Besuch aus Deutschland

Wünsche allen eine schöne Woche bzw. ein schönes Wochenende!

Bei uns in den Bergen regnet es schon seit zwei Tagen in Strömen, als hätte der Himmel die Gebete um Tau am Pessach-Fest einfach falsch verstanden und das Wort „Tau“ in „Regen“ und „Hagel“ übersetzt. Langsam scheint es mir, als sei auch in Israel, zumindest in der Bergregion, der deutsche Spruch „April, April, er macht, was er will“ so aktuell wie nie. Menschen hocken zu Hause, Katzen retten sich unter die Wohncontainer, Erde, Gras und Holz triefen nur so vor Wasser. Die getünchten Wasserlöcher  – Überbleibsel aus alten Zeiten, überall in Judäa zu finden – müssten längst angefüllt worden sein. Wer weiß, wozu der Regensturm gut sein soll – vielleicht erwartet uns ein besonders heißer Sommer?


In den Pessach-Feiertagen, die ja bekanntlich eine Woche dauern und sich durch das Essen von Matzot (ungesäuerten Mehlcrackern) und viele Wanderungen, Familienausflüge etc. auszeichnen, bekam ich Besuch aus Deutschland, und nicht irgendeinen:

Der Reiseleiter der Reisefirma Tour mit Schanz, Joachim Anz, kam höchstpersönlich mit Familie für ein Treffen nach Gush Etzion. Wir besuchten gemeinsam die Gush-Etzion-Weinkellerei (die auch ich zum ersten Mal von innen gesehen habe), erfuhren, weshalb die in Israel hochgeschätzten Weine aus Judäa nicht ins Ausland exportiert werden und warum der Wein am Besten in den kühlen Bergen im Umland wächst und auch, was lokale Muslime aus den angebauten Weintrauben machen  (denn Wein dürfen sie ja nicht produzieren).

Danach besuchten Joachim Anz, seine Frau Bettina und ihre beiden Jungs auch mein bescheidenes Heim und sahen sich ein wenig auch Alon Shvut selbst an. Der Grund des Besuchs? Der Plan, eine Begegnung mit „der deutschen Siedlerin“ in das Reiseprogramm künftiger Gruppen der „Tour mit Schanz“-Firma einzubinden. Da das Konzept der Reisen von „Tour mit Schanz“ vor allem Begegnungen mit Menschen verschiedener Faςon in den Vordergrund stellt, bin ich für die Büroleitung durch den Blog als möglicher Programmpunkt relevant geworden.

Familie Anz und ich in der Weinkellerei Gush Etzion
Familie Anz und ich in der Weinkellerei Gush Etzion

Das Treffen verlief wunderbar, und ich habe mich recht gefreut über die Gelegenheit, eine kleine Führung durch unseren Ort zu machen. Wer sich also durch seine Kirchengemeinde, Verein, Jugendgruppe o.ä. bei „Tour mit Schanz“ für eine Reise ins Heilige Land anmelden möchte, sollte damit rechnen, dass wir uns begegnen!

 

 

G.Buurmann zu den „Siedlern“ der ARD

Gerd Buurmann zu „Jerusalems jüdischen Siedlern “ der ARD….hat sogar von der ARD ein Statement erbeten. Das nenne ich Gründlichkeitsarbeit.
Hier also zum allgemeinen Lesevergnügen die Meinung des vielbesungenen Kabarettisten und Aktivisten aus Köln…

Tapfer im Nirgendwo

Es ist eine unschöne Tradition in der Geschichte des Christentums, dass gerade an hohen christlichen Feiertagen das denkbar Schlechteste über Juden verbreitet wird. Pogrome fanden in der europäischen Geschichte oft am Osterwochenende statt, weil viele Christen glaubten, ihr Gottessohn sei von Juden ermordet worden. Das Jesus selber Jude war, wurde dabei stets geflissentlich übersehen. Auch im islamischen Kulturbereich findet sich die Tradition des Judenhasses an Feiertagen. Der folgende Film zum Beispiel, in dem gezeigt wird, wie ein Jude ein Kind schlachtet, um daraus Mazzebrot für Pessach zu machen, lief zu Ramadan im Fernsehprogram in Syrien (2003), im Iran (2004) und in Jordanien (2005).

In der ARD lief dieser Film nicht! Das ist wohl selbst für die ARD zu offensichtlicher Judenhass. Die Männer und Frauen der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland müssen ihr Ressentiment etwas besser verpacken.

