existenz fest verbunden ist mit dem, woher sie kommt, was sie tut, wohin sie geht.

Ich lebe mitten unter Menschen, deren gesamte Lebenssicht keinen Platz für Zweifel lässt, keine Notwendigkeit für Fragen hat und die sich nicht mit einer Suche befasst. Hier sucht niemand, und hinterfragt niemand. Hier wird gelebt, was als richtig festgelegt wurde, hier wird geboren, gekämpft und gestorben, für das, was als Wahrheit gilt. Es ist eine Entehrung der Wahrheit, eine Entehrung von allem, was wichtig ist – Gott, Familie, und man selbst – wenn man für diese nicht bereit ist, alles zu tun – das letzte Hemd hinzugeben und das letzte Hemd zu nehmen. Und diese Menschen halten fest in ihrer Hand, woran sie glauben, und sie halten sich mit Zähnen und Krallen daran, wo sie leben, und was sie haben. Sie fragen nicht, ob es gut ist, ob es strategisch ist, ob es der Sicherheit oder dem guten Ruf dient, oder ob es die Welt verbessern kann, oder Gnade oder Menschlichkeit erwirken wird oder Fortschritt bringt. Ihnen wurde gesagt, was richtig ist. Vom Vater, vom Großvater, vom geistigen Vorsteher, vom Propheten. Und selbst, wenn es der politische Funktionär der einen oder anderen Partei gewesen ist. Es ist alles eins. Alles Wille des Schöpfers, und vorgeschrieben***, und nichts kann und wird es vom Fleck bewegen –  das, was richtig ist.

Diese Menschen finden sich nicht ab mit Erklärungen von Fremden. Sie haben nicht viel, sie haben sich nie darum bemüht, viel zu haben, viel zu schaffen, viel zu bewegen. Das ist nicht die Lebensaufgabe. Lebensaufgabe ist es, zu gehorchen. Und die Ehre nicht zu Schaden kommen zu lassen. Sie sind die älteren Brüder****. Sie wissen, was sie wollen, und sie verstecken es nicht. Wie kannst du deinen Stolz und deine Ehre verteidigen, wenn du sie versteckst? Was hast du, wenn du diese nicht mehr hast? Nichts.

Die jüngeren Brüder**** hingegen suchen noch nach sich, und nach tausenden von Jahren sind sie sich nicht mehr sicher, wer sie sind, und was sie wollen. Ihre Lebensideologie ist eine andere. Die Menschen in den Karavanen, und den hübschen Steinhäusern, die sich in die Gegend gewagt haben, wollen auch nicht mehr in einer Welt von Virtualität, Illusionen und Zweifeln leben. Sie wissen, man hat ihnen das generationenlang erzählt, dass sie auf der Suche nach sich selbst sich genau hier wiederfinden werden. Auch sie kämpfen darum, die Wahrheit zu finden, und diese zu verteidigen.

Aber sie kommen aus einer Welt, die jahrhundertelang nirgendwo anders existiert hat, als im Buch. Das Volk des Buches°*. Der Gedanken, der Fragen, der Gespräche, der Zweifel und der *Abwägungen, des ständigen Prüfens und Hinterfragens – ist es gut, ist es richtig, ist es nötig, ist es förderlich, was ich im Leben tue? Habe ich Recht?
Diese Menschen sollten untergeben sein, sie sollten tun und dann sollten sie hören° und nachdenken. Aber ihr Charakter und ihr Innerstes widerstrebt sich diesem. Sie fragen. Sie streiten. Sie suchen. Sie sehen und hören und können es nicht glauben°°. Und jetzt, wo sie endlich die Möglichkeit bekommen, aus der Wanderung herauszugehen und so, wie es scheint, das Zepter zu ergreifen und zurückzukehren dorthin, woher sie zu stammen scheinen – weichen sie zurück. Und nehmen zaghaft die „Einladung“ an, aber wissen nicht, wie sie mit all dem umgehen sollen.

