AKTUELL: Vortragsreise

Shalom, liebe Leser/-innen!

Es gibt aktuelle Nachrichten meinerseits:

Ab etwa Mitte August plane ich (endlich wieder!) nach Deutschland

zu kommen und dort bis etwa Anfang September zu verweilen. Die Entscheidung ist relativ spontan gefallen, daher hatte ich keine Möglichkeit, so kurzfristig viele Besuche und Vorträge zu planen. Deshalb wende ich mich hier an euch mit dieser Ankündigung: Wenn ihr Interesse daran habt, dass ich in Eure/n Gemeinde/Verein/Organisation zu Besuch für einen Vortrag und ein Gespräch komme, würde ich mich über eine Meldung per Email chaya (at) diesiedlerin.net freuen. Die Themen, die zur Verfügung stehen:

  • Juden in Judäa und Samaria
  • lokale Geschichte und Politik
  • Siedlerbewegung
  • lokale Koexistenz
  • jüdische Tradition und Religion
  • aktuelle palästinensische Gesellschaftslage
  • persönliche Erlebnisse aus meiner Zeit in Israel

Bei einer Einladung wären das Bereitstellen von Anfahrtskosten und Unterkunft zwingend.

Wem es jedoch tatsächlich zu knapp ist, keine Bange – es wird so Gott will nicht meine letzte Reise nach Deutschland sein. Alternativ kann man immer einen Besuch bei mir daheim oder in der Gegend anfragen.

Alles Liebe!

Chaya

Cartoon: Jan Tomaschoff
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NEWS: Terrorattacke in Adam, Yotam Ovadia getötet

Am 26.07, spätabends, ereignete sich ein Terroranschlag in der jüdischen Großsiedlung Adam (Geva Binyamin) in Südsamaria, die neben dem Viertel Pisgat Ze’ev in Jerusalem und nahe der palästinensischen Stadt Ramallah, an der Autobahn 60, liegt. Der Attentäter, ein 17-Jähriger aus dem Dorf Kubar, ebenso in Südsamaria, sprang über den Zaun der Ortschaft und machte sich den Berichten zufolge, mit einem Messer bewaffnet, auf die Suche nach Passanten, die er angreifen konnte. Ihm kam ein 58-jähriger unwissender Einwohner entgegen, den der Terrorist angriff und als Resultat mittelschwer verletzte. Ein weiterer war Yotam Ovadia, 31, der den Terroristen entdeckte und diesen mehrfach angriff und zu überwältigen versuchte, hatte aber keinen Erfolg und wurde mehrmals von Messerstichen getroffen und lebensgefährlich verletzt. Ein weiterer Einwohner, der den Geräuschen auf der Straße folgend hinauskam und meinte, es würde sich um eine Rauferei handeln, wurde leicht verletzt, als er ebenso angegriffen worden war, konnte aber mit der Pistole, die er an sich trug, den Attentäter unschädlich machen. Ein der Attacke beiwohnender Autofahrer fuhr den Täter an, ein weiterer schoss ihn schließlich nieder, sodass dieser noch am Tatort verstarb. (Jpost)

Das am schwersten verletzte Opfer der Attacke, Yotam Ovadia, 31 Jahre alt und Vater von zwei Kindern, wurde ins Hadassah-Hospital evakuiert, allerdings verschlechterte sich der Zustand von Ovadia schnell und er verstarb an seinen Wunden im Krankenhaus.

Der Notfalldienst und die Sicherheitskräfte der Ortschaft, der Polizei und der Armee wurden kurze Zeit nach dem Attentat informiert, gelangten allerdings erst zum Tatort, als der Attentäter schon erschossen worden war. Da es zum Zeitpunkt der Angriffs unbekannt gewesen war, ob sich weitere Terroristen in der Ortschaft befanden, wurden die Einwohner von der Armee angewiesen, sich in ihren Häusern zu verschließen, bis Soldaten jedes Haus nach seinen Einwohnern und ihrem Wohlergehen geprüft hatten.

Der Terrorist selbst gelangte nach Adam mit seinem Auto aus dem Dorf Kubar. Aus demselben Dorf stammte der 19-jährige Attentäter, der vor fast exakt einem Jahr das Massaker an der Familie Solomon  im benachbarten Halamish/Neve Tzuf durchgeführt hatte und mit einem Messer 3 Familienmitglieder (Vater Elad, Tochter Chaya und Sohn Elad Solomon) am Shabbattisch erstochen und zwei weitere verletzt hatte. Er wurde am 15.02 zu viermal lebenslänglich und einer Geldstrafe von 1.8 Millionen Shekel verurteilt. Es ist gut möglich, dass der neue jugendliche Terrorist sich ein Beispiel an dem Attentäter vor einem Jahr genommen hatte und die Attacke am Datum des Attentats vor einem Jahr ausrichten wollte.