Ein Tag nach Karfreitag, am 4. April 2015, sendete die Tagesschau einen…

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Jüdische Siedler in Jerusalemer Altstadt

(Ein Dank geht an IK. für den Hinweis auf den Artikel)

Die Osterfeierlichkeiten sind schon bald zu Ende in der christlichen Welt, so auch in Jerusalem und in Betlehem. Selbstverständlich berichtet auch das deutsche Fernsehen über Ostern im Heiligen Land. Und während ich mich den Feierlichkeiten des jüdischen Festes Pessach in den letzten Tagen gewidmet habe – denn dieses religiöse und national allumfassende Fest mit dem zentralen Verbot des Essens von Gesäuertem hat am Freitagnachmittag begonnen und wird bis kommenden Freitag (10.04) andauern -, hat beispielsweise die Tagesschau eine Zuschaltung aus Jerusalem  und Betlehem vorgenommen, und über Ostern am 04.04 berichtet. Der Bericht konzentrierte sich diesmal auf die schwindende Anzahl der Christen im Nahen Osten, vor allem aber in Israel und der „Westbank“ (eigentlich berichten schon sämtliche internationale Medien über dieses traurige Phänomen seit den 90ern und verstärkt in den Jahren um 2009-2014), und im Fokus lagen wie gesagt die Christenanzahl und auf die Pilger, die laut Markus Rosch noch immer vom Gazakrieg des Sommers 2014 von der Anreise ins Heilige Land abgeschreckt werden würden. Der Eingang zur Grabkirche wurde gefilmt, mit wenigen Menschen davor (sollte die wenigen Pilger symbolisieren?), dann den menschenüberfüllten Markt im christlichen Viertel der Altstadt… …und dann der Kommentar über die Lage in der Heiligen Stadt – Altstadt, die ebenso Besucher abschrecken könnte, denn dort  „leben jüdische Siedler, Muslime und Christen auf engstem Raum nebeneinander“ (00:36-00:45 im Video).

Irritiert euch da nicht etwas beim Lesen? Auch beim Anhören wird es nicht besser. Korrespondent Markus Rosch berichtet tatsächlich in der Prime-Time der Tagesschau ganz routinemäßig über die schwierige Lage der Altstadt mit farbenfrohen Bildern vom Markt und bezeichnet die jüdischen Bewohner der Altstadt von Jerusalem als Siedler. Macht nichts, dass Jerusalem Israels Hauptstadt ist, dass das Gebiet der Altstadt inklusive Klagemauer und auch Tempelberg auf offiziellem israelischen Staatsgebiet steht (und nicht etwa unter etwaiger Militärverwaltung), oder dass das jüdische Viertel schon jahrhundertelang nebst den muslimischen, armenischen und christlichen existiert, dass es eins der offiziellen internationalen touristischen Attraktionen der Jerusalemer Altstadt ist. Nein. In derAltstadt ist die Lage angespannt. Dort leben Muslime. Christen. Und jüdische Siedler. Lässt sich abwarten, wann der erste deutsche Korrespondent sie als illegal bezeichnen wird; schließlich war die Altstadt von 1948 bis 1967 unter jordanischer Eroberung, folgerichtig müsste es heute den Palästinensern gehören, denn so wie bei Judäa und Samaria, gehört das ehemals durch Jordanien Eroberte, widerrechtlich Besetzte und im Angriffskrieg gegen Israel Verlorene den Gewinnern des Krieges den Palästinensern… Wie abgrundtief absurd das Ganze auch für einige klingen mag, diese Sichtweise auf die Realität ist längst da und es ist eine Frage der Zeit, wann sie das öffentlich-rechtliche Fernsehen Deutschlands vollends erreicht, Vorreiter wie Herrn Rosch hat es ja schon.


Was den Rest des Beitrags angeht, so wird dort nicht etwa von den blühenden christlichen Gemeinden Israels erzählt, von der Integration christlicher Araber oder, wie sie sich des Öfteren selbst nennen, Aramäer, in die israelische Gesellschaft, von ihrem Dienst in der Armee und in öffentlichen Organen oder gar von einer Ostermesse in Nazareth. Dort gibt es eine kurze Schaltung nach Betlehem, und der extreme Schwund an christlichen Bewohnern Betlehems geht laut Beitrag vor allem auf die israelische Besatzung zurück. Nicht etwa auf die steigernde Radikalisierung der muslimischen Gemeinschaft Betlehems, nicht etwa auf die mangelnde Beschäftigung von Christen in palästinensischen Institutionen und deren Abwanderung durch Arbeitsmangel ins Ausland und auch nach Israel selbst. Nein, die Siedlungen (mit Efrat im Hintergrund zur Osterprozession im Video) sind schuld an der Abwanderung der Christen, und die Betlehemer Terrorabwehr-Mauer. 1% machten in 2010 Christen im gesamten Gebiet von Israel aus, incl. Gazastreifen, Judäa und Samaria. 1920 waren es 10% (siehe Statistik von Hanna Eissa im Reuters-Artikel).  Betlehem, ursprünglich eine jüdische Stadt zu biblischen Zeiten und später eine christliche, hat weniger als 15% christliche Bewohner gegenüber einer heutzutage muslimischen Mehrheit. Die christliche Bevölkerung innerhalb des israelischen Staates allerdings ist laut Huffington Post Canada von 34.000  in 1948 auf 158.000 in 2013 gestiegen (Quelle hier). 

Was kann man da noch sagen. Christenverfolgung im Nahen Osten steht nicht unbedingt auf der Welttagesordnung, wenn man aber dazu die jüdischen Siedlungen oder gar die jüdischen Siedler der Jerusalemer Altstadt im Hintergrund ablichten kann, passt es gut.