Ihnen gegenüber stehen ernste Menschen. Kampferprobt, und ohne Fragen. Um zu überleben, um fest auf dem Boden der Tatsachen zu stehen, brauchen sie nicht zu differenzieren. Sie sehen ihre jüngeren Brüder, die erst so spät gekommen sind, um in diesem Land, von welchem sie wissen, dass es ihr Ursprung ist, Tatsachen zu schaffen. Aber sie schaffen keine! Sie reden, sie fragen, sie zweifeln, sie halten sich am Land fest, aber sind sich nicht sicher, ob und was es bringt.

Sie verteidigen nicht die Ehre dieses Landes, und ihre Wahrheit, und den Stolz kennen sie auch nicht recht. Sie sind jung, sie haben viel erlebt, das ist wahr; aber hier in diesem Land benehmen sie sich nicht wie Hausherren, sondern wie launische Gäste, wie verträumte Mieter und wie unzufriedene Erben, die nicht um den Wert ihres eigenen Nachlasses wissen.

– Und so stehe ich am Fenster, höre mich in die Töne der Dunkelheit hinein, und ich verstehe, dass wir hier, an diesem Ort, andere Augen haben müssen, um zu sehen, andere Ohren, um zu hören, und vor allem ein Herz, das sich seiner Liebe treu sein muss. Wir, trotz unser aller Bemühungen, trotz der gewaltigen Leistung der Transplantation einer ganzen Nation in einen für uns schon lange Zeit in Totenstarre verharrten ‚Körper“°°° in so kurzer Zeit, sind noch nicht am Ziel angekommen.

Wir sind noch nicht mit der Umgebung hier verwachsen. Noch nicht in die Erde eingegangen, noch keine Wurzeln geschlagen, noch nicht verschmolzen. Wir träumen noch. Wir können nicht glauben, was wir sehen, und sehen nicht, wer neben uns ist. Wir verstehen noch nicht die Sprache dieses Ortes, trotz der Tatsache, dass wir die Ursprungssprache hier haben aufleben lassen. Aber mit den Menschen, die sich hier in unserer Abwesenheit verwurzelt und diesen Ort mitgestaltet haben, können wir nicht sprechen. Wir kennen ihre Sprache nicht, und sie verstehen nicht, weshalb sie die unsere sprechen sollen. Wir wissen, wie man die Wüste aufblühen lässt und wie man Wein aus dem Bergen bringt, aber wir wissen nicht, wie man diese verteidigt.

Denn wir kommen aus vielen Welten, und haben es uns nicht mehr und nicht weniger zum Ziel gesetzt, diese hier zu vereinen! Ein Paradies zu schaffen, in dem jeder seinen Platz haben würde! – Und haben in aller Eile und heiliger Begeisterung uns nicht die Mühe gegeben, diesen Platz für das Paradies erst fest in den Händen zu haben, dafür zu schwitzen, zu leiden, zu leben und zu sterben. Viel zu eilig sind wir, viel zu hochstrebend, viel zu visionär, viel zu abstrakt. Unsere Füße stehen unruhig auf der Erde, der Kopf ist im Himmel und die Füße wollen immer wieder auf die Leiter steigen^. Unsere Seele mag das Hier und Jetzt nicht; sie klammert sich an die Vergangenheit und träumt schon heute vom übermorgen^^. Das kann nicht jemand verstehen, der fünf Mal am Tag daran erinnert wird, dass er sich demjenigen zu unterwerfen hat, der ihm diesen Tag gegeben hat.

Noch viel haben die Juden aufzuholen, und das, so schnell es nur geht, wenn sie nicht verlieren wollen, was sie eben erst wieder entdeckt haben – ihr Selbstverständnis. Denn die Araber werden das ihre für niemanden hinterfragen. So sind die Regeln des Nahen Ostens.

