NEWS Update: Waldbrände

Die Brände finden weiterhin statt, wenn auch zu diesem Zeitpunkt (25.11) viele der Feuerherde unter Kontrolle gebracht werden konnten. In Haifa, der bisher am Schwersten getroffenen israelischen Stadt, sollen zwischen 60.000-75.000 Menschen aus brennenden Häusern und Straßen evakuiert worden sein.

Feuer in einem Wohngebiet in Haifa. Quelle: Ma'ariv
Feuer in einem Wohngebiet in Haifa. Quelle: Ma’ariv

Brandherde entwickelten sich bei Akko, Nazereth Illit und in den

ländlichen Ebenen, darunter auch nahe arabischen Dörfern wie Ka’abia. Feuer in der Jerusalemer Gegend – Sha’ar Hagay und bei der Stadt Modi’in – konnte unter Kontrolle gebracht werden.
Die Polizei spricht von etwa 50% Fällen von Brandstiftung in der letzten Waldbrandwelle. Es sind mehrere

Brände im Norden - Haifa, Natzeret, Akko, Hadera, oberes Galiläa. Quelle: Mako
Brände im Norden – Haifa, Natzeret, Akko, Hadera, oberes Galiläa. Quelle: Mako

Verdächtige verhaftet worden, dennoch weigert sich die Polizei bisher, die Identität dieser zu veröffentlichen. In der Presse wird zunehmend von Brandattacken mit nationalistischem Hintergrund gesprochen – etwas, was von vielen schon zu Beginn der plötzlichen Brandwelle angenommen worden war. Es werden mittlerweile Begriffe wie „Brandstiftungsterror “ und „Feuerintifada“ benutzt.

Brände in Zentralisrael: Jerusalemer Umgebung, Dolev, Talmon, Shaar Hagay, Modi'in, Rahat. Quelle: Mako
Brände in Zentralisrael: Jerusalemer Umgebung, Dolev, Talmon, Shaar Hagay, Modi’in, Rahat. Quelle: Mako

In Judäa und Samaria berichtete man über mehrere Brandfälle, die allerdings schnell unter Kontrolle gebracht werden konnten, außer im Gebiet Talmon-Dolev (Westbinyamin-Samaria) – dort erneuerte sich das Feuer wieder, nachdem es gestern bewältigt worden war. Bewohner mussten evakuiert werden. In Talmon verbrannten nach Angaben der Bewohner 2 Häuser.
In Gush Etzion organisieren sich mehrere Freiwilligengruppen für Zivilpatrouillen in den bewaldeten Regionen vom Gush – um die Ortschaft Geva’ot, welche jahrelang von Brandstiftung durch arabische Nachbarbewohner geplagt worden ist, und um den Oz veGaon-Wald an der Etzion-Kreuzung, um möglicher Brandstifter zu ermitteln und  an der Tat zu hindern. (Ortschaften und Natur zu verbrennen ist durchaus keine neue Erfindung von Terroristen. Ich habe über eine solche Brandstiftung mit unmittelbarer Gefahr für eine jüdische Ortschaft hier schon mal berichtet. )

Unterdessen sind auch Waldbrände um Ramallah, Jenin und Nablus gemeldet worden; so berichten es palästinensische Medien. Die israelische Regierung hat zugestimmt, Hilfsangebote seitens der palästinensischen Feuerwehr-Einsatzkräfte der PA anzunehmen.
Aus der internationalen Gemeinschaft meldeten sich mehrere europäische Länder, Israel beim Löschen der Waldbrände zu unterstützen – Kroatien, Griechenland, Zypern, Rumänien, Bulgarien, Italien, ebenso auch die Türkei und Russland. Auch ein amerikanischer „Supertanker“ soll in Israel in den nächsten Tagen ankommen.

In der israelischen Regierung wird mittlerweile beraten, wie mit den Brandstiftern umgegangen werden soll, sobald diese ermittelt werden sollten. Das Nachrichtenportal 0404 ebenso wie Times of Israel berichteten von einer Absprache zwischen PM Netanyahu und dem Innenminister Arye Dery, den Brandstiftern ihre Staatsbürgerschaft zu nehmen; allerdings ist es nicht klar, ob dies tatsächlich durchgeführt werden wird.

Im ganzen Land übt man sich in Gastfreundschaft und Unterstützung gegenüber den Betroffenen. Im ganzen Land öffneten sowohl jüdische als auch arabische Ortschaften ihre Tore für die Brandopfer und richteten lokale Koordinationszentren für Hilfesuchende ein; Einladungen von arabischen Stadtvorständen wurden veröffentlicht. Aufsehen erregte der Aufruf der Islamischen Bewegung in Israel, in welchem sie erklärte, ein Notfallzentrum für betroffene Bürger aus dem Norden zu öffnen und diese zur Übernachtung bei arabischen Familien aus der Bewegung ermutigte –  „dieses Angebot gilt für jede/n Bürger/in Israels – Araber, Christen, Juden, ohne Ausnahme“. Verschiedene israelische religiöse und soziale Organisationen wie die Kibbutz-Bewegung, die Bney Akiva-Bewegung, rekrutierten Freiwillige und riefen betroffene Familien dazu auf, sich an sie zu wenden. Private Gasthäuser und Hostels verbanden sich mit obdachlosen Familien, um diese bei sich aufzunehmen.