Nichts ist neu unter der Sonne. Spätestens seit den „Weißbüchern“ der britischen Mandatsregierung 1922 und 1939 wurde der jüdischen Zuwanderung und Ansiedlung im Land Israel offiziell das Potenzial der Illegalität zugewiesen, je nach Ansicht der jeweiligen an der zentralen Macht sitzenden europäischen Regierung. Wo liegt da noch der Unterschied zwischen Efrat und Petach Tikva, ja gar Tel Aviv oder Beer Sheva? Die jüdischen Siedler – sie sind überall…

NEWS: Verdacht auf Entführung in Judäa

ENTWARNUNG: 03.04.15, 00.47 Isr.Zeit:
Niv Asraf. Foto: Privat (Facebook)
Niv Asraf. Foto: Privat (Facebook)

Der am Abend des 02.04 verschwundene 22-jährige Israeli wurde ebend in der Nähe von der Siedlung Kiryat Arba gefunden, er hatte Konservenbüchsen und einen Schlafsack bei sich. Laut Medien- und Polizeiangaben hatte er sein Verschwinden gemeinsam mit seinem Freund, einem Soldat im Dienst, vorgetäuscht, offenbar wegen einer missglückten Liebesbeziehung oder „romantischen Gründen“. Die genauen Umstände werden ermittelt, die Fahndung ist beendet. Gegen die Verursacher der Operation werden offenbar rechtliche Schritte eingeleitet werden. In den Medien wird vom Großaufgebot der Einsatzkräfte und der Sorge der Familie des Verschwundenen berichtet, welche der 22-Jährige an der Nase herumgeführt hatte.
(IDF; Tazpit News Agency; Ynet)


 

02.04.15: Wie israelische und internationale Medien berichten (Ynet, Channel 2, Times of Israel), besteht der Verdacht auf Entführung eines Israelis in der Gegend um die Siedlung Kiryat Arba/Hebron, Judäa.
 UPDATES:

#4 Name des Verschwundenen: Niv Asraf, 22, aus Be’ersheva.

#3  22:28 Isr.Z. Pressestelle der israelischen Armee: „Wir behandeln diesen Fall als Entführungsfall. Aufklärungs- und Kampfeinheiten vor Ort sind kritisch in diesen Stunden.“ (Peter Lerner, Armeesprecher) Noch immer ist der verschwundene Israeli nicht gefunden, aber die Armee handelt in der Annahme, dass der Mann noch lebt.

Lokal: Über Gush Etzions dunklem Himmel schwirren unentwegt Hubschrauber. Die Etzion-Einsatzbasis der israelischen Armee befindet sich direkt gegenüber der Siedlung Alon Shevut.

#2 Israelische Sicherheitskräfte fahnden gemeinsam mit den Sicherheitskräften der PA nach dem Verschwundenen. Die PA-Sicherheitskräfte gehen sowohl von einem nationalistischen Tatmotiv als auch einem kriminellen aus. Ein Verwandter des Verschwundenen bittet die Öffentlichkeit, für diesen zu beten.

#1 Times of Israel – Unklar, weshalb der 22-Jährige in das Dorf Bet Anun gegangen ist. Anonyme Polizeiquellen werden zitiert, der Freund des Verschwundenen habe mehrere Versionen zu Protokoll gegeben; außerdem sei das angeblich beschädigte Rad des Fahrzeugs nicht beschädigt gewesen, wie anfangs behauptet. Das Mobiltelefon des Verschwundenen hat der Beifahrer beim Ausstieg im Wagen liegen gelassen.


 

Zur Ortskarte Kiryat Arba / Bet Enun
Zur Ortskarte Kiryat Arba / Bet Enun

Laut Berichten war um 16.15 Uhr nachmittags bei der Polizeistelle 101 eine Meldung eines israelischen Autofahrers eingegangen, dessen Aussage zufolge er mit einem Freund eine Autopanne auf der Schnellstraße 60 in der Nähe der Siedlung Kiryat Arba/Hebron, bei dem arabischen Dorf Bet Enun gehabt hatte. Nachdem der Beifahrer sich in das Dorf aufmachte, um Reparaturwerkzeug zu besorgen, sei er nicht mehr zu erreichen. Ein Großaufgebot an Armee- und Polizeieinsatzkräften wurde zur Fahndung in das Gebiet Kiryat Arba und Bet Enun ausgeschickt.

Laut Bericht der Times of Israel, handelt es sich bei dem Verschwundenen um einen 22-Jährigen aus Beersheva im Süden des Landes. Mit seinem Freund waren die beiden zu einem Besuch der Patriarchenhöhle nach Hebron gefahren. Der Freund des Verschwundenen wartete im defekten Auto ca. eine halbe Stunde auf den Beifahrer, bevor er die Polizeit von seinem Verschwinden alarmierte. Der Verschwundene war offenbar mit dem Areal vertraut, da er während seiner Armeezeit in dem Gebiet stationiert gewesen war.


