NEWS: Arabischer Busfahrer attackiert

Es kommt leider vor.

Am frühen Morgen des 19.02.18 wurde Saleh Abu Jamal, ein Fahrer des israelischen Busunternehmens Egged Ta’avura (Route Jerusalem – Kiryat

Saleh Abu Jamal. Quelle: Ynet

Arba/Hevron, Judäa) aus Jabal Mukkaber in Ostjerusalem, wurde von jüdischen Jugendlichen im Bus rassistisch beschimpft und physisch angegriffen. Es handelte sich eine sogenannte Nachlinie, die in frühen Morgenstunden (1 – 3 Uhr morgens) an Donnerstag- und Samstagabenden, den üblichen „Ausgehtagen“, zwischen Jerusalem und Kiryat Arba/Hevron pendelt und vor Kurzem eingerichtet wurde. Sie wird zumeist von jungen Leuten, nicht selten schwer betrunken, genutzt.

Die jüdischen Jugendlichen, die Abu Saleh in seiner späteren Aussage als nicht betrunken bezeichnete, verlangten von ihm, schneller zu fahren. Als er erklärte, die Wetterbedingungen ließen dies nicht zu, wurden die Jugendlichen zunehmend ausfallender und beschimpften ihn mit rassistischen Ausdrücken. Der Fahrer meldete das Geschehende an die Zentrale, wich von der geplanten Route ab und hielt an einer Parkstelle an, um die Polizei zu rufen. Er wurde dabei wiederum beschimpft und schließlich von einem der Männer auf den Kopf geschlagen. Ein Passagier versuchte, die Angreifer vom Fahrer zu trennen. 

Nachdem Abu Saleh die Polizei gerufen hatte, wurde er ins Sha’arey Tzedek-Krankenhaus in Jerusalem eingeliefert und dort behandelt. Die Polizei hatte die Tat als unter Einfluss von Alkohol gewertet, obwohl der Fahrer bestritt, dies angegeben zu haben. Abu Jamal äußerte sich zu Journalisten von Ynet, er würde nun Angst haben, dieselbe Route zu fahren:

„Dieses Mal wurde ich leicht verletzt, das nächste Mal könnte ihn einem Disaster enden.“

Das Busunternehmen wandte sich an die Ortsverwaltung von Kiryat Arba mit der Forderung um Zusammenarbeit, um solche Vorfälle nicht mehr vorkommen zu lassen.

(Quelle: Ynet)

Es gab schon früher tätliche und rassistisch motivierte Angriffe auf arabische Busfahrer, darunter einen Übergriff von Jugendlichen auf einen Fahrer in Gush Etzion, der ebenso spätabends in die Ortschaft Bat Ayin hineinfuhr. Dabei wurde auch dieser verletzt. An der Haltestelle soll eine Weile lang ein Polizist gewacht haben, um weitere Attacken zu vermeiden. Eine Gruppe Einwohner von Kiryat Arba/Hevron forderte von der Ortsverwaltung, keine arabischen Busfahrer in die Ortschaft zu lassen; diese lehnte die Forderung jedoch ab.

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NEWS: Mord an Familie Salomon: Viermal Lebenslänglich

Der „lächelnde Mörder“ wandert entgültig hinter Gitter:

Das Militärgericht verurteilte am Donnerstag (15.02.18) den Terrorist, der am 22. Juli 2017 drei Mitglieder der Familie Solomon, wohnhaft in der jüdischen Ortschaft Neve Tzuf (Halamish) mit einem Messer ermordet hatte. Elad (35), Chaya (46) und ihr Vater

Chaya, Yosef und Elad Solomon hy“d. Quelle: Ynet

Yosef (70) wurden am Abend am Shabat-Festtisch der Familie angegriffen, als sie die Geburt eines Enkels feiern wollten, und brutal erstochen. Die Mutter Tova Solomon wurde dabei lebensgefährlich verletzt, und befindet sich noch immer in Rehabilitation. Die Ehefrau Elads Michal schaffte es, ihre Kinder vor dem Terroristen zu verstecken. Ein Soldat, der sich im Nachbarhaus befand, hörte die Schreie aus dem Wohnhaus der Familie, rannte herbei und konnte den Attentäter neutralisieren, allerdings nicht töten. Sicherheitskräfte verhafteten den Täter.