Das Wetter für die nächsten Tage verspricht leider erst einmal keinen Regen. Es ist weiterhin trocken und extrem windig, die Luft ist staubig und Smogwolken hängen über den Städten aufgrund der hohen Rauchanteile in der Luft. Noch wird nicht darüber beurteilt, wie groß der Ausmaß der Zerstörung von Privatbesitz und Umwelt infolge der Brände sein wird, aber bei über 230 Bränden im halben Land werden die finanziellen Folgen sowie der Umweltschaden gigantisch sein.

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11 Kommentare zu „NEWS Update: Waldbrände“

  1. Auch ich danke für Dein teilnehmen Lassen, liebe Chaya, an Eurem so aufregenden gegenwärtigen Feuer-Schicksal.
    Mir stellt sich schnell die Frage, was der lebendige Gott uns hierbei sagen möchte. Ganz glücklich bin ich, dass die Not Euch mit den arabischen Nachbarn zusammenbringt und sie Euch Barmherzigkeit erweisen.
    (Wir hier in Schönebeck haben durch die Elbe-Hochwasserkatastrophen 2001 und 2013 auch mitten in der Not erleben dürfen, wie die Gefahr uns ganz verschieden gesinnte Bewohner der Stadt zueinander geführt hat, quasi in der Schule Gottes.)
    Auf der anderen Seite muss man leider feststellen, dass zum äußeren Feuer nebenher ein höllisches Feuer in vielen Köpfen in Windeseile angefacht wird, welches nur Hass und Bosheit hervor zaubert.
    (Auf der Facebook-Seite der deutschsprachigen „Muslim Stern“ konnte ich soeben unter dem Bericht über die Feuer in Israel 1.385 Like-Einträge vorfinden!)
    So meine ich, dass unser Gott durch die Feuerbrände Beides bewirkt: Das Sich-eins-machen mit Gottes Willen in dem Üben von Barmherzigkeit und zugleich ein Herbeiführen des nahenden Gerichtes Gottes über alle Bosheit, wie es die Heilige Schrift vielfach aussagt. Dazu lese ich Psalm 50,3-7:
    „Unser Gott kommt, und er wird nicht schweigen; Feuer frisst vor ihm her, und rings um ihn stürmt es gewaltig. Er ruft dem Himmel droben und der Erde zu, um sein Volk zu richten. Versammelt mir meine Frommen, die meinen Bund geschlossen haben beim Opfer. Und der Himmel verkündet seine Gerechtigkeit, dass Gott Richter ist, er selbst. Höre, mein Volk, und ich will reden, Israel, und ich will dich verwarnen! Ich bin Gott, dein Gott.“
    Immer wieder fällt auf, dass der Gott Israels einesteils so streng mit seinem „geliebten Sohn Israel“ verfährt, dass er aber zugleich immer neu Lebensmut, Kraft und Findigkeit für die gewaltigen Herausforderungen austeilt. Er ist immer noch dabei zu scheiden Heiliges von Unheiligem.

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  2. „Aus der internationalen Gemeinschaft meldeten sich mehrere europäische Länder, Israel beim Löschen der Waldbrände zu unterstützen – Kroatien, Griechenland, Zypern, Rumänien, Bulgarien, Italien, ebenso auch die Türkei und Russland. Auch ein amerikanischer „Supertanker“ soll in Israel in den nächsten Tagen ankommen.“

    Und was ist mit Deutschland? Warum helfen wir nicht??
    Ach, ich vergaß, wir können Israel nur kritisieren, mit dem
    Helfen tun wir uns schwer! Gell, Frau Schnabel?!

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  3. Hat dies auf chrisamar rebloggt und kommentierte:
    „Noch wird nicht darüber beurteilt, wie groß der Ausmaß der Zerstörung von Privatbesitz und Umwelt infolge der Brände sein wird, aber bei über 230 Bränden im halben Land werden die finanziellen Folgen sowie der Umweltschaden gigantisch sein.“

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  4. Ein/e Terrorist/In kann neutralisiert werden. In der Regel hat er/sie ein Gesicht. Brandstiftungen hingegen sind genozidal intendiert, die Täter nur schwer auszumachen, die Zahl der Opfer können sehr hoch sein, abgesehen vom ökonomischen und ökologischen Schaden.
    Lt. anderen, nicht immer zitierfähigen, Webseiten soll es zu Freudensausbrüchen ob der Brandstiftungen gekommen sein.
    Die „PA“ wird sich gewiss distanzieren, aber: Wer Brandreden hält, rechnet damit, dass Brandsätze zum Einsatz kommen folgen werden.
    Gut, dass Israel aus verschiedenen Ländern Unterstützung erhält.

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