Weitere Neuigkeiten: 

Zur Ortskarte Rosh haAyin/Oranit
Zur Ortskarte Rosh haAyin/Oranit

Heute morgen hatte ein palästinensischer Jugendlicher asu Tulkarem versucht, am Grenzübergang Oranit nach Samaria in der Nähe der israelischen Stadt Rosh haAyin einen israelischen Offizier bei einer Routinekontrolle mit einem Messer zu erstechen. Der Offizier , Yo’av Leitmann, neutralisierte den Angreifer und nahm ihn fest, wurde dabei leicht am Kopf verletzt. Der Terrorist hatte zusammen mit einer Gruppe versucht, illegal über die Grenze ins israelische Kernland zu gelangen.

(Ynet)

Das europäische Gedankenkonstrukt und ich

Wie sehr sich die europäische, insbesondere die deutsche, Betrachtungsweise des Lebens von der israelischen unterscheidet, kriege ich hin und wieder am eigenen Leib im Alltag zu spüren. Eine Art gedankliche und emotionale Dissonanz zwischen dem, was ich sehe, und dem, was ich empfinde, und ich weiß, es liegt oftmals nicht an dem sich faktisch vor meiner Nase Abspielendem, sondern einzig und allein an meinen Interpretationsgewohnheiten. Das Leben in einer Siedlung und in „rohen“ Bedingungen, unberührt von der gewissen Uniformierung des Großstadtlebens, bietet die beste Gelegenheit für solche „privaten Verhaltensanalysen“.

Neulich wurde ich von einer deutschen Journalistin gefragt, wie sehr mich die pazifistisch orientierte Erziehung in deutschen Schulen beeinflusst habe und wie sich das wohl mit meinem Wunsch vereinbaren ließ, in der israelischen Armee zu dienen. Diese Frage war mir mit Respekt und Interesse gestellt worden, und ich habe mich nicht verstellen müssen, als ich sagte, zu meiner Zeit hätte es gar keine Gespräche über Pazifismus an meiner Schule gegeben, und auch nur sehr, sehr wenig über die Situation in israel.

Es ist wahr, dass ich noch vor einigen Jahren in meiner alten Schule weniger Einmischung in die Denkweise seitens öffentlicher Organe gespürt habe, als ich es heute durch die Medien mitbekomme. Vielleicht war ich einfach ein Mensch, an welchem die Versuche, mir eine bestimmte Denkweise aufzudrängen, leichter scheiterten; vielleicht empfand ich meine Schule als einen tatsächlich meinungsoffenen, ideologiefernen Ort. Wie dem auch sei, dies und die Erziehung daheim sowie meine angeborene Neugier hatten mich offen werden lassen für ein unkonventionalles Betrachten dieser Welt, und mir einen „Freipass“ für selbstständiges Denken gegeben. Ich muss sagen, ich hatte es in dieser Hinsicht wirklich leicht.

Aber ich will es nicht abstreiten: Es sitzt da. Das deutsch-europäische Erbe. Die Art zu denken, zu kommunizieren, Vergleiche aufzustellen, zu erwarten und zu (be-)richten. Woran erkenne ich, dass es etwas spezifisch „deutsches“ oder „europäisches“ ist? In meinem Fall ganz einfach –  ich erinnere mich, woher ich eine bestimmte Angewohnheit habe, in dem Moment, wo ich sie bewusst bei mir erfasse, und erinnere mich an die Verhaltensweisen oder Äußerungen anderer um mich herum in dieser oder ähnlicher Situation, in Deutschland oder in anderen Ländern, bei europäisch, russisch oder orientalisch geprägten Menschen. Und meine deutsche „Vergangenheit“ ist weiß Gott nicht so lange her,  dass ich die Veränderungen, die in meiner Weltsicht und meinem Verhalten seit meiner Einwanderung nach Israel stattgefunden haben, nicht merken würde.

Meine Beobachtungen? Ganz gleich, wie „jüdisch geprägt“ die Abendlandstradition auch sein mag oder man sie gern als solche hinstellt – sie hat nur allzu oft nichts gemein mit dem, was man in Israel zu hören und zu sehen bekommt. Vor allem in meiner Umgebung, in den jüdischen Siedlungen von Judäa und Samaria. Die Realität hier hat viele schöne, sehnsuchtsvolle, gar romantische Seiten; aber es gibt freilich genügend Situationen, da würde auch ich als ein dieser Realität positiv gegenüberstehender Mensch die Worte „erstaunlich“ oder „gewöhnungsbedürftig“ nehmen, um sie zu beschreiben. Ohne die diesen Worten eigene negative Konnotation.

Ich gebe euch einige Beispiele.