Der Mörder stammte aus dem nahegelegenen Dorf Kubar. Vor seinem Tod hatte er auf Facebook eine religiös begründete Glorifizierung des „Märtyrdoms“ der „Kämpfer für die Al-Aqsa-

Karte von Neve Tzuf (Halamish) und Kubar

Moschee“ veröffentlicht und kurz darauf brach er auf, um in die Siedlung einzubrechen; sein Eindringen über den Sicherheitszaun wurde von den örtlichen Sicherheitskräften als Fehlalarm interpretiert und so konnte der Terrorist ungehindert in den Ort eindringen und ins Haus der Familie gelangen.

Der Vater der Familie des Attentäters stritt ein Beiwissen der Tat oder ihre Unterstützung ab; nichtsdestotrotz entschied das Militärgericht, dass sein Haus zerstört werden sollte. Diese Praktik wird als Abschreckungsmethode für palästinensische Terroristen genutzt. Kritik erhielt die Armee, nachdem nur ein Stockwerk des besagten Hauses zerstört worden war. Momentan wird Druck ausgeübt, dass auch der Rest des Hauses niedergerissen werden soll.

Nach dem Mord plädierten zahlreiche Politiker, allen voran der Verteidigungsminister Avigdor Liebermann, für deine Todesstrafe für den Attentäter, angesichts der barbarischen Tat. Die Ehefrau von Elad und ihr Vater sprachen sich ebenso dafür aus, ebenso für eine harte Bestrafung und Mithelfer und Mitwisser. Michal kommentierte im Verlauf der Gerichtsverhandlung (bei welcher sie nicht anwesend gewesen war, um das Gesicht des Mörders nicht ansehen zu müssen, wie sie angab):

Leider mussten seit damals bis heute weitere gute Menschen auf die Liste der Ermordeten und Verletzten von Terrorattacken gesetzt werden und weitere Familien wurden von der Wolke des Schmerzes umhüllt. Erst in der letzten Zeit haben wir wunderbare Erzieher verloren [Rabbiner Raziel Shevach und Rabbiner Itamar Ben Gal, Anm. DS], die Generationen von Schülern voller Werde und Kultur heranziehen konnten. Der Staat Israel steht der Palästinensischen Autnomiebehörde gegenüber, die offen mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zum Töten von Juden aufruft. Sie hat eine absurde Situation geschaffen, in der der Mord an Juden als leichtes Mittel für ein finanzielles Einkommen und Lösung von persönlichen und sozialen Problemen gilt.“ (Ynet, 15.02.18)

Die Richter des Militärgerichtes stimmten im Endeffekt in der Mehrheit für das viermal lebenslängliche Urteil, ebenso für eine Kompensation der Familie von insgesamt 1.8 Millionen Shekel. Wo der Attentäter und seine Familie die Summe hernehmen werden, ist unklar.

Seit dem Anschlag wurden die Stimmen nach einer Todesstrafe für Terroristen in extremen Fällen lauter. Am 03.01.18 wurde der Gesetzesvorschlag der Todesstrafe für Morde in Zusammenhang mit Terrorismus, vorgelegt von den Knessetmitgliedern Robert Iltov, Oded Furer und Julia Melinkovsky (Partei „Israel ist unser Haus/Israel Beytenu“ von Avigdor Liebermann), in der Vorabstimmung der Knesset mit 52 Fürstimmen bestätigt. Weitere 3 Abstimmungen liegen vor dem Gesetzesvorschlag. Momentan befindet er sich auf der Ausarbeitungsliste des Verfassungsausschusses. (Quelle: Knesset.gov.il)

Generell neige ich nicht dazu, Namen und Fotos von Attentätern zu veröffentlichen. In diesem Fall möchte ich allerdings, dass ihr euch das Bild des Terroristen aus Kubar anschaut. Bei jeder dokumentierten Gerichtsverhandlung, auch bei der Urteilsverkündung,hatte der Mörder entspannt, sogar stolz gelächelt, als würde er sich bewusst sein, das Richtige getan zu haben. Es kann höchstwahrscheinlich sein, dass in seiner Weltanschauung er tatsächlich von der Richtigkeit seiner Tat überzeugt ist. Das zeigt uns nur, wie abgrundtief pervers und menschenhassend diese Weltanschauung aussieht und wie schwierig es ist, dieser entgegendzutreten.

