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Shalom, Freunde,

wünsche euch von Herzen eine gute Woche. Die Welt brodelt wie immer und vielleicht in den letzten Tagen ein wenig mehr, und vor allem die Kontinente Europa und Afrika. Europa? Es wird wohl keinen Menschen geben, der davon nicht gehört hat – der „11.September Frankreichs“ ist angebrochen, und dank der Erschütterung, welche die Attentate auf die Journalisten und auf die Juden in der westlichen Welt hervorgerufen haben, hatte die Presse auch viel darüber zu berichten. Über 3.7 Millionen gingen infolge der Terrorwelle auf die Straßen Frankreichs. Die westliche Welt liebt das Phänomen der Demos. Demonstrationen und Massenaufmärsche, insbesondere wenn sie mit dem Titel „Menschenaufgebot des Jahres/der Jahrhunderts/der Geschichte“ versehen werden, werden so zum allmächtigen Heilmittel gegen alle ideologischen Epidemien erklärt, welche Europa und Amerika in den letzten Jahrzehnten plagen.

So also gab es auch nach den Terroropfern von Paris die Riesendemo, auf welcher auch und vor allem Staatsfunktionäre, solche, die sich ja auch sonst sehr gut verstehen  – die Vorstände der EU, Benjamin Netanyahu, PA-Chef Mahmud Abbas – nicht fehlen durften.

Und warum sage ich Afrika?

Kaum einer hat’s gemerkt, denn vor lauter Erschütterung in Europa ist das neueste Massaker der islamischen Terrorbewegung Boko Haram in Nigeria an über 2000 Menschen – Frauen, Kindern, Alten – stumm an uns vorbeigegangen. Das heißt, es wurde darüber berichtet – z.B. hier. Aber erschüttert hat es die Öffentlichkeit offenbar nicht besonders. Nigeria ist zu weit, um politischen Nachhall zu verursachen. Auch wenn die Opferzahl bei weitem jeden 11.September, den der USA und den von Frankreich, schon seit Langem überschattet…..


Das als kurzes Statement zum Weltgeschehen.

Meinerseits habe ich dank dem Schnee eine kleine Blogpause eingelegt, und bereite mich auf die Interviewphase vor, damit ich euch außer der eigenen Reflektionen auch mit den Ansichten und Aussagen anderer konfrontieren kann, um euch ein breiteres Bild der „Siedler“-Gesellschaft bieten zu können.

Derweilen habe ich mir zwischen Schnee-Sperre, Arbeitssuche und Unterrichtsausfall (was ich lerne, kann man hier lesen) eine neue Beschäftigung gefunden: Wohnungen von Freunden renovieren. Bisher ist die Friedberg-Familie (Zwi und Leah) aus Neve Daniel, dem benachbarten Städchen neben Alon Shvut, mein einziger „Kunde“, und für die habe ich begonnen, das Zimmer einer ihrer Töchter zu renovieren. Das bedeutet im Großen und Ganzen, die Wand abzuschrubben, Spachtel anzubringen (was in Hebräisch übrigens ebenso ’spachtel‘ genannt wird), mit Silikon die Tür- und Fensterrahmen zu isolieren und die Farbe aufzutragen. Erfahrung im Métier dürfte ich spätestens seit der Streichung meines Karavans haben, den ich auch teilweise selbst in Stand gebracht habe.

Spaß macht es, muss ich sagen. Renovier- und Bauarbeiten sind, wie ich schon einem meiner vorherigen Beiträge (⇒hier) ausgelegt habe, sehr beliebt in Siedlungen; und obschon die meisten Häuser von arabischen Arbeitern aus der Gegend errichtet worden sind, ist dennoch rege Bautätigkeit unter den Juden in den Siedlungen zu verzeichnen. Jugendliche verdienen sich so ihr Taschengeld oder verbringen damit geschwänzte Schulstunden; Karavanviertel werden durch Eigeninitiative erweitert, und Grund zum Bau gibt es immer genug: Mal beantragt die Regierung den Bau von Wohneinheiten (und handelt sich damit die berühmten UNO-Resolutionen ein), oder sie verhängt Baustopp – dann erst recht.