◊◊◊

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Israelisches Kennzeichen. Quelle: Wikipedia

Da ist zum Beispiel das Thema per Anhalter fahren. Ein häufiger Kritikpunkt an Siedlern auch seitens der restlichen Israelis, die sich fürchten, per Anhalter in diesen Gegenden zu fahren. Anhalterfreunde, die auf dieselbe Weise durch ganz Europa oder Südamerika reisen, mögen uns vielleicht verstehen – wohl kaum ein besonnener Tourist. Aber das ist ja noch das halbe Ding. Einem „Uneingeweihten“ in das komplizierte Nebeneinander von palästinensischen Arabern und Juden in Judäa und Samaria fällt schlichtweg die Kinnlade hinunter, wenn dieser bemerkt, wann ein jüdischer Israeli seinen Arm zum Anhalten hebt und wann wieder senkt. Er hebt nämlich den Arm, wenn ein Fahrzeug mit gelbem Nummernschild vorbeifährt, und senkt ihn schnell wieder, wenn eins mit weißem  Nummernschild und grünen Zahlen ankommt!

 

Kennzeichen der Palästinensischen Autonomiebehörde. Quelle: Wikipedia
Kennzeichen der Palästinensischen Autonomiebehörde. Quelle: Wikipedia

Denn im Fahrzeug dieses Kennzeichens sitzt zu 99,9% ein Araber, ein nicht-israelischer Araber noch dazu, und von diesem wird sich kein jüdischer Israeli fahren lassen. Zu keiner Tageszeit, unter keinen Umständen (außer wenn er den Fahrer kennt, und selbst dann nicht unbedingt, und auch ein solcher Fall ist praktisch unwahrscheinlich). Dies gilt als ungeschriebene Regel für alle Siedler und es gibt niemanden, der dies nicht weiß. Es ist auch eine ungeschriebene Regel für die Araber, und sie wissen es auch, und sie würden auch nicht anhalten beim Anblick eines jüdischen Trampisten.

Frage:   Ist das nun eine „siedlertypische Diskriminierung“?

Da haben wir es. Hier der Gedankenansatz einer dieser Realität vollkommen fernen Weltsicht.

Erstens, es hat keine der beiden Parteien ein Interesse, sich vom jeweils anderen fahren zu lassen. So wie Juden freiwillig nicht bei Arabern einsteigen, so steigen Araber freiwillig nicht bei Juden ein, und niemand wird dabei benachteiligt oder zu etwas gezwungen. Demnach ist keine Diskriminierung vorhanden. Ob es eine „siedlertypische“ Angelegenheit ist? In Judäa und Samaria trampen fast ausschließlich nur die lokalen Einwohner – Juden und Araber. Jemand von „außen“ würde es nicht machen, zum Beispiel ein gewöhnlicher Israeli aus Jerucham (wo liegt nochmal Jerucham?). Und wenn man fragt, wieso?  – Aus Angst, und überwältigend negativer kollektiver Erfahrung.

Wieso denn Angst?, könnte man fragen. Wahrscheinlich wegen der letzten  Entführungs- und Mordfälle bzw. missglückter Attentate seitens arabischer Terroristen an Grenzübergängen und Bushaltestellen, mindestens 4 davon allein in den letzten 5 Monaten, die Entführung und Ermordung der drei Teenager Eyal, Gil-ad und Naftali im Juni 2014 nicht mit eingerechnet. Und das sind nur die letzten Zahlen – wir haben das Jahr 2015, aber die Betonblöcke vor jeder Haltestelle in Judäa und Samaria stehen schon seit Längerem, damit Wartende sich vor in die Menge rasenden Autos, Schüssen, Steinwürfen und ähnlichem schützen können. Das sind keine Übertreibungen – die Blöcke und Betonwände stehen da. Nach der Entführung der drei Jungen (von welchen lediglich einer aus Samaria stammte) und insbesondere nach der Ermordung der jungen Dalia Lemkos aus Teko’a (10.11.14) an der Bushaltestelle in  Alon Shvut (meinem Dorf) stehen an jeder Haltestelle bis Mitternacht hin bewaffnete Soldaten. Auch diese werden angegriffen (siehe 26.02.15).

Entführungen und Mordversuche also. An Bushaltestellen auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen und zum Ausgehen. Wenn man diesen Hintergrund kennt, aber auch nur wenn man ihn kennt, ist es möglich, zu erklären, dass Juden und Araber getrennte Haltestellen haben, jeder für seine Form von öffentlichem Verkehr.

Zugegeben – es erscheint seltsam, und unangenehm. Vergleiche drängen sich auf. Gut, fahrt mit verschiedenen Bussen, der eine fährt in eine arabische Stadt, der andere in eine jüdische. Aber wieso müssen die Palästinenser abseits warten, am Straßenende aussteigen und wieso hat die für Araber gedachte Haltestelle so ein vernachlässigtes Aussehen? Wenn ihr zusammen im Supermarkt einkauft, wieso trennt ihr die einen von den anderem auf der Haltestelle?

