Geografie im Kontext

Judäa (Yehudá) und Samaria  (Shomrón) sind die biblischen und geografischen Bezeichnungen der Region des zentralen Bergmassivs, welches sich entlang des Jordanflusses von den Bergen südlich der Stadt Bet She’an im Norden und bis zu den Berghängen der südlichen Hebronberge erstreckt. Es umfasst das Jordantal im Osten und zieht sich im Westen bis zur Bergfußebene. Das Gebiet erreicht die maximale Länge von 125 Kilometern; an seiner schmalsten Stelle umfasst es nur 33 km, an der breitesten etwa 55 km Breite. Die Gesamtfläche ist 5878 km² gross, was 20.7% der Gesamtfläche Israels (ohne Gazastreifen, inkl.Golanhöhen, Judäa, Samaria und Ostjerusalem) ausmacht.

Antike

Israelitische Stämme. Karte: Hebrew University

Im lokalen Sprachgebrauch – hebräisch, arabisch, aramäisch – sind die Begriffe Judäa und Samaria als ehemalige Verwaltungseinheiten und geografische Termina noch seit biblischen Zeiten bekannt. Während der jüdischen Herrschaftsperioden im Land Israel waren die Gebiete auf den westlichen und östlichen Ufernseiten in Stammesregionen unterteilt. Dabei gehörte die gesamte Fläche südlich Jerusalems Stamm Juda (Yehuda), die nördliche Region um Jerusalem herum, dem Stamm Binyamin. Die Gebiete von Samaria waren anderen Stämmen zugeteilt – Menashe, Efraim und Yissachar. Sie umfassten zusätzliche Gebiete.

Römische Provinzen – Karte. Quelle: Tabulae Geographicae

Zur Zeit der römischen Herrschaft war der südliche Teil der Region zwischen Jerusalem und Hebron, inkl.Jerusalem, als Provincia Iudaea bekannt, der nördliche Teil als Samaria. Dabei schrumpften die Stammesgebiete auf kleinere Regionen und Verwaltungseinheiten. Später wurde der Name der Provinz Palaestina, ehemals ein am südwestlichen Teil der Mittelmeerküste im Bereich des heutigen Gazastreifen gelegener Küstenstreifen, mit der zusätzlichen Bezeichnung „Syria Palaestina“ auf die gesamte Region des „Heiligen Landes“ übertragen und wurde insbesondere in der christlichen Wahrnehmung miteinander gleichgesetzt. Im islamischen Verständnis, nach dem Entstehen des Islam im 7.Jahrhundert und der Eroberung der Region von der christlichen Herrschaft , erhielt das Land aufgrund der jüdischen und christlichen, somit auch muslimischen heiligen Stätten, allen voran Jerusalem und die Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg, die Bezeichnung „das Heilige Land“ (الأرض المقدسة).

Mittelalter und frühe Neuzeit

Kreuzfahrer-Fahrten. Quelle: Wiki Sources

Im Mittelalter unterlag das gesamte Gebiet der kurzweiligen Herrschaft verschiedener christlicher Regenten im Zuge der Kreuzzüge, welche bis etwa 1204 andauerten. Diesen widersetzten sich islamische Kräfte, wie beispielsweise der berühmte kurdisch-muslimische Kriegsführer und Regent Salah a-Din ibn Ayub (Saladin), der in 1187 im Kampf in Hittin (unweit des Sees Kineret) mächtige christliche Armeen besiegt hatte und dadurch in die islamischen Geschichte als Symbol eines muslimischen Sieges über den christlichen Westen einging.

Zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert wechselte sich die Herrschaft über das Heilige Land zwischen den muslimischen Ayyubiden und den Mamluken ab, bis nach längeren Feindlichkeiten zwischen den Mamluken und den aufkommenden Osmanen die

Osmanische Verwaltung von Palästina. Quelle: Openedition

letzten schliesslich in einem Kampf die Oberhand behielten und Anfang des 16.Jahrhunderts sowohl über die Provinz Palästina als auch über den gesamten Süden bis zur Grenze von Ägypten herrschten.  Die osmanische Herrschaft verblieb bis zum Ende des Ersten Weltkriegs (1918), als das osmanische Reich kapitulierte und aufgelöst wurde, und anschließend das Gebiet des Heiligen Landes/Palästina unter den Gewinnermächten Frankreich und Großbritannien in verschiedenen Abkommen, dem wichtigsten von ihnen dem Sykes-Picot-Abkommen, aufgeteilt zu werden.

 

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Eine jüdische Stimme aus Judäa

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