Der Mörder der Familienmitglieder Solomon. Quelle: Ynet)

(Quellen: Mako, Ynet, Knesset.gov.il, Israel heute)

Datteln: Denn’s meldet sich

Im vorausgehenden Artikel „Datteln, das Friedenshindernis“ am 11.02., habe ich über die Affäre der Etikettierung der populären Medjoul-Datteln aus Israel beim denn’s Biomarkt in Köln berichtet, und dabei gegen die falsche Ursprungsbezeichnung (bes.paläst,Geb) geschrieben und dies mit einigen Fakten untermauert – u.a. die politisch inkorrekte Bezeichnung, die zweifelhafte Bestimmung der ursprünglichen Ernteregion (Jordantal vs. Aravawüste) und die Einmischung in außenpolitische Angelegenheiten seitens eines Verkaufsunternehmens.

Ein aktiver Leser von mir hat den Biomarkt angeschrieben und bekam am 12.02. – sehr schnell, vielleicht durch die Aufmerksamkeit, die der Artikel (über 1200 Views auf meiner Facebookseite) oder die zahlreichen negativen Bewertungen auf der Facebookseite des Ldanes) auf sich gezogen haben, die folgende Antwort:

Sehr geehrter Herr (Name mir bekannt, Anm.DS)

vielen Dank für Ihre Email, in der Sie uns Ihre Beobachtung, wie wir Ware aus dem Westjordanland kennzeichnen, schildern.

Diese haben wir zum Anlass genommen, unsere Kennzeichnung erneut genau zu prüfen und dabei neben der rechtlichen Vorgabe natürlich auch Ihre Gedanken zu berücksichtigen.

Als Fachhändler für Bioprodukte konzentrieren wir uns darauf, die biologische Lebensweise und den Öko-Landbau in Deutschland voranzubringen. Vor diesem Hintergrund pflegen wir weltweit Partnerschaften zu Lieferanten und Produzenten von Bio-Lebensmitteln und sind über den biologischen Gedanken miteinander verbunden.

Bei der Kennzeichnung unserer Datteln aus dem Westjordanland haben wir uns an der 2015 von der EU vorgelegten „Mitteilung zu Auslegungsfragen über die Ursprungsbezeichnung von Waren“ orientiert. Diese besagt, dass Ware aus den West Banks mit „Herkunft aus dem Westjordanland (israelische Siedlung)“ gekennzeichnet werden sollte. Dank Ihres Hinweises wissen wir nun, dass die daraus resultierende stark verkürzte Kennzeichnung „bes. paläst. Geb.“ zu Unklarheit führt und vermuten lässt, dass wir uns politische positionieren wollen würden. Um dieser Annahme entgegenzuwirken haben wir uns dazu entschlossen, die EU-Vorgabe wie folgt abzubilden: WB, israel. Siedl. Die Abkürzungen sind der Tatsache geschuldet, dass unsere Etiketten technisch lediglich 16 Zeichen zulassen.

Wir möchten uns noch einmal bei Ihnen für Ihre Email bedanken und hoffen, mit der angepassten Kennzeichnung deutlich zu machen, dass es um den biologischen Gedanken und nicht um eine politische Positionierung geht.

Leider haben einige unserer denn`s Biomärkte die Etiketten noch nicht neu ausgedruckt, diese werden umgehend informiert, dies nachzuholen.

Mit freundlichen Grüßen

Karina Pechmann

Leitung Kundendialog


Die Antwort ist ausführlich und der Vorgang begründet. Die „Mitteilung zu Auslegungsfragen über die Ursprungsbezeichnung von Waren“ bezieht sich auf die Entscheidung der EU-Kommission vom11.11.2015, über die ich in NEWS: Illegale Juden-Produkte offiziell gebrandmarkt berichtet habe und hier auch über die Bezeichnung: „Westbank, isr.Siedlung“ informiert habe. Frau Pechmann hat also entsprechend der EU-Empfehlung gehandelt.

In der Antwort jedoch stellen sich mir zwei Fragen.

1) Wenn, wie Frau Pechmann schreibt, die Ware lediglich „gekennzeichnet werden sollte“, wieso hat der Biomarkt es sich dann zur offiziellen Doktrin gemacht und diese Version übernommen? Zumal schon verschiedene Käufer aus anderen Städten berichtet haben, in ihren Filialen werde es so nicht gehandhabt.