– Ich musste mir selbst eine Antwort auf diese Frage suchen, die in mir bei dem ungewohnten Anblick immer wieder aufkam. Ich teile sie mit euch:

Die palästinensische Autonomiebehörde, kurz PA, hatte entsprechend der Oslo II -Friedensabkommen von 1995 die Autorität erhalten, die Mehrheit der arabischen Städte, Dörfer und sie umgebenden Areale eigenständig zu verwalten. Die Teilung von Judäa und Samaria in Gebiete unter verschiedeneder Befugnis – unter der Verwaltung der PA, der israelischen Legislative oder einer geteilten Verwaltung-  wurde in diesen Abkommen festgelegt, und so entstanden Gebiete mit der Bezeichnung A, B und C. Um es kurz zu fassen, haben Israelis (ausgenommen israelischer Araber) keinen

Schild bei der Einfahrt nach Jericho.
Schilder bei der Einfahrt nach Jericho.

2013-08-25 15.03.17Zutritt in Gebiete A, Durchfahrtsrecht in Gebieten B und Wohnrecht in Gebieten C, das für Israelis unter fast derselben Befugnis steht wie sonstiges Staatsgebiet. Araber hingegen haben Zugang zu A und B und C, aber keinen unerlaubten Zutritt in Siedlungen der Gebiete C. Vor arabischen Wohnorten steht heutzutage zumeist ein rotes Schild, welches besagt, dass Zutritt für Israelis rechtlich verboten und lebensgefährlich ist.

Über die Verkehrsoptionen, demnach also Buslinien, Haltestellen etc. für die Bewohner dieser Orte hat die israelische Regierung keine direkte Verfügung oder Verantwortung, sie liegt allein in den Händen der PA. Nichtstaatsbürger Israels brauchen für eine Einfahrt in offizielles Staatsgebiet, so Jerusalem, ein Einreisevisum, oder eine Zutrittserlaubnis in ein jüdisches Dorf. Jüdische Israelis dürfen unerlaubt nicht nach Bet Lechem oder in einen anderen arabischen Ort fahren. Daher können beide Bevölkerungsgruppen schon einmal keine gemeinsamen Verkehrsmittel nutzen, sei es auch nur bürokratisch betrachtet. Zum Thema Angst, Mordversuche etc. siehe oben; Mordanschlag auf Sgt.Eden Atias, 19 im Bus nach Afula von einem illegal nach Israel gelangten Palästinenser siehe hier.

Auch für den Ausbau der Haltestellen, für ihre Erneuerung, sorgt sich die jeweilige Regierung. Erneuert keiner eine Haltestelle, so bleibt sie alt. Stellt keiner eine Haltestelle hin, so wird ein Trampist eben im leeren Feld oder am Straßenrand abspringen. Und ein jeder abspringende arabische Trampist stellt – der Erfahrung nach – eine potentielle Gefahr für den am selben Straßenrand wartenden Juden dar.

Hier in Judäa und Samaria weiß man das. Aus blutiger Erfahrung. Jeder weiß das, der Jude wie der Araber. Und sie alle leben damit, weil die Gesellschaft hier nun einmal von den Taten der Einzelnen bestimmt wird. Und so gewöhnt man sich daran, an bestimmter Stelle abzuspringen, wachsam zu sein, die richtigen Leute im Auto zu erkennen. Solange die Spielregeln beider Seiten eingehalten werden, „fließt alles הכל זורם“, sagt man auf Hebräisch. Und nur der sprachlose Tourist wundert sich und kämpft mit der Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität.

◊◊◊

 Ich bringe noch ein Beispiel, diesmal abseits des nationalen Konflikts: Die Rolle von Männern und Frauen, Jungen und Mädchen, ihr öffentlicher Auftritt und Interaktion.

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Zur Illustration. Tanzende Frauen in Gush Etzion.

in den meisten jüdischen Siedlungen leben religiöse Juden. Dabei sind diese meist Vertreter der sogenannten „gestrickten Kipa“- oder nationalreligiösen Bewegung. Was bedeutet das im Klartext? Es ist eine aufs Land Israel orientierte, die Gesetze der Tora im relativen Einklang zur Moderne einhaltende Richtung des Judentums. Eine moderne Orthodoxie, welche Frauen und Männern gleichermaßen das Recht einräumt, zu arbeiten, zu lernen, bedeutende Berufe zu erlernen, sich aller Neuerungen und Erfindungen der Neuzeit ohne schlechtes Gewissen zu bedienen  – allerdings mit Maß und bestimmten Rahmenbedingungen, und natürlich gibt es immer ungeschriebene Gesetze und Normen. Die moderne Orthodoxie des Judentums, vor allem die unter Siedlern verbreitete,  kennt keine einheitlichen Kleidernormen à la der ultraorthodoxen Bewegung (man kennt sie: schwarze Anzüge, schwarze Hüte oder Pelzmützen, weiße oder schwarze Golfsocken, die Frauen mit Perücken oder ebenso dunkler langer Kleidung oder glänzenden Kleidern). Dort folgen die Menschen verschiedenen Rabbinern und Meinungen, und je nach eigener Strenge oder Nachlässigkeit tragen die Männer feste Schuhe oder Sandalen, schneiden Haare oder lassen sie wild wachsen (Schläfenlocken sind trotzdem zu erkennen); die Frauen tragen keine Perücken, sondern bunte Hüte oder Tücher, mit allem Möglichen verziert; die Ärmel sind kurz oder halblang und die Röcke können auch bis knapp ans Knie gehen. Frauen tragen auch Hosen, Tanzendeje ländlicher die Gegend, desto häufiger.