 


 

Textverweise: 
* Der Ruf des Mu'azzins, der Gebetsrufers:
الله أكبر,  أشهد أن لا اله إلا الله,   أشهد أن محمدا رسول الله,    أشهد ان عليا ولي الله,   حي على الصلاة ,  حي على الفلاح,   حي على خير العمل ,  الصلاة خير من النوم,   الله أكبر,  لا اله إلا الله
Gott ist groß, ich bezeuge, dass es keine Gott außer Gott (Allah) gibt, ich bezeuge, dass Mohammed Gottes Prophet ist, ich bezeuge, dass Gott über mir und mir (meiner) ist, eilt zum Gebet, eilt und habt Erfolg, eilt zu dem vorzüglichsten Dienst, das Gebet ist vorzüglicher als der Schlaf, Gott ist groß, es gibt keinen Gott außer Gott (Allah).
** Islam, (arab.) - totale Hingabe und Unterwerfung an Gott und Seinen Wunsch.
***  Der Determinismus im Quran: "maktub" und "muqaddar" als Begriffe, die darauf deuten sollen, dass Gott 1. ein Vorwissen von allen Taten und Entscheidungen des Menschen hat, und 2. schon vorentschieden hat, was für Ereignisse geschehen werden.
****  1.Buch Moses, Kap.16, 15 - Geburt Yishma'els, Sohnes Avrahams, der als Vorvater der Araber gilt. Kap.21, 1-7 - Geburt Yitzhaks, Sohnes Avrahams, der als Vorvater der Juden/Hebräer gilt.
°*  أهل الكتاب  Das Volk des Buches. Islamischer Begriff für Anhänger der "Buchreligionen", denen Gottesoffenbarungen in einem Buch verkündet worden sind, namentlich Juden und Christen (und andere Gruppen, je nach Ausnahmen; zeitweise waren nur Juden darunter gezählt). Die Anhänger der Buchreligion sollten nach islamischem Recht nicht zwangsweise konvertiert oder bedrängt werden, sondern eine spezielle Kopfsteuer für die Befreiung von islamischen Pflichten zahlen und wurden in der muslim.Gesellschaft vom Gesetz geschützt.
° In Anlehnung an 2.Buch Moses, Kap.24, 7 - die Antwort der Juden auf das Vorlesen des Gesetzes Gottes am Berg Sinai - "wir wollen tun und wir wollen hören".
°° Ähnlich werden die Reaktionen des Volkes Israel auf den Auszug aus Ägypten, das Versprechen des Landes Israel in der Tora beschrieben. Psalm 126, 1: "Als Gott die Rückkehrer von Zion zurückbrachte, da waren wir wie Träumende." Theodor Herzl im Buch "Altneuland": "Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen."
°°° In Anlehnung an die "Vision der trockenen Knochen", Yehezkel 37: Die Prophezeihung der "Wiederbelebung der trockenen Knochen" wird im Text des Buches Yehezkel und von späteren Kommentatoren als das Wiederbeleben des Volkes Israel als Nation im eigenen Land und als Versprechen der Rückkehr aus dem Exil gesehen. (37, 11-15; 21-22)
^ In Anlehnung an 1.Buch Moses, Kap.28,12 - die Leiter im Traum von Ya'akov, dem Vorfahren der Juden, deren "Füße" auf der Erde stehen und deren "Kopf" im Himmel gründet.
^^ In Anlehnung an den Erlösungsgedanken der Glaubenssätze der jüdischen Religion. Siehe auch: Sprüche der Väter, Kap.4, 22: "Besser eine Stunde der Rückkehr und der guten Taten in dieser Welt als das ganze Leben der kommenden Welt; besser eine Stunde im Geiste der kommenden Welt, als das ganze Leben in dieser Welt."
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17 Kommentare zu „Ein Blick nach innen. Das jüdisch-muslimische Selbstverständnis“

