Frohes Neues!

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Eine israelische Eiche in den judäischen Bergen.
Eine israelische Eiche in den judäischen Bergen.

Heute ist der Vorabend des jüdischen Neujahrs. Das jüdische Neujahr ist durch die Weisung in der Tora, dem „jüdischen Grundgesetz“, festgelegt, und wird in den ersten beiden Tagen des Monats Tishrey gefeiert, welcher heute abend beginnt. Tausende und abertausende religiöse und strengreligiöse, traditionelle und auch eher säkular ausgerichtete Juden in aller Welt feiern dieses Fest zwei Tage lang, schaffen, so gut sie können, eine Verbindung zu Familie und Freunden, essen Speisen, welche symbolisch für Neuanfang und gutes Glück stehen, beten in der Synagoge und bitten um eine „Einschreibung in das Buch des Lebens“, denn, so besagt der jüdische Glaube, am Neujahr wird die Menschheit als Ganzes und jeder Mensch als Einzelner mit all ihren Taten vor den Schöpfer geführt, und dann wird über deren Schicksal entschieden.

Das jüdische Neue Jahr steht für Neuanfang, aber vor allem auch für Regenerierung, für einen „Restart“ nach einer inneren Abrechnung mit sich selbst und der eigenen seelischen Entwicklung. In der Vorbereitungszeit auf den Feiertag und auch an den Festtagen selbst wird uns Juden die Gelegenheit gegeben, unsere Beziehung zu unserem Schöpfer, der mit uns einen Bund geschlossen hat, zu unseren Mitmenschen und zu uns neu zu definieren und aufzufrischen.

Auf Hebräisch heißt das Neue Jahr „Rosh Hashana“ (wörtl. der Kopf des Jahres)und einer der Wünsche, den man an diesen Tagen ausspricht, lautet „Mögen wir zum Kopf werden und nicht zum Schwanz“, und dazu isst man traditionell einen Fisch- oder Schafskopf.

Was kann man in diesem Wunsch und auch dem Namen erkennen? „Rosh“ bedeutet Kopf. Unsere Entscheidungen, Meinungen, Gedanken und Worte formulieren wir im Kopf. Der Kopf hat die Kontrolle über unser ganzes Wesen, wenn man so will. Er herrscht und ist verantwortlich. In ihm befinden sich die Augen, die uns eine Übersicht über das Geschehen um uns herum ermöglichen und der Mund, der unsere Wünsche und Verlangen formuliert.

„Mögen wir zum Kopf werden und nicht zum Schwanz!“

Mögen wir nicht die Kontrolle über unseren Kopf verlieren und uns zu Taten veranlasst zu sehen, die nicht durch unsere eigenen Gedanken formuliert wurden! Mögen wir nicht die Fähigkeit verlieren, unsere eigenen Gedanken hervorzubringen! Mögen wir unseren Kopf überm Wasser behalten, und unsere Augen nach vorne blicken lassen. Mögen wir selbst mit unserem Kopf vorangehen und anderen ein Vorbild sein, anstatt wie ein Schwanz anderen hinterherzutrotten. Mögen wir mit hoch erhobenem Kopf für unsere Entscheidungen und Meinungen einstehen, anstatt feige den Schwanz einzuziehen. Und keine falsche Scham dabei haben, ab und zu auch das „Köpfchen“ zu benutzen.

Shana tova  – ein gutes Jahr an alle, die es begehen!

 

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2 Kommentare zu “Frohes Neues!”

  1. Und extra nochmal auf dieser dazu eingerichtetn Seite:

    ein gutes und süßes Neujahr 5776, sei(d) eingeschrieben und besiegelt.
    Guter Eintrag!

    Was ich dieser tage musikalisch auch sehr gerne höre.

    (hope you like it. (~;`)

    Gefällt 1 Person

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