Bei den Siedlern ist dabei das Auffälligste das wilde Sammelsurium an Kleidungsstilen – oder eher seine Abwesenheit. Abendkleid mit Turnschuhen an Feiertag? Kein Problem. Schuhe aus den Siebzigern oder Ethnohemd mit schwarzem Stilrock und Flip-Flops? Auch kein Problem. Leggins und Jeansröcke sind nicht voneinander zu trennen, 3/4-Ärmel unter einem Kleidungsstück, das eigentlich im Schaufenster eine ärmellose Bluse mit tiefem Ausschnitt gewesen ist, sind Norm. Männer wie Frauen bis ins tiefe Alter lieben „Dorfsandalen“ immer derselben Firmen. Armeejacken, Fliespullis  sind sehr beliebt, und immer gibt es diese T-Shirts mit Aufdrücken von einer bestimmten Klassenfahrt, einer Armeeeinheit, einer Jugendgruppe oder irgendeiner Aktion, mit einem klugen oder lustigen Satz, Zeichnungen und Logo der Schule oder des Vereins. In allen Farben des Regenbogens. Ethno und Retro sind nie aus der Mode hier. Enge Jeans und T-Shirt tragen wagen nur wenige Mädchen aus religiösen Familien (aber auch sie gibt es).

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Zur Illustration. Mädchen bei Freiwilligenarbeit.

Warum sind aber Mädchen immer irgendwie gefragt, was „verdeckende“ Kleidung angeht? Weil die jüdische Tradition und Religion und der „gute Geschmack“ es besagen. Während in einer streng einhaltenden Umgebung bestimmte Kleidungsform vorgeschrieben wird, um züchtige Kleidung für Männer und Frauen zu gewährleisten, ist in nationalreligiösen Gemeinschaften das Vertrauen in die Eigenverantwortung des Kindes und des Erwachsenen höher. Mädchen und Jungen lernen vor allem im Elternhaus, was es heißt, seine Privatsphäre für sich zu behalten – der eigene Körper ist nicht dazu da, um ihn anderen zur Schau zu stellen. Man läuft nicht ohne Shirt auf der Straße als Junge, und niemals in Unterhemd als Mädchen. Mädchen werden behütet, und lernen, ihren Körper mit Eifer vor Blicken und Belästigungen zu schützen.

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Zur Illustration. Mädchen-Schulklasse.

Fragt man ein nationalreligiöses Mädchen, wieso sie sich nicht „sexy“ kleiden möchte, wird sie wahrscheinlich als Erstes antworten – „damit man mich nach meinen inneren Werten beurteilt, und nicht nach meinem Körper“. Und erst dann wird sie das jüdische Gesetz dazu zitieren. Denn das ist die Begründung, welche hinter der Vorschrift gegeben wird, und die hier weitestgehend verinnerlicht wird. Das hindert die Jugendlichen nicht daran, miteinander zu spielen, zu lachen, zu wandern, und auch mal in Gruppen auszugehen; Erwachsene arbeiten zusammen, Frauen und Männer haben gleichen Status, aber wenn es um Beisammensein geht, so teilen sie sich wie automatisch auf, und eng ist man immer mit Freundinnen als Mädchen, oder mit Freunden als Junge, und niemand käme auf die Idee, bei dem anderen Geschlecht zu übernachten etwa, auch wenn man noch zuvor zusammen beim Lagerfeuer gesessen hat.

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Das alles ist ein Erlebnis für mich, es lässt mich schmunzeln und manchmal auch dagegen sträuben, und nicht alles würde ich später in meiner Familie übernehmen, und von vielem anderen lerne ich und freue mich, neue Horizonte zu eröffnen.

Allzu häufig spüre ich dabei, dass mein abendländisches Gedankenkonstrukt schier zusammenbricht vor manchen Situationen, Begegnungen und neuen Erkenntnissen, und ich begreife, dass dahinter sich kein Abgrund und kein Trümmerfeld verbirgt, sondern eine andere, nicht minder nützliche, Respekt verdienende und vor allem authentische Realität.

Menschen ohne Vorkentniss und ohne des Bonus‘ der offenen Denkweise aber, die recht tief in ihren eigenen Weltvorstellungen verankert sind und sich dessen selbst vielleicht gar nicht bewusst sind – ich wuesste kaum, wie man sie aus ihrem Schock herausziehen könnte, wenn sie auf manches treffen, was Israel und speziell die Wirklichkeit in den Siedlungen ausmacht. Da kann man, so scheint mir, nur erzählen, zeigen und erzählen, und vielleicht tut die Zeit das ihre.