  1. Zwei die es auf den Punkt gebracht haben:

    – Wiglaf Droste, Dichter und Sänger:

    „Über Kruzifixe und Kopftücher wird gestritten, als lebe man vor ein paar hundert Jahren; Hacks brauchte 20 Silben, um das Notwendige über unzivilisiertes Gläubischsein jeder Couleur zu sagen:

    „Die Glocke stört, es stört der Muezzin. / Man bringe sie zum Schweigen, die wie ihn.“

    – Peter Hacks (1928 – 2003) Dramatiker, Lyriker, Erzähler und Essayist

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    1. Auf welchen Punkt, wenn ich fragen darf? Jeder ist ignorant und arrogant gegenueber dem, dessen Wert er nicht erkennen kann. Das Problem liegt aber nicht im betroffenen Wert, sondern in der Ignoranz und Arroganz. Keine intelligente Herangehensweise trotz der „intellektuellen“ Biografie der von Ihnen Zitierten; und menschlich gesehen gar gaenzlich unproduktiv. Solche „Analysen“ der Wirklichkeit sind mit Verlaub fuer die Katz. Ob Hacks, Droste, Marx oder sonstwer.

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      1. Liebe Frau Chaya!
        Es tut mir leid dass Sie diese wenigen und einfachen Sätze von Droste und Hacks nicht verstehen(wollen). Wie soll denn Ihrer Ansicht nach eine „intelligente und produktive Herangehensweise“ (Ihre Worte) aussehen, um die furchtbaren Verbrechen, die derzeit im Namen einer Religion geschehen, und u. a. die Zerstörung Israels zum Ziel haben, zu denen weltweit täglich aufgerufen wird, auch hier in Deutschland, wo der immer latent vorhandene Antisemitismus mittlerweile beängstigende Züge aufweist. Welchen Wert soll man in diesem Zusammenhang erkennen oder auch akzeptieren. Ist es „Ignoranz und Arroganz“ wenn man gegen diesen Rückfall ins Mittelalter und für die Werte der Aufklärung arbeitet, oder um seine Existenz kämpft, jeder halt mit seinen Mitteln, der Dichter mit Stift und Papier ( jetzt auch PC und Internet), die Soldaten der israelischen Armee mit ihrer Präsens und im Notfall mit Waffen. Kann man das alles „Ignoranz und Arroganz“ nennen.
        Marx` Meinung dazu kenne ich leider nicht; überhaupt wie kommen Sie denn gerade auf den? Ach ja, Opium fürs … und so. Aber trifft das bei der von Ihnen oben beschriebenen Gehirnwäsche, -betäubung nicht vielleicht doch zu?
        Sollte ich hier Ihre religiösen Gefühle verletzt haben, bitte ich aufrichtig um Verzeihung.
        Beste Grüße, Ludwig Mertel

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  2. „Der Mu’azzin ruft, und er ruft in jedem der umliegenden arabischen Dörfer, und er macht dies schon, seit diese hier existieren, und in jedem muslimischen Land macht er es.“

    Seit wann ist Deutschland ein muslimisches Land, Sally?

    Bekommst Du es nicht mit der Angst zu tun?
    Dann denke ich mir meinen Teil. 😉

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    1. liebe chaya, gratulation zu deinem blog!
      @heimchen am herd: manchmal hilft es, die küche zu verlassen u. über den tellerrand hinaus zu sehen. sich dem wirklichen leben zuzuwenden, anstatt sich in der virtuellen welt zu verlieren und zu glauben, dies sei das leben-das leben der anderen.