In verschiedenen Medien (Jerusalem Post, Ha’aretz) wurde berichtet, dass der Terrorist vor der Attacke in Adam an einem nahegelegenen Beduinendorf vorbeigefahren und den anwesenden Beduinen mitgeteilt habe, er würde Juden angreifen wollen. Diese hätten daraufhin per Telefon den Wachposten der Siedlung informiert, allerdings gelangte die Information zu spät an und der Attentäter war bereits innerhalb des Geländes von Adam.

Nach dem Angriff beschwerten sich die Einwohner von Adam, dass der Sicherheitszaun um die Ortschaft herum nicht genügend schützend sei; so soll er schon über ein Jahrzehnt nicht mehr erneuert worden sein, und würde leicht zu passieren sein, da keine elektronischen Sensoren angebracht seien und daher ein Überqueren des Zauns, wie es der Attentäter getan hatte, nicht zu ermitteln seien. (Soweit mir bekannt ist, besitzt die Mehrheit der von einem Sicherheitszaun beschützten Siedlungen diese Sensoren, die an ein zentrales Warnsystem angeschlossen sind und relevante Berührungen mit Fremdkörpern an die Zentrale vermitteln.)

Yotam Ovadia, der bei der Attacke ermordet worden war, war mit Tali verheiratet und lebte mit ihr und zwei kleinen Söhnen, Harel und Itai, in Adam, ebenso wie seine Eltern. Er war bei der Geldsicherheitsfirma Brinks angestellt und arbeitete dort als Techniker in der Jerusalemer Filiale. Noch am Abend vor seinem Mord, dem Vorabend des „Tages der Liebe“ (der 15. des hebräischen Monats Aw) hatte er seiner Frau bei seinem Heimkommen einen Blumenstrauß und Schokolade gebracht. In einem Video der lokalen Sicherheitskamera, über das die Nachrichtenseite Ynet geschrieben (aber nach Bitte der Familie nicht veröffentlicht hatte), konnte im Nachhinein gesehen werden, dass Yotam Ovadia vom Terroristen angegriffen wurde, sich aber wehren konnte und ihn mehrmals zu überwältigen versuchte, bis er entgültig niedergestochen wurde. Am vergangenen Donnerstag (27.07) wurde er in Jerusalem beigesetzt. Seine Frau, Tal, sprach zu Ynet über ihren Ehemann:

„Er war ein Arbeitsmensch, fair, bescheiden und anständig. Er liebte mich und die Kinder auf eine Art, die ich noch nie gesehen hatte. Alles, was er tat, tat er für uns. Er sorgte immer dafür, dass es allen gut ging. Er dachte an sich immer als letztes. (…) Alles, was ich wollte und worum ich bat, tat er für mich und liebte mich auf eine Weise, die es gar nicht gibt. Er erfüllte mir jeden Traum. Ich sagte ihm immer, ‚du bist der Eine, der Einzige und der Besondere für mich‘.“ (Ynet, 29.07.18)

Der Leiter der Polizeistelle der Binyamin-Region, der den Polizeieinsatz rund um das Attentat leitete, war Eli Ovadia, ein Cousin von Yotam. Erst an Ort und Stelle erfuhr er, dass es sich bei dem Schwerverletzten um seinen Cousin handelte, und zwei Stunden später wurde er von seinem Tod informiert.

„Ich bin dort angekommen und einer der Nachbarn erzählte mir sofort, dass Yotam der Verletzte sein. Es war ein absoluter Schock. Ich explodierte fast innerlich, ich fühlte, als würde mir der Bauch zerreissen. (…) Wie sehr ich auch gedacht habe, dass ich widerstandsfähig bin, wenn es deine Familie ist, dann dreht sich dir der Magen um. Du weißt, dass du auf der Arbeit bist und nicht nach dem Gefühl handeln darfst, aber innerlich tobt es in dir. Ein schwerer Moment.“ (ibid.)

 

(Quellen: Mako, Ynet, Channel 2)

 

 

Hallel-Ensemble: Liedtexte

Nach dem Veröffentlichen meines Beitrags über das Hallel-Frauenensemble wurde ich gebeten, die Liedtexte der dort angeführten Lieder zu übersetzen – eine gute Idee, an die ich nicht gedacht hatte. Ich führe hier die Übersetzung der zwei Lieder, die ich im Beitrag erwähnt habe, zusammen mit den entsprechenden Videos, an. (Für das Video auf den Liedtitel klicken)


Moda(e) Ani (Ich danke)

(Text: Avi Ochayon, Musik: Asaf Tzeruya. Original: Omer Adam)

Ich danke jeden Morgen
Dass Du mir meine Seele zurückgegeben hast
Ich danke für das Kleid
Das Du mir auf den Körper gelegt hast
Damit ich nicht friere, denn Du gibst auf mich Acht

Ich danke jeden Morgen
Für das Licht, für mein ganzes Sein
Ich danke für das Brot
Das Du mir auf den Tisch gelegt hast
Dass ich nicht hungere, dass ich keinen Schmerz weiß
Für mein unendlich vieles Lächeln danke ich
Für alle meine Talente, für alle meine Lieder
All sie werde ich Dir widmen
Wisse, wisse, dass ich Dir danke

Refrain:

Ich rufe zu Dir, Dein Name ist groß, Dir rufe ich zu, Y-A
Deins ist mein Leben, Deins ist mein Herz und mein Dank
Dir rufe ich zu, Y-A, Dir rufe ich zu, Y-A

Ich danke jeden Morgen
Für meine Kraft, meinen Vater und meine Mutter
Ich danke für den Regen,
Den Du auf meine Felder gegeben hast,
Dass Du für die, die mich lieben, sorgst und mir mein Leben gabst
Für den Ruhetag danke ich
Für die Fülle, für den Segen und die Familie
Alles, was ich bin, bin ich dank Dir
Wisse, wisse, dass ich Dir danke

Refrain

"Lasst uns gehen und dem Herrn singen, voller Freuden dem Felsen unserer Errettung zurufen, Ihn mit Dank empfangen, mit Gesängen zurufen" (Psalm 95)

Für all meine Misserfolge danke ich
Für meine Enttäuschungen, Ängste und Herausforderungen
All sie sind zu meinem Besten
Es gibt keinen anderen in meinem Herzen,
Nur Dir danke ich

 


„Mashehu Chadash Matchil“ (Etwas Neues fängt an)

Text: Ilil Tamir, Musik: Dani Rubas. Original: Dani Rubas)

Etwas beginnt und rollt die Straßen entlang
Etwas anderes steigt die Treppen hinunter
Etwas geschieht, ich fange es am Schwanz
Etwas Neues fängt bei mir an
Jemand Bekanntes steht und schaut
In der Straßenmitte isst jemand
So viele Geräusche verwandeln sich in einen Rhythmus
Etwas Neues fängt bei mir an

Refrain:

Dinge geschehen immer zur rechten Zeit
Sie kommen und gehen inmitten der Menge
Du wirst meine Augen sehen, eine zufällige Berührung
Wunder geschehen, alles ist noch möglich
Vielleicht kommst du vorbei?

Wieder steigt der Abend auf die beschäftigte Stadt nieder
Die Dunkelheit schleicht sich heran, ein Taxi wartet drüben
Ein kleinen Straßenkater verendet hungernd
Etwas Neues fängt bei mir an
Ein süßer Geruch zieht aus dem Fenster
In der Ferne sieht man schon das erste Licht
Ein Straßenabschnitt verbeugt sich vor ihm
Etwas Neues fängt bei mir an 

Refrain

Alle Punkte verbinden sich zu einer Linie
Etwas Neues fängt bei mir an

Refrain

Ein Moment der Ruhe, ich stehe hier noch immer allein
Ein junges Paar geht vorbei, Hand in Hand
Hinter der Ecke, ein Gesicht, ein breites Lächeln
Etwas Neues fängt bei mir an

Rebloggt: Ausflüge nach Samaria und mit Siedlern reden

Habe den Beitrag erst jetzt gefunden und finde ihn sehr informativ und interessant. David Ha’Ivri aus der Ortschaft Tapu’ach in Samaria kenne ich persönlich als einen professionellen und klugen Mann und begeisterten Aktivisten. Bei der Blogger-Tour in Samaria war ich noch nicht gewesen, aber werde es sicherlich noch nachholen.
Hier ist der Erfahrungsbericht der Bloggerin Sheri Oz (israeldiaries.com) vom 28.06.2018 für euch zum Lesen, übersetzt ins Deutsche auf „abseits vom mainstream“ (Herbert).
Das Zitat eines der Veranstalter, David Hermelin, kann ich persönlich unterschreiben, denn es gilt auch für meinen Blog:

„Du kannst nicht beurteilen, ob ich das Recht habe in meinem eigenen Land zu leben. Mich kümmert es wirklich nicht, was du von mir denkst und ich werde nicht versuchen dich von irgendetwas zu überzeugen. Aber wenn du wissen willst, wie meine Erfahrungen aussehen, dann werde ich sie gerne mit dir diskutieren.“

abseits vom mainstream - heplev

Sheri Oz, Israel Diaries, 28. Juni 2018

Was würden Sie erwarten auf einer Tour durch Samaria zu sehen? Was würden Sie erwarten, wie Siedler sind?

Eine ganz kleines Bisschen Hintergrund

Samaria ist der klassische Name der Region, der auf den Namen dessen gründet, was einst eine Hauptstadt des nördlichen Königreichs Israel war. Der hebräische Name lautet „Schomron“. Nach der jordanischen Besatzung der Region westlich des Jordan ab 1948 wurde sie unter dem Namen „Westbank“ subsummiert. International und leider auch in Israel ist das der für die Region am häufigsten verwendete Name, während mit der Zeit immer mehr Israelis sie Judäa und Samaria oder Yehuda we-Schomron nennen.

Im Krieg von 1967 gewann Israel die Kontrolle über Judäa und Samaria (J&S) zurück, gab aber einiges davon ab, als es die Olso-Vereinbarungen mit der PLO unterschrieb, eine Vereinbarung, die zur Schaffung der palästinensischen Autonomiebehörde führte. Es wird heute so eine Art Krieg um…

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