NEWS: Vorposten-Demolierung

Karmey Tzur, Givat Sorek, Halhul auf der Karte
Karmey Tzur, Givat Sorek, Halhul auf der Karte

Gestern (Dienstag, 31.03.15) wurden seitens der „Israelischen Zivilverwaltung„, einem Regierungsorgan zuständig für israelische Bürger und Landverwaltung in Judäa uns Samaria, einige Bauten des Vorpostens „Givat Sorek“ bei der Siedlung Karmey Tzur, in der Nähe der arabischen Stadt Halhul in Judäa zerstört. Es waren eine provisorische Synagoge, welche den im Sommer entführten Jugendlichen Eyal, Gil-ad und Naftali gewidmet worden war, eine „Ruheecke“ für Soldaten, an welcher sich lokal wachende Soldaten ausruhen und etwas essen konnten, sowie ein Aussichtspunkt auf das nahegelegene Feld, auf welchem am 01.07.2014 die Leichen der entführten Jugendlichen gefunden worden waren.

Die Vorgeschichte

Der Vorposten „Givat Sorek“ wurde mit Unterstützung der Bezirksverwaltug von Gush Etzion direkt nach der Auffindung der drei entführten Jugendlichen gegründet, im Sommer 2014. Benannt wurde es nach dem  jungen Paar Eyal und Ya’el Sorek. Die jungen Eheleute – Eyal, 23, Berufssoldat kurz vor Dienstende, und Ya’el, 24, Mathematikstudentin und im neunten Monat schwanger – wohnten in der Siedlung Karmey Tzur und wurden am 07.06.2002 von einem arabischen Terroristen ermordet, als dieser in die Siedlung eindrang. Sein weiteres Opfer war der Reservesoldat Shalom Mordechai (35), der im Schusswechsel mit dem Terroristen starb. Bei der Errichtung der Bauten prüfte die Bezirksverwaltung von Gush Etzion – so ihr Sprecher, Yehuda Shapira – den Status der Ländereien und möglichen Privatbesitz, und stellte keine Verletzung von Privatbesitz fest.

Auf dem Vorposten wurden ein provisorischer Synagogenbau, die „Ruhe-Ecke“ und ein Aussichtspunkt mit einer Pergola errichtet. Soldaten und Einwohner von Karmey Tzur bewachten den Vorposten regelmäßig.

Der Beschluss der Zivilverwaltung, den Vorposten zu räumen, kam zustande, da der Oberste Gerichtshof den Status der Ländereien, auf welchen die Gebäude erbaut wurden, als „fraglich“ gewertet hatte. Fraglich bedeutet im Allgemeinen, dass ein Antrag von einer Organisation bzw. einer Privatperson bei dem Obersten Gerichtshof (Bagatz) eingereicht wurde, der behauptet, die Ländereien seien nicht als Staatsland anerkannt, sondern gehörten einem Araber oder einem arabischen Ortaus der Gegend.

In diesem Fall verhalf eine linksgerichtete, gegen Siedlungsbau aktive Organisation einem arabischen Privatmann dazu, einen solchen Antrag beim Obersten Gerichtshof einzureichen. Das Gericht wandte sich an den Staat mit dem Verlangen, auf den Antrag zu reagieren. Der Staat  gab zur Antwort, aufgrund möglicher Zweifel am Eigentum dieses Landstückes den bestehenden Vorposten noch vor der Nachprüfung dieses Antrags zu räumen.

Ob dieser Antrag sich bewahrheiten wird, und ob das Land tatsächlich in die Hände dieses speziellen Einwohners gegeben wird, oder der Stadt Halhul, oder nun nach der Demolierung zu einer Militärbasis umfunktioniert oder einfach nutzlos brachliegen wird, kann zurzeit nicht beurteilt werden.  Und da die Zivilverwaltung keinesfalls als siedlerfreundlich bekannt ist, reichte allein der Zweifelzustand aus, um Bagger und Einsatzkräft an den Plan zu rufen und die Gebäude zu zerstören.

Givat Sorek, vor und nach der Demolierung.  Fotos: Yehuda Wald, Israel National News / Channel 7
Givat Sorek, vor und nach der Demolierung.
Fotos: Yehuda Wald, Israel National News / Channel 7
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Fotos: Yehuda Wald, Israel National News / Channel 7
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Fotos: Yehuda Wald, Israel National News / Channel 7

 

Kleidertausch

Wollte kurz von einer netten Initiative berichten, die im Karavanenviertel so unter den Nachbarn initiiert worden sit – Kleidertausch zwischen Frauen (nicht etwa Frauentausch).

Ein paar junge Nachbarsfrauen schlugen vor, sich heute abend in der Synagoge zu treffen und Second-Hand-Kleidung mitzubringen, die die eine nicht braucht, damit ggf.eine andere Gefallen daran finden kann. Second-Hand-Laden selbstgemacht und ohne Geld.

1klAlso schleppten wir Tüten mit Altkleidern an, verteilten es auf die Bänke, auch Kosmetik und Schmuck waren dabei, und begannen, nach attraktiven „Angeboten“ der anderen zu suchen. Die meisten wurden fündig und den für Rest erklärte sich eine bereit, ihn an einen Wohltätigkeitsladen zu spenden.

Das Beste war eindeutig das Zusammentreffen von uns Mädels und der Spaß, den wir hatten.  1kl2