Als „Dank“ für meine Mühe bat ich Zwi und Leah, mich weiteren Bekannten zu empfehlen. Das Geschäft – so wie jedes Geschäft in diesem Erdteil  – lebt vom Hörensagen, und wenn sich das rumspricht, kann ich noch ein bisschen mehr in der Branche aktiv werden, und sammle auch wertvolle Erfahrungen in einem Gebiet, zu dem man als Großstadtbewohner eher keinen Zugang hat.

Eins der weniger bekannten, aber gewaltigen Vorteile der Abgeschiedenheit des Siedlungslebens: Man sammelt außergewöhnliche Erfahrungen. Tag für Tag.

Gruß aus Neve Daniel! Der Schnee ist uns vorerst geschmolzen.

Chaya

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Gerd Buurmann über DieSiedlerin.net

In meiner noch sehr jungen Karriere als Bloggerin mit einem eindeutigen Profil in dieser großen, weiten, wilden Welt, habe ich schon wunderbarerweise die ersten Höhepunkte verzeichnen können.
Der unumstrittendste von ihnen war wohl diese geniale ‚Lobeshymne‘, verfasst von dem von mir sehr geschätzten Gerd Buurmann auf seinem Blog Tapfer im Nirgendwo, einem Künstler und Aktivisten der hohen Klasse aus meiner Heimatstadt Köln, der mit seinem Mut und seiner großen Klappe am richtigen Ort für wahr den Spruch aus dem Talmud erfüllt – ‚An einem Ort, wo es keine Menschlichkeit gibt, sei ein Mensch‘ (Sprüche d.Väter).
Eine große Ehre, Gerd – und eine große Verantwortung, die du mir noch einmal deutlich machst!

Hier sein Eintrag:

Tapfer im Nirgendwo

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Es gibt viele Deutsche, die kennen keinen Juden. Eine Meinung zu Juden haben dennoch die meisten von ihnen.

Es gibt noch mehr Deutsche, die kennen keinen einzigen jüdischen Siedler im Nahen Osten. Dennoch haben sie alle eine Meinung und sie ist vernichtend!

Ein jüdische Siedler ist für viele Deutsche der Innbegriff des Bösen. Dabei kennen sie keinen einzigen jüdischen Siedler. So wie einst viele Deutsche Juden hassten, ohne einen zu kennen, hassen sie heute jüdische Siedler, ohne einen zu kennen. Aus Antisemitismus in absentio wurde Antizionismus in absentio.

Tapfer im Nirgendwostellt daher eine jüdische Siedlerin im Nahen Osten vor. Ihr Name ist Chaya. Sie betreibt einen Blog unter dem Namen „Ich, die Siedlerin. Leben auf der Grenze zu etwas Anderem“

Wenn es nach der Mehrheit der Deutschen geht, ist sie das Problem, das Böse, weil sie wagt, wo zu leben, wo Juden angeblich nicht sein dürfen. Die Mehrheit der…

Ursprünglichen Post anzeigen 71 weitere Wörter

Eröffnung

Shalom, Hiermit sei der Blog eröffnet!
Connection
Auf die Plätze, fertig, los…!

Die ersten Texte sind online,

die ersten Bilder auch,

erste Eindrücke kann man sich schon bilden,

und der Rest wird nicht lange auf sich warten lassen.

„Die Siedlerin“ ist ein persönlicher Blog über das Leben einer jungen Jüdin in den „Siedlungen“, jüdischen Städten und Dörfern in Judäa und Samaria. Alltag, Erlebnisse, Geschichte, aber auch Aktualia und Politik haben Platz in diesem Blog; und Ziel ist es, miteinander zu sprechen, zu diskutieren, mehr zu erfahren.

„Die Siedlerin“ ist, so ergab eine Nachprüfung, der einzige Blog dieser Art, der eine authentische, live „vom Feld“ (bzw.Hügel) sprechende Stimme wiedergibt, in deutscher Sprache, aber mit israelisch-jüdischem Insight in die Materie, und . Es möge ein Gegengewicht darstellen zur Massen-Dämonisierung und Presse-Vermarktung der sogenannten „Siedler“, der jüdischen Bewohner von Judäa&Samaria/dem Westjordanland.

Ich freue mich auf einen lebendigen Diskurs, auf Augen und Köpfe, die sich gegebenenfalls für dieses Thema öffnen werden und hoffe, bei dieser Mission nicht zu verzweifeln, zu ermüden oder mich um Kopf und Kragen zu reden. 🙂

Auf ein Neues!

Chaya

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