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    2. Deutschland ist kein muslimisches Land (soll es auch gar nicht, oh lol); jedoch ist es ein Land in dem Religionsfreiheit herrscht. Zugegeben, der Gedanke, dass hier ein Mu’azzin ruft ist auch für mich ungewohnt & befremdlich. Sollte es jedoch eines Tages in der Großstadt so sein, werde ich es weder Angst kriegen, noch mich mit Vorurteilen anfreunden. Mit der Angst bekomme ich es zu tun, wenn Anschläge passieren oder es wieder zu Ausschreitungen auf gewissen Demonstrationen kommt. (Ich möchte an dieser Stelle Islam & Islamismus nicht vermischen sondern lediglich zeigen wo es relevant ist sich Sorgen zu machen!) Bei einem Mu’azzin wäre ich lediglich verwundert & wirklich anfreunden kann ich mich mit dem Gedanken auch nicht, ABER es würde mein Leben weder beeinflussen noch bedrohen. Ich denke man sollte sich auf die wirklichen Probleme & Veränderungen konzentrieren, die zukünftig zu Problemen führen können. Dieses ist- meiner Meinung nach keines davon. Vermutlich denken da viele anders. Was genau bedroht dich persönlich denn an dem Mu’azzin Ruf..?

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  3. Liebe Chaya,

    ich habe eine Gänsehaut bekommen, beim Lesen Deiner Gedanken.

    Kommen einem morgens um vier Uhr solche klaren Gedanken?
    Oder lag es am Ruf des Muezzins? Dann hat er ja genau das
    Gegenteil bei Dir bewirkt. 😉

    Wenn ich daran denke, dass man bei uns in Deutschland auch
    bald diese bedrohlichen Rufe hören soll, bekomme ich es mit
    der Angst zu tun! Aber wer weiß, vielleicht wachen dann endlich
    die allerletzten Schlafmützen auch auf?!

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    1. “ Wenn ich daran denke, dass man bei uns in Deutschland auch
      bald diese bedrohlichen Rufe hören soll, bekomme ich es mit
      der Angst zu tun! “

      Ich glaube nicht, dass DAS ihre Message war..
      Warum bekommst du es dann mit der Angst zu tun..? Beeinflusst es dich in DEINEM Leben? (Außer dass es ungewohnt ist & vllt teilweise nervt – gebe ich ja selber zu 😉 )
      Aber wo ist dein genaues Problem?

      lg

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  4. Chaya’s Beitrag habe ich schon einmal kommentiert, bin aber leider auf einem anderen Gleis in den falschen Zug gestiegen.
    Chayas Beitrag ist frisch, frech, intelligent und Ausdruck einer überzeugten Siedlerin,die weiss, dass sie sich auf den militärischen Schutz einer Besatzungsmacht verlassen kann.

    1. Für Chaya aus Köln (!) ist es ein Recht, sich da in Palästina -sprich Westjordanland- niederzulassen, wo es ihr gerade gefällt. Es ist Land von Gott gegeben und über Widerstand der Bevölkerung, denen das Land gehört, muss man sich nur lange genug hinwegsetzen, bis der Widerstand verschwunden ist. Man muss das Zepter in die Hand nehmen und zeigen wo es lang geht. Das ist die Haltung der Siedlerin. Das Volk des Buches lässt sich vom Buche leiten, während andere Abkommen und Regeln, die versuchen das internationale Miteinander zu ermöglichen, ignoriert und unterlaufen werden. Man muss annehmen, wenn jüdische Siedler ein Recht auf Rückkehr zu ihren ‚Ursprüngen‘ haben, die sie nur aus dem BUCH ableiten, dann müssen Palästinenser tausend Mal mehr das Recht haben in ihre zeitlich viel näher liegende Heimat wieder zurückkehren zu dürfen. Oder? Gleiches Recht für alle. Ist aber nicht so. Warum regt sich niemand darüber auf?
    2. Hunderttausende Palästinenser leben in Flüchtlingslagern in Palästina, Jordanien, Syrien und im Libanon. Wer aus Köln kommt und Jude ist, hat also mehr Rechte als ein Palästinenser, der vertrieben wurde oder geflohen ist und gerne in sein Haus zurückkehren möchte, in dem er seit Jahrhunderten zu Hause war.
    Chaya, bitte erkläre mir das.
    3. Chaya, kannst du mir bitte erklären, warum jüdische Siedler im Westjordanland wehrlose palästinensische Bauern und Dörfer überfallen, deren Olivenbäume fällen, während die israelische Armee nur die Angreifer schützt, die angegriffenen Palästinenser aber schutzlos ihrem Schicksal überlässt. So muss es früher den Juden ergangen sein. Heutzutage ist das umgekehrt und die Reaktion des Stärkeren ist die gleiche: Gleichgültigkeit.
    4. Deine Behauptung, Checkpoints diskriminieren nicht gegen Palästinenser, sondern schützen Leben ist so richtig, wie ein Dieb nach ausgeführter Tat um seine Sicherheit fürchten muss.
    5. Es ist sehr erfrischend dich anzuhören. Aber mit deinen Ansichten und Einsichten verstehe ich sehr gut, dass du mit dem Begriff ‚Frieden‘ nichts anfangen kannst. Wer kolonisiert, den stören Begriffe wie Moral, friedliche Koexistenz, Frieden.