2) Was hat der „biologische Gedanke“, auf den die Kundendialog-Leiterin mehrmals verweist, mit der politischen Situation in Israel zu tun? Die Medjoul-Datteln werden auf allen Plantagen, die nach Europa exportieren, nach hohen organischen Standards gezüchtet und folgen internationalen Richtlinien. Die Qualität wird hoch bewertet, der biologische Gedanke korrekt befolgt. Wenn Erzeugnisse aus palästinensisch geführten Plantagen importiert werden und ebenso organisch gezüchtet wurden (so wie die Firma „Königsdatteln“ mit Medjoul-Datteln aus „Palästina“ von sich behauptet), ist es wunderbar, steht aber in keinster Weise im Widerspruch zum „biologischen Gedanken“ der israelischen Produkte und braucht auch nicht mit diesen zu konkurrieren, was es auch faktisch nicht tut. Wieso? Anhand israelischer Innenpolitik und wirtschaftlichem Mismanagement der Palästinensischen Autonomiebehörde.

All das geht denn’s Biomarkt nicht an. Die „israelischen Siedlungen“ sind für diesen irrelevant, und wie gesagt, sollte denn’s Biomarkt ein Problem mit der Bezeichnung „Israel“ für Datteln aus dem Jordantal haben, könnte er sie auch aus der Arava-Wüste importieren. Ich habe leider den Eindruck, dass es den Importeuren wichtiger ist, „Westbank, israelische Siedlung“ zu drucken, anstatt, „Israel“ auf dem Schild zu lassen und die Waren ganz nach „biologischem Gedanken“ (und fraglicher Politkorrektheit) aus der Arava zu importieren. Vorausgesetzt, sie wissen, natürlich, wo die Arava liegt.

Oder aber es ist ihnen gänzlich egal. Und dann trifft die Schuld für den Misstand um diese Brandmarkung eindeutig die EU. Aber was kann man von der EU schon erwarten

Und was meint ihr?

Datteln, das Friedenshindernis

Die Filiale der Denn’s Biomarkt-Kette in der Dürener Straße in Köln ist ein friedlicher Ort mit Waren aus der ganzen Welt, nach Qualitätsvorschriften ausgewählt und in Hülle und Fülle angeboten. Stiftung Warentest sagt gut (2,1), Verpackung wird gespart und jeden Freitag kann man kostenlos Produkte probieren. Die Facebook-Seite der Biomarkt-Kette in Köln nicht sehr aktiv, und in der Info steht:

„denn’s Biomarkt ist ein Ort, an dem sich der Kunde beim Einkaufen wohl fühlen darf und Kommunikation gelebt wird. (…) Produkte mit Geschichte und für besondere Ernährungsformen. Auf den ersten Blick erkennen Sie Ursprung und Anbaumethode der zertifizierten Verbände. “

So weit, so gut. Doch eines Tages füllt sich die Bewertungsliste der Kölner Zweigstelle innerhalb von weniger als 48 Stunden mit über 60 1-Stern-Bewertungen mit etwa dem folgenden Charakter:

Der erste Supermarkt, der sich aussenpolitische Kompetenz anmaßt. Verkauft Datteln und nicht Eure Meinung. (Elio Adler)

„Wenn sich ein Lebensmittelgeschäft in die Politik einmischt, hat es verloren.“ (Robert Baranj)

Datteln aus „besetze pal. Gebiete“? Ernsthaft. Macht Ihr jetzt Außenpolitik? (Gerd Buurmann)

Früchte mit politischer Botschaft; demnächst liefern Sie auch schlesische Pflaumen aus den deutschen besetzten Gebieten? (Salco Spanjaard)

Was ist da passiert?

Die Etikette im Denn’s Biomarkt. Foto: Privat

Zurück geht der Bewertungs-„Shitstorm“ auf ein Foto einer Bekannten aus Köln, das sie vor zwei Tagen wütend in einem deutschsprachigen Aktivistenforum geteilt hatte. Auf diesem Bild ist das Preis- und Herkunftsschild von einer 100g-Packung der bekannten und beliebten israelischen Medjoul-Datteln abgebildet. Für 2.29 Euro kann man 100g Datteln aus dem Ursprungsland bes.paläst.Geb  kaufen.

Bes.paläst.Geb?