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    1. Sie schreiben:

      Das Volk des Buches lässt sich vom Buche leiten,… ?

      Was ist daran zu kritisieren? Das „andere Volk“ hier, dessen BUCH wesentlich strikter ausgelegt wird und es „leitet“, wie Sie im Artikel sehr gut beschrieben lesen können, hat keinerlei Bezug zum Land Israel. Deren BUCH, was jeden Aspekt ihres Daseins genau regelt, legitimiert diese nicht einmal, Anspruch auf Israel erheben zu können, um Ihre Gedanken fortzusetzen. ( Falls Sie dem entgegen Passagen kennen [ gerne auch als Originaltext ] würde ich diese gerne lesen ) Ich verstehe Ihren Einwand deshalb nicht.

      Unverständlich, um zum Artikel selbst zu schreiben ist, warum zu Ṣalah ul-Fajr (dem Morgengebet) bereits um 4:00 AM gerufen wird, da es vorgeschrieben ist, dass erst zur zweiten Dämmerung zwischen 5:00 AM und dem Aufgang der Sonne ( z.Z. etwa 5:30 AM IDT ) gerufen wird. Provokation? Oder der Ruf zu Tahajjud, einem zusätzlichen Gebet, was „hohen Lohn“ bringen soll, das jedoch nicht vorgeschrieben ist und es wird zu Ṣalah ul-Fajr später noch einmal, zur eigentlich üblichen Zeit, gerufen?

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      1. Gute Frage. Ich kenne mich so gut in den Gebetszeiten nicht aus. Ich weiss, dass um 5 Uhr morgens isr.Zeit kein Gebetsruf folgte. Provokation ist es nicht, dem Rest ist die Uhrzeit egal, und generell ist es auch nicht so stark hoerbar. Hier ist der Sonnenaufgang kurz vor 5 Uhr, viele stehen auch um diese Uhrzeit auf, um zur Arbeit in Israel „proper“ zu gelangen. Es kann an dem fruehen Sonnenaufgang liegen, oder an sonstigen Kalkulationen. Um 5.30 ist hier schon stark der Sonnenaufgang zu spueren.

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  5. Da sieht man wie gefährlich Indoktrination von Kindern sein kann. Ich glaube, die Erfinder dieses Kultes haben nicht erwartet dass es einmal so ausartet.
    Eines Tages sollte sich mal ein Psychologie mit dieser Massenblödheit beschäftigen.

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  6. Liebe Chaya,
    das sind sehr weise Gedanken, die Du da formuliert hast.
    Ich wünsche euch von ganzem Herzen, dass ihr, wie Du es sagst, aufholt, denn: Mit wem hat der Ewige seinen Bund geschlossen? Eben…
    Liebe Grüße und Shalom aus Hamburg
    Friedrich

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