Was zum… , dachte sich meine Bekannte, und viele weitere auch, die durch das Foto auf die fragliche Initiative des Biomarkts, politische Verhältnisse im Ausland in drei willkürliche Abkürzungen zu fassen, aufmerksam wurden. Offenbar sei das besagte „Ursprungsland“ auf Etiketten derselben Marktkette in anderen Städten nicht gesichtet worden – so berichteten zumindest Käufer/-innen aus Berlin und Oldenburg. Was aber hat es mit dem vermeintlichen Ursprungsland in der Kölner Filiale an sich? Was für „besetzte palästinensische Gebiete“ sind hier gemeint und welche Interessen stehen hinter dieser Bezeichnung?


Die beliebte (und umstrittene?) israelische Medjoul-Dattel. Quelle: Oren Farm

Zum besseren Verständnis:  Medjoul-Datteln stellen die beliebteste und meistverkaufte Sorte Datteln auf dem Weltmarkt dar. Dabei liefert Israel etwa 65-75% aller Medjoul-Dattelexporte, insbesondere nach Europa (Quelle: The Marker). Andere größere Exportländer sind der Iran und Ägypten. Die Ursprünge der Dattelsorte liegen in Marokko, die Pflanze gelangte erst 1989 nach Israel, über Amerika. Innerhalb von knapp 30 Jahren übernahm Israel die Führung bei dem Dattelexport dieser Sorte auf dem Weltmarkt. Die Plantagen selbst befinden sich in mehreren Gebieten in Israel: im Norden, angefangen am See Kineret (Genezareth) bis hinunter ins Jordantal an der jordanischen Grenze und um Jericho herum (C-Gebiet, unter israelischer Militärverwaltung entsp. den Oslo-Abkommen von 1994); und im Südosten, in der Arava-Wüste (offizielles isr.Staatsgebiet), ebenso an der jordanischen Grenze. Die Landwirte, die sich dem Anbau der Medjoul-Dattelpalme im Jordantal und der Arava-Wüste widmen, unterstehen einer Dachorganisation namens „Dattel-Tisch“, die sie ihrerseits im nationalen Landwirtschaftsverband vertritt. Firmen, deren Datteln in Vertriebe von organischen Produkten exportiert werden, besitzen nationale Organwirtschaft-Auszeichungen und müssen internationale Vorschriften für organische Bewirtschaftung erfüllen.

Unternehmen wie „The Golden Date תמר הזהב“ und „Oren Farm משק אורן“ besitzen Plantagen im Jordantal; andere, wie „Sea Gal“ bei Idan und in der Ortschaft En Yahav vertreiben Datteln aus der Arava. Von insgesamt ca.20.000 Dunam Dattelplantagen in ganz Israel ist die Plantagenfläche in der Arava von 4000 Dunam in 2014 auf 7023 Dunam in 2017 angewachsen und erstmals werden auch größere Mengen nach China und Indien geliefert, um abseits von Europa und den USA einen neuen Markt auszunutzen. (Quellen: Isr.Landwirtschaftsportal, INN)

Gilad Dotan, Plantagenleiter aus der Arava-Wüste. Quelle: The Marker

Warum man dem europäischen Markt beginnt, den Rücken zu kehren? Gilad Dotan, Plantagenleiter in En Yahav (Arava-Wüste):

„Es gibt Anzeichen eines Boykotts auf israelische Waren.“

Ein weiterer Plantagenbesitzer bekundete:

„Vor zwei Jahren  (nach einer Obstmesse in Europa in 2014, Anm.DS)  kam man zu uns angerannt, heute hält man sich vom israelischen Export fern. Es ist ein stiller Boykott. Die Vertreiber bestellen die Produkte nicht, denn sie wollen Provokationen seitens der Israelgegner vermeiden.“ (The Marker, 01.03.16)

Dabei würden Marktketten, die aus politischen Gründen keine Produkte aus dem Jordantal importieren wollen, die Datteln aus der Arava erhalten.


Vielleicht ist jetzt die Lage, nach dieser kurzen Einführung oben, etwas leichter zu verstehen – und wird dadurch noch empörender:

Weshalb bezeichnet ein Biomarkt seine Produkte in verschiedenen Filialen anders, zudem noch mit Bezeichnungen, die alles andere als den politischen Kontext und die gesetzliche Lage vor Ort widerspiegeln? Am 11.11.2015 hatte die EU-Kommission nach Abstimmung die Kennzeichnungspflicht für Produkte aus Judäa und Samaria bzw. „von Israel seit 1967 besetzten Gebieten“ eingeführt. In meinem Beitrag habe ich darüber ausführlich berichtet, u.a. auch darüber, dass schon seit 2003 Produkte von jenseits der „Grünen Linie“ anderen Zahlencode als restliche israelische Produkte hatten.

Das alles macht aber das Ursprungsland der Medjoul-Datteln noch immer nicht zu „bes.paläst.Geb“! Denn:

  • Hell-/dunkelrosa: C-Gebiete. Quelle: Wikipedia

    Die Tatsache, dass ein Teil (!) des Jordantals  (südlich von Bet She’an bis nördlich von En Gedi) nicht offizielles Staatsgebiet Israels ist, sondern entsprechend den palästinensisch-israelischen Abkommen von 1994 unter demnach legaler israelischer Verwaltung steht (C-Gebiet), macht diese Territorien nicht zu „palästinensischen“! Das letztere ist eine politische Interpretation von nichtzutreffenden Zuständen und Schlussfolgerungen aus nichtstattfindenen Verhandlungen, und ein Lebensmittelmarkt hat keine Befugnis, diese in seine Bezeichnungen einfliessen zu lassen!

  • 90% der Dattelernte, die in der Arava-Wüste gesammelt wird, weit weg von etwaigen Palästinensern und ihren mutmaßlichen Gebieten, wird ins Ausland, mehrheitlich nach Europa, exportiert. Wie kann ich mich auf einen Biomarkt, der eigene politische Ansichten (möglicherweise basierendauf den Nahostkenntnisen des Filialleiters, der diese aus den öffentlich-rechtlichen Medien bezieht) auf Etiketten druckt, verlassen, dass dieser tatsächlich Datteln aus dem Jordantal und nicht Datteln aus der Arava als „palästinensisch“ etikettiert hat?
  • Wenn sich gesetztestreue deutsche Marktvertreiber seit 2015 nun mit einem Mal an Kennzeichnungspflichten für jüdische Produkte halten möchten, dann wäre die Bezeichnung „Westjordanland – israelische Siedlung“, wie sie 2015 im EU-Kommittee vorgelegt worden war, in diesem Sinne treffender. Aber, mit Verlaub, seit wann werden Dattelplantagen in Siedlungen angebaut? Die Plantagen umfassen tausende von Dunam an der jordanischen Grenze abseits fester Wohnpunkte (arabischer und jüdischer zugleich), und  das – wie schon oben erwähnt – in einem als unter israelischer Kontrolle vereinbartem Gebiet.

Der Filialleiter aus der Dürener Straße wurde von meiner Bekannten auf die Bezeichnung auf der Etikette angesprochen, sah sich aber im Recht, beteuerte, politisch korrekt gewesen zu sein und verwies an die Zentrale, von welcher die Schilder an den Laden zugeschickt worden waren. Alles zusammen schaut die Leitlinie in diesem Fall so aus, wie sie schon 2015 die stellvertretende Außenministerin Tzipi Hotovely kommentierte: „Es riecht nach Boykott“, und nach Informationsvergabe à la „Wisset, dass ihr beim Juden kauft“ . Und sorgt dafür, dass sich Boykott- und Hetzkampagnen von propalästinensischen Extremisten wie BDS durch einen solchen Kniefall vor wirtschaftlicher Ausgrenzung bestärkt fühlen.

Den palästinensisch-arabischen Bauern und der sonstigen Bevölkerung bringt es selbstverständlich nichts, außer Likes von ideologisch erregten Jugendlichen und leeren Geldbörsen bei ihren von der Arbeit entlassenen Vätern, wenn eine solche Firma sich entscheidet, ihren Vertriebsort in weniger umstrittene Gebiete zu verlegen. Aber wann stand das Wohl der einfachen arabischen Bevölkerung jemals auf der Agenda der Israelgegner?…

Ob der „Shitstorm“ der Bewertungen auf der Facebook-Seite etwas bringt, wird sich zeigen. Ansonsten kann man sich vor Ort sehen lassen oder aber an die besagte Zentrale schreiben und dabei einige meiner Informationen und Argumente verwenden, die ich angeführt habe. Vielleicht hilft es ja, oder aber wird wenigstens darauf aufmerksam gemacht werden, dass sich manche Verbraucher nicht zu politischen Narren machen lassen.


denn’s Biomarkt GmbH

Hofer Str. 11
D – 95183 Töpen
Telefon: (+49) 09295-18 – 5000
Telefax: (+49) 09295-9141 – 5000
E-Mail: info@denns.de

Vertretungsberechtigter Geschäftsführer: Thomas Greim

denn’s Biomarkt Köln

Dürener Straße 160-162, 50931 Köln

+49 221 4065935

NEWS: Attackierte Arbeiter – wurde angeklagt

Ein 25-jähriger jüdischer Mann aus der Stadt Betar Illit (Stadt mit ultraorthodoxem Charakter nördlich Gush Etzions) wurde am 01.02 von der Staatsanwaltschaft des Jerusalemer Regionalgericht wegen

Betar Illit

nationalistisch motivierter Attacken und Sachbeschädigung angeklagt. Der besagte Einwohner wurde am 29.01 festgenommen, nachdem ein arabischer Arbeiter bei der Polizei gegen ihn klagte, er habe diesen mehrfach versucht, mit dem Auto zu überfahren. Der Arbeiter sagte aus, der Mann habe ihn zuvor auf der Straße befragt und als er sich sicher war, dass dieser arabisch war, ging er zum Auto und versuchte mehrmals, den Arbeiter zu überfahren; als ihm dies nicht gelangt, flüchtete er. Dieser meldete es der Polizei.

Bei der Vernehmung gab der Angreifer zu, den Arbeiter aus nationalistischen Motiven attackiert zu haben, ebenso wie andere Attacken gegen arabische Arbeiter und ihre Autos getätigt zu haben.

(Quelle: INN, INN)

NEWS: Attacke auf Sicherheitsmann

Ein Attentäter aus der arabischen Stadt Halhul bei Hevron gelangte gestern frühmorgens (07.02) per Auto an die Einfahrt der jüdischen Kleinsiedlung Karmey Tzur in Gush Etzion und griff bei der Einfahrt, die wie bei anderen jüdischen Ortschaften in Judäa und Samaria von

Auf der Karte

Sicherheitsmännern bewacht wird, einen der sich dort befindenden Sicherheitsmann mit einem Messer an. Der Mann wurde relativ leicht an der Hand verletzt, sein Kollege reagierte schnell und schoss den Attentäter nieder, der noch am Tatort starb.

Der Regionalvorsitzende von Gush Etzion, Shlomo Ne’eman, zur Tat:

Erst gestern haben wir unseren Freund Rabbi Itamar Ben Gal in Har Bracha verabschiedet. Dieses Ereignis war wie durch ein Wunder beendet worden, dank des Mutes unserer Sicherheitsmänner. Der Kampf um das Land wird noch immer weitergeführt und wir werden mit dem Bau und dem Wachstum mit dem Ziel einer vollständigen Souveränität über jedes Gebiet in unserem Heimatland fortfahren.“

(Quellen: Channel 2, Channel 20)

Auswärtiges Amt meldet sich zu Wort

Nach dem hinterhältigen Mord durch einen arabischen Israeli an Rabbi Itamar Ben Gal aus Har Bracha am 05.02., veröffentlichte das Auswärtige Amt (ausnahmsweise) eine Pressemitteilung, in der es mit deutlichen Worten das Attentat verurteilte, Mitleid bekundete und ebenso den Mord an Rabbi Raziel Shevach am 09.01.18 erwähnte.

Äußerst erfreulich natürlich. Ich – und auch die israelische Öffentlichkeit – haben es schon aufgegeben, auf ausländische Verurteilungen von Morden und Angriffen auf Israelis durch palästinensisch-arabische Terroristen zu warten, daher ist dies eine angenehme Überraschung. Leider konnte sich das Auswärtige Amt nicht leisten, Ariel als Stadt und nicht als „Siedlung“ zu bezeichnen, und ebenso „besetzes“ Westjordanland wegzulassen, obwohl das erste der Stadt selbst nicht gerecht wird (unabhängig von ihrem Status) und das zweite unnötige politisch gefärbte Information darstellt. Auch ist der Urheber des Attentats – der palästinensisch-arabische Terrorist – nicht als solcher erwähnt. Aber das ist gerade nicht so schmerzlich, wenn man bedenkt, dass selbst bei den Stellungsnahmen und Pressemitteilungen zu Attentaten in Europa es „Lastwagen“ und „Autos“ sind, die in Menschenmengen rasen, und keine religiös motivierten Attentäter…

Hier die Pressemitteilung:

Die Pressemitteilung des Auswärtigen Amtes vom 05.02.18

https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/-/1434900 

Danke an Ulrich Sahm für den Tipp.